Die Geschichte ohne Namen

von - Leela -
GeschichteFreundschaft / P12
Eddie Futura GB Jake Jessica Tracy
27.07.2013
27.07.2013
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Die Geschichte ohne Namen

„Der Tag fing bereits gut an! Es war warm! Es war angesagt, es hat zwischendurch geregnet, ich dachte, es wird nicht so schlimm… Es war warm! – Aber beginnen wir die Geschichte von Anfang an. Wir hatten erfahren, daß im Central Park an diesem Wochenende ein kleiner Mittelaltermarkt abgehalten wurde. Und da wir gerade nichts anderes vorhatten, wollten wir am späten Nachmittag zusammen hingehen. Tasha überraschte uns schon, bevor wir überhaupt losfuhren…“


Jake und Eddy warteten bereits unternehmungsfreudig im Büro, während Tracy GB startklar machte und mit Futura schon draußen vor dem Haus auf den Rest der Gruppe wartete. Nach dem letzten „Ich bin gleich soweit“, von Tasha waren ungefähr fünf Minuten vergangen, und Jake sah erneut zur Uhr. „Was macht sie da nur so lange?“
      In dem Moment stand sie in der Tür. „Wir können los!“
      Die Jungs sahen auf, und schnappten synchron nach Luft!


„Mittlerweile überrascht sie mich ja mit nichts mehr, aber mit dem orientalisch anmutenden Rock, dem schwarzen Oberteil und ein paar dazu passenden Accessoires sah sie einfach umwerfend aus. Theoretisch hätte ich in der ersten Überraschung nur schwer den Blick von ihr lösen können, doch ich mußte automatisch zu Eddy rübersehen. Den Blick hättet ihr sehen sollen…“


Weder Eddy, noch Jake hatten sie je so gesehen, und bis vor kurzem hätte Jake noch geschworen, sie hätte nicht einmal unter Androhung von Prügel solch ein Gewand angezogen. Eddy starrte sie völlig aus dem Ruder geworfen an, bis Jake ihn anschubste. „Wir wollen los!“
      Tasha kam lächelnd zu ihnen herüber und legte die Arme um Eddy.
      „Warum fühle ich mich gerade wieder so unwürdig…“ entfuhr es ihm ehrfürchtig, während er sich kaum traute, die Geste zu erwidern.
      Jake konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, und Tasha antwortete mit einem Kuß, unter dem Eddy förmlich dahinfloß.
      „Wiederhol’ das auf dem Markt noch mal!“ grinste Jake. „Also, wollen wir jetzt los?“
      Tasha nickte, und auch Eddy brachte ein Nicken zustande.
      Wenig später saßen sie endlich im Ghostbuggy und starteten zum Central Park.


„Selbst GB hatte gestaunt, als er Tasha gesehen hatte. Wie drückte er es noch gleich aus? Der exklusivste Fahrgast aller Zeiten. Was er über uns gesagt hat, möchte ich hier lieber nicht wiederholen.
      Nach kurzer Zeit kamen wir beim Central Park an und mußten etwas außerhalb parken – zum einen, weil ein großer Teil für den Markt ja abgesperrt war, zum anderen, weil kaum noch ein freier Parkplatz in der Nähe zu finden war. Wir hatten Glück und ergatterten noch einen Platz bei einem nahen Kindergarten. Und hier kommt meine Unbesonnenheit in’s Spiel! - Habe ich erwähnt, daß es warm war? - Als wir ausstiegen, war es zwar recht angenehm, aber auch bewölkt. Nicht schlimm also, dachte ich. Eddy hatte da weit vorausschauender gehandelt…“


Die fünf Freunde stiegen euphorisch - und sehr zu GB’s Freude - aus und sortierten sich kurz auf dem Parkplatz zurecht.
      Eddy überlegte nur kurz, dann schmiß er konsequent sein Jackett und die Krawatte zu GB in den Kofferraum.
      Futura und Tasha wechselten ein Schmunzeln.
      „Was ist mir dir, Jake?“ fragte Tasha.
      Als sich die Blicke aller auf ihn richteten, winkte Jake ab. „Nein, laßt mal. Das ist schon okay!“
      „Bist du sicher?“ fragte Futura. „Es ist angesagt, daß es warm werden soll!“
      „Jetzt hast du die Gelegenheit!“ meinte Tasha, als Jake kurz überlegte.
      „Ja… Trotzdem. Das paßt schon.“
      Futura und Eddy sahen sich an und zuckten die Schultern, dann schlug Eddy den Kofferraum zu.
      Tracy und Tasha schauten derweil schon, wo es zum Markt ging.
      Bereits als sie die Straße heruntergingen, begegneten sie den ersten Hinweisschildern, die sie die Straße entlang und ein Stück durch den Park führten, und bald erreichten sie den Markt, wo sie bereits von einer ganz eigenen Atmosphäre empfangen wurden.
      Spätestens, als die Gruppe auf den Platz kam, stöhnte Jake auf. Mittlerweile hatten sich die Wolken von der Sonne weggezogen, und es war sehr schnell sehr warm geworden.
      „Wir haben es dir gesagt!“ erinnerte Tasha.
      „Ich weiß!“ Jake zog seufzend sein Jackett aus und band es leger um die Hüfte, und mit einem leichten Schmollen nahm er auch die Krawatte ab, weil es einfach angenehmer war.
      Dann konnte es endlich losgehen.


„Habe ich erwähnt, daß Tasha uns überrascht hat? Ja, das hat sie wirklich. Immerhin gab es Zeiten, da hätte ich die Firma darauf verwettet, daß sie sich nie ein Kleid oder einen Rock anziehen würde. Nun. Was soll ich sagen? Der Tag hatte ja nun gerade erst begonnen, und sollte diesen Moment noch in den Schatten stellen. – Ach, ja, Schatten… Das nächste Mal lasse ich das Jackett gleich im Auto. Manchmal sollte ich einfach etwas lockerer werden, so wie Eddy. Ob ich das jemals lerne? Aber ich schweife ab…“


Fasziniert sahen sich die Freunde auf dem Platz um, der wie eine andere Welt anmutete. „Tasha ist die einzige, die optisch wirklich herpaßt“, stellte Futura dabei schmunzelnd fest.
      Sie drehten eine große Runde über das Gelände, schauten sich überall um, probierten sich ein wenig durch die Stände und schlenderten weiter. Eine Weile blieben sie staunend bei dem Kinderkarussell aus Holz zum selber ankurbeln stehen, und kürzten dann den Weg zwischen ein paar Zelte hindurch ab, um wieder zurück auf die andere Seite zu kommen.
      Plötzlich wurden sie von einer jungen Frau angesprochen, die sie zum Bogenschießen einlud.
      Tasha blieb im Schritt stehen. Die Faszination stand ihr in’s Gesicht geschrieben. „Oh, das würde ich gerne mal ausprobieren. Ich habe noch nie einen Bogen in der Hand gehabt!“
      „Komm’ her!“ Die Frau gab ihr einen Wink. „Das ist gar nicht so schwer!“
      Neugierig folgten die anderen ihr, um sich das Geschehen mit anzusehen.
      Ihre Gastgeberin zeigte Tasha erst einmal, wie sie sich hinstellen mußte, wies sie in Haltung und Technik ein und gab ihr dann den Bogen.
      Mit ein bißchen Unterstützung spannte Tasha den Bogen und ließ sich noch einmal kurz unterweisen, dann startete sie den ersten Versuch, der komplett daneben ging.
      „Das ist nicht schlimm!“ sagte die Frau gleich. „Einfach noch mal probieren!“ Sie korrigierte noch einmal Tashas Haltung und gab ihr Tips zur Ausrichtung des Bogens.
      Der zweite Schuß ging direkt in die Scheibe – zwar recht weit außen, aber immerhin hatte sie getroffen.
      „Ja, das ist doch super!“ sagte die junge Frau. „Von wegen, du kannst das nicht!“ Sie gab Tasha den nächsten Pfeil.
      Nach und nach bekam Tasha mehr Übung. Zwei Pfeile verschoß sie noch komplett, die anderen gingen aber in die Scheibe. Sie schaffte zwar es nicht, direkt in die Mitte zu treffen, nichtsdestotrotz, bei zehn Pfeilen war sie mit dem Ergebnis zufrieden.
      „Na, das kann sich doch sehen lassen, oder?“ meinte die junge Frau zu den Freunden.
      „Nicht schlecht!“ meinte Jake anerkennend, und Eddy nickte mit unverkennbarem Stolz auf seine Freundin.
      „Möchte noch jemand?“ fragte ihre Gastgeberin, während sie die Pfeile einsammelte.
      Tasha drehte sich zu Eddy um und sah ihn fragend an. „Magst du?“
      In dem Moment konnte man richtig sehen, wie Jake neben ihm schauderte und sie erschüttert ansah. „Bist du wahnsinnig?“ kommentierte er. „Du beschwörst eine Katastrophe herauf!“
      Tasha ging gar nicht darauf ein und meinte nur zu ihm: „Du kannst auch, wenn du willst! Ich lade euch ein!“
      Eddy ging bereits zu ihr nach vorne, so daß Jake gar keine Chance mehr hatte, das Unheil abzuwenden.
      „Woh…“ kommentierte Jake. „Ab jetzt sollte man die Umgebung weitreichend sichern und-oder in Deckung gehen…“
      „Jake, bei den Pfeilen kann nicht so viel passieren, so verzielen kann sich nicht mal Eddy!“ meinte Futura.
      „Hast du ’ne Ahnung“, ließ sich Tracy vernehmen.
      „Eben! Wir reden hier von Eddy!“ erinnerte Jake tiefgründig.
      Eddy reagierte gar nicht darauf. Statt dessen ließ er sich von der Frau einen Bogen geben.
      „Hast du eben gut aufgepaßt, oder soll ich noch mal erklären?“ fragte sie.
      „Ich glaube, das geht so“, behauptete Eddy vorsichtig.
      Sie nickte und gab ihm einen Pfeil.
      Tasha gesellte sich zu den anderen und beobachtete ihn neugierig.
      Auch ihre Gastgeberin maß ihn mit einem kontrollierenden Blick, stellte aber fest, daß sie nichts korrigieren mußte.
      Er legte an, spannte und schoß.
      Jake fiel die Kinnlade runter. Auch alle anderen staunten nicht schlecht, als der Pfeil direkt in die Mitte ging.
      „Okay… Ein Zufallstreffer steht Eddy zu…“ bemerkte Jake mit fasziniertem Schmunzeln.
      Der legte bereits den zweiten Pfeil an und schoß. Daß er damit den ersten nicht spaltete, war reiner Zufall.
      „Woh…“ ließ sich ihre Trainerin nun etwas aufgeschreckt vernehmen und nahm vorsorglich die Pfeile aus der Scheibe, bevor Eddy den nächsten Schuß ansetzte. „Moment, wenn die Pfeile kaputtgehen, wird es teurer!“
      „Na, noch mal wird er nicht so viel Anfängerglück haben“, raunte Jake Futura belustigt zu.
      „Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob das etwas mit »Glück« zu tun hat!“ gab sie leise zurück.
      Der nächste Pfeil ging wieder direkt in’s Schwarze.
      Mittlerweile war Jake das Lächeln vergangen. „Das gibt’s doch nicht…“
      Inzwischen war die junge Frau aufmerksamer und ließ Eddy nur noch schießen, wenn die Schreibe frei war.
      Und das war gut so. Der nächste Pfeil traf genau dort, wo die anderen auch schon gelandet waren.
      Ihre Trainerin sah Jake verheißungsvoll an. „In einem haben Sie wirklich Recht! Ihr Freund hier ist wirklich eine Gefahr! Das hätten mindestens drei meiner Pfeile jetzt schon nicht mehr überlebt!“
      Jake wußte nicht recht, ob er ihre Zustimmung als Kompliment auffassen sollte und beobachtete nur, wie der nächste Pfeil wieder direkt in’s Zentrum ging. Er schüttelte nur noch völlig überfordert den Kopf. „Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen.“
      Tasha, die selbst völlig fasziniert war, schmunzelte. „Hier kannst du nicht mogeln, Jake.“
      Mehr als beeindruckt beobachtete die Gruppe, wie ein Pfeil nach dem anderen sich seinen Weg in’s Zentrum der Scheibe suchte – nie ohne daß die junge Frau vorher den vorangegangenen Pfeil vorsorglich entfernt hatte.
      „Ich will nur einmal, daß ein Pfeil daneben geht!“ kommentierte Jake verbissen, so daß nur die kleine Gruppe das mitbekam.
      „Dafür hast du noch genau zwei Chancen!“ bemerkte Futura.
      „Und diesmal tut er dir den Gefallen nicht…“ setzte Tasha nach, nachdem sie die Flugbahn des Pfeils verfolgte, den Eddy gerade abgeschossen hatte.
      „Wahnsinn!“ kommentierte Futura.
      Jake fixierte den letzten Pfeil, als wolle er ihn allein mit Blicken aus der Bahn bringen. Doch auch das nützte nichts. Der letzte Pfeil suchte sich sein Ziel wie die vorherigen auch.
      Eddy lächelte und gab ihrer Gastgeberin den Bogen zurück, die ihn durchaus beeindruckt ansah. „Alle Achtung! Das hat noch niemand vor dir geschafft!“ Eddy grinste gewinnend und gesellte sich zu den anderen zurück.
      Vier überraschte, ehrfürchtige Blicke sahen ihm entgegen.
      Tasha löste sich schnell aus der Starre und wandte sich um. „Jake? Wie steht’s mit dir?“
      Der wehrte schon ab, bevor sie überhaupt ausgesprochen hatte. „Bist du verrückt? Vergiß es! Ich nicht! Ganz sicher nicht!“
      „Aber wieso denn nicht?“ fragte sie, fast ein wenig enttäuscht. „Probier es doch mal!“
      „Nach der Aktion? Ich bin doch nicht völlig bekloppt!“ Jake schüttelte vehement den Kopf.
      Eddy sagte nichts dazu und beobachtete die Szene nur schmunzelnd.
      „Ach, komm’ schon, Schatz!“ meinte nun auch Futura. „Was ist denn dabei?“
      „Daß ich mich blamiere, das ist dabei!“ meinte Jake kategorisch.
      „Das ist doch Blödsinn“, meinte nun auch ihre Trainerin. „Hier blamiert sich niemand! Schon gar nicht nach so einer Meisterleistung, so etwas ist wirklich eine Ausnahme!“
      „Trotzdem!“ wehrte Jake ab.
      „Für dich übernehme ich!“ erinnerte Tasha.
      „Ich bin doch nicht blöd! Ich mache mich doch nicht freiwillig lächerlich!“ beharrte Jake.
      „Also, ich probiere es!“ sagte Futura jetzt. „So richtig habe ich es nämlich auch noch nie gemacht!“
      Jake atmete durch. „Na, ich bin mal gespannt!“
      Nun beobachtete die Truppe, wie sich Futura noch einmal auf den Bogen einweisen ließ.
      „Wahrscheinlich macht sie es auch ganz toll“, mutmaßte Jake, und die anderen waren sich nicht sicher, ob Bewunderung oder Frust aus seiner Stimme klang.
      Tasha gesellte sich derweil sachte zu Eddy. „Oh Mann! Wenn ich das gewußt hätte! Und ich war so stolz auf meine Leistung!“
      „Das war auch verdammt gut!“ sagte er, mit deutlichem Stolz auf ihre Leistung in der Stimme.
      „Mag sein, aber richtig beeindrucken kann ich nach dir nicht mehr damit!“
      Eddy schmunzelte sanft, umfaßte sie und erklärte leise: „Ich habe etwas mehr Übung, von daher kann man es nicht vergleichen.“
      Futura versuchte sich derweil an ihren ersten Pfeilen und hatte bereits zwei sonstwohin geschossen, aber nicht auf die Scheibe. Die junge Frau korrigierte noch einmal ihre Haltung und versuchte, ein paar Anweisungen zu geben.
      Tasha beobachtete sie, während in ihr ein Gefühlschaos tobte. Auch wenn sie noch ein wenig geschockt war – vom Verstand her wußte sie, daß sie auf Eddys Kompliment stolz sein konnte, vor allem, wenn er schon mehr Erfahrungen damit hatte. Außerdem war sie froh, daß Futura ihr Weltbild augenblicklich wieder geraderückte. „Ich wünschte, ich hätte das vorher gewußt!“
      Sie spürte, wie er sich leicht anspannte. „Ich nicht!“
      „Wieso?“ fragte sie ihn, und konnte einen leicht reservierten Unterton in der Stimme nicht vermeiden.
      „Weil ich es nicht gut gefunden hätte, wenn du dich davon hättest beeindrucken lassen, und es dann nicht versucht hättest. Von daher bin ich froh, daß du es zuerst ausprobiert hast.“
      Das hatte sie geahnt. „Ich hätte es versucht!“ widersprach sie daher strikt. „Und ich hätte genauso mein bestes gegeben!“ Auf seinen etwas konsternierten Blick erklärte sie: „Ich wäre nur darauf vorbereitet gewesen! Ich wäre unter anderen Voraussetzungen daran gegangen und nicht ganz so geschockt gewesen!“
      „Oh, ähm…“ Er konnte sich ein verlegenes Lächeln nicht nehmen lassen.
      Futura traf mittlerweile die Scheibe ganz gut, doch Sorgen um ihre Pfeile machte sich die junge Frau hier nicht. Futura verteilte sehr gut und ließ - wie Tasha zuvor - die Mitte geflissentlich aus. Nur ein Zufallstreffer ziemlich zum Schluß kam dem recht nahe, was durchaus Tashas Anerkennung erntete.
      „Das war sehr gut!“ lobte die Frau, die jetzt den Bogen wieder entgegennahm.
      „Danke!“ erwiderte Futura ehrlich mit einem Lächeln.
      Einen Moment später wandten sich wieder die Blicke von Futura und Tasha, und auch Tracy und Eddy Jake zu.
      Er schüttelte den Kopf. „Nein!“ Das kleine Wort kam wie ein Ultimatum.
      Futura und Tasha wechselten einen Blick und seufzten.
      „Dann eben nicht“, meinte Tasha mit einem Schulterzucken und bezahlte ihre Gastgeberin.
      „Du bist so doof!“ zischte Futura Jake zu.
      „Was ist denn mit eurem Freund?“ fragte die junge Frau gerade mit Blick auf Tracy.
      In dem Moment waren allerdings alle in Alarmbereitschaft. „Davon würde ich dringend abraten!“ schoß Futura raus.
      „Tracy hat wirklich eine durchschlagende Kraft!“ setzte Eddy nach. „Das würde ich nicht empfehlen…“
      Sie lachte. „Na gut. Dann wünsche ich euch noch viel Spaß auf dem Markt!“
      Sie verabschiedeten sich voneinander, und die kleine Gruppe ging weiter.
      Jake war noch immer nicht über Eddys Darbietung hinweggekommen.
      „Naja, eigentlich ist es ja aber auch nicht so weit hergeholt“, meinte Futura. „Immerhin ist Eddy ja auch Schütze!“
      „Vom Sternzeichen!“ warf Jake ein. „Ich bin Stier, und…“
      „… das paßt gerade ganz wunderbar!“ beendete Futura den Satz, bevor er es konnte.
      Die Gruppe brach in schallendes Gelächter aus, während Jake in schmollendes Schweigen verfiel.
      Gemütlich gingen sie weiter, Eddy und Tasha in sanfter Umarmung. Sie sah sich kurz nach Jake um und meinte, als sie außer Hörweite waren: „Da hast du Jake aber gut einen vor den Bug geschossen. Da kommt er jetzt nicht so schnell drüber weg.“
      „Jake ist mir egal!“ erwiderte Eddy prompt. „Ich wollte dich beeindrucken!“
      „Glaub’ mir, das hast du!“ erwiderte sie, und diese Worte kamen noch immer atemlos. Dann fügte sie vorsichtig an: „Dann… kann ich es aber vielleicht von dir lernen…!?“
      „Wenn du möchtest…“ erwiderte er mit einem leichten tiefgründigen Schmunzeln.
      „Na, die Chance kann ich mir doch nicht entgehen lassen! Ich wußte ja nicht, daß du es kannst.“
      „Und ich wußte nicht, daß du es lernen willst“, erwiderte er. „Wenn es dir nicht unangenehm ist, dich von mir unterweisen zu lassen, können wir das gerne machen!“
      „Bestimmt nicht. Ich muß es nun mal erst mal lernen. Du mußt nur viel Geduld mit mir haben…“
      „Keine Sorge. Das Tempo gibst du vor!“ beruhigte er sie. „Es soll einfach Spaß machen, sonst nichts. Und du brauchst sicher keine Angst zu haben, daß ich dir zu viel abfordere oder den Oberlehrer spiele.“
      Sie atmete leicht durch. „Okay…“
      „Außerdem glaube ich, daß du einfach nur richtig viel Übung brauchst. So wie Futura auch. Ganz ehrlich: Dafür daß es dein erstes Mal war, warst du weit besser als ich bei meinem ersten Versuch.“
      „Ehrlich?“ fragte sie überrascht, und überlegte erst dann, als ginge ihr erst jetzt auf, daß er einmal genauso anfangen haben mußte wie sie gerade.
      Er konnte etwas Verlegenheitsröte nicht vermeiden. „Die ganze Geschichte erzähle ich dir später mal. Aber Jakes Einschätzung kommt nicht von ungefähr! – Nur so viel: Bei meinem ersten Versuch haben mir die Hände gezittert! Und das sind Scheiß-Voraussetzungen!“
      Sie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Na, auf die Geschichte dazu bin ich gespannt! Vor allem, weil selbst Jake es ja anscheinend nicht wußte.“
      Eddy grinste. „Nein, Jake wußte es nicht! Und das hatte auch einen tieferen Sinn!“
      Futura gesellte sich derweil ebenfalls an Eddys Seite.
      Jake quittierte das mit einem perplexen Blick. „Hey, Moment mal…“
      „Tja, heute ist eben Eddy der Held der Stunde!“ kommentierte Futura.
      „Na super! Das war ja auch nicht zu überbieten!“ beschwerte sich Jake. „Dagegen wäre ich doch nie angekommen!“
      „Das mußt du auch gar nicht!“ meinte Futura.
      „Gut! Und warum werde ich dann plötzlich ignoriert?“
      „Es ist nicht, weil er es so gut gemacht hat, Jake!“ meinte Futura tiefgründig. „Das hat damit nichts zu tun! Es ist, weil er es überhaupt gemacht hat, und sich nicht so kindisch angestellt hat, wie gewisse andere Leute in unserer Runde!“


„Na toll! Das hat gesessen! Da versucht man, die Blamage zu vermeiden, und dann das! Danke, Partner! Das war ja ein tolles No-Win-Szenario! Naja, aber auch wenn Tasha gleich darauf noch mit Talent nachlegen mußte, zumindest hat sie dabei noch gut gekontert! Das war immerhin eine kleine Genugtuung.“


Gemütlich ging das Team weiter, um sich weiter auf dem Markt umzusehen.
      Auf dem Weg fischte Tasha plötzlich einen Geldschein aus ihrem Portemonnaie. Die anderen beobachteten sie konsterniert, vor allem, da gerade weit und breit kein Stand oder etwas anderes in der Nähe war, wo man etwas hätte kaufen können. Ohne auf die anderen zu achten begann sie konzentriert, den Schein zu falten.
      Jake und Eddy, die ihr gerade zufällig am nächsten waren, beobachteten sie fasziniert.
      Einen Augenblick später präsentierte ein Miniaturhemd.
      „Hey, wow!“ entfuhr es den Jungs gleichzeitig.
      „So, jetzt können wir auch in Naturalien bezahlen!“ meinte sie mit einem Lächeln.
      „Was für eine geniale Idee!“ staunte Jake. „Dann kommt man sich nicht ganz so blöd vor, wenn man auf ’nem Mittelaltermarkt mit Dollar bezahlt!“
      Tasha ließ sich ein stolzes Lächeln vernehmen und steckte das Hemd in ihr Portemonnaie.
      „Wie bist du denn jetzt darauf gekommen?“ fragte Eddy fasziniert.
      „Ich wollte dich nur ein wenig beeindrucken!“ erwiderte sie tiefgründig.
      „Das ist dir gelungen!“ meinte Eddy fasziniert. „Wie macht man so etwas?“
      „Das ist nicht schwer!“ meinte sie. Dann lächelte sie süffisant. „Nach der Pfeil-und-Bogen-Aktion kannst du aber selber rausfinden, wie das geht!“
      Eddy sah sie verblüfft an und warf demoralisiert die Arme in die Luft. „Hey! Da macht man mal etwas richtig gut, und das ist die Belohnung dafür!“
      Jake konnte sich ein leicht gehässiges Grinsen nicht verkneifen.
      „Das ist der gerechte Ausgleich“, behauptete Futura. „Gönn’ es ihr einfach!“
      Eddy ließ sich ein leichtes Schmollen vernehmen. „Okay!“ Er warf seiner Freundin einen abschätzenden Blick zu. „Aber wenn ich dir erfolgreich das Bogenschießen beigebracht habe, zeigst du mir, wie das geht!“
      Tasha lachte. „Oh, dann erst? Das ist in Ordnung!“ Auf seinen perplexen Gesichtsausdruck hin setzte sie verhalten nach: „Jetzt setzt du mich aber nicht doch unter Druck, damit ich es lerne, oder…?“
      Eddy konnte nicht mehr anders, als fasziniert zu lächeln. „Blödsinn!“ Dann fragte er vorsichtig, bittend: „Zeigst du’s mir doch schon vorher…?“
      „Mal sehen“, meinte Tasha unverbindlich. „Vielleicht schenke ich dir mal eins. Mit einem Muster lernt man es eigentlich sehr schnell. Mir ging es jedenfalls so.“
      „Hey, solche Geschenke nehme ich auch gerne!“ lachte Jake.
      „Okay…“ sinnierte Tasha. „Ich werde es mir merken. Dann bekommst du zu Weihnachten ein Hemd von mir geschenkt!“
      Jake stutzte, als er überlegte, ob sie ihn gerade elegant über den Tisch zog, und der Rest der Truppe brach in Lachen aus.
      „Wie wäre es, wenn wir etwas trinken gehen?“ regte Futura an.
      Die anderen stimmten sofort zu.
      „Ich spendiere!“ meinte Tasha.


„Okay! Ich kam immer noch nicht darüber hinweg! Aber zumindest hatte sich der Schock ein bißchen gelegt, als wir auf den Metstand zugingen. Davon zu sprechen, daß ich beeindruckt war, war jedenfalls untertrieben, und damit meine ich ausnahmsweise nicht Tashas Origami-Demonstration! Es tut mir ja fast schon leid für sie, aber Eddys Darbietung am Bogenschießstand war für mich heute nicht zu übernieten. Himmel, 10 Volltreffer! Ich weiß nicht, wie es den anderen ging, aber ich hing an dieser Szene fest…“


Das Pärchen vom Metstand lächelte der Gruppe fröhlich entgegen.
      „Na, was können wir euch gutes tun?“ fragte der Mann.
      Sie schafften es tatsächlich, alle verschiedene Metsorten zu bestellen – nur Tracy mußte Abstriche machen, da es keinen Bananenmet gab.
      Tasha reichte ihm den gefalteten Geldschein und proklamierte mit einem theatralischen Seufzen: „Ich gebe für euch mein letztes Hemd!“
      „Oh, wow!“ Er drehte sich zu seiner Frau um. „Schau dir das mal an!“
      „Oh, laß den mal so, laß den mal so!“ rief sie gleich.
      Das Team lächelte. So machte es gleich noch einmal extra Spaß, einen Tag auf dem Mittelaltermarkt zu verbringen.
      Der Wirt kümmerte sich derweil um ihre Bestellung, während seine Frau noch fasziniert versuchte, die Falttechnik zu ergründen und dabei fast vergaß, das Wechselgeld herauszugeben.
      Kurz darauf setzten sich die fünf gemütlich an einem der Tische zusammen.
      Jake konnte mittlerweile nicht mehr an sich halten. „Wann hast du Bogenschießen gelernt, Eddy?“
      Eddy maß ihn mit einem leicht abschätzenden Blick. „Och, das ist schon eine ganze Weile her!“
      „Warum hast du nie etwas davon erzählt?“ fragte Jake völlig von der Rolle.
      Eddy schmunzelte süffisant. „Du mußt nicht alles wissen!“


„Ich bin ja selten sprachlos, aber in dem Moment fiel mir nichts mehr ein. Wäre ich nicht so gut drauf gewesen, das wäre ein Grund gewesen, um eingeschnappt zu sein! Aber ich werde noch herausfinden, was für eine Geschichte dahintersteckt! Von einem bin ich jedenfalls überzeugt: Wäre Tasha nicht dabei gewesen, ich wüßte es bis jetzt noch nicht. Aber ich werde es nicht persönlich nehmen! Nein, das werde ich nicht!
      Was Eddys Leistung angeht, kann ich jedenfalls nur sagen, von Respekt und Hochachtung zu sprechen, kommt nicht einmal annähernd der Wahrheit nahe. Und ich muß zugeben, ich schäme mich für meine blöden Kommentare zu Anfang. Anders verdient habe ich es ganz zweifellos sicher nicht.
      Jetzt jedenfalls war der Augenblick verstrichen, wo ich noch mal hätte einhaken können, und so gingen wir zu allgemeiner Unterhaltung über. Zu meinem Seelentrost wollte Tasha Eddy aber immer noch nicht zeigen, wie das Falten von dem Geldscheinhemd ging. Woran genau das lag, konnte ich allenfalls vermuten, auch wenn ich ihr nicht zutraue, so eingeschnappt zu sein wie ich. … Ähem…
      Nach dem Met setzten wir unsere Runde fort, und wurden dabei auf etwas anderes aufmerksam…“


Gerade, als sie zwischen den Ständen ein abschüssiges Stück hinuntergingen, hörten sie im Hintergrund die mitreißenden Klänge von Dudelsack und Trommeln. Es bedurfte nur eines schnellen Blickwechsels - insbesondere Eddy und Tasha grinsten euphorisch - und so korrigierten sie ein wenig die Richtung und beschleunigten den Schritt, um zu dem Konzertplatz zu kommen. Auf einmal tippte Futura Tracy an und zeigte in eine Richtung. Tracy folgte ihrem Fingerzeig und lächelte, als er erkannte, worauf sie hinauswollte: Ein ganzes Stück entfernt stand Jessica an einem Stand.
      Sie wechselten einen schnellen Blick, bevor Futura sagte: „Geht ihr schon mal vor, wir kommen gleich nach!“
      Etwas überrascht bestätigten die drei, und so gingen Eddy, Jake und Tasha allein weiter zur Bühne, während Tracy und Futura auf Jessica zusteuerten.
      Sie brauchten nur noch wenige Meter, bis die Musik sie völlig gefangennahm. Die Band überzeugte mit einer außergewöhnlichen Mischung aus Dudelsack, Trommeln und E-Gitarre, und entführte die Gäste in eine faszinierende schottische Atmosphäre.
      Tasha hatte die Jungs fast vergessen, als sie auf den Platz vor der Bühne kamen, und sich ohne Umschweife eine freie Ecke zum tanzen gesucht.
      Jake und Eddy beobachteten sie fasziniert, und so kam die Band zumindest visuell etwas in’s Hintertreffen.
      Als das Lied endete, ging Eddy zu Tasha herüber. „Gib’ mir mal deine Tasche!“
      Sie sah ihn überrascht an, nahm die Chance aber sofort wahr und drückte sie ihm in die Hand.
      Mit einem leichten Lächeln ging Eddy zu Jake zurück.
      Der sah ihn etwas irritiert an. „Wolltest du irgendwo hin?“
      „Was? Nein, wieso?“
      „Na, es sah grad’ so aus. Wegen der Tasche, ich dachte, du wolltest etwas besorgen…“
      „Nein, sie kann nur ohne Tasche besser tanzen!“ argumentierte Eddy tiefgründig.
      Jake stutzte erstaunt. Er kam nicht umhin, Eddy selbst dafür zu bewundern und verfluchte ein wenig seine eigene Kurzsicht, nichtsdestotrotz fragte er sich aber einen Augenblick, ob Eddy es eher für sie oder für sich getan hatte. Seine These stellte Tasha jedenfalls gerade unter Beweis, und Jake konnte nicht leugnen, daß sie ein absoluter Blickfänger war, in dem orientalischen Kostüm und mit ihren anmutigen Bewegungen, als hätte sie es im Orient gelernt.
      Eddy war leicht hinter Jake stehengeblieben und beobachtete sie so fasziniert, daß er fast nicht bemerkte, wie er sich gegen Jake lehnte, der daraufhin etwas erschrocken zusammenzuckte. „Oh, sorry…“ grinste Eddy verlegen.
      Jake lachte, als er merkte, daß Eddy völlig in Gedanken versunken gewesen war.
      Eddy holte sich gerade so weit in die Gegenwart zurück, um so etwas zu vermeiden, wenngleich sein Blick noch immer in ferne Welten ging, als er ihr verträumt zusah. „Wenn wir hier vor ein paar Jahren gestanden und dieses Mädchen beobachtet hätten, und du mir gesagt hättest, daß dieser Engel einmal mir gehört, hätte ich dich für komplett verrückt erklärt!“ bekannte er voller atemloser Überzeugung.
      Jakes Blick lag während dessen ebenso gedankenvoll auf Tasha. „Ja… Das kann ich sogar verstehen! – Da Futura gerade nicht da ist, beneide ich dich mal ein bißchen, okay?“
      Eddy lachte herzlich. „Das ist genehmigt!“
      Sie beobachteten Tasha noch immer fasziniert, als Tracy, Futura und Jessica dazukamen.
      Etwas irritiert gesellten sie sich zu Jake und Eddy, und Jessica konnte sich nicht helfen anzumerken: „Wo schaut ihr denn hin, die Band ist doch da!“ Sie zeigte in die andere Richtung.
      Futura schmunzelte und deutete an ihr vorbei. „Ja, aber sieh mal da!“
      Sie zeigte in die Blickrichtung der Jungs, und einen Augenblick später verstand Jessica. „Na, das ist ja klar, daß ihr Männer davon beeindruckt seid!“
      „Was soll das denn heißen?“ kommentierte Jake.
      „Seid ihr es etwa nicht?“ entgegnete Jessica überrascht. „Da signalisiert ihr aber etwas anderes!“
      Eddy machte eine legere Geste. „Also, was mich betrifft, hat sie absolut Recht!“ gab er offen zu, während Jake ein wenig Verlegenheit niederkämpfen mußte.
      „Sie ist ja auch eine Augenweide!“ stellte Jake klar. „Ich denke aber, das ist sie generell!“
      Futura gesellte sich schon subtil an Jakes Seite und legte den Arm um ihn, und zu ihrer Beruhigung drückte er sie leicht an sich.
      Tracy, Eddy und Jessica widmeten sich weiter Tashas anmutigen Bewegungen.
      „Sie hat ja eine Energie, das ist beneidenswert!“ bemerkte Jessica, als schon ein paar Lieder vergangen waren, und Tasha noch immer weit von Erschöpfung entfernt war.
      Eddy nickte zustimmend, mit verheißungsvollem Blick, der besagte, daß auch er sie darum beneidete.
      Jessica lehnte sich etwas zu ihm herüber. „Stört es dich eigentlich, daß deine Freundin hier von allen offen bestaunt wird, oder schmeichelt es dir?“
      Eddy hielt kurz nachdenklich inne. „Im Augenblick gestehe ich es den anderen zu. Nachher, wenn wir wieder zusammen sind, genieße ich es!“
      Jessica lachte herzlich. „Weil du dann mit ihr angeben kannst!“
      Eddy konnte etwas Verlegenheitsröte nicht vermeiden. „Ein bißchen vielleicht.“
      Zum Bedauern der Freunde verkündete der Frontmann der Gruppe gerade das letzte Stück, und so genossen sie die letzten Minuten schottischer Klänge.
      Als die letzten Töne verklangen, wandte Tasha sich zu ihren Freunden um und atmete mit beseeltem Lächeln durch, bevor sie zu den anderen zurückging. Sie umfaßte Eddy, fragte aber allgemein in die Runde: „Und was machen wir jetzt?“
      „Ich wäre noch für etwas zu trinken!“ bekannte Jake.
      Tasha sah sich um. „Dann können wir in die Richtung gehen, aus der wir gekommen sind, oder dort drüben habe ich auch etwas gesehen!“ Sie deutete in die entgegengesetzte Richtung.
      „Dann nehmen wir doch die Richtung, die wir noch nicht kennen!“ schlug Futura vor.
      „Dann müssen wir hier entlang!“ Tasha deutete den Weg entlang, der auf dem Rasen etwas abschüssig wieder direkt auf den Rundweg zuführte.
      Die anderen nickten, und so machten sie sich gemeinschaftlich auf den Weg. Eddy genoß bei der Gelegenheit die innige, liebevolle Umarmung mit Tasha – sicher nicht ganz zuletzt, um ein wenig vor den anderen Gästen mit seiner Freundin anzugeben.
      Während sie sich weiter auf dem letzten Stück des Marktes, das sie noch nicht kannten umsahen, machten sie kurz bei der Getränketheke Halt, um etwas zu trinken, und gingen dann langsam den Weg zurück, der sie schließlich zurück zu ihrem Ausgangspunkt führen würde.
      Eddy und Tasha gingen bereits ein Stück voraus. Sie hielten einen gemächlichen Schritt, doch sie schienen in ihrer eigenen Welt versunken, als sie Hand in Hand weitergingen.
      Jake betrachtete es mit einem Schmunzeln, während er darauf wartete, daß die anderen zu ihm aufschlossen, um den beiden schließlich zu folgen.


„Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß dieser Tag einige Überraschungen bereitgehalten hatte. Ich muß zugeben, ich bin wirklich tief beeindruckt, sowohl von Eddy, als auch von Tasha.
      Als wir so zurückgingen, um langsam den Heimweg anzutreten, konnte ich den Blick aber auch aus einem anderen Grund nicht von den beiden lösen, als sie wieder einmal eine Harmonie ausstrahlten, die ihresgleichen sucht. Auch ohne ihre heutigen Glanzleistungen – wenn ich die beiden so zusammen sehe, steht für mich außer Zweifel, daß sie einfach zusammen gehören. Man mag es mir verzeihen, wenn ich die Szene einen Augenblick verträumt beobachte, aber es ist einfach schön, die beiden so verliebt zusammen zu erleben.
      Und am Ende des Tages, kurz bevor wir das Gelände verließen, um uns auf den Weg nach Hause zu machen, hatte ich den Titel für diese Geschichte: »Der Bogenschütze und die Tänzerin«!“
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