Träume von Gestern

KurzgeschichteFantasy, Freundschaft / P18 Slash
Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
25.07.2013
31.03.2015
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Titel: Manchmal sind Alternativen die bessere Wahl

Autorin: Vive La Nuit

Disclaimer: Die Rechte an den Figuren liegen bei J.K. Rowling, mir gehören sie nicht und ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld.

Inhalt: Sirius hatte nie erwartet, Pate zu werden. Und er hatte auch nicht erwartet, ausgerechnet in James‘ Küche herauszufinden, dass ihm etwas Wichtiges in seinem Leben mit Remus fehlt. – Das, was hätte sein können, wäre alles anders gekommen.  



Widmung: Für lilalida. Zum Geburtstag. Das hier ist deine Geschichte :)



-*-


Ich kehre zu meinen Wurzeln zurück … und es fühlt sich gut an, die Marauder und besonders Sirius und Remus wieder bei mir zu haben. Die liebe lida hat sich ein AU gewünscht (daher der Titel), in dem Sirius und Remus einfach glücklich sind – das ist es geworden. Und vielleicht gefällt es euch ja ebenso, wie es ihr gefallen hat.

Ich war mit Wehmut dabei, mit einem Lächeln und mit einem ganz eigenartigen Gefühl, weil ich sie alle ausnahmsweise einmal glücklich machen durfte. Ich hab sie vermisst, meine Marauder.


Viel Spaß euch beim Lesen,

Vive



-*-




Manchmal sind Alternativen die bessere Wahl




Sirius stöhnte unterdrückt auf, als er gegen die Wand geschoben wurde, als ein heißer Mund über seinen herfiel, eine stürmische Zunge zwischen seine Lippen drängte und sich ein vorwitziger Oberschenkel aufreizend gegen seinen Schritt presste. Merlin, er liebte diese Tage kurz vor Vollmond.

Mit einem leichten Grinsen zog er Remus dichter an sich, rieb sich gegen dessen Bein und ließ gleichzeitig die Finger über Remus‘ Seiten tiefer streicheln. Doch er kam nicht weit, da schnappte Remus nach seinen Händen, presste sie gegen die Wand und hielt sie dort fest. Ihr Atem ging schwer, als ihre Blicke aufeinander trafen; das Blau-Grau in Remus‘ Augen war dunkel und so aufgewühlt, wie die See nach einem Sturm.

„Finger weg“, raunte Remus, seine Stimme bebte.

Sirius grinste und hob die Brauen. „Sonst was?“

Er liebte diesen mutwilligen Funken, der jetzt durch Remus‘ Blick jagte, das leise Knurren, das Remus‘ Kehle entschlüpfte, den entschiedenen Griff um seine Handgelenke, der jetzt noch einen Tick fester wurde. Er liebte es, Moony herauszufordern.

„Zeig ich dir dann in zwei Tagen“, knurrte Remus und Sirius lachte leise, schnappte nach Remus‘ Lippen. Spielerisch und neckend, doch auch dieses Mal übernahm Remus die Kontrolle, schob eine Hand in Sirius‘ Nacken und zog ihn zu sich, überfiel ihn erneut mit einem Kuss, der Sirius den Atem raubte.

Fahrige Finger öffneten in fliegender Hast die Knöpfe seines Hemdes, streiften ihm das Stück Stoff von den Schultern, Lippen strichen über seinen Körper, neckten ihn, zerrten an Sirius‘ Geduld. Er stöhnte auf, als er Remus‘ Zähne an einer besonders empfindlichen Stelle spürte, warf alle guten Vorsätze über Bord und zog ungeduldig an Remus‘ Pullover. Er wollte ihn, jetzt sofort, scheiß drauf, was an Vollmond sein würde.

Remus gab ihm nach, jedoch nur solange, bis das störende Stück Stoff verschwunden war, dann wurden Sirius‘ Hände wieder gegen die Wand gedrückt und Remus‘ Lippen pressten sich erneut hungrig und kompromisslos auf seine.

Sirius raunte, drängte sich den Händen entgegen, die jetzt über seinen Körper streichelten. Er konnte überhaupt nicht in Worte fassen, wie sehr es ihn anmachte, wenn Remus so war. Wenn Moonys Einfluss kurz vor Vollmond immer größer wurde und Remus dann seine normale Zurückhaltung fallen ließ, sich einfach nahm, was er wollte.

Gerade machten sich Finger an seinem Reißverschluss zu schaffen, da schrillte ein Laut durchs Zimmer, der Sirius zusammenzucken ließ. Nicht jetzt, verdammt!

„Komm ja nicht auf die Idee, ans Telefon zu gehen“, keuchte er gegen Remus‘ Lippen, der daraufhin leise lachte und aufreizend langsam den Reißverschluss nach unten zog. Seine Augen glitzerten, als er Sirius ansah.

„Ungeduldig?“, raunte er.

„Kann man so sagen“, gab Sirius zurück und zog zischend die Luft ein, als sich Remus‘ Finger unerwartet fest und zielstrebig um seine Erregung schlossen und ihn zu streicheln begannen.

Die Ansage der magischen Gesprächsaufnahme erklang und Sirius wollte das Geräusch gerade ausblenden, als auf einmal James‘ hektische Stimme erklang.

„Sirius! Remus! Wo, bei Merlin, seid ihr?!“

Sirius‘ Finger krallten sich in Remus‘ Arm. „Remus …“, brachte er hervor, doch Remus ignorierte ihn, streichelte ihn unerbittlich weiter, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Sirius keuchte. Er musste … sollte … aufhören … stattdessen stieß er Remus mit einem ergebenen  Stöhnen die Hüften entgegen, als dessen Streicheln fordernder wurde.

„Es ist soweit, bei Lily haben die Wehen eingesetzt!“ James klang immer noch hektisch, völlig aufgelöst, doch Sirius konnte sich auf nichts anderes konzentrieren, als auf Remus‘ Hand und den eindringlichen Blick aus den lustverhangenen Augen.

„Scheiße …“, wimmerte er, zog Remus an sich und presste seinen Mund auf Remus‘, stieß sich den schmalen Fingern entgegen und dem Daumen, der über seine Spitze strich.

„Was auch immer ihr beiden treibt – und NEIN! ich will es nicht wissen! – bewegt euch so schnell wie möglich ins Krankenhaus, ich habe …“

Sirius blendete alles aus, als die Hitze immer unerträglicher wurde. Sie küssten sich nicht mehr, ihre Lippen lagen nur noch Halt suchend aufeinander, Sirius hörte Remus‘ Atem ebenso unregelmäßig und abgehackt gehen wie seinen. Ein letztes, forderndes Streicheln, dann war es vorbei. Mit einem heiseren Stöhnen kam Sirius über Remus‘ Hand, sein Körper zuckte Remus‘ unerbittlichen Berührungen entgegen, solange, bis Sirius sich völlig kraftlos gegen Remus sinken ließ und die weichen Lippen spürte, die zärtlich und beruhigend über seine Stirn strichen.

Als sich sein Herzschlag wieder beruhigt hatte, musste Sirius schließlich leise lachen und er spürte, wie Remus grinste.

„Du bist unmöglich“, murmelte Sirius, hob den Kopf und fing Remus‘ Lippen ein, sanfter dieses Mal. Als sie sich wieder voneinander gelöst hatten, traf er auf Remus‘ funkelnden Blick und das amüsierte Schmunzeln.

„Ich meine mich zu erinnern, dass du es warst, der sagte, ich soll mich nicht gegen Moony wehren.“

Sirius lächelte. „Stimmt.“ Er küsste Remus erneut, ihr Kuss war so langsam und sinnlich, dass er Sirius die nächste Gänsehaut über den Rücken jagte und er fühlte unter seinen Fingerspitzen, dass es Remus nicht anders ging.

„Ich schätze, wir sollten uns auf den Weg ins Krankenhaus machen, sonst bringt James uns um“, stellte Remus schließlich trocken fest.

Sirius lachte, während er sich wieder anzog, griff aber noch mal nach Remus und zog ihn an sich, küsste ihn ein weiteres Mal spielerisch und ungestüm. „Ich dachte, ich kümmere mich erst noch um ein gewisses … Problem?“, neckte er und streichelte über die deutliche Ausbuchtung von Remus‘ Hose.

Er sah, wie Remus‘ Augenlider flatternd zufielen, wie er stockend einatmete, fühlte, wie Remus seinen Fingern für einen winzigen Moment entgegen zuckte, doch dann entzog er sich Sirius.

„Sirius, dein bester Freund wird gerade Vater“, mahnte er, lächelte jedoch dabei.

Sirius hob die Brauen. „Wehen dauern lange“, grinste er und grinste noch mehr, als Remus ihm daraufhin vorwurfsvoll gegen den Hinterkopf schlug.



~*~



Als sie im St. Mungos endlich die richtige Station gefunden hatten, stürzte ihnen James auch schon entgegen. So konfus, wie Sirius ihn selten gesehen hatte.

„Da seid ihr ja endlich!“, brach es aus ihm heraus, er griff nach Sirius‘ Arm, zerrte ihn mit sich und forderte Remus mit einem ungeduldigen Blick ebenso auf, ihm zu folgen. „Warum habt ihr denn so lange gebraucht!“

Sirius grinste. „Das gehört zu den Dingen, die du nicht wissen willst.“

James verzog das Gesicht, blieb aber zunächst wortlos vor der Tür zum Kreissaal stehen, starrte sie einen Moment lang hilflos an, bevor er sich wieder zu Sirius und Remus umdrehte und sie vorwurfsvoll anschaute. „Ich werde Vater und ihr habt nichts Besseres zu tun, als …“, er wedelte mit der Hand.

Lachend griff Sirius nach Remus und zog ihn dichter zu sich. „Sei doch froh, sonst wären wir vermutlich hier übereinander hergefallen. In irgendeiner Besenkammer.“

Remus neben ihm verdrehte die Augen. „Sirius …“, seufzte er, doch das belustigte Funkeln in seinen Augen entging Sirius nicht und er zog ihn noch ein Stück näher, drückte ihm einen sanften Kuss auf die Schläfe.

Es war unter anderem diese Mischung aus Schalk und Zurückhaltung, die Remus ausmachte, der Sirius völlig verfallen war. Seit er Remus kannte, im Grunde genommen. Er hatte nur Jahre gebraucht, um zu verstehen, was es bedeutete.

„Lass mich ihn ärgern, das lenkt ihn ab“, schmunzelte Sirius und jetzt war es an James, mit den Augen zu rollen.

„Es wird schon alles gut werden“, fügte Remus beruhigend hinzu, während sie sich auf den Stühlen niederließen, die hier bereit standen. „Lily ist nicht die erste Frau, die ein Kind bekommt, hm?“

„Aber sie ist die erste, die mein Kind bekommt!“ James fuhr sich durch die Haare, seine Blicke huschten immer wieder unruhig zwischen seinen beiden Freunden und der blauen Tür hin und her.

Remus seufzte. „Ich geh uns einen Kaffee besorgen“, murmelte er, strich noch einmal über Sirius‘ Hand und machte sich auf den Weg.

„Jam, setz dich hin“, forderte Sirius, als es ihm nach einigen Augenblicken zu bunt wurde, James dabei zuzuschauen, wie er nervös auf und ab tigerte.

Die einzige Reaktion war ein Schnauben. Kurz entschlossen stand Sirius also auf, griff nach James‘ Arm und drückte ihn auf den nächsten Stuhl.

„Es hilft Lily nicht, wenn du dich halb wahnsinnig machst“, stellte er fest.

James warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. „Dich möchte ich mal sehen …“, murmelte er, strich sich erneut durch die Haare und hinterließ dadurch noch mehr Chaos auf seinem Kopf.

Sirius grinste. „Vielleicht solltest du noch mal einen Spiegel aufsuchen. Sonst kriegt dein Kleiner einen Schreikrampf, wenn er dieses Vogelnest auf deinem Kopf sieht.“

Einen Moment dauerte es, doch dann zuckte ein Lächeln um James‘ Mundwinkel und er schüttele unwillig amüsiert den Kopf. „Wenn mein Kleiner auch nur halbwegs nach mir kommt, wird er das gleiche Vogelnest auf dem Kopf haben.“

„Armer Kerl.“

James knuffte Sirius gegen die Schulter, doch er lachte, und damit war Sirius schon zufrieden. Hauptsache, er hatte nicht mehr dieses konfuse Etwas neben sich sitzen, das nur rein äußerlich noch Ähnlichkeit mit James hatte.

In diesem Moment kam Remus um die Ecke, reichte James und Sirius je einen Becher Kaffee und ließ sich dann neben Sirius auf den dritten Stuhl sinken.

Und dann warteten sie. Solange, bis James erneut damit begann, unruhig auf und ab zu laufen und dieses Mal hielt Sirius ihn nicht davon ab. Er hatte keine Ahnung von Geburten außer, dass sie lange dauern konnten. Aber so lang?

Als endlich eine Schwester aus der Tür zum Kreissaal kam, stürzte James sofort auf sie zu.

„Ist mit meiner Frau alles in Ordnung?“

Die junge Hexe lächelte. „Alles ist hervorragend verlaufen, Mr. Potter. Sie haben einen Jungen, gesund und munter, schreit jetzt schon wie ein Weltmeister. Sie werden Ihre helle Freude an ihm haben.“

In diesem Moment schien alle Anspannung von James abzufallen und das glücksselige Grinsen, das sich auf seinem Gesicht ausbreitete sorgte dafür, dass Sirius leise lachte.

„Kann ich sie sehen?“

Die Schwester nickte, hielt James die Tür auf und der verschwand dahinter, ohne seine beiden Freunde auch nur noch eines Blickes zu würdigen.

Sirius schmunzelte und zog Remus an sich, auf dessen Lippen ebenfalls ein Lächeln lag.

„Ich schätze, wir sind abgemeldet“, stellte Sirius trocken fest. „Und dafür haben wir dein … Problem vernachlässigt, also ehrlich …“

Remus lachte. „Benimm dich …“, warnte er und schob Sirius‘ Finger weg, als die sich unter seinen Pullover mogelten.

„Spielverderber …“, grummelte Sirius, doch er lächelte dabei. „Meinst du, wir werden hier noch gebraucht?“

Wieder das leise Lachen. „Oh ja, das glaube ich schon.“

Sirius zog sich ein Stück zurück und sah Remus misstrauisch an, dessen helle Augen vergnügt funkelten. „Was weißt du, das ich nicht weiß?“

Remus biss sich auf die Lippen, um sein Grinsen zu unterdrücken. „Sag ich nicht.“

„Remus …“, Sirius quengelte, wusste er selbst, doch er konnte es nicht leiden, wenn es da ein Geheimnis gab, das er nicht kannte.

Doch Remus grinste nur weiterhin still vor sich hin, ließ sich weder durch leise Schmeicheleien, sanfte Küsse oder – am Ende – neckendes Kitzeln überreden, bis Sirius irgendwann frustriert aufgab.

„Hartherzig bist du, nur damit du es weißt …“, maulte er.

Remus zog ihn an sich und küsste ihn sanft auf die Lippen, zwinkerte ihm zu. „Du erfährst es doch jetzt“, sagte er und deutete mit einem Kopfnicken an Sirius vorbei. Sirius drehte sich um und erkannte die Schwester von eben wieder, die sie freundlich anlächelte.

„Mr. Black, Mr. Lupin, Sie können jetzt reinkommen.“

Sirius runzelte die Stirn, wurde aber nachdrücklich von Remus nach vorne geschoben, bevor er noch eine Frage stellen konnte. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie auf James warten und ihn dann mit nach Hause nehmen würden.

„Was genau machen wir hier?“, murmelte er Remus zu, während die Hexe sie durch ein paar Gänge führte.

„Jetzt sei doch nicht so furchtbar ungeduldig!“, entgegnete Remus.

Sirius setzte an, noch etwas zu fragen, doch da hatten sie offenbar Lilys Zimmer erreicht, denn die Schwester schob sie mit einem „Da sind wir …“ energisch durch eine Tür.

Sirius stolperte hinter Remus über die Schwelle und als er den Kopf hob, war das erste, was er sah, ein riesiges Bett. Das zweite war Lily, die ganz erschöpft, blass und fast verloren aussah zwischen den unzähligen Kissen und Decken, und dennoch förmlich zu leuchten schien vor Glück. Und das dritte war James, der neben dem Bett stand, das seligste Lächeln auf den Lippen, das Sirius je an seinem besten Freund gesehen hatte, und der einen winziges Bisschen Mensch in den Armen hielt.

Remus ging zu Lily hinüber, nahm sie in den Arm, drückte ihr einen Kuss auf die Wange und Sirius hörte ihn „Alles Gute“ murmeln, bevor er um das Bett herum zu James ging. Sirius tat es Remus nach, schaute Lily allerdings fragend an, als sie leise lachte.

„Wenn ich geahnt hätte, dass es nur ein kleines Baby braucht, um Sirius Black nervös zu machen, hätte ich das schon früher probiert“, neckte sie ihn zwinkernd und Sirus schnaubte.

Nervös, er. Ts.

Entschlossen ging er zu James hinüber, der ihn anlächelte – beruhigend, wie Sirius argwöhnte – und vorsichtig das weiche Tuch zurückschlug. Zum Vorschein kam ein noch ziemlich zerknautschtes kleines Gesichtchen, umgeben von rabenschwarzem Flaum, und mit einer winzigen Stubsnase. Der Kleine schien tief und fest zu schlafen.

„Harry haben wir ihn genannt“, sagte James leise und als Sirius den Kopf hob und ihn ansah, grinste er. „Willst du ihn mal halten?“

Sirius machte einen erschrockenen Schritt zurück, stieß allerdings gegen Remus, der ihn sanft, aber bestimmt von noch weiterem Zurückweichen abhielt.

„Ich glaube, das ist keine gute Idee“, wehrte Sirius trotzdem ab. Kinder waren ihm suspekt, schon immer gewesen. Sie waren klein und wehrlos und Sirius befürchtete immer, irgendwas kaputt zu machen. Insofern – ja, wenn er ehrlich war, hatte Lily wohl Recht, wenn sie behauptete, Kinder machten ihn nervös.

James lachte leise. „Komm schon, jetzt stell dich nicht so an. Er beißt nicht.“

Zögernd ließ Sirius zu, dass James ihm das kleine Bündel in die Arme legte. Er fühlte sich mehr als nur unwohl.

„Du musst seinen Kopf halten“, erklärte James im gleichen Moment, in dem Remus nach Sirius‘ Hand griff und sie sanft unter den winzigen Schopf schob. Woher wusste Remus eigentlich, wie diese Dinge funktionierten?

Als Sirius sich nach einigen Sekunden an das Gefühl gewöhnt hatte und Harry auch nicht aufgewacht war und angefangen hatte, zu schreien – was Sirius insgeheim befürchtet hatte – entspannte er sich etwas. Vorsichtig, um Harry nicht zu wecken, streichelte er über die rosige Haut. Es war alles da, inklusive der winzigen Finger, die zu ebenso winzigen Fäusten geballt neben Harrys Gesicht lagen. Sirius war fasziniert, anders konnte man es kaum nennen.

„Wir haben uns da was überlegt“, schob sich Lilys Stimme in seine Gedanken. Sirius blickte auf und schaute sie fragend an.

„Was denn?“

„Harry braucht einen Paten“, fuhr James fort. „Wir möchten, dass du das wirst.“

Für einen Moment glaubte Sirius, sich verhört zu haben. James und Lily wollten ihn zu Harrys Paten machen? Sein Blick huschte zu Remus, der aber nur mit einem sanften Lächeln die Schultern hob und ihm zunickte. Und Sirius wurde klar, dass Remus gewusst haben musste, was James und Lily vorhatten. Er schaute zu James zurück, dann zu Lily, wieder zu James.

„Das ist euer Ernst?“, fragte er, seine Stimme klang seltsam tonlos. „Ausgerechnet … ich?“

Der unbekümmerte Unruhestifter, der viel zu oft viel zu wenig nachdachte, der halbe Slytherin, der … Black? Das waren die Gedanken, die ihm außerdem durch den Kopf schossen und er war sich sicher, dass sowohl James, als auch Remus sie von seinem Gesicht ablesen konnten. Die Zeiten, in denen er ihnen etwas hatte vormachen können, waren schon längst vorbei.

„Niemand anderes, außer du“, erklärte James nachdrücklich und Lily nickte.

Sirius senkte den Kopf, betrachtete den schlafenden Knirps in seinen Armen. Das Gefühl, mitverantwortlich für ihn zu sein, es im schlimmsten Fall sogar ganz zu sein, jagte ihm eine Heidenangst ein. Wie sollte er denn je wissen, welche Entscheidungen die richtigen waren?

Er zuckte zusammen, als er eine Hand spürte, die sich auf sein Kreuz legte und zärtlich über seinen Rücken zu streicheln begann. Remus. Es beruhigte ihn.

In diesem Momente wurde Harry wach, regte sich in Sirius‘ Armen, gähnte, und nur Sekunden später traf Sirius auf den Blick aus großen, blauen Augen. Neugierig war dieser Blick, fast schon keck, obwohl Sirius vermutete, dass er sich das nur einbildete.

Dann gluckste Harry fröhlich, streckte eine Hand nach Sirius aus und ab diesem Moment war Sirius verloren. Was er James und Lily für eine Antwort geben würde, daran gab es plötzlich keinen Zweifel mehr.



*

drei Jahre später …




„Sirius, das kann nicht dein Ernst sein!“

Remus klang noch immer empört, doch Sirius grinste nur. Es hatte schon einen Grund gehabt, warum er Remus nicht schon früher von dem Geschenk erzählt hatte, das er für Harry gekauft hatte.

„Du kannst Harry doch keinen Besen schenken! Er ist drei Jahre alt!“

Sirius winkte ab, während er eine Schleife aus Geschenkband um das längliche Paket herum zauberte. „Ich hab auch mit drei Jahren meinen ersten Besen bekommen.“

„Ja, und dir damit fast den Hals gebrochen!“

Sirius rollte die Augen. Dass Andromeda aber auch immer alles verraten musste. Seufzend legte er seinen Zauberstab weg, ging zu Remus hinüber und zog ihn an sich. Remus ließ es nur widerwillig geschehen und er drehte den Kopf weg, als Sirius ihn küssen wollte.

„Moony, nun schau mal …“

„Komm mir nicht mit Moony!“, unterbrach Remus ihn knurrend.

„Was ist, wenn ich dir verspreche, dass ich Harry nie alleine fliegen lassen werde?“

„Das ändert nichts daran, dass Harry zu klein ist für eure lebensgefährliche Herumfliegerei! Lily verflucht dich von hier bis nach Hogwarts, wenn sie davon erfährt!“

Sirius verkniff sich das Lächeln, als Remus nur Lily erwähnte, aber nicht James. Natürlich nicht James, denn der wäre vermutlich der erste, der sich mit Feuereifer darauf stürzen würde, Harry das Fliegen beizubringen. Sirius vermutete ohnehin, dass Harry bisher nur deshalb keinen Besen hatte, weil James sich nicht mit Lily anlegen wollte. Nun, dafür war Sirius Patenonkel, oder? Er durfte das.

Und Remus – Remus hatte seine Abneigung gegenüber dem Fliegen nie abgelegt. Kein Wunder, dass er wenig begeistert war.

„Remus … ich werde auf ihn aufpassen, okay? Und ich bin sicher, Jam ganz genauso“, er fuhr mit der Nase sanft Remus' Wange entlang und spürte, wie Remus in seinen Armen nachzugeben begann. „Glaubst du ernsthaft, ich würde zulassen, dass dem Zwerg etwas passiert?“

Remus hob den Blick. Seine Augen waren sturmgrau, wie immer, wenn er aufgewühlt war. „Nein“, gab er widerwillig zu.

Sirius lächelte, beugte sich nach vorne und hauchte einen Kuss auf Remus‘ Lippen. „Siehst du“, erwiderte er. „Außerdem bist du ja auch noch da.“

Remus hob eine Braue. „Warum muss eigentlich immer ich die letzte Instanz der Vernunft sein?“, wollte er wissen und Sirius wusste, dass er gewonnen hatte.

„Marauder-Regel“, wisperte er und dann küsste er Remus richtig, schob eine Hand in Remus‘ Nacken und genoss die Nachgiebigkeit, mit der sich Remus gegen ihn und in ihren Kuss fallen ließ. Am liebsten hätte er weitergemacht, Remus Richtung Sofa gedrängt, ihn darauf niedergedrückt und ihn dann ganz langsam in den Wahnsinn getrieben. Weil er Remus ganz genau dafür liebte, einfach Remus zu sein. Sein zurückhaltender und trotzdem so eigensinniger Remus, der vernünftig und besonnen war, wenn Sirius es nicht war, und der Sirius trotz allem nicht anders haben wollte.

Allerdings hatten sie dafür eigentlich keine Zeit, also zog Sirius sich irgendwann schweren Herzen zurück.

„Wir sollten uns auf den Weg machen, oder?“, fragte Remus. Seine Stimme klang rau und jagte Sirius einen Schauer über den Rücken.

„Ja“, raunte Sirius zurück, doch statt sich wirklich von Remus zu lösen, küsste er ihn wieder. Drängender dieses Mal, hungriger suchte er Remus’ Zunge mit seiner. Doch jetzt war es Remus, der sich mit einem leisen Keuchen von Sirius losmachte.

„Instanz der Vernunft, weiß du noch?“, fragte er, die Stimme kurz davor zu kippen und die Augen ganz dunkel.

Bei Merlin, warum mussten James und Lily auch ausgerechnet heute Hochzeitstag haben?! Sirius fluchte leise, nickte aber widerwillig.

Eine knappe viertel Stunde später standen sie vor James‘ und Lilys Tür und weitere zehn Minute später waren die beiden unter einem Schwall guter Ratschläge (von James) und Ermahnungen (von Lily) verschwunden.

„Also wirklich“, meinte Sirius, als endlich Ruhe eingekehrt war. „Man könnte meinen, wir hätten noch nie auf Harry aufgepasst.“

Remus schmunzelte. „Es ist das erste Mal, dass sie den ganzen Tag gemeinsam weg sind und Harry alleine lassen. Sei nicht so.“ Er griff nach Sirius‘ Hand, als der leise schnaubte und zog ihn hinter sich her ins Wohnzimmer. Harry saß auf einer Decke, spielte mit seinen kleinen Drachenfiguren und schaute auf, als sie herein kamen.

„Onkel Sirius, Onkel Remus!“, quietschte er, rappelte sich auf und kam auf sie zugestürmt, sodass Sirius in die Knie ging, Harry auffing, ihn hochhob und lachend herumwirbelte, bis Harry jauchzte vor Vergnügen.

Jedes Mal aufs Neue ging Sirius das Herz auf. Niemals hatte er erwartet, dass der kleine Zwerg einen so großen Platz in seinem Herz einnehmen würde, doch er hatte sich getäuscht. Harry hatte ihn mühelos um seine kleinen Finger gewickelt und wenn Sirius ehrlich war, hatte Harry dafür gerade mal ein paar Tage alt werden müssen.

„Noch mal!“, krähte Harry jetzt, als Sirius ihn auf seiner Hüfte absetzt.

Sirius grinste belustigt. „Fliegst du gerne durch die Luft?“

Er bemerkte flüchtig, wie Remus neben ihm die Augen verdrehte, doch er beachtete ihn gar nicht, beobachtete stattdessen, wie Harry eifrig nickte.

„Papa wirft mich auch immer hoch und fängt mich wieder.“

„Und ich bin sicher, Lily ist begeistert davon …“, murmelte Remus, jedoch so leise, dass Harry ihn nicht hörte. Sirius jedoch entging der sarkastische Tonfall nicht und er schaute Remus belustigt an.

„Nun sei halt nicht so …“, raunte er und stieß Remus neckend in die Seite, erntete dafür aber nur eine gehobene Braue.

Sirius räusperte sich, um sich das Lachen zu verkneifen, dann schaute er Harry wieder an. „Was hältst du davon, wenn ich dir heute was schenke?“, fragte er dann und setzte das beste Marauder-Grinsen auf, zu dem er imstande war.

Harrys Augen – mittlerweile so grün und mit ebenso dichten Wimpern, wie Lilys – wurden groß. „Aber ich hab doch gar nicht Geburtstag!“

„Hmmm …“, machte Sirius und tat so, als müsste er nachdenken, dann zwinkerte er Harry zu. „Ich bin dein Patenonkel, ich kann dir immer was schenken.“

Einen Moment dauerte es noch, dann fing Harry an zu strahlen. „Wo ist es denn?“, quietschte er aufgeregt. „Ich will es haben, bitte, bitte, bitte!“

Sirius lachte, setzte Harry ab und gab ihm einen liebevollen Schubser. „Ab in den Garten, dann bekommst du es.“

Harry jubelte und flitzte nach draußen.

„Du verziehst ihn vollkommen“, stellte Remus trocken fest.

„Und es macht mir auch noch Spaß …“, grinste Sirius, griff nach Remus‘ Hand und drückte ihm einen liebevollen Kuss auf die Lippen, grinste noch mehr, als Remus lediglich resigniert seufzte.

Im Garten zappelte Harry bereits ungeduldig herum und hüpfte aufgeregt auf und ab, als Sirius das Päckchen aus der Tasche holte, das er vorhin geschrumpft hatte und jetzt wieder in seine normale Größe verwandelte. Als es dann allerdings vor Harry im Gras lag, war der Zwerg schon fast wieder scheu.

„Na los, mach es auf“, ermunterte Sirius ihn, und als hätte Harry nur auf die Erlaubnis gewartet, begann er, neugierig an dem Papier zu zerren.

Als er damit fertig war, es auszupacken, kniete Sirius sich neben ihn und half ihm mit dem Karton, bis Harry schließen einen kleinen, genau für seine Größe passenden Besen in den Händen hielt.

„Oooohhh …“, machte Harry ehrfürchtig und wieder spürte Sirius sein Herz vor Liebe für den Knirps beinah überquellen. „Das ist ja ein Besen, wie Papa ihn auch hat!“

„Ganz genau. Nur in klein, damit du auch auf ihm fliegen kannst“, bestätigte Sirius und streichelte Harry durch die rabenschwarzen Haare, die das gleiche Chaos waren, wie bei seinem Vater. Harry sah zu ihm auf, seine Augen leuchteten.

„Darf ich?“, fragte er.

Sirius nickte lächelnd, hielt den Besen fest und half Harry, sich darauf zu setzen.

„Du musst den Stiehl zwischen deine Beine klemmen … genau so, gut … und hier vorne hältst du dich fest, beide Hände nebeneinander … sehr gut.“ Mit einem Stolz, den er nicht ganz verbergen konnte, beobachtete er, wie eifrig Harry umzusetzen versuchte, was Sirius ihm sagte und wie geschickt er sich dabei anstellte.

Als Sirius den Kopf hob, traf er auf Remus‘ Blick.  Remus schaute ihnen zu, in den Augen einen so sanften Ausdruck und ein solch liebevolles Lächeln auf dem Gesicht, dass es Sirius ganz warm wurde und er automatisch zurücklächelte. Für einen winzigen Augenblick hatte Sirius das Gefühl, es gäbe nur sie beide in diesem Garten, wie immer, wenn Remus ihn auf diese Art ansah, doch dann wurde Harry neben ihm ungeduldig. Also widmete Sirius seine Aufmerksamkeit wieder seinem Patenkind und sah ihn jetzt streng an.

„Du hältst dich gut fest, versprochen? Egal was passiert, du lässt den Besen nicht los“, forderte er eindringlich.

Harry nickte. „Versprochen, Onkel Sirius.“

Sirius strich Harry noch einmal durch die Haare, dann stand er auf und zückte seinen Zauberstab. Vorsichtig begann er damit, den Besen schweben zu lassen, langsam, damit Harry sich daran gewöhnen konnte. Und tatsächlich machte Harry im ersten Moment ein erschrockenes Gesicht und klammerte sich fester an den Besen, je länger es aber dauerte, desto mehr strahlte er.

„Höher!“, jauchzte er schließlich. Sirius lachte und tat ihm den Gefallen, auch wenn er sorgsam darauf achtete, dass es nicht zu hoch wurde. Erst, als er das Gefühl hatte, Harry hatte sich wirklich an das Gefühl zu fliegen gewöhnt, ließ er den Besen ein bisschen schneller fliegen, in Kurven und Drehungen, bis Harry gar nicht mehr aufhörte zu lachen. Schließlich hatte der Zwerg wieder festen Boden unter den Füßen, den Besen loslassen wollte er allerdings nicht und er bettelte förmlich um eine nächste Runde.

„Nachher, Maus, versprochen“, zwinkerte Sirius. „Pause zwischendrin muss sein.“

Harry schmollte, allerdings nur kurz, dann griff er nach Sirius Hand und zerrte ihn hinter sich her ins Wohnzimmer, wo er ihm begeistert sein kleines Hogwarts-Model mit all den dazugehörigen Figuren zeigte.

„Onkel Remus, du musst den Drachen spielen!“, forderte Harry und zeigte auf den Stoffdrachen, der auf dem Sofa lag. „Und wir müssen Hogwarts gegen dich verteidigen.“

Sirius verkniff sich das Lachen, als sein und Remus‘ Blick sich trafen, doch sie fügten sich bereitwillig. Solange, bis Harry nach dem Mittagessen so sehr in seine eigene Fantasiewelt vertieft war, dass sie sich unauffällig zurückziehen konnten.

Mit einem Ächzen folgte Sirius Remus in die Küche. Remus stand an der Spüle und wusch das Geschirr und Sirius trat mit einem Kopfschütteln hinter ihn.

„Warum zauberst du eigentlich nicht, das ginge viel schneller“, fragte er, während er die Arme um Remus schlang und das Kinn auf dessen Schulter abstützte.

„Ich mag das“, erwiderte Remus. „Weißt du doch …“

Ja, wusste Sirius. Remus war der einzige Mensch, den er kannte, der gerne spülte. Der dabei jedes Mal so aussah, als würde er tiefste Ruhe empfinden. Es war eine weitere Eigenart, die Remus zu seinem Remus machte.

Er schloss die Arme noch ein wenig fester um ihn, strich mit den Lippen sacht über Remus‘ Hals und spürte, wie Remus erschauerte und den Kopf bereitwillig zur Seite bog. Und plötzlich klopfte Sirius‘ Herz viel zu schnell.

„Ich liebe dich …“, murmelte er, küsste erneut die weiche Haut, über die sich daraufhin eine feine Gänsehaut zog. Meistens half es, wenn Sirius es aussprach. Dann wurde sein Herzschlag wieder regelmäßiger, als hätte er nur einem heftigen Drang nachgeben müssen. Heute war es anders.

„Wenn wir verheiratet sind, möchte ich, dass zu uns beiden auch so ein kleiner Knirps gehört“, raunte er, so schnell, dass er gar nicht erst darüber nachdenken konnte. „Einen kleinen Knirps, den ich verziehen kann und der Papa zu dir sagt.“

Er spürte, wie Remus in seinen Armen erstarrte, und noch immer schlug Sirius das Herz bis zum Hals. Das hier war nicht geplant. Kein Stück. Er hatte keine schönen Worte, er hatte keine Ringe, er hatte noch nicht mal eine Ahnung, was er jetzt tun sollte. Er wusste nur, dass er das wollte, dass es sich richtig anfühlte.

Remus drehte sich in seinen Armen zu ihm um, seine Augen waren geweitet, das sonst so helle Blau-Grau darin wie dunkle Gewitterwolken und ebenso aufgewühlt.

„Was?“, wisperte er, sein Blick huschte aufgeschreckt und nervös zwischen Sirius‘ Augen hin und her.

„Wir müssen uns nur überlegen, was er dann zu mir sagt. Pa vielleicht. Oder Paps“, plapperte Sirius weiter. Noch nie in seinem Leben war er so nervös gewesen. Wo bitte war das auf einmal hergekommen, wie war er auf diese verfluchte Idee gekommen? Und wieso fühlte sie sich wie genau das an, was er tun sollte?

Remus öffnete den Mund, schloss ihn wieder, dann schluckte er. „Hast du gerade … ich … willst du …“, er brach ab, schüttelte den Kopf, als müsste er sich sammeln, dann versuchte er es erneut. „War das gerade … ein Antrag?“

Remus‘ Stimme war ein einziges tonloses Krächzen.

Sirius nickte hastig, seine Kehle fühlte sich an wie zugeschnürt. Und wenn Remus … wenn er nun Nein sagte?

Remus starrte ihn an. Ungläubig, fassungslos. „Kannst du das … kannst du mich nochmal fragen?“ Es klang so, als traute Remus seinen Ohren immer noch nicht.

Sirius hob die Hand, krampfte kurz die Finger zusammen, als er merkte, dass sie zitterten, und legte sie schließlich an Remus‘ Wange, fuhr sanft in die dunkelblonden Haare, die schon mit vereinzelten grauen Strähnen durchzogen waren.

„Heirate mich“, flüsterte er.

Für Sekunden ging der Unglaube nicht weg, blieb in Remus sturmgrauen Augen haften wie etwas Klebriges, das sich nicht abschütteln ließ. Doch als Sirius seinen Blick unverwandt erwiderte, löste es sich auf, machte einem Strahlen Platz, wie Sirius es noch nie gesehen hatte. Überschwänglich schlang Remus die Arme um Sirius‘ Hals, er lachte auf, so glücklich, dass es Sirius eine Gänsehaut über den ganzen Körper jagte, raunte ein „Ja! Ja, ja, ja!“, in Sirius‘ Ohr und dann lagen Remus‘ Lippen auf seinen. Ungestüm, drängend, liebevoll, alles auf einmal. Und während Sirius den Kuss mit der gleichen Heftigkeit erwiderte und Remus fest in seine Arme zog, war da nichts anderes mehr als das Gefühl, in erleichterter Glückseligkeit förmlich zu ertrinken.