Ein Jahr im Leben der Khaleesi

von baronesse
DrabbleRomanze, Fantasy / P16
Daenerys "Dany" Targaryen Khal Drogo Viserys Targaryen
24.07.2013
30.10.2015
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Beitrag zum Täglichen Gedrabble
Diese Sammlung wird sich um Daenerys Stormborn und ihre Zeit als Khaleesi an der Seite von Khal Drogo drehen. Da ich nicht sicher bin, ob die Zeitrechnung in Westeros/Essos mit der unseren übereinstimmt, sind die Daten lediglich als Übersicht und Verbindung zum Projekt gemeint. Am Anfang der Sammlung ist Danys Hochzeit mit Khal Drogo erst vor kurzem geschehen.


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2. Juli
Schneeweiß
Der Wind fuhr in ihre Haare und brachte die Strähnen zum Tanzen. Hell wie die Sonne hoben sie sich von dem Braun der Erde ab. Nur ihre Stute war noch heller.
Schneeweiß, hatte der Ritter aus Westeros es genannt.
Schnee, das war für Dany ein unbekanntes Konzept. Sie würde es erst noch lernen müssen, wenn sie in ihre Heimat zurückkehrte und herrschen wollte.
Was Schnee war, wie er war, außer weiß. Jorah hatte gesagt, er war gar nicht immer weiß. Manchmal war er grau, grauer Matsch, und manchmal schimmerte er blau oder durchsichtig wie Eis. Das kannte Dany auch nicht.



 
3. Juli
Schlüsselloch
Dany hatte nie lange in einem Haus gelebt, sondern immer auf der Flucht gewesen.
Jetzt hatte sie einen Platz, wo sie hingehörte. Sie wusste nicht, ob es das war, was sie wollte. Sie zogen ständig durch die Gegend, auch wenn dies hier nicht Flucht hieß. Die Dothraki taten es nun einmal so.
Als sich die Zeltplane hob, dachte Daenerys daran, wie sie einmal zur Tür gelaufen war, und sich ausgemalt hatte, durchs Schlüsselloch würde sie ihre Zukunft sehen. Sie hatte sich ganz gewiss nicht ausgemalt, dass dieser Riese von einem Mann, der nun ins Zelt kam, ihre Zukunft bedeuten würde.



 
4. Juli
Ein Leben verändern
„Du musst ihn glücklich machen, Dany!“
Viserys hielt ihren Arm so fest, dass sie die Quetschungen fühlte. Ihre Haut war weich und nicht daran gewöhnt.
Sie wagte nur zu nicken. „Das hier wird unser Leben verändern!“, zischte ihr Bruder. „Ich habe ihm dich gegeben. Dafür wird er mich zum König machen!“
Viserys wollte, dass Khal Drogo sein ganzes Leben änderte. Für Dany hatte sich schon alles geändert. Es war nicht Drogos Schuld. Viserys hatte sie verkauft, verschachert wie eine Zuchstute, und alles nur aus seiner Hoffnung heraus, damit auch seine Zukunft zu verändern. Jetzt hing seine Zukunft von Dany ab.



 
5. Juli
Du hast versagt
Auf ihrem Arm war ein blauer Fleck entstanden. Er reihte sich gut in die Reihe der Flecken auf ihrem Po ein. Sie war das Reiten einfach nicht gewöhnt, andauernd hin und hergeschaukelt werden, und abends, wenn sie sich ausruhen wollte, kam Khal Drogo in ihr Zelt und forderte sein Recht als Ehemann. Dany war den Tränen nahe.
Viserys ritt viel weiter vorne, und dafür war sie dankbar. Sie hatte versagt, ohne Zweifel und ihr Bruder würde wütend werden. Sie wollte nicht den Drachen wecken, aber sie war nicht die Richtige um Drogo glücklich zu machen. Wie wusste einfach nicht wie.



 
6. Juli
Schuld und Sühne
Gestern Abend war Drogo nicht gekommen. Dany hatte im Bett gelegen und auf ihn gewartet, ängstlich, niedergeschlagen, aber die Zeltplane hatte sich nicht gehoben. Waren ihre Tränen Schuld? War er derselben Ansicht wie sie, dass sie versagt hatte?
Sie erhob sich. Ihre Dienerinnen waren sofort zur Stelle.
„Irri.“ Sie wusste nicht, wie sie es sagen sollte. Sie hatte überhaupt keine Wörter in dieser fremden Sprache. Doch sie musste Khal Drogo bitten, heute Nacht zu ihr zu kommen, auch wenn sie nur wenig Gefallen daran fand. Das war ihre Sühne, die Strafe dafür, dass sie nicht empfinden konnte, was sie sollte.



 
7. Juli
Langsam
„Ajjalan“, wiederholte Dany. Irri korrigierte ihre Aussprache bis sie es richtig sagte. „Sehr gut, Khaleesi. Ammithrat.“
Dany verhaspelte sich beim Nachsprechen. „Was heißt das?“
„Ausruhen, Khaleesi. Heute Nacht, ja?“
„Nein“, Dany griff nach Irris Arm. Gestern hatte sie nicht den Mut gehabt. Heute würde sie fragen. „Sag Khal Drogo, ajjalan.“
Ihre Dienerin sah sie fragend an, dann nickte sie und verließ das Zelt.
Aufgeregt spielte Dany mit ihren Haaren. Heut Nacht. Ob er kommen würde? Würde er verstehen? In ihrer Sprache verstand er nur nein. Und sie wollte ja sagen, ja zu ihm, denn langsam gewöhnte sie sich an ihn.*



 
8. Juli
Weißer Gartenzaun
In ihrer Erinnerung war ein weißer Gartenzaun.
Er war vor dem Haus mit der roten Tür. Meist sah sie nur das Haus. Heute dachte sie an den Zaun und den Garten. Ob sie es in Westeros Garten nennen würden? Es war nur ein Flecken verbrannter Erde.
Der Zaun stand da, um zu kennzeichnen, wem es gehörte.
Das wollte Dany. Sie würde einen Zaun setzen, der jedem sagte: das ist mein Land. Es gehört mir. Betreten verboten, wenn du mich nicht vorher um Erlaubnis fragst.
Und sie würde sich darum kümmern, damit es nicht nur verbrannte Erde war hinter dem Zaun.



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* Ajjalan - Heute Nacht
Ammithrat - ausruhen
Übersetzungen von dothraki.org
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