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Ames Vermächtnis

von LasiraL
GeschichteAllgemein / P12
Hinagiku Tamano Kazuya Yanagiba Momoko Hanasaki Scarlet O´Hara Takuro Amano Yosuke Fuma
24.07.2013
24.07.2013
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Ames Vermaechtniss
Gefallener Daemon

Schon ein Jahr war es her, dass Peach und Vento geheiratet hatten; für alle anderen waren Momoko und Yousuke nur ein normales Paar, doch sowohl die Engel als auch die Dämon wussten, dass es anders war.
Aber das spielte kaum noch eine Rolle, seit Satania wieder zu Averse geworden war und Frieden herrschte zwischen dem Reich der Engel und dem der Dämonen. Aphrodite hatte Averse verziehen und ihr wieder einen Körper gegeben. Von nun an gab es nichts mehr, was die Wellen der Liebe stören könnte. Oder doch? ...

„Also Pfirsichtörtchen“, hörte man Yousuke schon von weitem. Scarlet versuchte zu lächeln, wie es ihre anderen Freundinnen auch taten, aber es gelang ihr nicht. Ihr unabwendbarer Hass auf die Dämonen hatte sich zwar etwas gelegt, flammte aber immer wieder auf, wenn die auf Vento, Dämon aus der Familie Raphaels, traf. Sie konnte es nicht begreifen, wie Peach einen Dämon lieben konnte. Hinagiku wollte gerade um die Mauer sehen, hinter der die drei Freunde standen, als Yuri sie zurück hielt. „Willst du denn alles verraten?“, flüsterte sie ihrer grünhaarigen Freundin zu. Mit verzogenem Gesicht zog sich Hinagiku zurück und wartete.
Da kamen Auch schon Momoko und Yousuke aus dem Tor der Schule getreten. Sie waren so in ihre kleine Kabbelei verwickelt, dass sie die anderen Liebesengel erst sahen, als sie schon fast an ihnen vorbei waren. Die drei Mädchen kamen auf das Paar zu und hielten Päckchen in den Händen. „Alles Gute zum Geburtstag, Momoko!“
Das Mädchen mit den rosa Haaren wirkte stark verwirrt und blickte ihren Freund fragend an. Doch auch dieser holte nun ein Päckchen hinter seinem Rücken hervor. „Alles Gute, Pfirsichtörtchen!“
Das gab es doch nicht. Hatte Momoko ihren eigenen Geburtstag vergessen. Ihr Vater war gerade auf Geschäftsreise und aus dem Reich der Engel war auch noch niemand erschienen um ihr zu gratulieren. Sie hüpfte vor Freude in die Luft und viel einer Freundin nach der anderen um den Hals.
„Das ist wirklich lieb von euch“, rief Momoko, noch immer völlig überrascht aus. „Sie hatte es ganz vergessen“, grinste Yousuke. Schnell bemerkte er Scarlets gezwungenes Lächeln und nickte ihr ernst zu. Er wusste, dass der Engel der Leidenschaft ihn nicht leiden konnte.
Da kam auf ein Mal Takuro auf die Gruppe zu gelaufen. „Es ist alles so weit“, rief er schon von weitem. Alle nickten, nur Momoko fühlte sich stark übergangen. „Was ist soweit?“ „Wenn du das wüsstest, währ es keine Überraschung mehr“, sagte Yuri geheimnisvoll und zog ihre Freundin mit sich.
Als alle den nahen Park erreichten sah sich Hinagiku genau um. Dann hob sie die Hand zum Zeichen. Ein helles Licht erstrahlte und Kiiro tauchte auf. Momoko wunderte sich, dass Aphrodites Bote über die Himmelstreppe erschien, da doch alle anwesenden ihn auch in der Gestalt Kazuyas erkannt hätten. Als hätte Kiiro ihre Gedanken gelesen reichte er ihr die Hand. „Ich muss euch doch ein Tor ins Reich der Engel schaffen!“
Noch ehe sich Momoko versah hatten sich Hinagiku, Yuri und Scarlet verwandelt. Und auch Yousuke verwandelte sich in Vento. „Komm schon“, grinste Daisy.
„Liebe ist eine Blüte der Schönheit!“ ...
Und so traten die vier Liebesengel mit Kiiro, Vento und  Takuro als einzigem Menschen auf die Himmelstreppe. Sie waren auf dem Weg in das Reich der Engel, wo nicht nur Aphrodite, Jamapi und Celeste auf sie warteten, sondern auch eine große Geburtstagsfeier vorbreitet war.
Es muss ein seltsamer Anblick gewesen sein, die Engel und unter ihnen zwei Dämonen und ein Mensch, aber von dem Fest redeten die Freunde noch lange Zeit. Bis ein Traum Takuros die Engel aufhorchen ließ. ...

„Also, Yamato“, begann der Arzt. „Es tut uns echt leid, dass wir nicht mehr für Sie tun konnten.“ Der junge Mann mit dem unzähmbaren Haaren hörte fast gar nicht zu. Yamato, das war wohl nun sein Name. Wie er getauft wurde wusste keiner. Sein Leben hatte vor anderthalb Jahren begonnen. Alles, was zuvor geschehen war, hatte keine Erinnerungen mehr in ihm gelassen. Schwärze, Kälte und dann dieses unberechenbare Gefühl der Liebe. Das nächste was er wusste war, dass er in einem Krankenhaus zu sich gekommen war. Yamato Izuba! So wurde er nun genannt.
Ohne ein weiteres Wort verließ er das Krankenhaus und blickte nicht ein Mal zurück. Er hatte nur ein Ziel vor Augen. Heraus zu finden, wer er war. Da musste mehr gewesen sein, als ein einfacher Unfall, wie ihm erzählt worden war. Er könnte schwören, dass es etwas mit einem Ring zu tun gehabt hatte. Ohne zu merken wohin, ging er weiter.

Ein Blitz zuckte. Über der geöffneten Hand des Dämons schwebte eine schwarze Kugel. Er lachte böse und hob seine andere Hand. „Ich werde ihn vernichten“, rief der Dämon und zeigte den Inhalt seiner Faust. Es war Momokos Ring! Dann schleuderte er die schwarze Kugel in die Luft. Sofort vergrößerte sich das unendliche Dunkel und begann einen großen Sog auszuüben. Seine blauen Augen blitzten, als ihn plötzlich ein helles Licht traf. Sein Lachen verstummte und entsetzt sah er auf das unendliche Dunkel über ihm. Da erschien eine Gestallt am Himmel. „Versager“, rief Satania. „So wirst du mit dem Alt wie die Welt vernichtet werden!“
Der Sog erfasste nun auch den Dämon und riss ihn in das unendliche Dunkel. Im letzten Moment aber warf der Dämon den Ring fort. Sich windend vor Schmerz und schreiend verschwand er. Die Unendliche Dunkelheit löste sich auf. Momokos Ring fiel auf den Boden. ...
Takuro fuhr schwer atmend auf. Er spürte tiefen Schmerz. Draußen hatte es angefangen zu regnen ...

„Was?“ Momoko, Yuri, Hinagiku und Kazuya sahen Takuro mehr als irritiert an. Sie saßen alle gemeinsam im Eiskaffe. Yousuke verstand die Aufregung der Freunde nicht. „Es war ein Albtraum, mehr nicht, oder?“, fragte er vorsichtig. Momoko schüttelte den Kopf. „Du warst damals nicht dabei, und Takuro eigentlich auch nicht. Doch was er geträumt hat, waren die letzten Augenblicke von Ame, dem Regendämon, der mir damals das Alt wie die Welt gestohlen hatte.“ Yousuke blieb nichts anderes übrig, als ihr zu glauben. „Aber woher weiß Takuro davon?“, fragte Hinagiku, und sah ihren Freund mehr als fragend an. „Ignis“, riefen plötzlich Kazuya und Takuro aus. „Es muss Ignis gewesen sein, der seine Erinnerungen in mir zurückgelassen hat.“ Das schien logisch zu sein. Denn es war kein Geheimnis, dass Takuro lange der Wirt für den Feuerdämon gewesen war. Also hatte Ignis damals Ames Vernichtung beobachtet. „Aber wieso gerade nun, warum im Traum?“ Yuris Frage war hauptsächlich an Kazuya gerichtet, doch dieser zuckte nur mit den Schultern. „Wenn ihr es wollt, werde ich Aphrodite danach fragen, aber ...“ „Ich glaube, dass Averse uns da weit aus mehr zu sagen kann“, beendete Yousuke Kazuyas Satz.
Schneller als es alle Engel der Liebe geschafft hätten, waren Kazuya und Yousuke verwandelt und in ihre Welten entschwunden. „Ist es nicht schön, dass Dämonen und Engel zusammen arbeiten können?“, sagte Momoko leise und lächelte.
„Er hat ihn geliebt“, warf Takuro plötzlich ein. Hinagiku blickte ihn neugierig an. „Wer hat wen geliebt?“ „Nun, Ignis, er hat diesen Dämon geliebt, der da starb!“ Das Lächeln schwand aus den Gesichtern der Liebesengel. Er hatte den Tod eines Geliebten gesehen. War er deswegen „weich“ und von Potamos getötet worden? Schuldgefühle wurden in Momoko wach. Ihre Freundinnen schienen es bemerken. „Du hattest keine andere Wahl“, sagte Yuri besänftigend.

Der Regen fühlte sich gut an auf der Haut. Yamato hatte das Hemd ausgezogen und ging nun mit freiem Oberkörper durch den menschenleeren Park. Er fühlte sich diesem Element des Wassers so verbunden, wie er es selber nicht für möglich gehalten hatte. Fast war es so, als würde er jeden Tropfen in sich aufnehmen, er wurde stärker und stärker ... Was nun geschah war unbegreiflich. In Yamatos Adern begann das Blut zu kochen. Sein Herz raste und Muskeln begannen zu pochen. Dann verwandelte er sich. „Ame, aus der Familie der Wasserdämonen!“ Der Regen ging in ihm auf und erweckte sein wahres Ich. Er war es, Ame, der Regendämon, der von seiner eigenen Königen getötet wurde, nach dem er die Wellen der Liebe empfangen hatte. Bilder zuckten durch sein Gedächtnis. Jamapi, Aquelda, Satania und Wedding Peach, der Engel der Liebe!
Schließlich brach Yamato zusammen.

Ihre Schritte wurden schneller, als sie erkannte, dass jemand in einiger Entfernung auf dem Boden lag. Ihr Schirm schützte sie bei dem Tempo nicht, aber das war egal. Endlich hatte sie den bewegungslosen Körper erreicht. Erschrocken ließ sich Scarlet neben diesem nieder und versuchte sich und den Körper des jungen Mannes mit dem Schirm zu schützen. Die Adern an seinen Schläfen pochten heftig. „Gut, er lebt noch“, keuchte sie noch völlig außer Atem. Sie öffnete ihre Tasche und Jamacho kam heraus. „Du hast mich ganz schön durchgeschüttelt Salvia“, beschwerte sich der kleine Quälgeist. Doch dann sah Jamacho den Jungen und verstand. „Ich werde Peach und den anderen Liebesengeln Bescheid geben“, sagte es und wollte gerade losfliegen, als Scarlet es festhielt. „Ich brauche ihre Hilfe nicht!“ Jamacho lächelte: „aber der Junge braucht sie!“ Und schon war es verschwunden.

Langsam öffnete der Junge die Augen. Erst verschwommen, dann immer deutlicher nahm er das Gesicht Scarlets war, die sich gerade über ihn gebeugt hatte, um seine Temperatur zu fühlen. Da schien auch sie zu bemerken, dass er erwacht war. „Hallo“, sagte sie vorsichtig, während sie sich zurückzog.
Yamato lag in Yousukes Bett, da dessen Wohnung am nächsten war und er alleine lebte. Yousuke war in der Zwischenzeit auch wieder da und stand nun an Momokos Seite, als der fremde Junge erwachte. „Wo bin ich?“, fragte dieser leise, während er sich an die Stirn fasste. „Scarlet hat dich ohnmächtig im Park gefunden“, sagte Takuro. „Was ist denn passiert?“, fragte Yuri. Der Junge sah die vier Mädchen und drei Jungen an, die um ihn herumstanden. „Ich weiß nicht mehr“, stotterte er. Dann blickte er auf Scarlet. „Du hast mich gefunden?“ Röte schoss in das Gesicht des vierten Liebesengels. Sie nickte. „Ich heiße Yamato Izuba“, stellte er sich vor. „Scarlet Ohara“, sagte sie leise. Die Umstehenden grinsten. Waren das etwa Wellen der Liebe, die da von Salvia ausgingen?
Schließlich stellten sich auch Momoko, Yuri, Hinagiku, Kazuya, Takuro und Yousuke vor. „Woher kommst du Yamato?“, fragte Hinagiku. Yamato kam sich komisch dabei vor, die Wahrheit zu sagen. Er hatte eine wundervolle Geschichte erfunden, die ihm über all diese Fragen hinweghelfen sollte, doch er wollte Scarlet nicht anlügen. Warum konnte er nicht sagen.
Kazuya war der erste, der seiner Verwunderung Ausdruck verlieh: „Du weißt es nicht?“ Er dachte an die Zeit, in der er seine Identität als Engel Kiiro vergessen hatte. Auch Yuri schien daran zu denken und drückte ihn ganz fest an sich. Auch ihre Beziehung hatte er damals vergessen.
Yamato erzählte alles was er wusste. Und auch, wenn dieses weniger als zwei Jahre waren, war es bereits dunkel, als er endete. Takuro und Yousuke hatten Tee gekocht und Essen gemacht; und so saßen nun alle zusammen am gedeckten Tisch und aßen. „Wo willst du denn heute Nacht bleiben?“, fragte Yousuke den neuen Freund schließlich. Die Mädchen sahen einander an. Daran hatten sie ja gar nicht gedacht. Yamato hatte doch keine Familie, oder eigene Wohnung. Hatte er überhaupt Geld?
Yamato, der sich zum ersten Mal wirklich glücklich gefühlt hatte, nein nicht zum ersten Mal, aber wann konnte er nicht sagen, blickte auf. Er hatte keine Ahnung. Er besaß doch nichts. Sein verwirrtes Gesicht reichte Yousuke aus. „Keine Sorge, du kannst heute hier bleiben. Ich lebe alleine; das heißt im Moment lebt Momoko hier, solange ihr Papa auf Geschäftsreise ist. Aber ich habe sicher noch ein Zimmer für dich.“ Yamato blickte Yousuke dankend an. Kazuya schwieg. Es war für ihn schon fast sprichwörtlich, dass er keinem traute, aber er vertraute darauf, dass Peach und Vento das richtige tun würden.
„Das Essen war echt klasse“, riefen die Freunde, als sie Yousukes Haus verließen. Sogar Scarlet lobte Yousuke. Sie verließ als letzte das Haus. Momoko lächelte, sie konnte Jamachos Kichern aus Scarlets Tasche hören. Sicher hatte auch der kleine Quälgeist die Wellen der Liebe gespürt. Da viel ihr Jamapi ein. Schnell lief sie in das Zimmer, in dem sie noch eine Woche wohnen wollte. Jamapi saß auf dem Fensterbrett und blickte auf die abziehenden Freunde hinunter. Sein Blick lag besonders auf Scarlets Tasche. Er war immer noch in Jamacho verliebt. Erst als Momoko die Tür schloss bemerkte er sie. „Ach Peachilein“, stöhnte er leise. Momoko nahm den kleinen Quälgeist in ihren Arm. „Aber ich hab dich lieb, mein Jamapi“, beruhigte sie ihn. „Aber wir müssen leise sein, wir haben nämlich einen Gast heute Nacht!“ Jamapi flog aus Momokos Arm. „Wer?“, fragte er. Momoko erklärte es ihrem kleinen Freund.

Yousuke hatte Yamato ein Zimmer gezeigt und ihm etwas von seinen Sachen zum Anziehen geborgt. Momoko sah den beiden Jungen zu, wie sie vor dem Schrank in Yousukes Zimmer standen.
„Das müsste dir eigentlich passen. Wir haben ja fast die gleiche Größe.“ Yamato lachte. „Ich bin ein ganzes Stück kleiner als du.“ Die beiden schienen sich echt gut zu verstehen. Momoko betrachtete den neuen Freund genau. Irgendwie kam er ihr bekannt vor, doch woher?
Yamato hatte schon vor Minuten bemerkt, dass Momoko ihn und Yousuke beobachtete. Sie war echt niedlich, und irgendwie kam sie ihm bekannt vor. „Momoko“, sagte er nun, und es tat ihm schon augenblicklich wieder Leid, da er im Spiegel sah, wie das Mädchen zusammen zuckte. „Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken“, sagte er sofort, und trat auf sie zu. Diese Augen, woher kannte er sie?
Auch Momoko verstand die Welt nicht mehr. Als sie diesem Jungen gegenüberstand war er plötzlich kein Fremder mehr, sondern ein alter Bekannter, über dessen unerwarteten Besuch sie sich freute.
„Es tut mir Leid, dass ich eure Zweisamkeit störe“, begann Yamato, als Yousuke Momoko einen Arm um die Schulter legte. „Das macht nichts“, beruhigte Yousuke ihn und sah dabei Momoko fragend an. Diese nickte lächelnd. Sie würden sich durch nichts stören lassen, schon gar nicht durch einen neuen Freund.

Später am Abend lag Momoko bei Yousuke auf dem Bett. Da sie Yamato bei sich gehabt hatten, hatte sie ihren Mann noch gar nicht fragen können, wie sein Besuch bei Averse verlaufen war. Yousuke schüttelte den Kopf: „Averse hat angefangen zu weinen, als ich Ame erwähnte. Sie ist sich ihrer Schuld durch aus bewusst und bereut alles sehr. Gerade Ame, der doch noch ein so junger Dämon gewesen sein sollte. Nun ja, und mit dem Traum Takuros konnte sie auch nicht viel anfangen. Der unendlichen Dunkelheit sei noch nie jemand entkommen.“ Momoko sah Yousuke interessiert an. „Also heißt es, dass dieser Traum Ames Rückkehr bedeuten könnte?“ Yousuke wog den Kopf hin und her, als wüsste er nicht, wie er es sagen sollte: „Nun, prinzipiell ja, aber Ame ist tot. Es müssen einfach Überreste von Ignis’ Erinnerungen gewesen sein!“ Momoko schwieg. Aber prinzipiell ..., dachte sie.

Ein ähnliches Gespräch wurde auch im Reich der Engel geführt, in dem Lily und Kiiro  noch Aphrodite besuchten. „Eine Rückkehr aus der unendlichen Dunkelheit ist so gut wie unmöglich“, sagte die Herrin der Engel, nach dem sie Kiiro und Lily zugehört hatte. „Wenn Ame damals wirklich darin untergegangen ist, ist er nicht mehr zu retten. Ihr sagtet doch, dass Ignis diesen Ame geliebt habe, nun, die Erinnerungen an den Tod eines Geliebten brennen sich fest. In diesem Falle allerdings im Gedächtnis des Wirts.“ „Dann hat es nichts zu bedeuten?“, fragte Lily ungläubig. „Oh doch, es ist eine Erinnerung an die Liebe.“ Kiiro und Lily nickten. „Es tut mir leid, ich würde euch gerne weiter helfen“, sagte Königin Aphrodite, als sich die beiden Engel zum Gegen wendeten. „Das habt Ihr, meine Königin“, sagte Kiiro und öffnete für Lily das Tor zur Menschenwelt. Die beiden verabschiedeten sich und dann verließ Lily das Reich der Engel. Aphrodite sah beiden zu und lächelte. Zu gerne hätte sie den beiden geholfen.

Takuro und Hinagiku hatten sich schon bald nach Verlassen des Hauses von Yousuke von dem Rest der Gruppe abgesetzt. Yuri war mit Kazuya ins Reich der Engel entschwunden und Scarlet wie üblich alleine gegangen. In aller Ruhe gingen die beiden durch die nächtlichen Straßen.
„Meinst du heute Nacht wieder von sterbenden Dämonen zu träumen“, fragte Hinagiku. Takuro blickte ihr tief in die Augen. „Lieber würde ich von dir träumen!“ Hinagiku blieb augenblicklich stehen. Sie war diese romantische Tour einfach nicht gewöhnt. „Du bist süß“, sagte sie leise, und senkte den Kopf um ihres Gesicht zu verstecken. Ihr Freund grinste. Es war immer wieder erstaunlich, wie verlegen das sonst so vorlaute Mädchen werden konnte, wenn man ihm ein Kompliment machte.

Yamato kniete auf dem Boden vor dem Bett und meditierte. Das war das einzige, was ihm auch nur ansatzweise Ruhe verschaffte. Seine Gedanken waren nach innen gekehrt und sein Atem flach...
Seine Augen waren geschlossen als er den Punkt in seinem Inneren erreicht hatte, in dem seine Erinnerung lag. Rote Streifen zuckten über seine Wangen, seine Haare schienen im tiefsten Grün zu erstrahlen und er meinte zu spüren, dass er schwebte. Und hätte jetzt jemand den Raum betreten, so hätte dieser jenige gesehen, dass sich all das nicht nur vor Yamatos innerem Auge abspielte.

Jamapi flog unruhig hin und her. Er wusste nicht, ob er das Zimmer verlassen konnte, oder ob dieser Gast ihn dann sehen könnte. Doch er musste zu Peach. Etwas bedrückte ihn. Doch Peach war bei Vento.
Schließlich konnte der kleine Quälgeist nicht anders, er öffnete langsam die Tür.
Auf dem Flur war nichts zu sehen. Momoko war wahrscheinlich zwei Zimmer weiter. Vorsichtig schwebte Jamapi an dem Zimmer des Gastes vorbei. Die Tür stand spaltweit offen. Er konnte nicht umhin hinein zu sehen. Und was er dort sah ließ ihn zu Boden fallen. Für einen winzigen Augenblick hatte er seinen alten Meister gesehen.

Ein Geräusch holte Yamato in sekundenschnelle zurück. Er blickte in die Richtung aus der das Geräusch gekommen war. Die Tür war nicht ganz geschlossen. Er stand auf und wollte sie gerade zu ziehen, als er etwas auf dem Boden liegen sah. Unwissend, dass er Jamapi in seinen Händen hielt betrachtete er das kleine Ding aufmerksam. „Niedlich, was Momoko so mit ins Bett nimmt“, sagte er lächeln und sah dem vermeintlichen Kuscheltier tief in die Augen. Dann legte er es wieder auf den Flur, damit der Besitzer es dort wiederfinden sollte.
„Seltsam“, sagte er zu sich. Ihm kam dieses Plüschtier unheimlich bekannt vor.

Jamapi atmete tief durch, als Yamato die Tür wieder geschlossen hatte. Genau das hatte er vermeiden wollen. Aber nun war es geschehen. Pah, ein Kuscheltier sollte er sein, und auch noch niedlich... . Ein wenig Dämonenstolz flammte in ihm auf. Er hatte so vielen Leuten Leid gebracht und nun sollte er niedlich sein?
Aber was ihn noch mehr kümmerte, als seine angeknackste Ehre war Ame. Er hätte schwören können, ihn in Yamatos Zimmer gesehen zu haben. Das bestätigte seine Sorge, denn schon seit einigen Stunden hatte er geglaubt die Anwesenheit seines Meisters zu spüren..

Momoko lag noch immer bei Yousuke auf dem Bett, als es leise klopfte. „Momokochen?!“ Momoko lächelte. „Komm rein Jamapi“, sagte sie. Die Tür öffnete sich und der völlig verstörte Jamapi kam herein. „Was ist denn?“, frage Yousuke, der gerade aus dem Ankleidezimmer trat. „Ich wollte euch wirklich nicht stören, aber ... Ame ...“ Jamapi sprach nicht weiter, als er die verwirrten Gesichter seiner Freunde sah. „Ame?“ Yousuke zog die Brauen hoch. Was wollte Jamapi? „Ich spüre Fürst Ame in der Nähe. Da bin ich mir ganz sicher“, sprudelte es schließlich aus dem Quälgeist heraus. Momoko und Yousuke sahen sich verwirrt an. Hatten denn nicht alle Nachforschungen gesagt, dass Ame ganz sicher tot sei!? „Ich bin mir ganz sicher“, versicherte Jamapi. Momoko nahm ihren kleinen Freund auf den Arm. Sie spürte, wie der kleine zitterte und, sie wusste nicht wieso, sie glaubte ihm. „Vielleicht ist es Schuldgefühl, aber ich glaube dir Jamapi. Yousuke, was meinst du?“ Der Junge hob die Schultern. „Ich habe Ame nie gekannt, aber er war ein sehr mächtiger Dämon. Aber selbst wenn er wieder da währe, was würde er dann in der Menschenwelt tun? Der Krieg ist vorbei!“ „Wenn er aber davon gar nichts weiß?“, warf Jamapi ein.
Dann geschahen mehrere Dinge auf ein Mal. Yousuke verwandelte sich in Vento, Momoko in Weddin Peach, den Engel der Liebe, der Zauberspiegel öffnete sich, und Aphrodite sprach zu ihnen. „Peach, Vento ich spüre eine dämonische Aura in eurer unmittelbaren Nähe. Auch wenn ich es nicht für Möglich gehalten hätte, aber es scheint fast so, als würde es sich dabei doch um Fürst Ame handeln.“ Dan änderte sich der Ausdruck auf ihrem Gesicht. „Es ist verschwunden?! Peach, Vento bitte passt auf euch auf!“ Der Zauberspiegel schloss sich wieder.
In diesem Moment klingelte es an der Tür. Vento stürzte zum Fenster. „Lily und Kiiro!“ Peach rannte zur Tür und öffnete den Freunden. „Lily, Kiiro, was ist denn los?“ Die beiden Engel sahen sie verwirrt an. „Was los ist, das wollten wir dich fragen Peach. Warum bist du ein kämpfender Engel?“ Peach sah an sich herunter. Ihr war die Verwandlung nicht aufgefallen. „Ich, ... ich weiß es nicht! Aphrodite ...“ „Wir haben ein helles Licht aus dem Haus kommen sehen, und Kiiro die Wellen der Dämonen gespürt“, sagte Lily schnell. Kiiro unterbrach sie schnell: „Was ist mit unserer Königin?“ Peach war so durch einander. Aber dann erzählte sie von der Nachricht Aphrodites.
...

LasiraL März 2002
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