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Black Jumper

von White Cat
GeschichteAbenteuer, Angst / P12 / Gen
Griffin Roland
23.07.2013
15.04.2014
10
6.638
 
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23.07.2013 853
 
Das Nächste Mal ließ lange auf sich warten. Das nächste Mal bei dem Roland auftauchen würde, doch letztendlich hatte sich das warten gelohnt.
Diese schweren Schritte auf dem Gang.
Sie waren unregelmäßig. Diese Verletzung kam von einem Jumper den die Paladine schon seit Jahren verfolgten. Sie hatten seine ganze Familie ausgelöscht.
Früher habe ich diesen Jumper gehasst, den Roland war so etwas wie ein Vaterersatz für mich gewesen, aber jetzt hätte ich ihm am liebsten persönlich die Hand geschüttelt.
Ich hoffte das sie diesen Jumper in der Zeit in der ich hier unten war nicht getötet hatten, aber das bezweifelte ich. Er war gut.
Mindestens genauso gut wie ich selbst.
Denn er war seit seiner Kindheit gejumpt.
Das war ich zwar auch, aber dieser Junge, war sein ganzes leben nach dem Tod seiner Familie auf sich allein gestellt gewesen. Er musste für sich selbst sorgen, und auch selbst überleben.
Das war sicher hart gewesen, aber auch das perfekte Training.
Ich jumpte vielleicht sogar schon länger als er, aber ich wurde immer von den Paladinen beschützt.
Ich hatte großen Respekt vor diesem Jumper. Das er all das geschafft hatte.
Und das er sich mit Roland messen konnte. Das hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft.
Die schritte auf dem gang kamen näher. Sie hallten dumpf und klangen hohl.
Aber für mich waren sie so laut wie Kanonenschüsse.
So lange hatte ich niemanden mehr getroffen. Mit niemandem mehr gesprochen.
Doch das sollte sich gleich ändern. Unwillkürlich hielt ich den Atem an.
Würde Roland weiter gehen, und nicht stehen bleiben?
Doch ich hatte Glück.
Ein kleines Türchen auf Augenhöhe wurde geöffnet, und Rolands braune kalte Augen sahen sich in der dunklen Zelle um. „ich bin hier“, sagte ich. Ich stand in eine Ecke gelehnt da und musterte Roland. Meine Stimme klang rau und heiser, so lange hatte ich sie nicht mehr benutzt, doch auch so konnte ich heraus hören, dass es nicht mehr dieselbe Stimme war wie davor.
Der Klang hatte sich verändert. Genauso wie ich mich hier verändert hatte.
Roland zuckte leicht zurück, näherte sich dann jedoch wieder dem Gitter.
Ich löste mich aus den Schatten. Und blieb mehrere Schritte von ihm entfernt stehen.
Roland kniff die Augen zusammen und musterte mich.
Seine Augen mussten sich erst an die Dunkelheit hier unten gewöhnen. Es war seltsam.
Die ganze Zeit in der ich hier unten gewesen war, hatte ich das Gefühl ich könnte ihm nicht mehr in die Augen sehen wenn ich ihn wieder träfe, doch jetzt, erfasste mich eine Ruhe die sich von meinem herzen ausbreitete. Durch meinen gesamten Körper fuhr, und mich ganz gelassen machte.
Roland schien zu merken das sich etwas geändert hatte. War es meine Ausstrahlung?
Ich weiß es nicht.
„Jason“, sagte Roland.
„Ich habe es begriffen.“ meine Worte schienen ihn zu verwirren.
„Was hast du begriffen?“, fragte er mich mit zusammengekniffenen Augen.
Ich grinste. „Jumper“, ich spuckte dieses Wort aus, als wäre es ein widerliches Insekt.
„Jumper gehören tot“
Roland sah mich interessiert aber auch misstrauisch an. Ich musste vorsichtig sein.
„Woher der plötzliche Meinungswechsel?“
„Ich habe nachgedacht, und da wurde mir klar, dass ich es nur wieder gut machen kann, dass ich euren befehlen nicht gehorcht habe, indem ich so viele von diesen abartigen Kreaturen töte wie nur möglich. Es macht mich jetzt schon krank, dass ich hier nur nutzlos herumsitze und nichts tue um sie zu vernichten.“, zischte ich.
Roland sah mich abschätzend an. „Weißt du Jason...das ich zu solchen Mitteln greifen musste...“
„War gut.“, unterbrach ich ihn. Sein Gesichtsausdruck war  irritiert.
„Wie du gesagt hast, hatte ich hier viel zeit zum nachdenken. Und mir ist klar geworden, dass ich meine Existenz-“, ich spuckte auf den Boden „Nur wieder gut machen kann, indem ich die anderen finde und töte. Sie komplett ausrotte. Und zwar für immer. Im Moment wird jeder Jumper den wir töten, durch einen neuen ersetzt. Wir müssen einen Weg finden sie bevor sie geboren werden zu vernichten, bevor sie überhaupt anfangen zu existieren. Denn hier unten nachzudenken hat mir die Augen geöffnet, und Gott gab mir diese Gabe, das Jumpen, um die Welt davon zu reinigen. Der Teufel setzte diese Brut unter uns Menschen, und ich habe die Bestimmung sie zu zerstören.“
Stille.
Hatte ich es vielleicht ein klein wenig übertrieben? Doch bevor noch mehr Zweifel an die Oberfläche treten konnten, sah ich das Roland grinste.
Seine Augen blitzten.
„Endlich hast du es begriffen Jason. Ich bin stolz auf dich.“
Hass wallte in mir auf, und als Roland sich abwandte um die Türe aufzusperren, konnte ich mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen.
Ich war frei. Ich konnte anfangen alles wieder gut zu machen. Ich hatte das erste mal in meinem ganzen Leben ein Ziel, für das es sich zu sterben lohnte.
Und als Roland mich aus diesem verfluchten Kerker an die Oberfläche führte, blieb ich kurz stehen  und fühlte wie mein Körper wieder leicht wurde. Wie alle Türen offen standen. Ich atmete tief ein. Roland blieb stehen und drehte sich fragend zu mir um.
„Geht es dir gut?“
Ich grinste. Du hast keine Ahnung.
„Ging mir nie besser“
Du hast ja gar keine Ahnung.
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