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Black Jumper

von White Cat
GeschichteAbenteuer, Angst / P12 / Gen
Griffin Roland
23.07.2013
15.04.2014
10
6.638
 
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23.07.2013 541
 
Ich öffnete die Augen. Sie waren ganz verklebt von Schweiß und Dreck. Denn mehr gab es hier unten nicht. Jetzt verstand ich was alle immer sagten. Man verlor das Zeitgefühl wenn man keinen Sonnenaufgang mitbekam, oder keine Lichtveränderungen hatte.
Ich konnte mich nur nach den Mahlzeiten richten die ich hier unten bekam, und die bekam ich auch nur selten.
Aber wenn ich schätzen müsste, würde ich sagen es war ein Monat.
Ich war noch nie in meinem ganzen Leben eingesperrt gewesen, deshalb kam es mir wie mehre Monate vor.
Ich hatte auch schon aufgegeben hier raus jumpen zu wollen.
Es funktionierte einfach nicht. Außerdem war es sehr anstrengend und erschöpfte mich nur unnötig. Das alles klang so als hätte ich aufgegeben.
Aber ich wollte es mir nicht eingestehen. Dabei war es doch offensichtlich.
Trotzdem dachte ich noch über Flucht nach. Und das war doch ein Zeichen des Wiederstandes könnte man meinen.
Ich stand auf und streckte mich ein bisschen.
Ich rostete hier unten komplett ein. Mein Rücken knackte laut, und ich stöhnte.  
Ich setzte mich auf den Boden und streckte meine Beine aus.
So gern würde ich mal wieder laufen und rennen.
Regen auf der Haut spüren. Und duschen. Ich war so verschwitzt und verdreckt, als wäre ich einmal quer durch die Sahara gelaufen, anschließend durch den Regenwald, und hätte zu guter Letzt noch mal in einem mit Matsch gefülltem Tümpel gebadet.
Na ja, außer dem Matsch halt, sah ich wahrscheinlich genau so aus.
Ich versuchte zu lachen, aber mein Gesicht war so verspannt das ich noch nicht einmal mehr das konnte. Nach einer Weile musste ich eingeschlafen sein.
Im Traum kamen sie alle.
Alle Gesichter jener Jumper die mir den Tod zu verdanken hatten. Ich wälzte mich im Schlaf hin und her. Jacks Gesicht sah mich anschuldigend an, und sagte dann „ich dachte ich könnte dir vertrauen.“
ich wachte luftschnappend auf. In der Zeit in der Ich geschlafen hatte, hatte jemand ein Glas trüben Wassers in die Zelle gestellt. Ich streckte mich und nahm das Glas in meine Hände.
Ich trank das Wasser, und obwohl es nicht gerade einladend aussah, war es doch schön kühl.
Als ich das ganze Glas leer getrunken hatte, legte ich meinen Kopf in den Nacken und sah auf die Decke.
Ich sah das Gesicht von Jack. Es hatte sich in meine Netzhaut gebrannt und schien mich anzugrinsen. Und da wurde mir klar, das ich noch nicht aufgegeben hatte.
Das schuldete ich all diesen Jumpern. Meine rechte Hand klammerte sich um das Glas.
Es zersprang mit einem klirren.
Mehrere Glasscherben bohrten sich in meine Haut.
Doch der Schmerz machte mir nur noch mehr klar, dass ich wieder etwas gut zumachen hatte. Ich musste jeden einzelnen Mord wieder gutmachen.
Jeden einzelnen.
Blut lief aus meiner hand, und ich öffnete sie.
Glasscherben fielen heraus.
Wie konnte ich hier rauskommen? Ich brauchte einen Plan.
Einen verdammt guten Plan.
Wie standen die Chancen hier raus zu kommen für mich wahrscheinlich noch am besten. Ich musste einfach nur warten bis Roland wieder da war.
Dann konnte ich hier raus. Ich wusste das. Ich wusste das er mir glauben würde.
Denn sie brauchten mich. Und ich konnte Roland überzeugen, denn jetzt hatte ich den Willen.
Jetzt hatte ich ein Ziel.
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