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Black Jumper

von White Cat
GeschichteAbenteuer, Angst / P12 / Gen
Griffin Roland
23.07.2013
15.04.2014
10
6.638
 
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23.07.2013 962
 
Ich saß in einer Bar in New York, und dachte über ein paar Dinge nach, als ich es sah.
Ich blickte gedankenverloren mitten in die Menge, doch es gab keine zweifel.
Dieser Junge dort war davor noch nicht da gewesen.
Ich richtete mich auf und war schlagartig wach.
Sofort kniff ich die Augen zusammen und suchte die Luft ab. Da war sie.
Die Jumpscar.
Die Luft bewegte sich an dieser Stelle, man könnte meinen sie wäre zerbrochen.
„Anfänger“ , dachte ich müde.
„Taucht eiskalt mitten in einer Menschenmenge auf.
Ich stützte meinen Kopf in die Hände, und rieb mir die Augen.
Dann stand ich auf und ging auf den Jungen zu. Er war ungefähr 16 Jahre alt. Also so alt wie ich. Langsam bahnte ich mir einen Weg auf ihn zu.
Als ich noch ungefähr ein paar Schritte von ihm entfernt war, sah er auf.
Es schien so als hätte er mich gespürt. Als hätte er mich bemerkt. So als wüsste er schon das ich kommen würde.
Sein Blick schweifte kurz über die Leute, und blieb an mir hängen. Wir sahen uns an.
Nach einigen Sekunden löste er seinen Blick von meinem, blickte sich noch einmal um und war verschwunden.

„Ey! Wo is denn der Kerl hin der ier grad noch stan?“      „keinne Annung...“      „der dainten is au verschwunnen“      „du sies ja schon geister!“

Der Junge drehte sich erschrocken um als er mich hörte. Seine Augen waren weit aufgerissen. „Du...bist auch einer?“, fragte er mit glänzenden Augen.
Ich nickte nur. In seinen Augen stand Begeisterung.
„Das ist ja toll!“,seine Stimme überschlug sich.
Er hatte keine Ahnung. „Ich habe noch nie einen anderen getroffen! Gibt es noch mehr von uns? Hast du schon andere getroffen?“
Ich sah den Jungen an, der mich erwartungsvoll anblickte. Ich holte tief Luft. „Ja natürlich gibt es noch mehr Jumper...ist nur schwer sie zu finden. Und ja ich habe schon andere getroffen...“, ich brach ab und sah auf den Boden.
„Jumper? Echt jetzt? Wo sind sie? Ich mag so viele kennen lernen wie möglich!“
ich blickte auf und sah ihm kalt in die Augen. Sofort wurde sein Redeschwall unterbrochen. „Sie sind alle tot“, sagte ich nüchtern und ohne jedes Gefühl.
Manchmal wunderte ich mich über mich selbst....Der Gesichtsausdruck des Jungen entgleiste. „Was...? „, hauchte er.
„Paladine.“, antwortete ich. „Paladine?“
Er sah mich fragend an. Ich seufzte innerlich. Wusste dieser Typ denn gar nichts? Anscheinend nicht.
„Paladine jagen die Familien, Freunde und andere Verwandte der Jumper und bringen sie um.“, zu mehr hatte ich gerade keine Lust.
Dem anderen viel die Kinnlade herunter.
„Umbringen?“ Seine Stimme war um einiges höher geworden.
Ich musste innerlich grinsen. Was für ein Weichei. Immer noch fassungslos sah er mich an. Ich muss zu meiner Schande zugeben das ich ein Gähnen unterdrücken musste.
Ich hatte das alles einfach schon zu oft erlebt. „Aber hey, ich kenne noch einen Jumper der noch lebt. Wir wohnen zusammen in einem Unterschlupf.“, sagte ich freundschaftlich. Ein kleiner Teil seines Übermuts kehrte zurück.
„Alles klar! Dann kann es ja losgehen!“, rief er glücklich. Dann hielt er mitten in einer Bewegung inne. Er sah mich verlegen an und sagte
„Ich heiße übrigens Jack...“ „Jason“, erwiderte ich nur. Ich streckte ihm meine Hand hin. Er nahm sie und wir jumpten.

Als wir wieder auftauchten, waren wir in meinem Zimmer.
Er sah sich verwirrt um. Fragend blickte er mich an. „warte kurz...Leo steht nicht so auf unangekündigte Besuche...“, erklärte ich und holte mein Handy heraus.
Ich rief Roland an. „Hallo? Jason?“, meldete sich seine Stimme am anderen Ende der Leitung.
„Hey Leo!“, antwortete ich gespielt munter.
„Äh....“,kam es als Antwort.
„Ja mir geht’s gut. Hör mal ich habe noch einen anderen gefunden und wollte nur sagen das ich ihn zu uns mitnehme, weil du es ja nicht so gerne magst wenn ich mit Besuchern einfach so in deinem Wohnzimmer auftauche...“
„Gut gemacht! Im Übungsraum.....okay?“
„Alles klar dann kommen wir jetzt“
Ich steckte das Handy in meine Tasche und drehte mich zu Jack um.
„Gut...Er wird jetzt nicht ausrasten oder so.  Er weiß ja jetzt das wir kommen....“
Jack nickte voller Vorfreude. Dann verdüsterte sich seine Miene.
„Aber wir sind doch beide Jumper und halten zusammen, oder?“, fragte er mich.
Ich schluckte. Er durchbohrte mich seinem Blick. Dann nickte ich.
Plötzlich wieder gut gelaunt sprang er auf und nahm meine hand. Ich jumpte mit ihm zum Übungsraum. Noch nicht mal eine Sekunde nachdem wir dort angekommen waren jumpte ich schon wieder aus dem Raum und vor die große Glasscheibe die in seine Wand eingelassen war.
Gerade noch rechtzeitig um den Stromkabeln zu entgehen die auf mich zu schossen.
Ich schaffte es.
Jack nicht.
Das letzte wozu er Zeit hatte war ein verblüffter Blick, dann lag er auch schon auf dem Boden und schrie.
Sein Körper verschwamm immer wieder als er versuchte zu jumpen.
Jacks Blick schweifte durch den Raum. Eine Träne ran an seiner Wange herunter. Roland ging zufrieden auf ihn zu.
Er zog den Dolch aus seinem roten Tuch. Grinsend setzte er sich neben den Jumper. Dann sagte er etwas zu ihm.
Jack blickte auf und seine Augen fanden mich. Sein Blick bohrte sich in meine Augen. Erkennen flackerte in ihnen auf. Unverständnis. Dann hob Roland den Dolch und bohrte ihn in Jacks Brust. Ich sah nicht weg.
Besser gesagt ich konnte nicht. Denn diese Augen sahen mich noch immer an. Augen die mir etwas zuriefen. Die mir etwas sagen wollten. Augen die letztendlich erloschen.
Aber die Botschaft konnte ich noch immer erkennen.
Diese Stille Anklage.
Roland erhob sich und ging weg.
Ich bemerkte ihn nicht wie er mit zunickte.
Ich bemerkte nichts mehr außer dieser Nachricht.


Verrat....
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