Kreislauf

von Kaboom
GeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Cortana John-117
22.07.2013
22.07.2013
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22.07.2013 603
 
Disclaimer: Weder gehört mir Halo, noch verdiene ich in irgendeiner Art und Weise Geld damit.

Weiter. Immer weiter. Verloren. Trotzdem. Weiter. Stille. Vorwärts. Niemals einen Schritt zurück. Niemals zurücksehen. Donnern. Nachladen. Feuern. Sprechen. Schreie. Allein. Vorwärts. Allein. Verloren. Stille. Wohin soll ich gehen?  Alles ist unwirklich.

Der Master Chief blieb nicht stehen um die herrliche Natur rings um ihn herum zu beobachten. Es war eigentlich nichts allzu besonderes. Ein Mischwald, der in voller Blüte stand, mit hier und da verteilten Blumenbüscheln und Moos. Eigentlich nichts besonderes. Aber nach all der Verwüstung und Sterbens der letzten Tage war es wie... das Paradies. Das war das wohl passendste Wort, das Cortana in jenem Moment fand.
Gerade, weil es so gewöhnlich war. So... unberührt. So wie ein Wald sein sollte. Keine Flood. Keine Allianz. Keine Soldaten.
Nur der natürliche Kreislauf. Noch vollkommen unverfälscht von „höheren“ Lebensformen.
Trotzdem, aber so viel weiterentwickelt. Es war ein seltsamer und unlogischer Gedanke fand Cortana, aber irgendwie stimmte es. Hier existierte eine Welt, in der ein täglicher Überlebenskampf herrschte und dennoch... dennoch gab es kein Blut. Keine verstümmelten Leichen, die den Weg zum Feind wiesen. Keinen Lärm.
Es schien als ob dieses Leben hier im Wald diese primitive Form der Kriegsführung hinter sich gelassen hatte und stattdessen auf eine höhere Stufe gewechselt war. Und für einen kurzen Moment wünschte sie sich genau das auch für den Kampf mit der Allianz.
Es war ein abstrakter, im nach hinein nicht nachvollziehbarer Gedanke, jedoch konnte sie ihn trotz aller fehlender Logik nicht mehr abschütteln. Und plötzlich war er da. Dieser neue Gedanke.

Es würde dem Chief gut tun.
Es wäre besser für ihn.


Sie versuchte ihn abzuschütteln, scheiterte jedoch kläglich.
Sie hatte es sehr wohl gemerkt.
Es waren nicht direkt Veränderungen. Es waren viel mehr... kleine Zeichen, dass auch Spartaner Grenzen hatten, angreifbar waren. Am Chief ging all das Blut, all die Erschöpfung, all das Leid, einfach der gesamte Krieg mit allen Erwartungen, nicht spurlos vorüber. Er konnte mehr tragen als andere Soldaten, aber letztendlich war und blieb er ein Mensch. Ein Mensch, der all dies in eigentlich nicht akzeptablen Mengen tragen musste. Und man merkte diese Last. Nicht oft. Nicht jeder. Eigentlich merkte nur sie selbst es. Weil sie schon lange mit ihm arbeitete. Weil sie ihn kannte. Weil sie Zugriff auf die Systeme hatte, die seine Körperfunktionen überwachten.
Das schlimmste jedoch war, dass seine Reaktionen, auch wenn sie noch so minimal waren, an manchen Tagen die Bilder der Marines wieder lebendig werden ließen.
Der Marines, die die Flood gesehen hatten, und nicht beim ersten Angriff umgekommen waren. Verstörte, zitternde Gestalten, welche unentwegt murmelten und flehten, hofften, dass alles nur Einbildung oder ein schlechter Traum sei.
Natürlich hatte der Chief nie gezittert. Nie gemurmelt oder gefleht, aber er... war manchmal einfach anders. Ganz plötzlich. Er brauchte nichts zu sagen, sich anders zu bewegen oder stockend zu atmen. Cortana merkte es trotzdem und auch wenn sie nur eine KI war... In diesen Momenten wusste sie einfach, dass der Chief sie brauchte. Es war fast wie ein... Gefühl.
Aber diese Dinge würde sie niemals zur Sprache bringen. Weder gegenüber dem Flottenkommando, noch gegenüber dem Chief. Es war letztendlich auch gar nicht nötig, fand sie. Denn in den entscheidenden Momenten war für Cortana wie auch dem Chief eines klar.

Sie gehörten zusammen.
Selbst, wenn alles um sie herum, kam und plötzlich wieder ging.


,,Chief, ich habe eine Übertragung aufgefangen. Es gibt Überlebende etwa zwei Kilometer von hier entfernt. Die Allianz versucht gerade sie einzukreisen. Hier in der Nähe ist ein verlassenes Lager. Dort müsste noch ein Warthog zu finden sein. Lust auf eine kleine Spritztour?“
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