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Auf Abwegen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
1. DCI Tom Barnaby Cully Barnaby Dr. George Bullard DS Gavin Troy Joyce Barnaby
20.07.2013
30.07.2013
5
4.187
1
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Dieses Kapitel
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20.07.2013 924
 
Sie hatten sich darauf geeinigt, geteilten Arbeiten nachzugehen. Und so hielt Troy erneut vor dem Cottage der Southerbys, während Barnaby bei Bullard in der Pathologie vorbeischaute.
Nachdem der Sergeant nach dem Klopfen einige Schritte zurückgetreten war, öffnete sich die Tür und eine junge Frau erschien. Zu jung, um Mrs. Southerby zu sein.
Eine rote Locke ringelte sich frech auf ihrer Stirn. Ihre grauen Augen musterten ihn fragend und dennoch interessiert.

„Sind Sie mit Mrs. Sarah Southerby verwandt?“, fragte der junge DS gerade heraus.

„Ja, sie ist meine Mum. Muss wohl am Aussehene liegen. Wer sind Sie?“ Während ihres kurzen Lachens hatten sich an beiden Mundwinkeln kleine Lachfältchen gebildet.
‚Keineswegs unattraktiv‘, stellte Gavin Troy fest.

„Ich bin Ashley.“

„DS Gavin Troy vom CID Causton. Ich hätte noch einige Fragen an Ihre Mutter und natürlich auch an Sie.“
Nach einer kurzen Pause:
„Mein Beileid zum Tod Ihres Vaters…oder sind Sie Julian’s Schwester?“

„Halbschwester. Danke.“ Ihre plötzliche Trauermiene wirkte aufgesetzt.

„Darf ich reinkommen?“

„Oh ja…natürlich. Wie unaufmerksam von mir.“ Sie trat zurück und führte ihn ins Wohnzimmer.
Diesmal saß Mrs. Southerby in einem der Sessel, die Troy nur zu gern einmal ausprobiert hätte.

„Möchten Sie etwas trinken? Kaffee, Tee, …?“, fragte Ashley und war schon halb in der Küche verschwunden.

„Danke, ein Kaffee wäre nett. Mit Milch und Zucker, bitte.“ Danach wandte er sich dem Ebenbild Ashley’s zu.

„Mrs. Southery, ich weiß, es muss sehr schmerzhaft für Sie sein, aber ich hätte noch einige Fragen zu den angeblichen Affären, die Ihrem Ehemann nachgesagt werden.“ Er zückte einen Block, als Ashley mit einem Tablett neben ihn trat.

„Hätten Sie gerne eine alphabetische Reihenfolge, Sergeant?“

„Ashley!“

„Es ist doch die Wahrheit, Mum!“, sie reichte ihm eine Tasse, Troy nickte ihr freundlich zu.
Sein Stirnrunzeln verriet seine Verwirrung.
So schlimm kann doch kein Mann wüten!

„Mein Mann ist - war – immer schon ein Frauenheld. Das wusste ich bereits, als ich ihn heiratete. Aber ich habe ihn über alles geliebt und er hat mir einen Antrag gemacht…seine diversen Liebschaften nahm ich dafür in Kauf. Und ich war ihm dankbar, dass er es nicht in meiner Anwesenheit zur Sprache kommen ließ.“

„Könnte ihn vielleicht eine seiner Affären aus Eifersucht getötet haben?“ Troy nahm einen Schluck aus seiner Kaffeetasse.

„Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe zumindest Nichts in dieser Richtung mitbekommen.“ Sarah umklammerte ihre Tasse fester und blickte eine Weile schweigend aus dem Fenster.

„Ashley, Sie sagten etwas von alphabetischer Liste oder so ähnlich. Könnten Sie mir vielleicht ein paar Namen nennen?“

„Ich schreib Sie Ihnen auf und gebe Sie Ihnen bevor Sie gehen. Meine Mum nimmt das alles ziemlich mit.“ Sie stand auf und verließ den Raum.

„Das kann ich verstehen, Mrs. Southerby, trotzdem muss ich Sie fragen, was Sie…“ Sein Handy klingelte in der Tasche.

<DCI Tom Barnaby> erschien auf dem leuchtenden Display.

„Entschuldigen Sie, das ist wichtig.“ Er nahm ab.

„Troy. – Ist sich Dr. Bullard da sicher, Sir? – Okay, vielen Dank. Ich komme anschließend ins Büro, Sir.“ Nachdem er sein Handy wieder in Jacketttasche verstaut hatte, wandte er sich der Frau im Sessel zu.

„Ich muss Sie leider fragen, wo Sie sich am Dienstagabend um etwa 20 Uhr aufgehalten haben.“ Sarah sah ihn erschrocken an.

„Sie denken doch nicht etwa, dass…dass ich Allistair erschossen hätte? Ich hatte noch nie eine Waffe in der Hand!“

„Das will ich auch keineswegs behaupten. Es handelt sich hierbei lediglich um einen Routineabgleich, um einen Überblick über die Beteiligten zu bekommen.“

Mrs. Southerby fuhr sich nervös durch die Haare.
„Na gut. Ich hatte um 6 Uhr einen Massagetermin bei Frederick Marsh. Er wohnt ebenfalls hier im Dorf. Danach hat er mich auf ein Glas Wein eingeladen und wir haben uns noch eine Weile unterhalten. Freddie hat mich dann gegen 10 hier abgesetzt. Ich bin danach sofort ins Bett gegangen.“

„Vielen Dank, Sarah. Sie haben uns sehr geholfen.“
Troy trank die letzten Schlucke seines inzwischen erkalteten Kaffees und machte sich auf die Suche nach Ashley.
Als er in den Flur trat, wäre er beinahe mit ihr zusammengestoßen.

„Entschuldigen Sie, Sergeant.“

„Gavin.“

„Gavin. Ich begleite Sie noch vor die Tür.“ Vor seinem Wagen blieben beide stehen.

„Hier ist eine Liste mit seinen jüngsten Eroberungen. Bitte seien Sie diskret bei Ihren Nachforschungen, einige der Damen sind verheiratet und es sollen nicht noch mehr Ehen zerstört werden.“ Für einen Augenblick wanderten ihre Augen in die Ferne und Gavin befürchtete schon, sie würde anfangen zu weinen, doch dann fasste sie sich wieder und blickte blinzelnd zu ihm auf.

„Da ist noch etwas. Von dem meine Mum allerdings Nichts weiß. Und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn es auch dabei bleiben würde.“

„Selbstverständlich.“

„Mein Vater teilte sein Bett nicht nur mit hübschen Frauen.“ Dem Sergeant fiel vor Schreck die Kinnlade herunter.



„Er führte bis zu seinem Tod eine Beziehung mit Freddie Marsh. Ich glaube, meine Mum hat ihn erwähnt.“

Troy versuchte seine Fassung wiederzufinden.

„War es etwas Ernstes?“

„Oh ja, das glaube ich.“

‚Scheiße!‘, dachte DS Gavin Troy, ‚der Kerl war auch noch schwul!‘

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So, nachdem das 4. Kapitel nicht wirklich ein Brüller war, wie ich mir eingstehen muss, hoffe ich, dass euch dieses Kapitel gut gefällt. Immerhin erfahren wir ja so einiges über unser Opfer...

Ich hoffe, ihr bleibt weiter dran und wenn schon jemand eine Idee hat, wer vielleicht der Mörder sein könnte - nur raus damit! :)

Auch möchte ich an dieser Stelle grober unfug, Steffi96, Zyon und anonym für ihre besonders netten und aufbauenden Reviews danken!
Über zusätzliches Feedback von allen Schwarzlesern würde ich mich natürlich ebenfalls freuen.

Euer Nelkenmädchen.
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