Mitchell

GeschichteMystery, Fantasy / P16
18.07.2013
19.09.2013
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18.07.2013 910
 
So, das Kap ist ein bischen kürzer...Aber als Zwischestück geht es;-), das Ganze muss ja ins Rollen kommen...

Und jetzt viel Spaß beim Lesen :-)

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Mitchell war wieder im ´Three Quarters´ angekommen und obwohl es bereits auf sieben Uhr zuging, war die Tanzfläche noch proppenvoll. Mitchell schob sich langsam durch die Masse an Körpern, aber was er suchte, konnte er nicht finden. Weder waren Seth und seine Fußhupen hier, noch das Mädchen. Aber bei dem Gemisch von Gerüchen war es schlicht unmöglich ihren Geruch herauszufiltern. Scheiße! Hoffentlich war die Kleine ihnen nicht schon in die Hände gefallen. Mitchell war nicht nur äußerst schlecht gelaunt, er hatte auch noch Hunger. Seltsamerweise verspürte er nicht den Drang, in einen der vielen Hälse zu beißen, oder auch nur eines der Mädchen nach draußen zu locken. Es war ungewöhnlich für ihn, mehrere Tage keine Nahrung zu sich zu nehmen. Grübelnd betrat Mitchell die Straße, nachdem er zwei weitere erfolglose Runden durch den Club gedreht hatte.

Inzwischen war die Sonne schon deutlich hinter dem Smog der Stadt zu erkennen, Klasse, Mitchell schlug den Kragen seiner Jacke hoch und verschwand in der Underground. Ein Taxi oder schlimmer eine Fahrt in einem der Busse würde er definitiv nicht überstehen.
Er spürte die Sonne trotz dem Meter dicken Schicht aus Beton, Dreck und Erde tief in seinen Knochen. Ein unangenehmes Ziehen und Stechen, sein Magen ein schwerer Klumpen aus Blei.
Wahrscheinlich hatten seine Augen bereits transformiert. Mist!
Mitchell hielt den Blick gesenkt, auch wenn ihm die Pendler keine Beachtung schenkten. Lieber Vorsichtig als von einem wütenden Mopp in Stücke gerissen zu werden. Man konnte ja nie wissen wie die Menschen reagierten.

Es schien, als wäre der Zug heute langsamer als sonst, oder war es Einbildung? Mitchell spannte die Schultern an, lies sie vorsichtig kreisen, dabei bemerkte er, das er ihm kalter Schweiß das Hemd an den Rücken klebte. Scheiße verflucht! Das  kann doch alles nicht wahr sein!!!! Dumpf erklang die Ansage, dass er seine Station erreicht habe, genau Rechtzeitig, so dass Mitchell sich in Bewegung setzen konnte, bevor er einfach vor Frust aufgeschrieen hätte. Er war stärker und besaß eine beschleunigte Wundheilung, aber das mit der überschnellen Laufgeschwindigkeit, war eine Legende aus dem Kino. Also war Mitchell gefesselt an den viel zu langsamen Schritt der morgendlichen Masse, die sich durch London schob. Es war zum Wahnsinnig werden. Ein stumpfer Schmerz kroch langsam seine Schultern hoch, immer weiter, bis es in seinem Kopf unangenehm zu pochen begann.  
Als er schließlich in der kleinen Wohnung angekommen war, brannten seine Augen vom Licht und das pochen war zu einem Dröhnenden Kopfschmerz angeschwollen. Scheiße!!!!
Dies waren die Horrorgeschichten der Vampire, von jenen die dem Blut entsagten. Es war möglich, allerdings hielten die wenigsten durch und falls doch, hatten sie irgendwann einen Fehler begangen. Oder sich umgebracht. Das Ergebnis war jedenfalls dasselbe. Alle von denen er je gehört hatte, waren tot.

Mitchell schaffte es gerade noch, sich die Schuhe von den Füßen zu streifen, bevor seine Beine einknickten und er auf das schmale Bett fiel. Seine Glieder begannen unkontrolliert zu zucken, die Schmerzen wurden noch schlimmer. Mitchell keuchte und stöhnte gequält auf. Nicht einmal als Soldat hatte er solche Folter ertragen müssen. Sämtliche Jalousien waren geschlossen, einen Wecker oder eine Uhr gab es nicht. Er hatte die Wohnung bloß als Mittel zum Zweck und daher nicht wirkliche viel auf die Einrichtung gegeben. Vor allem nicht hinsichtlich eines Kühlschrankes. Ein Fehler, wie nun  dachte. Ihm war so schrecklich heiß. Fieber?! Für einen einfachen Eiswürfel würde gerade töten!
Das war das Ende, zweifelsohne, eine andere Möglichkeit gab es einfach nicht, dachte Mitchell, als die ersten Krämpfe seinen Körper schüttelten und seine Schmerzen sogar noch weiter ansteigen ließen. Er konnte nichts weiter tun, als sein Gesicht ins Kissen zu drücken, damit seine Schreie nicht das ganze Haus aufmerksam machten.
Wie lange diese Qualen anhielten, konnte er nicht sagen, als er nach gefühlten Tagen die Augen öffnete und seine von Schmerzen verkrampften Finger vom Kissen zu lösen versuchte. Immer wieder hatte er das Bewusstsein verloren, war immer nur solange wach, wie es brauchte um die Schmerzen wieder zu fühlen. Jedes Mal schlimmer als zuvor.
Seine Klamotten klebten an seinem Körper. Er stank fürchterlich. Vielleicht hatte er schon angefangen zu verwesen?! Stöhnend rappelte Mitchell sich auf und brachte sich in eine annähernd sitzende Position.

Er atmete tief ein und fuhr sich mit einer Hand durch seine verklebten Haare. Es war widerlich, zum Glück war er allein. Mitchell zog sich mühsam die Sachen vom Körper und taumelte Richtung Dusche. Das warme Wasser brannte auf seiner Haut, löste aber irgendwann die verkrampften Muskeln. Ein Geschenk des Himmels, besser als das Shangri-La selbst.
Er lies sich Zeit, wusch sich gründlich und war einfach nur dankbar, von diesen Schmerzen befreit zu sein.

Als er gerade dabei war, sich trocken zu rubbeln, klingelte sein Telefon.
Scheiße! Wie lange hab ich hier nur gelegen?!

Mitchell hoffte inständig, dass es nicht Harrick war. Aber das fiese kleine Zeichen  für die Voice Mail blinkte ebenfalls, wie er genervt feststellte, als er auf das Display sah. Die Nummer kannte er nicht, doch es meldete sich Mrs Woodruf, die Personalleiterin des Krankenhauses. Seit zwei Tagen hatte man versucht ihn zu erreichen, da er die Stelle antreten könne, wenn er denn noch wollte.
Mitchell beeilte sich zu versichern, das er es tat und wurde angewiesen sofort zum Vertragsabschluß ins Krankenhaus zu kommen, da man ihn nicht erreichen konnte, lief die Frist bedauerlicherweise in zwei Stunden aus.
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