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Damon & Bonnie - Nicht vergessen

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonnie McCollough Damon Salvatore
17.07.2013
31.07.2013
9
12.825
 
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17.07.2013 1.228
 
Damon saß in einer Bar – mal wieder. Hast du sonst nichts anderes zu tun, Salvatore?, fragte er sich selbst und sah sich um. Die Bar war relativ klein. Einige Tische standen willkürlich im Raum. Nur wenige Menschen saßen in dem Lokal und tranken Bier, es war eigentlich ziemlich ruhig. Damon saß als einziger an der Theke, doch der Barkeeper beachtete ihn kaum. Wieso bist du in die Stadt gekommen? Was hast du geglaubt, hier vorzufinden? Damon schob die Gedanken beiseite. Er nippte an seinem Whiskey und starrte an die große Uhr an der Wand. Zwei Uhr morgens. Die Bar würde in einer Stunde schließen. Und dann?
Ich sollte einfach wieder gehen. Dahin, wo ich niemanden kenne, sagte er sich und blickte in sein jetzt leeres Glas. Er rief den Barkeeper her, der ihm nochmal einschenkte.
„Das ist das letzte Glas, Mann“, sagte er, dann ging er wieder.
Damon zuckte mit den Schultern. Das war ihm egal. Ihm war alles egal. Ich gehe an einen Ort, an dem mich niemand kennt und ich ganz langsam jeden ausschlürfen kann.
Ein Seufzen entfuhr ihm und der Barkeeper sah ihn besorgt an, sagte jedoch nichts.
Da fragte sich Damon, wie er wohl auf andere Menschen wirkte. Sonst war er der super Kerl, der gutaussehende, heiße Fremde. Jetzt war er der, der seinen Kummer im Alkohol ertränkte. Wenn das denn nur möglich gewesen wäre.
Mit einem Ruck würgte Damon den Whiskey hinunter, legte einen Geldschein auf den Tresen und verließ die Bar ohne zurückzusehen.

Bonnie lag auf ihrem Bett und starrte an die Decke. „Du weißt, dass du diesen Schmerz nicht überleben würdest.“ Sie wiederholte die Worte ihrer besten Freundin im Kopf immer und immer wieder. Sie ergaben so viel Sinn, hatten aber gleichzeitig die Wirkung auf sie, als wären sie in einer Fremdsprache in ihr Gedächtnis gebrannt.
Meredith hatte Recht. Meredith hatte immer Recht.
Bonnie rollte sich zusammen und schloss die Augen. Sie hatte gar nichts mehr. Meredith war weggezogen – sie konnten nur noch telefonieren. Elena hatte alle Hände voll, sich um ihre Beziehung mit Stefano zu kümmern. Matt ignorierte Bonnie aus einem Grund, den sie nicht kannte. Caroline war gestorben – sie hatte es nicht geschafft ihre eigenen Kinder auf die Welt zu bringen. Bonnies Eltern und auch ihre Schwester waren aus der Stadt gezogen. Bonnie hatte nichts mehr. Gar nichts. Jeder entfernte sich von ihr. Jeder begann langsam aber sicher, sie zu hassen. Und sie machte keinem von ihnen einen Vorwurf. Sie hasste sich selbst nämlich auch.
Meredith würde Recht behalten. Wenn Damon Bonnie verlassen würde, gäbe es keinen Grund mehr für Bonnie, in dieser Welt zu leben. Damon war der einzige, der sie festhalten konnte. Nicht ihre Freunde, nicht ihre Familie – nein. Damon.
Sie hatte nie aufgehört. Sie würde auch nie aufhören. Diese Gefühle würden für immer in ihrem Herzen für Ärger sorgen.
Ohne Damon würde sie sterben.

Damon wandelte durch die Straßen und sah sich um. Er musste gehen. Er konnte nicht bleiben. Das war keine Stadt für ihn. Er setzte sich auf die Schwelle eines Hauses – ihm war egal, wem das Haus gehörte, Damon musste nachdenken, das war das wichtigste.
Sollte er sich von Bonnie verabschieden? Würde sie versuchen ihn aufzuhalten? Wahrscheinlich. Doch es wäre besser für sie. Sie würde ihr Leben wie gehabt weiter leben können. Als Mensch. Mit einem Menschen an ihrer Seite, mit dem sie ein Kind bekommen und glücklich werden konnte. Das wünschte Damon sich für sie. Er wollte, dass sie alles hatte, was sie brauchte und wollte. Sie war sein kleines Vogelbaby und er würde tun, was getan werden muss, um sie glücklich zu machen.
Mit einem Seufzer erhob er sich wieder und ging weiter gerade aus. Er musste zu ihr. Er musste sie sehen. Vielleicht war es das letzte Mal?

Bonnie lag in ihrem Bett. Es war morgens, aber sie wollte nicht aufstehen. Heute würde sie auf eine Party gehen müssen.
Am vorigen Abend hatte Elena angerufen und gesagt, sie seien wieder aus den zweiten Flitterwochen zurück und würden deswegen Feiern wollen.
Bonnie wusste nicht, warum das ein Grund sein sollte, aber was soll’s? Es ging um Elena – jeder tat das, was sie verlangte. Auch Bonnie.
Sie erhob sich aus ihrem Bett und ging auf direktem Weg ins Bad. Sie duschte sich und legte sich darauf wieder ins Bett. Ihr ging es miserabel. Wäre Damon hier. Sie sehnte sich nach seiner Stimme, seinem Lächeln, seinen Augen… Seinen Umarmungen.
„Raus aus meinem Kopf!“, rief Bonnie und drückte sich ein Kissen aufs Gesicht. Dann schmiss sie das Kissen quer durch ihr Zimmer und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. „Beruhig dich, Bonnie… Ruhig bleiben“, sagte sie sich selbst. „Er hasst dich nicht. Er mag dich. Ihr seid Freunde.“
Das reicht dir nicht, flüsterte ihr Verstand. Du willst mehr. Aber das wirst du nie bekommen. Denn er liebt Elena. Niemand anderen.
Bonnie schloss die Augen und spürte, dass Tränen ihre Wangen hinunterliefen. Sie wischte sie weg, stand auf und ging zum Fenster. Dann riss sie es auf und lehnte sich hinauf. Warmer Sommerwind streichelte ihr Gesicht.
Wieso weinte sie? Sie wusste, dass Damon niemals aufhören würde, Elena Gilbert zu lieben. Egal, wie glücklich sie mit Stefano war, irgendwas würde sie immer mit seinem älteren Bruder verbinden.
Bonnie schüttelte den Kopf und legte ihren Kopf auf die Fensterbank. Als sie ihren Kopf wieder hob, saß neben ihr eine Krähe, die sie mit schwarzen Augen musterte. „Damon“, sagte sie stellte sich wieder gerade hin. „Was machst du hier?“
Die Krähe flog ins Zimmer und verwandelte sich dann in einen gutaussehenden Vampir. „Du hast geweint“, sagte er und sah sie direkt an.
„Stimmt“, erwiderte sie und wischte sich über die Augen. „Gut beobachtet.“
„Wieso hast du geweint?“
Sie sah ihn lange an, dann zuckte sie die Schultern. „Ist nicht wichtig. Ein recht törichter Grund eigentlich. Hör mal, ich muss mich fertig machen, ich gehe heute noch zu einer Party und…“
Damon unterbrach sie. „Du willst feiern gehen? Mit Alkohol?“
Sie ließ den Kopf baumeln. „Ja, mit Alkohol, aber ich werde nichts trinken, ich…“
„Was ist das für eine Party?“, fragte Damon erneut und zog eine Augenbraue hoch.
Bonnie verschränkte die Arme. „Elenas Party“, antwortete sie und konnte in Damons Augen lesen, dass er etwas überrascht war. „Stefano und sie sind wieder da. Und das wollen sie jetzt feiern.“
Damon nickte und sagte: „Ich komme auch.“
Mit einem Kopfschütteln ging Bonnie einen Schritt zurück. „Ich kann auch mich selbst aufpassen.“
Er sah sie lange an bevor er sagte: „Ich will mich nur versichern, dass es dir gut geht.“
„Es geht mir gut!“, rief Bonnie und machte einen weiteren Schritt nach hinten. „Sieh mich an, es geht mir sehr gut, dankeschön! Ich möchte dich nicht da haben!“
Sie glaubte, Schmerz in Damons Gesicht zu sehen, doch in der nächsten Sekunde sah er wieder Emotionslos aus. Hatte sie sich das eingebildet?
„Gut“, sagte er und sein Blick wurde sauer. „Mach doch, was du willst. Es ist dein Leben.“
Sie nickte. „Es ist mein Leben. Du solltest gehen.“
Er wandte sich ab. „Mach dir da mal keine Sorgen, ich bin schon weg.“
„Dann mach’s gut.“
„Was auch immer“, sagte er genervt und warf die Tür hinter sich zu.
Da stand Bonnie nun in ihrem Zimmer. Alleine. Der Wind wehte durch das Fenster in ihr Zimmer, umschmeichelte ihre Haare und ihre Haut. Und die frischen Tränen, die ihre Wangen hinabliefen.
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