Damon & Bonnie - Nicht vergessen

GeschichteMystery, Romanze / P12
Bonnie McCollough Damon Salvatore
17.07.2013
31.07.2013
9
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17.07.2013 1.481
 
Es war etwa zehn nach acht, als Damon vor Bonnies Tür stand und darauf wartete, dass sie die Tür öffnete. Während er hörte, wie sie in ihrer Wohnung schnell auf und ab lief, dachte er sich, wie sie sich solch eine Wohnung hatte leisten können. Mit ihrem niedrigen Gehalt als – was war sie noch gleich? Erzieherin, genau. Doch wahrscheinlich hatte sie sich die Wohnung nicht allein von ihrem eigenen Gehalt gekauft, der Wolfsjunge hatte wohl auch dazu beigetragen. Er kannte seinen Namen. Bonnie hatte ihn an diesem Tag dreimal erwähnt. Und er erinnerte sich an jedes einzelne ihrer Worte. Nachdem ich die Gefühle für Zander verloren hatte, haben mich deine Worte immer aufgemuntert, hatte sie gesagt. Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen, als er erneut an ihre Tür klopfte.
Binnen zwei Sekunden wurde die Tür aufgerissen und Bonnie stand vor ihm. Sie hatte ihre roten Locken zu einem Pferdeschwanz gebunden und trug eine eng anliegende Jeans und ein ebenso enges Top. Er betrachtete sie und ihm wurde klar, dass er nie daran gedacht hat, wie schön ihre Figur war. Sie war immer schön gewesen. Ihr Aussehen war ihm immer aufgefallen, hatte ihn immer etwas schwach gemacht, auch wenn sie sich dessen nie bewusst war. Was sich nun aber geändert hatte. Sie schien zu wissen, wer sie war, wozu sie fähig war. Sie schien zu wissen, dass sie schön war. Schön wie ein Engel.
„Hi“, sagte sie, kurz und knapp.
„Hey“, sagte auch Damon knapp und sah sie an.
Sie wartete etwas und starrte ihn an, bis ihr ihr Fehler bewusst wurde. „Ach ja, tschuldige.“ Sie machte einen Schritt zurück und sprach: „Bitte kommen Sie herein, Damon Salvatore.“
Er trat über die Türschwelle und verbeugte sich dann gekonnt vor ihr. „Haben Sie vielen Dank, Bonnie McCullough.“
Ein Lächeln umschmeichelte Bonnies Lippen, dann schlug sie die Tür hinter Damon zu und sah sich wieder ihre Wohnung an. „Willkommen in meinem trauten Heim“, sagte sie und lächelte ihn an.
Er lächelte ebenfalls und sah sich um. Der Einrichtungsstil war einfach gehalten: Weiß und Schwarz waren anscheinend die Farben der Saison. Ihm gefiel es. „Ich hätte dir etwas… bunteres zugemutet“, gab er zu und sah Bonnie von der Seite an.
Sie zuckte die Schulter und setzte sich auf die Couch. „Zander hat das meiste ausgesucht. Er hatte am meisten für die Wohnung bezahlt.“
Damon nickte und setzte sich zu ihr. „Und wer unterstützt dich nun?“
„Meine Eltern“, sagte sie kurz angebunden. „Aber an der Einrichtung möchte ich nun auch nichts mehr ändern. Es ist jetzt für mich… Es ist mein Zuhause.“
„Keinerlei Trennunsschmerzen?“, fragte Damon etwas perplex. Er hatte sich immer gedacht, wenn jemand nicht über eine Trennung hinweg kommen konnte, dann würde diese Person Bonnie sein. Doch ihr schien das nicht viel auszumachen.
Sie zuckte die Schultern. „Nicht wirklich. Wir haben lange darüber gesprochen und da ich diejenige war, die nichts mehr für ihn fühlt, hat es mir auch viel weniger weh getan, als ihm.“
Damon nickte. Das erschien ihm plausibel, auch wenn es nicht Bonnies Worte waren, die dort aus ihrem Mund kamen. Er dachte einige Sekunden darüber nach, ihr eine bestimmt Frage zu stellen, fast verwarf er die Idee, doch dann war es ihm doch wieder egal, wie sie darauf reagieren würde. „Hast du noch Kontakt zu Elena?“, fragte er.
Überrascht fuhr sie zu ihm herum. „Ich… Ja, wieso fragst du?“ In ihrer Stimme mischte sich ein Unterton mit. Wenn er es nicht besser wüsste, würde er meinen, es wäre Eifersucht.
Daher also dieses benehmen, diese Gedanken, dachte er, sprach die Worte aber nicht aus. „Nur so eine Frage. Wie geht’s ihr?“
Bonnie schüttelte den Kopf. „Ziemlich gut, soweit ich das mitbekommen habe. In den zweiten Flitterwochen, wenn ich mich recht entsinne.“
Wieder so ein schnippischer Unterton, erkannte Damon und zog eine Augenbraue hoch. „Sag, geht’s dir nicht gut?“
Sie stand auf und lief den Gang entlang, womöglich in die Küche. Von dort aus rief die: „Weißt du, ich hab dich hierher eingeladen damit wir reden können.“ Eine kurze Pause entstand. „Willst du was trinken?“
„Alkohol?“, fragte Damon fast hoffnungsvoll.
Drei Sekunden später kam Bonnie mit vier verschiedenen Alkoholsorten zurück. Wodka, Rotwein, Burbon und Whiskey. „Bedien dich“, sagte sie und stellte ihm ein Glas hin. Ihr eigenes füllte sie mit Rotwein.
Noch bevor Damon nach der Flasche Whiskey greifen konnte, wurde ihm etwas bewusst: Dort saß er gerade. Mit seinem Rotkäppchen. Um Alkohol zu trinken. Seinem kleinen Vogelbaby. Er sah ihr zu, wie sie die rote Flüssigkeit hinunterschüttete, als wäre es Wasser. Also doch nicht so unverletzlich, wie angenommen, sagte er sich selbst und musste dazu etwas Lächeln. Er durfte nicht über sie urteilen. Er hatte Jahrhunderte lang das gleiche getan. Er griff nach dem Whiskey und schenkte sich ein. „Du wolltest reden?“
Bonnie hatte bereits ihr drittes Glas heruntergeschüttet, als sie zu ihm aufsah, er erkannte, dass der Alkohol bereits begann zu wirken. „Jap“, meinte sie. „Aber das Gespräch ist leichter zu führen mit Alkohol im Blut.“ Sie schenkte sich erneut ein.
Damon sah zu, während sie das nächste Glas hinunterschlang und dann wieder zur Flasche greifen wollte. Doch er war schneller. Er nahm die Flasche und stellte sie außerhalb ihrer Reichweite auf den Tisch. Das Gleiche tat er auch mit dem Rest der Flaschen.
„Du bist doof“, sagte sie und seufzte, dann lehnte sie sich auf der Couch zurück und zog die Beine an. „So doof.“
Damon lehnte sich ebenfalls zurück, den Whiskey in der Hand. „Ich dachte, du wolltest reden?“
Sie sah ihn an. „Tu ich doch. Du bist doof, Damon… Du bist… einfach gegangen…“ Sie seufzte und schloss die Augen. „Weißt du… du hättest was sagen können…“
Etwas traf ihn in der Magengegend. „Tut mir Leid. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es dir so viel ausmachen würde.“
Sie schlug die Augen auf und sah ihn an. „Ich bitte dich.“ Sie setzte sich so auf die Couch, dass ihr Körper an die Lehne gelent war und ihr Füße beinahe Damon erreichten. „Ich war achtzehn. Ich war ein Kind…“
„Du bist sechsundzwanzig. Du bist noch immer ein Kind“, sagte er und lächelte. „Zumindest im Herzen, ist es nicht so, kleines Rotkäppchen?“
Ihr Blick wurde traurig und mir einem Mal verfluchte Damon sich selbst. „Nenn mich nicht so, Damon. Das… das war einmal, weißt du…“ Sie seufzte.
Er nickte. „Bonnie?“, fragte er und machte es sich nun auch etwas bequemer auf der Couch. Er nippte an seinem Whiskey.
Sie sah ihn mit fragendem Gesichtsausdruck an. „Damon?“, antwortete sie.
Er legte den Kopf zurück und fragte: „Hast du mich wirklich hierher eingeladen, damit du dich zudröhnen kannst, während du mir Vorwürfe machst?“
„Im Großen und Ganzen…“, murmelte sie und schien nochmal nachzudenken. „Obwohl, ich hatte auch vor, das zu tun.“
Im nächsten Moment hatte sie sich bereits vorgelehnt und ihre Lippen auf seine gelegt.
Er erstarrte, schloss seine Augen nicht. Nein, das war falsch. So falsch. So sollte sein Rotkäppchen nicht handeln. Er schob sie so sanft wie möglich von sich weg. „Nein, Bonnie.“
Sie sah ihn traurig an und schmiss sich dann in seine Arme. „Komm schon“, rief sie beinahe etwas zu laut.
„Nein“, sagte Damon erneut. „Nur weil du gerade verletzlich und betrunken bist, heißt das nicht, dass ich mich auf deine blöden Ideen einlasse.“
Sie sah zu ihm auf, mit großen, runden braunen Augen, sie schmollte. „Ich brauche dich gerade, Damon…“
Er seufzte. „Und ich bin für dich da, Bonnie. Hier.“ Er legte ihr seine Hand auf die Wange. „Ich bin hier, ich tröste dich, aber ich werde nicht weiter gehen.“
„Du hasst mich“, sagte sie und setzte sich auf. „Du hasst mich, Damon.“ In ihren Augen bildeten sich Tränen und sie stand auf. „Ich wusste es, du hasst mich.“
Ach du heilige… „Bonnie, ich bitte dich.“ Damon stand auf und ging zu ihr. „Du weißt, dass das nicht wahr ist.“
Sie ging einige Schritte von ihm weg. „Dann küss mich, zeig, dass ich die was bedeute!“
Er berührte seine Schläfe mit seinem Zeigefinger und seinem Daumen. Wie halten ihre Freunde es mit ihr aus?, fragte er sich selbst, dann ging er zu ihr und packte sie bei den Handgelenken und zog sie an sich, sodass sie ihn angucken musste.
Bonnie wurde etwas rot, aber ein breites Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Oho, Damon…“, murmelte sie und sah zu ihm auf.
„Nein“, wiederholte er.
„Doch“, sagte sie und stellte sich auf die Zehenspitzen.
Er schüttelte den Kopf, sie nickte enthusiastisch. Dann, ganz langsam und vorsichtig drückte sie ihre Lippen auf seine und er schloss die Augen. Das ist nicht gut, sandte er ihr.
Doch sie entriss sich aus seinem Griff und schlang die Arme um ihn. „Damon“, murmelte sie leise gegen seine Lippen.
Scheiß drauf, rief sein Geist ihm zu und dann schlang er seine Arme um die kleine Fee vor ihm und versank mit ihr in einer Gefühlswolke gefüllt mit Leidenschaft.
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