Damon & Bonnie - Nicht vergessen

GeschichteMystery, Romanze / P12
Bonnie McCollough Damon Salvatore
17.07.2013
31.07.2013
9
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17.07.2013 1.242
 
Damon ließ seinen Blick durch das Café schweifen. Gelangweilt betrachtete er die darin sitzenden Menschen und setzte sich an einen freien Tisch.
Er war seit Jahren nicht hier gewesen – wie viele waren es genau? Acht, erinnerte er sich. Vor acht Jahren hatte er sie das letzte Mal gesehen: Stefano, sein Bruder; Elena, seine Prinzessin. Doch er hatte keinen von ihnen so vermisst, wie er sie vermisst hatte. Sein Rotkäppchen. Aber so durfte er nicht denken, das durfte er nicht wollen. Denn sie war immer noch mit diesem Wolf zusammen. Wäre es anders, hätte sie es ihm mitgeteilt, oder etwa nicht?
In seinen Gedanken versunken, übersah er beinahe die bekannte Aura, die in den Raum strömte, der bekannte Geruch von Erdbeeren. Er sah auf. Rotes lockendes Haar, das ihr über die Schultern viel, die großen braunen Augen, dunkel geschminkt, eine zerbrechliche Statur, wie die einer Fee. Sie war auch reifer geworden – körperlich, aber auch seelisch. Sie hatte sich verändert, aber er würde sie immer und überall wieder erkennen. Bonnie.
Ihr Blick wanderte durch das Café, sie suchte nach einer Person, oder einfach nur nach einem freien Tisch. Ihre Augen streiften Damon und waren innerhalb weniger Millisekunden weitergezogen. Dann erstarrte sie.
Damon sah in die Richtung, in die sie starrte, doch dort war nichts zu sehen – bloß ein leeres Fenster. Als er seinen Blick wieder auf sie richtete, sah sie ihn an. Ihr Mund leicht geöffnet, ihre Augen groß und ungläubig. Der Vampir ließ ein kleines Lächeln zu, was seinem Rotkäppchen half, sich wieder zu fangen. Sie ging mit schnellen Schritten auf ihn zu und Damon erkannte, dass sie Schuhe mit Absätzen trug.
„Was tust du denn hier?“, war das erste, was Bonnies Mund verließ. Damon lächelte. Diese Stimme, diese weiche, helle Stimme, wie der Gesang eines Vogels.
„Es freut mich auch, dich wieder zu sehen“, antwortete er und rutschte einen Platz weiter. Er winkte sie neben sich auf die Bank.
„Ja, ich meine, nein!“ Sie schien nicht zu wissen, was sie meinte, setzte sich aber neben ihn. „Du hättest doch sagen können, dass du in der Nähe bist.“
Damon schüttelte den Kopf. „Ich bin heute erst angekommen, lass mir doch meine Ruhe.“ Sein Lächeln blieb strahlend.
Bonnie seufzte. „Ja, tut mir Leid. Du hast ja Recht… In letzter Zeit ist einfach so viel geschehen.“
Er legte seinen Kopf schief. „Etwas schlechtes?“
Sie zuckte mit den Schultern. „Ja und nein.“ Ein erneuter Seufzer verließ ihren Mund. „Zander und ich… Wir haben uns getrennt.“
Damons Mundwinkel zuckten nach unten. Nicht, dass er traurig war, es gehörte sich einfach. „Das tut mir Leid. Doch was ist gutes geschehen?“
„Es hat nicht funktioniert, Damon.“ Er hatte es fast vergessen. Fast vergessen, wie sie seinen Namen aussprach. „Ich habe aufgehört ihn zu lieben…“
Er nickte. „Das ist natürlich. Vollkommen normal.“ Ein Lächeln umspielte seine Lippen.
Auch sie begann zu lächeln. „Wie ist es dir ergangen, Damon? Erzähl mir was. Es waren immerhin acht Jahre.“
Damon stützte sich auf seine Hände. „Ich bin viel gereist. War beinahe überall. Ich habe dir einige Male geschrieben.“
Bonnie zog eine Augenbraue hoch – wann hatte sie das gelernt? „Das letzte mal war vor zwei Jahren. Du hast mir jeden Monat geschrieben und dann plötzlich aufgehört.“
„Entschuldige bitte“, sagte er und lächelte. „Ich dachte nicht, dass dir das so viel bedeuten würde.“
Ein roter Schatten legte sich auf ihre Wangen und Damon musste unwillkürlich grinsen. „Naja, es war einfach…“ Sie holte tief Luft und der Schatten verschwand. „Es war einfach etwas, das mich an dich erinnert hat, etwas handfestes. Etwas, dessen ich mir wirklich sicher war. Nachdem ich die Gefühle für Zander verloren hatte, haben mich deine Worte immer aufgemuntert.“
Nun zog Damon eine Augenbraue hoch. „Das war vor zwei Jahren, Bonnie.“ Er sah wie sie beim Klang ihres Namens etwas zusammenzuckte, erwähnte dies aber nicht. „Du hast die Gefühle für ihn bereits vor zwei Jahren verloren?“
Sie zuckte mit den Schultern. „Ich wollte es versuchen.“
„Sind die Gefühle einmal verloren, kommen sie nicht einfach so zurück“, erklärte er, doch sie rollte nur die Augen.
„Glaubst du, dass weiß ich nicht?“, fragte sie und sah auf ihre Hände herab. „Es ist nur so, ich-“
Doch bevor sie weiter sprechen konnte, kam der Kellner an den Tisch und fragte, ob er wohl die Bestellungen aufnehmen könnte. Damon lehnte konkret ab, Bonnie bestellte einen Kakao.
Als der Kellner wieder gegangen war, drehte sie sich zu Damon. „Was tust du überhaupt in einem Café? Ich wüsste nicht, dass man hier Getränke mit dem Blut junger Frauen verkauft.“
Entweder hab ich mir das eingebildet, sagte Damon zu sich selbst. Oder klang Bonnie gerade herablassend? Doch er irrte sich nie. „Eigentlich habe ich schon gespeist“, erklärte er in einem spielenden Ton, der Bonnie eine Gänsehaut bescherte, wie er ganz klar sehen konnte. „Nämlich von einem Geschäftsmann mittleren Alters.“ Das war keine Lüge. „Ich dachte, etwas Entspannung würde dem guten Mann gut tun.“ Dies war eine.
Bonnie seufzte. Erneut. „Schon gut Damon.“ Sie legte den Kopf zurück und schloss ihre Augen. „Mein Kopf dröhnt.“
Er schob ihr einige Haarsträhnen aus den Augen. Sie riss die Augen auf und sah ihn an, seine Hand verblieb auf ihrer Wange.
„Tut mir Leid“, sagte er nach einer Weile und nahm dann seine Hand weg. „Das hat mich etwas gestört“, gab er zu und lächelte erneut.
Wieder legte sich ein Schauer auf ihre Wangen und sie drehte sich von ihm weg. „Schon in Ordnung…“
„Bonnie“, sagte er, doch in dem Moment kam erneut der Kellner und stellte den Kakao vor ihr auf den Tisch. Mit einem Lächeln an sie gerichtet, ging er hinfort. Damon sah ihm mit zusammengekniffenen Augen nach.
„Ja?“, fragte Bonnie, nahm ihren Kakao in die Hand und sah ihn an. Sie konnte sich erstaunlich schnell wieder fangen. Wann hatte sie das gelernt?
Nun war es Damon, der seufzte. „Irgendwas ist nicht in Ordnung.“ Ehe sie etwas sagen konnte fügte er hinzu. „Von dem Wolfsjungen mal abgesehen.“
Sie biss sich auf die Lippe und nippte dann an ihrem Kakao. „Vielleicht… Ich weiß nicht…“
Er spürte, wie sie sich selbst daran hinderte, seinen Namen auszusprechen. Weshalb war ihm jedoch nicht klar. „Bonnie, du kannst über alles mit mir sprechen, das solltest du wissen.“ Er sah sie die ganze Zeit an.
Bonnie nickte. „Ich weiß.“
Dann waren sie einige Minuten still. Erst, als Bonnie ihren Kakao ausgetrunken hatte, sprach sie wieder. „Hör mal, ich muss wieder los“, sagte sie und wich seinem Blick aus. Eindeutig eine Lüge, erkannte er, sagte aber nichts. „Aber… Wie wäre es, wenn du heute Abend bei mir vorbeikommst?“
Er zog erneut eine Augenbraue hoch. „Du lebst allein?“
Sie nickte. „Zander ist sofort ausgezogen, als ich mit ihm Schluss gemacht habe“, erklärte sie ehrlich. Sie griff in ihre Handtasche und zog ein Kärtchen hervor, das sie auf den Tisch legte. „Ich weiß, du könntest mich auch anders finden, aber trotzdem, ich will, dass du die hast.“ Sie lächelte und griff nach seiner Hand. Dann drückte sie einmal zu und stand auf. Während sie aus dem Laden ging, winkte sie ihm zu.
Als sich ihre Aura entfernt hatte, nahm er die Karte in die Hand und drehte sie auch in diesen. Ein Lächeln umspielte seine Lippen. Sein kleines Rotkäppchen hatte sie eingeladen. In ihre Wohnung. Langsam ließ er das Kärtchen in die linke Brusttasche seiner Lederjacke wandern – möglichst nah an seinem Herzen.

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Eine neue Fanfic, wie versprochen, wenn auch etwas spät :)
Hoffe, sie gefällt euch soweit. Bamon-Power ftw! :'D
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