120 X

von Nenaisu
GeschichteAllgemein / P18
14.07.2013
26.10.2014
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15.251
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14.07.2013 399
 
35. Breath again - wieder atmen (ZiV/V)


Endlich zielte Mystique auf ihren Feind. Endlich würde er sein Leben verlieren, nach all dem, was er Ihresgleichen angetan hatte.

Für Sean. Für Azazel. Für Angel und all die anderen, die gelitten hatten.

Endlich.

Sie brauchte nur zu blinzeln und schon stand nicht mehr er vor ihr, sondern Charles.
Charles, ihr Bruder, den sie noch immer so sehr liebte, von dem sie schon so lange getrennt war. Viel zu lange.
Charles, der ihr ausreden wollte, es zu Ende zu bringen. Der sie angefleht hatte, aufzuhören, zu ihm zurückzukehren. Der sogar Erik befreit hatte, da er gehofft hatte, dass sie auf diesen hören würde, wenn er zeigte, dass sie zusammenarbeiten konnten. Der wieder auf Erik hereingefallen war. Erik würde sich nie ändern.

Sie hörte ihm kaum zu, da sie es nicht ertragen konnte, auf ihn zu zielen.
Sie musste es tun und sie würde es tun. Trotz alledem.

Bis er davon sprach, dass die Raven, die er kannte, niemals töten würde. Und dass er sie nicht beeinflussen würde. Dass er ihr auch so genug vertraute. Das hatte er noch nie gesagt. Dass er sie ernst nehmen würde. Als sie diesmal blinzelte hingen Tränen in ihren Wimpern und Charles‘ Vision war verschwunden.

Lange starrte sie ihr Ziel an. Sie hatte endlich die Chance, das zu tun, was sie schon so lange tun wollte. Wofür sie seit Monaten kämpfte. Weshalb Erik sie töten wollte und Charles ihren Körper kontrollieren. Doch er tat es nicht. Er überließ ihr die Entscheidung.

Als sie die Akten ihrer toten Freunde in der Hand gehalten hatte, war sie bereit gewesen, zu töten. Sie war bereit gewesen, ein Monster zu werden, ein Monster wie derjenige, den sie töten wollte.
Aber sie wollte nicht so werden, wie er. Charles hatte Recht, sie wollte einfach nur seine Schwester sein und nach Hause zurückkehren. Wollte nur noch das kleine Mädchen sein, das sich bei Gewitter im Bett ihres Bruders verkroch, das kleine Mädchen, das sie längst nicht mehr war und nie wieder sein konnte.
Doch jetzt musste sie erst eine Entscheidung treffen.

Und dann ließ sie die Waffe fallen.
Es war befreiend. Diese Entscheidung ließ den ganzen Hass von ihr abfallen. Sie hatte die Gelegenheit gehabt, die Macht, es zu tun. Sie hatte selbst entschieden, es nicht zu tun.

Nach all den Monaten, nach all dem Hass konnte sie endlich wieder frei atmen.
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