120 X

von Nenaisu
GeschichteAllgemein / P18
14.07.2013
26.10.2014
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14.07.2013 419
 
28. Heal – Heilen (X3)

Der Fernsehbericht war eindeutig gewesen. Es gab ein Heilmittel für Mutanten. Das Erste, was Marie fühlte, war Erleichterung. Gefolgt von einem schlechten Gewissen.

Sie kam nur schwer mit ihrer Mutation zurecht. Professor Xavier hatte gesagt, dass es keine Möglichkeit gab, ihre Kraft zu verschließen und sie nur hervor zu rufen, wenn sie sie brauchte. Das Einzige Mal, dass ihre Mutation nützlich gewesen war, war damals in Boston gewesen, als sie die von John in Brand gesetzten Polizeiwagen mit seiner Kraft gelöscht hatte. Ansonsten stand ihr ihre Mutation nur im Weg. Sie konnte niemanden berühren, ohne ihm zu schaden. Zuerst ihrem Freund, dann Logan, dann wollte Magneto sie missbrauchen, sie konnte ihre Eltern nicht mehr berühren und war daher abgehauen und Bobby konnte sie auch nicht anfassen. Sie hatten es schließlich versucht, waren jedoch kläglich gescheitert.

Dennoch fragte sie sich, ob sie das Recht hatte, sich heilen zu lassen, schließlich war es ein Privileg, ein Mutant zu sein. Und alle in ihrem Umfeld gaben sich Mühe, es besser für sie zu machen. Nur dank Logan wusste sie, dass sie nicht alleine war, nur wegen dieser Begegnung war sie hier zu dieser Schule gekommen. Professor X und die anderen Lehrer hatten versucht, sie in ihren Fähigkeiten zu unterrichten und natürlich in Allgemeinbildung. Bobby zeigte ebenfalls Verständnis. Allerdings war sie sich sicher, dass irgendwann der Tag kommen würde, an dem es nicht mehr reichen konnte, dass er sie nur mit einer schützenden Stoffschicht zwischen ihrer Haut berühren konnte.

Es reichte ja nicht einmal ihr selbst. Sie wollte ihn so gerne anfassen, einfach nur über seine Haut streicheln, seine Wärme spüren; denn obwohl er das Eis beherrschte, wusste sie, dass er warm sein würde. Küssen würde sie ihn auch gerne, und noch mehr, aber im Moment würde ihr auch eine einfache Umarmung reichen; Haut an Haut. Und sie wollte wieder normal mit ihren Eltern umgehen. Sie war innerlich zerrissen und dachte täglich darüber nach, ob sie das Heilmittel annehmen sollte, oder ob sie sich irgendwann so akzeptieren konnte, wie sie war.

Als sie dann Bobby und Kitty zusammen Schlittschuh laufen sah, war das wie der letzte Tropfen auf eine der Schalen einer Waage, die sich bisher im Gleichgewicht gehalten hatte, der dieses sofort ins Ungleichgewicht brachte und sie endlich zu einer Entscheidung brachte.

Sie würde sich heilen lassen.

Und sie war so unendlich glücklich, als sie später Bobbys Hand in ihrer halten konnte, ohne Handschuhe, ohne einen anderen Stoff dazwischen. Endlich seine Haut an ihrer eigenen zu spüren.
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