120 X

von Nenaisu
GeschichteAllgemein / P18
14.07.2013
26.10.2014
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14.07.2013 325
 
25. Loser – Verlierer (X3)

Der alte Mann saß gramgebeugt auf dem Stuhl in dem großen Park, in dem es vor alten Leuten nur so wimmelte. Letztendlich war nichts mehr von dem stolzen aufrechten Mann übrig geblieben, der er vor noch gar nicht allzu langer Zeit gewesen war. Nachdenklich betrachtete Erik das Schachspiel vor sich.

Er hatte verloren, alles, was ihm je lieb und teuer gewesen war, allem voran seinem einzigen Freund, den er jemals gehabt hatte. Charles.
Aber das war nicht sein einziger Verlust, wenn auch der schwerste. Er hatte seine Kräfte verloren, seine Mutation und damit alles, woran er bisher geglaubt und gearbeitet hatte, sein ganzes Leben war hinfällig, alle Ziele, die er sich jemals gesetzt hatte, waren in ungreifbare Ferne gerückt. Er hatte keine Freunde, keine Untergebenen, keine Handlanger, keine Macht mehr. Und keine Selbstachtung. Er war nur noch ein gewöhnlicher Mensch, ein Nichts im Vergleich zu dem, was er vorher gewesen war. Und das alles wozu? Er hatte seine Ziele, seine Visionen einer besseren, von der Menschheit geheilten Welt niemals erreicht. Er hatte keine Fortschritte darin gemacht, da er würdige Gegenspieler gefunden hatte, auch wenn er es vor Charles nie zugegeben hatte. Aber sein alter Freund hatte ihm das Leben ganz schön schwer gemacht. Nun war die Bruderschaft zerschlagen und Charles tot. Was blieb ihm noch?

Ohne darüber nachzudenken hob er die Hand, richtete sie auf die metallenen Schachfiguren aus. Vielleicht... Sein Herz pochte laut in seinen Ohren, als die anvisierte Figur erbebte. Doch seine Hoffnung zerbrach sofort, als er erkannte, dass nur einer der übermütigen Teenager um ihn herum gegen den Tisch gestoßen war und somit alles zum Wackeln gebracht hatte. Was hatte er sich auch nur gedacht? Immerhin konnte er das Metall nicht mehr fühlen.

Charles hatte den Kampf nicht überlebt, dennoch war er es, der sich wie der Verlierer fühlte. Immerhin waren es Charles’ Ideale, die in der Mutantenschule weiterlebten, während von seinen Idealen nichts mehr übrig war.
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