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Der Kuss des Kjer - Mordans Sicht des Geschehens

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Lijanas Mordan
10.07.2013
14.07.2013
6
7.073
 
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10.07.2013 1.476
 
Kurz nach Einbruch der Nacht hatten sie dann ihr Lager aufgeschlagen.
Die junge Frau hatte Mordan neben ein paar Felsbrocken abgesetzt und sie im Auge behalten, während er und seine Männer die Ashentai absattelten, fütterten und tränkten und mit langen Führstricken an Bäumen anbanden. Dann hatten sie ihre Bettfelle ausgebreitet und Mordan hatte der Heilerin befohlen sich auf den seinen niederzulassen und dort zu bleiben. Nach einem wütenden Blick ihrerseits, der ihn daran erinnerte, das er ständig ein wachsammes Auge auf sie haben musste, hatte sie seinem Befehl Folge geleistet.
Dann hatte er Ecren, Levan und Corfar befohlen ein Lagerfeuer vorzubereitn und Brachan mit der Bewachung der Heilerin beauftragt, ehe er sich mit seiner Armbrust bewaffnet auf die Jagdt nach einem Abendessen gemacht hatte. Schlißlich war er mit reichem Fang zurückgegekommen und hatte seine Beute dem dankbaren Ecren überlasen, der versprach ein vorzügliches Mahl daraus zuzubereiten.

Während die anderen sich bei Würfelspielen die Zeit des Wartens auf das Essen vertrieben, hatte Mordan einen Felsbrocken ohne große Mühe erklommen und beobachtete von dort aus, wie die junge Frau von seinen Bettfellen aus die Männer am Feuer musterte. Sie schien sich jedes noch so kleine Detail einprägen zu wollen, den ihre Stirn war die ganze Zeit nachdenklich, vielleicht auch angestrengt von Denkfalten durchzogen...

Wenig später kam Bewegung in die Männer am Feuer. Anscheinden war alles fertig, denn Ecren begann nun das gebratene Fleisch der erbeuteten Tiere zu zerlegen. Kurz darauf konnte Mordan erkennen, das einer der Kjer, er erkannte Levan an seinen blonden Haaren, mit einer Schale und Brot zu der Heilerin ging und ein paar Worte, die er nicht verstehen konnte mit ihr wechselte. Als Levan der jungen Frau die Schale reichen wollte zuckte sie gut erkennbar vor ihm zurück.
Mordan ahnte schon weshalb und ging mit raschen Schritten zu den beiden rüber.

„Du hast mir versprochen, dich nicht deswegen zu schämen!“, knurrte Mordan an Levan gewandt. Lijanas und Levan zuckten gleichermaßen zusammen. Die Heilerin sichtlich erschrocken, da sie ihn nicht hatte kommen hören und Levan aufs Äußerste verlegen und schuldbewusst.
„Herr!.. ich dachte sie fände es vielleicht..“, Levan brach verlegen seine gestotterten Erklärungsversuche ab und sah Mordan etwas verloren an. „Abstoßend? Wenn sie in ihrem Beruf gut ist, sollte sie sowas kennen!“, knurrte dieser und schickte dann Levan zu den anderen zurück. Der junge Kjer schien sichtlich erleichtert über diesen Befel zu sein und entfernte sich rasch. Mordan runzelte die Stirn, während die Heilerin zögernd anfing zu essen und etwas von ihm wegrutschte, als er sich neben sie kniete.
Ja, sie sollte sowas kennen... dachte er und musterte die Heilerin. Warum war sie so schockiert über die zwei fehlenden Finger von Levan..? Auf ihm unbekannte Art war er enttäuscht von ihrer Reaktion, die er so nicht erwartet hatte.

Kurz darauf brach die junge Frau neben ihm das Schweigen: „Wie ist das passiert?“ fragte sie leise und sah hinter Levan her, der sich inzwischen zu den anderen ans Feuer gesetzt hatte. „Wasß“, fragte Mordan knurrig zurück, sie hatte ihn mit seiner Frage aus seinen Gedanken gerissen.
„Das mit Levans Fingern.“ Die junge Frau lies nicht locker. „Sie haben sie ihm abgeschnitten. - Glied für Glied.“ Seine Hand ballte sich in den Falten seines Mantels für sie nicht einsehbar zur Faust, als er den Tag dachte wo alles passiert war. „Wer sowas tut und warum?“, seine Stimme triefte vor Spott. Wie naiv war diese junge Frau, zu glauben, dass soetwas nicht vorkam?!
„Warum: Weil sie dachten, er wäre mein Gespiele und er wäre mir deshalb so wichtig, dass ich alles ausplaudere was sie wissen wollen, wenn sie ihn an meiner statt foltern. Wer: Nivard.“, antwortete er auf ihre Frage. Wut ballte sich in seinem Körper zusammen, wenn die Erinnerungen wieder hochkamen.
„Kein Nivard würde sowas tun!Ihr müsst euch geirrt haben, kein Nivard würde so grausam sein!“, protestierte die Heilerin sofort. „Ja sicher, ich werde mich geirrt haben, als ich sah, wie Levans Blut auf das Banner des Seedrachens spritzte! Und wahrscheinlich habe ich mich auch geirrt, als mir Astrachars Heermeisterin, wie hieß sie noch gleich.. Eliazanar?..  ihr persönliches Siegel ins Fleisch brannte, als Erinnerung an sie!“, knurrte er bitter, denn die Erinnerungen wallten nun wieder unaufhörlich in ihm hoch und er schauderte leicht. Die junge Frau bemerkte seine Reaktion gar nicht, denn sie war zu verwirrt und in ihren Augen konnte er haltloses Entsetzen und Unglauben über seine Wort deutlich erkennen.

Ja, jetzt erkennst du langsam die Wahrheit über dein armseliges Volk! dachte er voller Bitterkeit, ehe er ihr den Dolch, den er eben aus der Satteltasche gekramt hatte hinhielt. „Hier, nehmt das!“, befahl er und drückte ihr den kleinen Gegenstand in die Hand. Langsam schlossen sich die Finger der Heilerin um die Waffe und sie sah ihn verwirrt an. „Ihr gebt mir einen Dolch?“, fargte sie erstaunt und betrachtete den kleinen Gegenstand in ihren Händen ehe sie noch zufügte: „Habt ihr keine Angst, ich könnte euch damit verletzen?“. Sofort schien sie ihre Worte zu bereuhen, den sie zog die Unterlippe zwischen die Zähne. Eine Geste, die ihm schon langsam vertraut an ihr vorkam..

Mit einem verächtlichen Schnauben stand Mordan auf. „Wenn ihr es schafft mir mit diesem Spielzeug einen Kratzer zuzufügen, habe ich es nicht besser verdient.“ Er versuchte die Belustigung, die in ihm aufwallte zu unterdrücken. „Esst und dann legt euch schlafen! Wir werden früh aufbrechen!“, befahl er in einem harschen Ton und verschwand dann in den Schatten der Bäume.

Er hatte jetzt keine Lust sich zu den andern zu gesellen. Nein, er wollte in Ruhe seine Gedanken ordnen, die sie wieder in ihm hervorgerufen hatte.
Er verzog das Gesicht, als er daran dachte, wie er mit Mohn betäubt worden war und erst an einem Folterkreuz wieder zu sich gekommen war, zum Spott aller Nivard um ihn herum und an deren Hohngelächter, wenn er sich wieder und wieder unter ihren Händen vor Schmerzen aufgebäumt hatte. An den Moment, wo sie Levan ins Licht des Feuers gezerrt hatten, der die ganze Zeit versucht hatte ihn gegen eine Übermacht von Nirvad zu verteidigen, als er besinnungslos dalag. Aber er hatte keine Chance gehabt. In der Annahme der Junge sei sein Gespiele hatten sie ihn an ein Folterkreuz ihm gegenüber gehängt. Niemand anderes als die erste Heermeisterin Astrachars hatte vorgeschlagen, die Finger des Jungen Glied für Glied abzuschneiden... Eliazanar.. er verfluchte diese Frau lautlos, für dass, was sie Levan und auch ihm angetan hatte.
Zunächst hatten sie Levan nur ein leises Stöhnen entlocken können, aber später hallten seine gellenden Schreie durch das ganze Lager der Nivard.
Mordan hatte damals versucht, dem Jungen mit seinem Blick die Kraft zu geben, das durchzustehen und das Band war erst in dem Moment gerissen, als Brachan und einige andere Kjer-Krieger das Lager der Nivard überfallen hatten und sie beide von den Kreuzen gehoben hatten.

Nein, Levan brauchte sich deswegen nicht zu schämen. Es war nicht ein Wort über seine Lippen gekommen!
Und wie die Heilerin vor ihm zurückgezuckt war.. nach allem was er in Anschara von ihr gehört hatte, hätte er etwas anderes erwartet!

Nur langsam gelang es ihm, seine ruhelosen Gedanken zurückzudrängen und zwischen den Bäumen durch beobachtete er die anderen Kjer, die sich nun langsam zum Schlafen auf ihren Bettfellen ausstreckten. Nun nährte sich Mordan langsam wieder dem Lagerfeuer und trat an Corfar ran. „Du übernimmst die erste Wache, dann wird dich Levan ablösen!“, befahl er und der braunhaarige Krieger nickte und stand wieder von seeinen Bettfellenfellen auf, um nicht Gefahr zu laufen, doch noch einzuschlafen. Dies war bei Corfar durchaus schonmal vorgekommen und nun achtete der junge Mann immer sorgsam darauf, seine Wache über wach und aufmerksam zu bleiben.

Mordan trat an seine Bettfelle, immoment auch die der Heilerin, heran und musterte die scheinbar schlafende Gestalt der jungen Frau. Er wusste, dass der Schein trog, denn er hatte ihre Lieder verräterisch zucken sehen, als er nähergekommen war. Er wusste genau, sie würde versuchen zu fliehen, wenn er schlief, deshalb würde er nur so tun. Aber im Gegensatz zu ihr konnte er das auch überzeugend. Er ginste spöttisch, als ihre Augenlieder wieder verräterisch zuckten.
Ungerührt legte er seine Waffen ab und ließ sich hinter ihre nieder, nachdem er seine Stiefel ausgezogen hatte.
Um sie zu beruhigen, zog er wie versprochen beinah lautlos sein Schwert aus der Scheide und legte es blank zwischen sich und die Heilerin. Er würde sich ihr ganz sicher nicht nähren. Allein schon wegen dem Befehl, für den er mit dem Leben einstand! So hatte er es König Haffren versprechen müssen. Und auch eine Nacht mit der hübschen jungen Frau, war ihm gegen sein Leben nichts wert.

Er rollte sich in seienen Mantel ein und lies seinen Atem langsam gleichmäßig und ruhig werden. Sie würde annehmen er schlief, aber das tat er nicht. Nein, durch die geschlossenen Augen verschärfte sich sein Gehör und er würde jedes noch so leise Geräusch mitbekommen und ihre Fluchtversuche erkennen können.
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