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Der Kuss des Kjer - Mordans Sicht des Geschehens

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Lijanas Mordan
10.07.2013
14.07.2013
6
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10.07.2013 1.437
 
Endlich waren sie nach einem nicht enden wollenden Ritt, bei dem sie weder sich selbst noch ihre Ashentai geschont hatten in Anschara.
Es war ein Leichtes gewesen ungehindert in die Stadt zu kommen und niemand hatte sie, als das was sie waren erkannt: Kjer.
Durch ihr Gold, mit dem sie den Wirt der Herrberge bestochen hatten, hatten sie sich ein annehmbares Zimmer beschafft.
Der Wirt schöpfte auch keinen Verdacht, war es doch normal das hier verschiendenste Leute ein- und ausgingen. Er fragte nicht wer sie waren und woher sie kamen, was aber auch zum größten Teil der Menge Gold zuzuschreiben war, die sie ihm ausgehändigt hatten.
Corfar hatten sie als ihren Lockvogel ausgelost. Und er spielte nicht schlecht, sodass der Wirt gleich für einen Heiler sorgte.

Mordan lächelte, als er des Unwissens des Heilers ob der Krankheit Corfars, die es gar nicht gab, gewahr wurde. „Ich kann nicht feststellen was er hat, aber er scheint starke Schmerzen zu haben... Ich kann nur anbieten, das ich Lijanas, eine sehr begabte Heilerin hole..“, erklärte der Heiler, der sich als Udelar vorgestellt hatte. „Sie lebt bei den Gesegnten der Göttin und wird wissen was zu tun ist.“ Er sah Mordan fragend an. Dieser nickte „Tut das“, sagte er in einem kühlen Ton, der keine Rückschlüsse auf seien Gedanken oder Gefühle zulies, doch innerlich jubilierte er. So einfach konnte es doch kaum sein...Warum musste gerade er, der erste Heerführer unter König Haffren so einen einfachen Befehl ausführen? Warum nicht Jerdt... Bei der Erinnerung an den zweiten Heerführer ballte er eine Hand zur Faust, sodass sich seine krallenförmig gebogenen Fingernägel durch das Leder seiner Handschuhe in die Handballen bohrten. Nach einem Moment entspannt er seine Hand wieder und lies seine Gefühle wieder hinter seiner undurchsichtigen Maske an Gleichmut verschwinden.
Udelar nickte „ich werde sie sofort holen.“ Nach kurzem Nachdenken fügte er an: „Es wäre gut wenn einer eurer Weggefährten mich begleiten könnte, ich muss noch zu einem anderen wichtigen Partienten..“ Er lächelte etwas schuldbewusst.

Mordan blickte sich zu seinen Männern um und lies seinen Blick kurz über Ecren, Brachan und Levan schweifen, ehe er Levan hervorwinkte. „Levan wird euch begleiten und die Heilerin zu uns führen“, stimmte er zu. Der Heiler nickte wieder und packte seine Sachen zusammen ehe er den Raum verließ.
Mordan blickte Levan scharf an „Sorge dafür das die Heilerin keinen Verdacht schöpft, wer wir sind und sonst auch niemand anders!“, knurrte er und entließ ihn, nachdem Levan mit einem „Hören ist gehorchen!“ als Bestätigung des Befehls die Faust an die Brust geschlagen hatte.

Nachdem die beiden Männer die Herberge verlassen hatten, wandte er sich kurz Corfar zu „mach weiter so, du spielst das hervorragend“, lobte er den im Bett liegenden Kjer, der seine Reißzähne zu einem Lächeln entblößte. ``Brachan, du kommst mit mir raus, sonst wirkt das Zimmer zu voll! Die Heilerin soll keinen Verdacht schöpfen! Ecren, du schickst Levan uns holen wenn sie da ist!“
Mordan verließ mit Brachan den Raum und verschwand erstmal außer Sichtweite.

Wenig später wurde er der leisen Stimme Levans gewahr, der die Heilerin wie befohlen die Hintertreppe hochführte in das Gasthaus und dann in das Zimmer mit dem im Bett liegenden Corfar brachte, der sich wie schon bei dem Heiler davor, bei jeder noch so leichten Berührung scheinbar voller Schmerzen schreiend im Bett herumwarf. Kurz darauf kam Levan aus dem Raum. „Die Heilerin Lijanas ist jetzt da.“ etwas schwang in der stimme des jungen Mannes mit. War es Erstaunen? Mordan musterte ihn und nickte dann „Gut.“ Auf einen Wink von ihm folgte er Levan mit Brachan an seiner Seite.

Als sie eintraten konnte Mordan zunächst nur den Rücken und das lange rote Haar der Heilerin sehen, doch als sie sich überrascht umdrehte, als sie das Zuschnappen des Türschlosses hörte, musste Mordan kurz schlucken. Jetzt wusste er, was in Levans Stimme mitgeklungen hatte. Sie war hübsch!
„Ist sie das?“ fragte er niemanden bestimmten im Raum. Corfar rappelte sich auf. „Ja“, sagte er schlicht während er unter dem verwirrten und erschrockenen Blick der Heilerin seine Hose anzog, die Ecren ihm zugeworfen hatte. Die junge Frau lies ihren Blick zu Levan wandern, bevor ihre Augen wieder an Mordan hängen blieben. Nicht ohne Genugtuen bemerkte er, die Furcht, die sie bei seinem Anblick überkam. „War es schwer sie hierherzulocken?“, fragte er an Levan gewandt, der dies verneinte. Er musterte die Heilerin, die sich scheinbar schuldbewusst auf die Lippen biss und bei seiner nächsten Frage dann nach Luft schnappte als ihr deren Bedeutung klar wurde. „Weiß außer dem Heiler jemand wo sie ist?“, fragte Mordan und Levan verneinte wieder. ``Corfar, kümmer dich dadrum!“ befahl er und mit einem respektvollen Nicken verschwand der eben noch Kranke aus dem Raum.

Die Heilerin ergriff nun zum ersten mal das Wort und er gewahrte ein wütendes Aufflackern in ihren grünen Augen. „Das könnt ihr doch nicht machen! Ihr könnt ihn doch nicht einfach töten wollen!“, protestierte die junge Frau, nur um im nächsten Moment vor Brachan zurückzuweichen, der ihr Kinn anhob und dann beiläufig bemerkte: „Sie ist schön.“ Mordan lies Levan bei der Tür stehen und nahm den Platz von Brachan ein, ehe er die Heilerin Lijanas betrachtete. Er stimmt Brachan zu und sah dann Lijanas direkt an. „Seid ihr noch unberührt?“ fragte er, denn dies war im Befehl des Königs inbegriffen. Die Heilerin musste unberührt nach Turas gebracht werden.
Er konnte gar nicht so schnell reagieren, wie sie ihm eine klatschte. Er ginste andeutend und zeigte dabei seine scharfen Echzähne, während er gespiel vorsichtig die Hand an die glühende Wange hob, wo sich der Handdabdruck der Heilerin abzuzeichnen begann, und dann den Kiefer bewegte.
Mit Genugtuen bemerkte er den wütenden Blick der Heilerin, die ihn in Gedanken zu beschimpfen schien, wenn er ihren Gesichtsausdruck richtig deutete.
„Ich werte das als ein Ja“ bemerkte er spöttisch grinsend und zog dann Angesichts ihrer aufgebrachten Schimpftirade eine Augenbraue hoch. Ui, sie kann auch kratzbürstig dachte er hochmütig amüsiert und lies dann Brachan erklären, warum sie hierwaren. Sie schien verblüfft als ihr eröffnet wurde, dass sie Mordan und seine Männer zu einem Kranken folgen sollte. Verwirrt fragte sie nach wer der Karnke wäre und wo.
Mordan konnte sich diesen Triumph nicht entgehen lassen als er ihr antwortete: „Wo: in Turas, Wer: Das werdet ihr zu gegebener Zeit noch erfahren.“. Er konnte es in ihrem Kopf förmlich rattern sehen und lächelte spöttisch und von oben herab während er seine Handschuhe auszog und mit einem Lächeln seine Reißzähne zeigte, als sie erkannte was sie waren. Ihr erschrockenes Zusammenkrampfen der Hände in ihr Gewand und das ängstliche Zucken ihres Blickes von einem zum anderen liesen ihn innerlich lachen. Für sie sind wir Kjer gleich mit wilden Tieren.. erkannt er und spürte dabei eine leichten Wehmut, die er sich nicht erklären konnte und deshalb ohne weiter darüber nachzudenken auch verdrängte.
„Ja wir sind Kjer“ betsätigte er und grinst spöttisch als sie wild den Kopf schüttelte und beteuerte das sie niemals mit ihnen gehen würde und er sie auch nicht zwingen könnte. Es wäre auch zu einfacher, wenn sie freiwillig mitkommen würde, dachte er und zuckte dann die Schultern. Wie sie will...
„Ach? Tatsächlichß“ er kam drohend näher und bemerkte mit Genugtuen wie sie vor ihm zurückwich. Aber auch nachdem Brachan ihr beteuert hatte, das sie ihr nichts Böses wollten, protestierte die Heilerin immernoch dagegen mit ihnen nach Turas zu kommen. Mordan hörte es sich mit spöttisch hochgezogener Braue an und machte dann wie beiläufig den Deckel des von ihr mitgebrachten Medizinkastens auf.

Jetzt bringt mein Wissen auch mal was dachte er zufrieden, als er eine Phiole hochhob und dabei zu seiner Bestätigung das entsetzte Gesicht der Heilerin sah und ihr scharfes Luftholen hörte  „Diese Entscheidung habt ihr nicht zu treffen“ tadelte er sanft als sie sich noch immer sträubte und vor ihm und dem von der Flüssigkeit getränkten Stück Stoff zurückwich. Sie versuchte wieder zu fliehen doch er war schon bei ihr und presste ihr das mit dem Betäubungsmittel Gurin getränkte Stoffstück auf Mund und Nase. Sie wehrte sich noch, doch dann sackte sie kraftlos in seinen Armen in sich zusammen.

„Wir brechen sofort auf! Bevor die Heilerin aufwacht will ich die Stadt verlassen haben! Levan, Ecren ihr sucht Corfar und werdet dann später zu uns stoßen! Packt alles zusammen!“ befahl er in einem Ton, der keinen Wiederspruch zulies. Brachan sah ihn tadelnd an. „Das war doch ehrlich nicht nötig oder?“, bemerkte er mit einem Blick auf die besinnungslose Heilerin die Mordan auf dem Arm hatte. Mordan sagte nichts dazu, sondern trug die Heilerin sehr vorsichtig durch das Gasthaus nach unten.

Wenig später verließen er und die restlichen 4 Kjer die Stadt mit der Heilerin Lijanas.
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