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Blood Red Sandman

von Nathaira
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
E. Aster "Bunny" Bunnymund Jack Frost / Jackson Overland Frost Nicholas St. North Pitch Black / Kosmotis Pitchiner Sanderson "Sandy" Mansnoozie Toothiana "Tooth"
10.07.2013
23.09.2013
7
25.810
4
Alle Kapitel
55 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
10.07.2013 1.121
 
Hey ^^
Diese Geschichte spielt ein Jahr nach Ende des eigentlichen Films. Jedes Kapitel wird mit einem dazu passenden Lied eingeleitet und danach benannt. Kann auch als Hintergrundmusik beim Lesen dienen^^

Lied : Marylin Manson - This is Halloween

Und nun have Fun with Reading


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Prolog

Boys and Girls of every age,
wouldn't you like to see something strange?
Come with us and you will see
This, our town of Halloween



Das wallende Abendkleid der sternlosen Nacht umhüllt das kleine Städchen Denbrow und deren Bewohner mit ihrer Schwärze.

Lauer Sommerwind fegt träge durch die Straßen, verfängt sich ab und zu spielerisch in den Blätterdächern mancher Baumwipfel, lugt neugierig pfeifend in geöffnete Fenster.
Hinter einem von diesen liegt ein Zimmer, dessen innere Betrachtung wir uns aus nächster Nähe widmen wollen.

Der Raum ist relativ schlicht aber heimelig eingerichtet worden. Regale und Schränke schmiegen sich in die Ecken, ein Schreibtisch aus dunklem Eschenholz weilt nebst dem Bett, in dem ein kleiner Junge, kaum sieben Jahre alt, seine wohlverdiente Ruhe hält.
Seine tiefen, gleichmäßigen Atemzüge hallen nur schwach im Zimmer wider, doch da sie das einzige Geräusch hier darstellen, scheinen sie unwillkürlich laut.
Auf genanntem Schreibtisch stehen, säuberlich aufgereiht, ein paar Playmobil-Piraten. Rebellisch und voller Abenteuerdrang heben sie die Säbel in die Höhe, Augenklappen nehmen ihnen einen Teil ihres Augenlichts, doch es kümmert sie nicht, es ist nur eines von vielen Belegen für all die Schlachten, die sie mutig geschlagen und natürlich siegreich beendet haben. Natürlich, weil es keinem Spieler gefällt, selbst in seiner Fantasie auf verlorenem Posten zu kämpfen. Bei Tag leuchten die Figuren in ihren bunten Farben und Kinder freuen sich an ihnen.
Nun aber, in der Finsternis, erinnern sie an mahnende Statuen, ihr Blick leer und stumpf nach vorne gerichtet.
Leblose Puppen, die tatenlos alles ansehen werden, was noch geschehen wird.

Meerblaue Tapete fließt an den Wänden entlang, hier und da entspringt ein zwinkernder Delphin den Wellen, deren Gischt sich in glänzenden, silbrigen Schlieren von der übrigen Szenerie abhebt. Ein feiner Blickfang für die, die genauer hinschauen und sich gerne zum Träumen hinreißen lassen.  Apropos träumen, auch der Junge, den wir kurz zuvor erwähnten, geht dieser Tätigkeit momentan vergnüglich nach. Er hat bereits die Decke weggestrampelt, liegt auf der Seite, eingerollt wie eine dösende Katze, sein kurzgeschnittenes, rotblondes Haar steht zu allen Seiten ab, ein paar Fransen hängen ihm in der Stirn, Sommersprossen veteilen sich auf seinem Nasenrücken.
Er bietet ein entspanntes Bild, aber wenn man das Kind für eine Weile studiert, sieht man die Augäpfel unter seinen Lidern geschäftig hin und herrucken.
Sonst herrscht aber eine friedliche Atmosphäre.

Doch Frieden ist eine sehr trügerische Angelegenheit.
Er setzt stets die Gefahr voraus, gebrochen zu werden.

Und in dieser Stadt, dieser Nacht, diesem Zimmer soll der erste Schritt dazu erfolgen.
Ihr dürft dem Anfang vom Ende sogar als direkte Zuschauer beiwohnen - wirklich, ihr solltet euch geehrt fühlen.

Der Wind erstirbt so abrupt, als hätte man ihn abgewürgt. Eine geisterhafte Gestalt erscheint vor dem Fenster, krallt sich am Sims fest. Seine Nägel sind lang und scharf wie Messer, als sie sich in das dünne Holz bohren, daran zerren, während es sich ins Zimmer hangelt. Lautlos kommt es auf dem Boden auf, schleicht wie ein hochgewachsener Schatten zielstrebig auf das Kinderbett zu.
Sein Körper ist drahtig, seine Gliedmaßen schmal und, wenn man denn romantisch sein wolle, zerbrechlich. Doch dieser Eindruck ist nur eine gut meinende Illusion, ein Hirngespinst, wie Menschen sie gerne heraufbeschwören, um selbst dem brutalsten Berserker eine sanftmütige Regung abzugewinnen.  
Menschen können so sentimental sein. Ihre Naivtät ist wortwörtlich zum Schreien.

Nicht, dass ich damit meine Schreie meinen würde.

Der Junge merkt nicht, dass sich ein Fremder im Raum befindet, zu gefangen ist er von seinen schönen Träumen, in denen er umhertollt, lacht, frei ist.
Die Kreatur kommt näher, streckt ihre geschliffenen Klauen nach ihm aus. Feinkörniger Sand, blutfarben, strömt aus der mageren Handfläche, schwebt in einer engen, unheilbringenden Spirale über dem rotblonden Haar, verdichtet sich, kesselt das Haupt ein, bis es ihm einer Dornenkrone ähnlich anliegt.
In wenigen Sekunden verändert sich der Schlaf des Kindes völlig. Arme und Beine zucken plötzlich unkontrolliert, schlagen panisch um sich, scheinen vor etwas weglaufen zu wollen. Der Atem, vorher noch so ruhig, geht nun in hektischen, abgehackten Zügen. Leise, winselnde Laute dringen aus dem halb geöffneten Mund, das pausbäckige Gesicht erbleicht, Schweißtropfen bahnen sich einen Weg über die Schläfen.
Nicht mehr lange und der Junge röchelt, dreht und wendet sich, ruft flüsternd um Hilfe.

"Mama!" ist sein Lieblingswort. ¨Mama, hilfe!¨ Immer wieder.

Der Verursacher dieser Veränderung steht gelassen da und betrachtet das Fortschreiten seines Werkes.
Wo sind die Hüter?  Könnte man sich  fragen.
Wo sind sie jetzt? Sehen sie nicht, dass das Kind einen Retter braucht!?
Die Gestalt wird keine einzige Sekunde bei ihrem Tun gestört.  Es wird kein Retter kommen. Selbst wenn, es ist sowieso zu spät.
Das Ganze steigert sich zu einer haarsträubenden Klimax, als der kleine Körper des Jungen sich ein letztes Mal aufbäumt, die Hände ins Laken gekrallt, die Wangen mit verzweifelten, angstvollen Tränen benetzt.

Dann - sackt er zusammen.
Als hätte man einer willenlosen Marionette die Fäden abgeschnitten, nachdem sie sich um Kopf und Kragen getanzt hat.
Das Gesicht ist noch immer unnatürlich weiß gefärbt, kein Laut dringt mehr durch die Lippen. Ein schlaffer Arm hängt selbstvergessen über der Bettkante.
Der Fremde kann nicht genau sagen, ob der Junge noch atmet, noch lebt.
Es ist ihm auch egal, es war nur eine erste Probe.
Mit einem Fingernagel gleitet er an einer der Wangen entlang, ritzt sie auf.

Das austretende Blutrinnsal verwendet er als Tinte, kratzt damit ein paar krakelige Buchstaben über das Kopfende des Bettes.
Ein letztes Mal fährt er dem atemlosen Jungen noch durch den weichen Haarschopf, dann schwingt er sich mit Leichtigkeit wieder aus dem Raum, fegt dabei ein paar der Playmobil- Piraten um. Ihr Aufprall ist nicht weiter von Belang, diesmal war die Schlacht verloren, noch ehe sie begann. Zwinkernde Delphine schauen dem ungebetenen Gast dabei zu, ihr aufgemaltes Grinsen wirkt diesmal merkwüdig gequält.

Die Gestalt kauert sich auf dem Fensterrahmen zusammen, um mit einem Hechtsprung ihrer langen Beine aufs nächste Dach zu gelangen.
Federnden Schrittes rennt sie hinaus, weit weg, wird von der Dunkelheit geschluckt.

Woher ich das alles weiß, fragt ihr? Warum meine Schilderungen so präzise sind?

Ganz einfach. Die rästelhafte Gestalt bin ich.

Mein Name ist Scarecrow.
Und ich habe beschlossen, den Begriff des Alptraums neu zu definieren.
Kurz gesagt : Ich werde euch das Fürchten lehren.

Angenehme Träume wünsche ich - Freut euch daran, solange ihr sie noch euer Eigen nennen dürft.




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Hey^^  

Und, wie fandet ihr den Prolog? Wollt ihr weiterlesen?

Reviews und Kommis sind mehr als nur erwünscht :3  

¨Schneeflockenkekse mit knusprig - schwarzer Ummantelung aus Schokolade hinstell¨

Eure Jazmine :3
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