Sommer-Episoden

von - Leela -
KurzgeschichteAllgemein / P12
Eddie GB Jake Madame Why Mysteria Sir Trancelot / Fright Mare
06.07.2013
20.07.2013
11
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Urlaubsstress und Sommerzeit: Dies ist mein Beitrag zum Projekt »Meme 3« von Praline.

In dem Projekt geht es darum, eine Liste von Charakteren festzulegen und anschließend die Charaktere nach diesen Vorgaben in vorgegebene Situationen zu verteilen, um dann zu schauen, was für Konstellationen sich daraus ergeben. 10 sommerliche Situationen sind vorgegeben, die es dann zu schreiben gilt. Die Liste der Charaktere zu diesem Projekt sieht so aus:

1. – Jack
2. – Mysteria
3. – Madame Why
4. – Sir Trancealot
5. – Spenser

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Ferienhaus-Ereignisse I


Situation 1
● Nr.4 will für eine Woche wegfliegen, um sich allein zu entspannen. Leider sind dort wo er/sie hin will alle Hotels ausgebucht. Nr.2 hat noch ein Zimmer in seinem/ihrem Ferienhaus dort frei, stellt aber eine Bedingung auf…
● Sir Trancealot will für eine Woche wegfliegen, um sich allein zu entspannen. Leider sind dort wo er hin will alle Hotels ausgebucht. Mysteria hat noch ein Zimmer in ihrem Ferienhaus dort frei, stellt aber eine Bedingung auf…


Far Away from Hauntquarters I

Mysteria war guter Dinge und summte leise vor sich hin, während sie sich in ihrem Ferienhaus einrichtete, das sie für die nächsten drei Wochen angemietet hatte. Endlich mal Urlaub weit weg von Hauntquarters und den anderen Geistern! Sie hatte zwar mitbekommen, daß Trancealot ebenfalls zur gleichen Zeit im gleichen Ort Urlaub machen wollte, davon hatte sie sich jedoch nur kurz trüben lassen. Der Ort war groß genug, sie würden sich schon nicht über den Weg laufen!
      In dem Moment klopfte es an die Tür.
      Überrascht sah sie auf und schwebte nach vorne, um nachzusehen, – und schaute deutlich sprachlos, als Trancealot dort mit seinem ganzen Gepäck vor ihr stand. Der böse Ritter aller Orten machte eine verzweifelte Miene. Mysteria ignorierte es gekonnt, als sie ihm entsetzt an den Kopf warf: „Was willst du denn hier?“
      „Mysteria, du bist meine letzte Rettung! Ich bin gerade hier angekommen, aber alle Hotels sind komplett ausgebucht! Du hast doch noch einen Platz in seinem Ferienhaus frei, oder…?“ Er ließ ein hoffnungsvolles Grinsen folgen.
      Mysteria stand mit vor Sprachlosigkeit offen stehendem Mund da. „Sag’ mal, spinnst du?“ Sie versuchte, ihr Gemüt unter Kontrolle zu bekommen. „Um so etwas kümmert man sich vorher!“
      „Ich habe ja nicht geahnt, daß es so extrem schwierig ist, spontan ein Zimmer zu bekommen!“ fuhr Trancealot auf, mäßigte sich aber gleich wieder, um sein Ansinnen nicht von vorneherein an’s Messer zu liefern. „Kann ich bei dir unterkommen, bitte…?“ Mit deutlicher Überwindung kam das letzte Wort.
      „Vergiß es!“ gab Mysteria sofort ungehalten zurück. „Such’ dir eine andere Bleibe, in der du dich verkriechen kannst! Ich bin hier, um einen erholsamen Urlaub für mich ganz allein zu haben, und nicht, um selbst hier einen von euch ertragen zu müssen!“
      Sie wollte schon die Tür zuschlagen, als er flehte: „Mysteria, das kannst du nicht machen!“
      „Und wie ich kann!“ gab sie schon in der Bewegung zurück, als er sich schnell gegen die Tür lehnte.
      „Komm’ schon. Ich verspreche dir auch, du wirst gar nicht merken, daß ich hier bin! Ich sehe es ja genauso wie du, ich wollte auch einen Entspannungsurlaub für mich ganz allein machen. Wir werden bestimmt beide einen erholsamen Urlaub haben…“
      Mysteria mußte Zorn unterdrücken. „Für mich fängt der Streß jetzt gerade erst wieder richtig an! Wenn du nicht sofort zusiehst und Land gewinnst…“ Sie versuchte nochmals, die Tür zuzudrücken, doch Trancealot hatte seine massive Gestalt angenommen, während er sich dagegen lehnte, und so mußte sie aufgeben. „Ich mache dir das Leben so zur Hölle, wenn du nicht auf der Stelle deine Sachen nimmst und von hier verschwindest!“ stellte sie noch einmal mit unterdrückter Wut klar. Sie wollte die Tür noch einmal mit Schwung zuschlagen, als er vor ihr auf die Knie fiel und sie herzerweichend ansah. Sie stöhnte und verdrehte die Augen. Einen Moment sah sie ihn stumm und wenig begeistert an, während er nervös die Finger aneinanderschlug und sie verlegen angrinste. Dann verengten sich ihre Augen, und ihre Lippen umspielte ein boshaftes kleines Lächeln. „Na gut! Aber ich gestatte es dir nur unter einer Bedingung!“
      „Ich mache alles, was du willst!“ versprach Trancealot.
      Mysteria lächelte süffisant. „Ich überlasse dir ein Zimmer in meinem Ferienhaus – wenn du dafür ein Jahr lang meinen Bereitschaftsdienst in Hauntquarters übernimmst, ab nächstem Monat!“
      Trancealot starrte sie an. „Ein Jahr?“
      „Das sind nur 46 Tage Dienst! – Das wäre eine Option, unter der ich dir den Aufenthalt hier während meines Urlaubs gestatte. Überleg’ es dir…“
      Trancealot sah sie verblüfft an. Dann hob er einen Finger. „Darüber muß ich erst nachdenken!“ Damit wandte er sich um und ging nachdenklich fort.
      Mysteria lehnte sich in die Tür und sah ihm nach. „Mal sehen, ob du überhaupt noch mal wiederkommst…“ murmelte sie.

Rechenexempel

Trancealot ging nachdenklich ein Stück in dem kleinen Ferienhausgebiet spazieren. Er überschlug kurz die Werte. Sie teilten sich den Bereitschaftsdienst gerade mit 8 Geistern. Das bedeutete, jeder hatte - wie Mysteria ja schon erwähnt hatte - entweder 45 oder 46 Tage im Jahr Dienst. „46 Tage! Das ist verdammt viel! Mit ihrem und meinem Dienst zusammen sind das schon 91 Tage!“
      Gedankenverloren schlug er den Weg über einen nahen Kinderspielplatz ein, ohne zu merken, wie die fröhlichen Laute plötzlich verstummten, und die Kinder erschrocken vor ihm zurückwichen. 46 Tage – Das waren sechseinhalb Wochen, oder auch eineinhalb Monate. „Damit müßte ich insgesamt drei Monate Dienst machen. Das ist ein Vierteljahr!“
      Er seufzte tief, während er durch den Garten einer Grillgesellschaft lief, die in ihren Bewegungen erstarrt den bösen Ritter aller Orten fixierte, während ihnen sämtliche Farbe aus den Gesichtern wich. Und das ganze nur um ungestört drei Wochen Urlaub machen zu können… War es das überhaupt Wert?
      Andererseits war der Flug hierher schon anstrengend gewesen. Das Experiment, eine Karte zu lesen, während er Fright Mare die Richtungen angab, war mehr als fordernd gewesen, und auch sein Geisterpferd hatte sich daraufhin eine Erholung verdient. Das konnte einfach nicht alles umsonst gewesen sein!
      In Gedanken wägte er ab. Doppelten Bereitschaftsdienst zu machen war ein hoher Preis für drei Wochen Erholung. Andererseits wußte er, daß er schon froh sein konnte, daß Mysteria ihm überhaupt entgegenkam… – Plötzlich verengten sich seine Augen etwas, und sein Schritt wurde langsamer. Das war ihr Plan! Es ging ihr gar nicht darum, ihren Bereitschaftsdienst loszuwerden! So wollte sie dafür sorgen, daß er von allein von seiner Anfrage Abstand nahm!
      Geistesabwesend war er in einem kleinen Kinderplanschbecken stehen geblieben, aus dem die Kinder schreiend geflüchtet waren. Ärger stieg in ihm auf. Den Triumph würde er ihr nicht gönnen! „Nein, meine Liebe, ich werde auf deine Bedingungen eingehen!“ murmelte er für sich. „Allein deinen Gesichtsausdruck ist es schon wert!“
      Entschlossen setzte er seinen Weg fort und machte sich auf den Rückweg. Nur kurze Zeit später stand er ein zweites Mal vor Mysterias Tür.
      Sie hatte ihn bereits erwartet und öffnete, als er ein zweites Mal klopfte. „Na, willst du dein Gepäck abholen?“ fragte sie bedeutungsvoll. „Dafür hättest du nicht extra klopfen müssen!“
      Trancealot sah sie starr an. „Ich bin hier, um das Angebot anzunehmen!“
      Mysteria schaute tatsächlich überrascht. „Du mußt verzweifelt sein!“ bemerkte sie. „Ich kenne keinen Geist, der freiwillig Bereitschaftsdienst in Hauntquarters übernimmt!“
      „Und wenn schon! Ich möchte jetzt endlich meinen Urlaub hier beginnen! Also, schlag’ ein! Der Deal gilt!“ Er hielt ihr auffordernd die Hand hin.
      Mysteria mußte noch immer Verblüffung über die überraschende Wendung niederkämpfen, ließ sich das aber nicht zweimal sagen und schlug schnell ein. Auch wenn es nicht das war, was sie beabsichtigt hatte, so eine Gelegenheit ließ man sich nicht freiwillig entgehen. Da war es das kleinere Übel, sich drei Wochen lang sein Ferienhaus mit einem Kollegen zu teilen. Sie machte eine einladende Geste. „Mi casa es su casa!”
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