Ein Funke und Zunder (für Slashy Miku-chan) - WatchersGoddess

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
04.07.2013
27.11.2013
23
76841
13
Alle
81 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
 
Liebe Slashy, ich hoffe, du kannst mir diese enorm lange Schreibzeit verzeihen. Die Geschichte ist etwas ausgeartet und da meine Muse im Moment ein flatterhaftes Ding ist, wollte ich sicher gehen, dass ich dich nicht auf halber Strecke hängen lasse.

Außerdem möchte ich mich für diese tolle Idee bedanken, es hat Spaß gebracht, die beiden zu begleiten!

Ein Dankeschön geht an attack09 für die tolle Betaarbeit und an Lepitera für die hilfreichen Denkanstöße.

- - -




Handlungszeitraum: 7. Schuljahr, allerdings mit deutlichen Abweichungen vom Buchgeschehen



- - - - -


Ein Funke und Zunder


- - - - -


Prolog


„Setzen Sie sich.“ Professor Snape, seit neuestem Direktor in Hogwarts, deutete auf den rechten der beiden Stühle, die vor dem wuchtigen Schreibtisch im Büro des Schulleiters standen. Draco kniff die Lippen zusammen und kam der Aufforderung nach. „Trinken Sie das.“ Er schob ihm ein kleines Glasgefäß entgegen.

„Was ist das?“

„Veritaserum.“

Draco runzelte die Stirn. „Wofür? Ich habe nichts getan.“

„Darum geht es nicht. Trinken Sie es, Draco!“

Er starrte seinen ehemaligen Hauslehrer böse an. Niemals zuvor hatte er von ihm verlangt, Veritaserum zu trinken, egal was er angestellt hatte. Und dieses Mal hatte er nicht einmal etwas angestellt, schließlich war er vor zwei Stunden erst in Hogwarts angekommen.
Doch als Schüler gewann man kein Blickduell mit dem Meister, nicht einmal wenn man Draco Malfoy hieß. Missmutig folgte er also auch diesem Befehl.

Professor Snape wartete die wenigen Augenblicke ab, bis das Serum seine volle Wirkung entfaltet hatte, dann fragte er: „Sind Sie dem Dunklen Lord gegenüber loyal?“

„Janein“, antwortete Draco, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. Und verstand seine Antwort selbst nicht.

„Gut, dann anders. Sind Sie Ihrem Vater gegenüber loyal?“

„Ja.“

„Und wären Sie dem Dunklen Lord gegenüber loyal, wenn Ihr Vater es nicht wäre?“

„Nein.“ Draco schluckte.

„Gut.“ Professor Snape holte tief Luft und tauschte einen Blick mit Professor Dumbledore, der das Geschehen aus seinem Portrait heraus beobachtete. Draco traute sich kaum, zu dem weißhaarigen Mann aufzusehen. „Was ich Ihnen jetzt sage, darf diesen Raum nicht verlassen. Andernfalls könnte es nicht nur Ihren und meinen Tod bedeuten, sondern auch den vieler anderer Menschen, die Ihnen wichtig sind. Können Sie ein Geheimnis bewahren, Draco?“

„Manchmal“, entgegnete Draco gegen seinen Willen und spürte, wie er rosa anlief.

Snape seufzte. „Werden Sie dieses Geheimnis bewahren?“

„Ja.“

„Reizend. Also gut.“ Er sah aus, als würde er trotz des unter Veritaserum gegebenen Versprechens etwas gegen besseres Wissen tun. „Ich bin dem Dunklen Lord seit Jahren nicht mehr treu. Ich bin Dumbledores Spion.“

„Aber ...“, fuhr Draco dazwischen. Er hatte die Gerüchte über Snapes Verrat zwar vernommen, ebenso wie die Vermutungen, die seit der Rückkehr des Dunklen Lords die Runde machten, aber geglaubt hatte er nichts davon. Genauso wenig wie sein Vater oder der Dunkle Lord selbst. Sie hatten ja auch keinen Grund dazu gehabt. „Sie haben ihn doch umgebracht!“ Mit einem zitternden Finger deutete er auf das Portrait, in dem Professor Dumbledore den Blick senkte.

Der Tränkemeister sah ihn düster an. „Wäre es Ihnen lieber gewesen, Sie hätten es tun müssen?“

Er schwieg beschämt.

„Ich habe Sie herbestellt, weil Sie etwas für mich tun müssen. Die Carrows werden uns hier im Schloss mehr Ärger machen, als dass sie uns nutzen. Der Dunkle Lord hat sie nur hergeschickt, damit er sich nicht selbst um sie kümmern muss. Ich gedenke also, auf meine Art mit diesem Problem zu verfahren.“

„Wovon sprechen Sie?“

„Ich spreche von einem Gift, das Sie für mich herstellen müssen.“

Draco schnaubte kopfschüttelnd. „Geht es nicht noch eine Nummer radikaler?“ Snape zog die Augenbrauen hoch, sagte jedoch nichts. „Okay, warum ich? Ich bin mies in Zaubertränke.“

„Weil ich es nicht kann!“, herrschte Snape ihn an. „Ich sitze in diesem verdammten Büro und habe keinen Grund mehr, die Labore aufzusuchen. Jeder meiner Schritte wird beobachtet, es gibt nichts mehr, das ich unbemerkt tun kann. Das ganze Schloss misstraut mir. Also werden Sie endlich einmal Ihre Nase in ein Tränkebuch stecken und etwas lernen müssen.“

„Und wie soll ich das machen? Wenn ich zu oft im Labor sitze, ist es mindestens genauso auffällig!“ Ganz zu schweigen davon, dass ihm der Gedanke, offensiv gegen die Carrows vorzugehen – ausgerechnet die Carrows, die Irren! –, sehr bitter aufstieß.

„Lassen Sie sich was einfallen. Sie werden mehr Freiheiten genießen als jeder andere Schüler an dieser Schule. Dafür wird Ihr Vater schon sorgen.“

Draco saß da und biss die Zähne aufeinander. Scham und Wut ließen ihn die Hände zu Fäusten ballen, während er darauf wartete, dass Snape mit seinem Vortrag fortfuhr. Doch der Tränkemeister schwieg. „Ist das alles?“, fragte Draco schließlich gepresst.

„Nein! Ich warte auf eine Zusage von Ihnen.“

„Hab ich denn überhaupt eine Wahl?“

„Nein.“

In Snapes Blick stand etwas, das Draco mit bitterer Stimme zuflüsterte: 'Willkommen in meiner Welt.'
Review schreiben