Little Treasures

von - Leela -
KurzgeschichteAllgemein / P12
Brat-A-Rat Eddie Haunter Mysteria Prime Evil Tracy
02.07.2013
23.06.2015
20
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Dies ist mein Beitrag zum Projekt »Sag mal, WAS hast du genommen?«.

20 bestimmte Situationen sind vorgegeben. Anhand einer vorher festgelegten Liste von Charakteren wird ermittelt, was dabei auf welche Charaktere zukommt und welche Konstellationen sich daraus ergeben. Die Liste der Charaktere zu diesem Projekt lautet wie folgt:

1. – Haunter
2. – Jessica
3. – Prime Evil
4. – Jake
5. – Das lila Monster
6. – Eddy
7. – Apparitia
8. – Tracy

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Situation 1

● Nr. 1 & 8 müssen zusammen kochen/einen Kuchen backen/Pralinen machen.
● Haunter & Tracy müssen zusammen kochen.


Zu viele Köche…

Jake und Eddy standen zusammen mit ihren Freundinnen Futura und Tasha im Foyer des Fernsehsenders und vertrieben sich noch ein wenig die Zeit.
      „Da ist Tracy bestimmt richtig stolz, daß er für die erste Episode der neuen Kochshow ausgewählt wurde!“ bemerkte Futura.
      „Das kannst du wohl sagen.“ lachte Jake. „Er ist schon richtig aufgedreht!“
      „Wie läuft das ganze eigentlich?“ erkundigte sich Tasha. „Weiß das einer von euch?“
      „Wenn ich das richtig verstanden habe, mußte Tracy zehn Zutaten einkaufen und muß daraus live etwas zubereiten.“ resümierte Eddy.
      „Na, das dürfte für Tracy ja gar kein Problem werden!“ prophezeite Tasha.
      „Es gibt wohl mehrere Teilnehmer, und zum Schluß entscheidet eine Jury über das Gewinnergericht!“ fuhr Jake fort. „Warum die Sendung allerdings »Chaos-Kochen« heißt, ist mir nicht ganz klar.“
      „Vielleicht kennen die Tracy.“ lachte Futura.
      „Kann man sich da eigentlich auch für die Jury melden?“ fragte Eddy.
      Die anderen lachten herzlich.
      „Versuch’s doch mal!“ meinte Futura.
      „Ja, bewirb dich einfach mal drauf!“ schloß sich Jake an. „Das geht bestimmt!“
      „Dann hätte Tracy aber schlechte Karten!“ grinste Tasha. „Sobald Bananen ins Spiel kommen, ist er doch raus!“
      „Das kommt drauf an!“ wandte Eddy ein. „Ich habe nichts gegen Bananen, solange sie vernünftig und passend zubereitet werden und es damit keine Überhand nimmt! Ich würde schon ganz fair bewerten!“
      „Dann frag‘ doch nach der Sendung mal nach, ob sie noch jemanden suchen!“ ermunterte Futura den etwas Korpulenteren, und als er sich nun doch etwas zierte, setzte die Ghostbusterin mit den langen schwarzen Haaren nach: „Soweit ich gesehen habe, gibt es dort vorne in der Halle einen Informationstresen. Die werden dir bestimmt etwas darüber sagen können.“
      Die Blicke der Gruppe folgten ihrem Wink, und die drei Freunde sahen ihrem Partner an, daß ihn der Gedanke reizte. Spätestens jetzt schien Eddy ernsthaft darüber nachzudenken…

Während dessen, ein Stück abseits, unterhielten sich Mysteria und Apparitia mit ihren Geisterkollegen Sir Trancealot und Floatzart.
      „Ich wußte gar nicht, daß Haunter eine Leidenschaft fürs Kochen hat.“ bekannte Mysteria.
      „Ja, und daß er bei dieser neuen Kochsendung mitmachen will.“ stimmte Apparitia zu. „Das muß ich mir unbedingt ansehen.“
      „Nur gut, daß Prime Evil uns dafür freigegeben hat!“ freute sich Mysteria. „Ich bin sehr gespannt, ob er wirklich kochen kann!“
      „Ich denke, sonst hätte er sich kaum zu dieser Sendung einladen lassen.“ warf Trancealot ein.
      „Ja, es ist nur, daß ich es mir so gar nicht vorstellen kann!“ erklärte Mysteria.
      Apparitia lachte. „Aber in Ordnung wäre es schon! Das steigert seine Chancen bei dir, oder?“
      Mysteria quittierte das mit einem warnenden Blick.
      „Ich denke, er muß es schon gut können und auch Lust dazu haben!“ war Floatzart sich sicher. „Sonst hätte er kein Interesse an diesem Wettbewerb.“
      „Das stimmt!“ bestätigte Apparitia. „Warum sollte er hier mitmachen, wenn er nicht glaubt, gewinnen zu können?“
      „Es ist nie verkehrt, das was man tut, mit Leidenschaft zu tun!“ meinte Floatzart anerkennend. „Wenn er ebenso gut mit dem Kochlöffel umgehen kann, wie ich mit einer Melodie, weiß ich jedenfalls, wer das nächste Bankett ausrichtet!“
      Die anderen drei lachten herzlich.
      „Mich würde nur mal interessieren, was er kochen wird!“ sinnierte der Virtuose mit dem österreichischen Akzent.
      „Britisch!“ warf Apparitia ein. „Ganz eindeutig!“
      „Davon ist auszugehen.“ bestätigte der Musiker mit dem fuchsroten Haar. „Schade eigentlich. Gegen ein traditionell österreichisches Gericht hätte ich auch nichts einzuwenden.“
      Mysteria schubste ihre Geisterkollegin an, als sie bemerkte, daß die Türen geöffnet wurden.
      Die grüne Geisterlady schmunzelte. „Dann sehen wir uns doch mal an, wie er sich schlägt!“
      „Oh, bitte nicht! Er soll doch kochen, und sich nicht schlagen!“ erwiderte Trancealot empört; und keiner der drei anderen Geister konnte ausmachen, ob der Kommentar als Scherz oder ernsthaft gemeint gewesen war.
      Apparitia warf dem bösen Ritter aller Orten einen merkwürdigen Blick zu, der seinerseits durchaus ernst wirkte und ihren Blick verständnislos erwiderte; dann setzten sich die Geister in Bewegung.

Endlich wurden die Gäste in den Saal gelassen und suchten sich ihre Plätze. Die Teilnehmer der Show standen bereits erwartungsvoll auf der Bühne. Die Freunde zählten zehn Teilnehmer.
      „Da hat Tracy aber ordentlich Konkurrenz.“ bemerkte Jake.
      Futura stieß indes Eddy an. „Ist das dort nicht Haunter?“
      Eddy sah genauer hin. „Ja!“ erwiderte er erstaunt.
      „Macht der etwa auch bei dem Wettbewerb mit?“ wunderte sich die Ghostbusterin aus der Zukunft.
      „Das würde mich jetzt wundern…“ ließ sich Tasha leise vernehmen.
      „Na, wunderbar! Und Tracy ist jetzt da unten!“ kommentierte Jake mißmutig.
      „Jetzt mach’ hier doch nicht gleich ’ne Welle!“ zischte Tasha. „Laß uns doch mal abwarten!“
      In dem Moment blieb Jake auch gar nichts anderes mehr übrig, denn gerade wechselte das Licht, und zog die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die Bühne. Der Moderator mit den etwas längeren braunen Haaren und dem Schnauzbart trat vor. „Herzlich Willkommen, liebe Gäste, zum ersten »Chaos-Kochen«! Zehn Teilnehmer wurden für unsere Sendung eingeladen, was sie jedoch noch nicht wissen, da dies ja die erste Sendung ist, es wird nur fünf Projekte geben!“
      Die Gäste wechselten verwunderte Blicke.
      „Nur fünf?“ fragte Mysteria. „Wird jetzt etwa noch mal ausgelost, wer teilnehmen darf?“
      „Das ergibt doch gar keinen Sinn.“ behauptete Trancealot.
      „Das würde aber erklären, warum es nur fünf Kochnischen gibt.“ warf Apparitia ein, die bereits aufmerksam die Bühne sondiert hatte.
      „Wieso, ich dachte, es gäbe einfach zwei Runden!“ setzte Mysteria dagegen.
      „Pst!“ zischte Floatzart. „Es geht weiter!“
      Der Moderator war zu einer großen Lostrommel gegangen. Dort wandte er sich wieder dem Publikum zu und erklärte: „Jetzt wird das Los entscheiden, welche zwei Teilnehmer jeweils zusammen arbeiten werden, und wir werden mal sehen, was sie aus ihren zwanzig Zutaten machen können! Die einzige Bedingung ist, daß von beiden Teilnehmern mindestens sechs Zutaten in ihrem Gericht verarbeitet werden!“
      Die Zuschauer hielten überrascht den Atem an.
      Der Moderator griff in die Lostrommel und sortierte so nach dem Zufallsprinzip die Pärchen zu. Ziemlich mittig verkündete er: „Das nächste Chaos-Kochen-Paar ist: Mister Tracy, und Mister Haunter!“
      Den vier Freunden aus dem Ghostbuster-Team fiel synchron die Kinnlade runter.
      „Na, das war ja ein Volltreffer!“ kommentierte Tasha.
      „So viele Möglichkeiten, und Tracy muß mit Haunter zusammenarbeiten.“ hauchte Futura.
      „Schaut euch mal seinen Gesichtsausdruck an!“ bemerkte Eddy betroffen. „Ich dachte schon, er fällt in Ohnmacht, als die Regeln verkündet wurden, aber jetzt kann’s ja kaum noch schlimmer werden!“
      „Vielleicht hat er so etwas schon geahnt…“ meinte Tasha leise.
      „Ich glaube eher, daß er generell kein Interesse daran hat, beim Kochen mit jemandem zusammenzuarbeiten.“ sinnierte Jake. „Zuhause dürfen wir ja auch allenfalls Handlangerarbeiten machen.“
      „Ja, aber ausgerechnet Haunter… Seht ihn euch an!“ meinte Eddy mitfühlend, als er den deutlich decouragierten Gorilla auf der Bühne beobachtete. „Oh, am liebsten würde ich ihn einfach mal in den Arm nehmen…“
      Der Moderator hatte in der Zwischenzeit einige Tafeln in die Hand genommen und führte die Teilnehmer zu ihren Kochnischen. Während dessen erläuterte er für das Publikum und die Teilnehmer: „Auf diesen Tafeln ist aufgelistet, was die einzelnen Teilnehmer eingekauft haben. Diese werden vor den einzelnen Kochstationen aufgehängt. – Die Zutaten, die verwendet wurden, streichen Sie dann bitte aus!“
      „Haunter, und dieser Affe Tracy von den Ghostbusters?“ ließ sich Mysteria leise vernehmen. „Na, das kann ja was abgeben!“
      „Wer weiß, vielleicht machen sie es ja ganz gut.“ Apparitia ließ einen vorsichtigen Blick an ihrer Kollegin vorbei ins Publikum schweifen. „Wenn Tracy hier in der Sendung ist, dann sind die anderen Geisterpfuscher sicher auch nicht weit. Wir sollten vorsichtig sein.“
      „Ja, vor allem, weil sie wissen, daß Haunter hier ist!“ stimmte Trancealot zu.
      Nachdem alle Paare an ihre Kochstationen geführt worden waren, und alle beteuerten hatten, daß sie keine Fragen mehr hatten, verkündete der Moderator: „So, dann wünsche ich allen Teilnehmern viel Spaß und viel Erfolg!“
      Tracy und Haunter hatten eine Kochnische auf der rechten Seite vorne zugewiesen bekommen. Auf einer Leinwand im Hintergrund konnte man die Aufnahmen der verschiedenen Kameras sehen, die jede Kochnische einzeln aufnahmen.
      Eddy schaute nachdenklich auf die Bühne. „Was passiert eigentlich, wenn ein Paar ausgelost wird, das zufällig die gleichen Sachen eingekauft hat?“
      „Dann haben sie entweder Glück gehabt, oder es wird noch mal neu ausgelost.“ vermutete Jake.
      „Wenn du die Kochsendung weiter verfolgst, wirst du es irgendwann vielleicht rausfinden.“ lachte Futura.
      Dann wandte sich die Aufmerksamkeit von Ghostbusters und Geistern gleichermaßen dem Geschehen auf der Bühne zu – und in ihrem Fall im Gegensatz zum übrigen Publikum auch etwas angespannt. Wie mochte die Zusammenarbeit von dem Geist und dem Geisterjäger wohl enden? Sollte etwa bereits das erste »Chaos-Kochen« seinem Namen alle Ehre machen…?

Tracy und Haunter waren beide nicht sehr begeistert, als sie sich gemeinsam in ihrer Kochnische einrichteten. Doch beide versuchten, sich zusammenzureißen, um die erste Sendung nicht gleich in den ersten fünf Minuten zum Kollabieren zu bringen.
      „Dann laß mal sehen, was du eingekauft hast, alter Knabe!“ meinte Haunter mit einem Blick in Tracys Tüte. „Oh, Bananen. Wie überraschend!“
      Tracy kommentierte das mit einem mißgelaunten Gegrummel und packte die weiteren Zutaten aus.
      Haunter tat es ihm gleich, dann verschafften sie sich einen Überblick. „Paprika. Hm, das ist in Ordnung! Aber den Spinat lassen wir raus, verstanden?“ erklärte der Großwildjäger kategorisch.
      Tracy mußte sich zurückhalten, um nicht jetzt schon zu explodieren und gemahnte sich zur Ruhe. Dafür sah er sich jetzt Haunters Einkäufe an. Nach einem kurzen Check begann er zu sortieren: Den Blumenkohl, den Emmentaler, das Muskat, sowie die Eier, das Mehl und die Milch auf die eine Seite; die Dinge, mit denen er nichts anzufangen wußte, wie Butter, Senf, Worcestershiresauce und Cheddarkäse auf die andere.
      Haunter sah sich das Spiel förmlich fasziniert an. „Was wird das, wenn es fertig ist, alter Junge?“
      Tracy deutete auf die eine Seite der Zutaten. „Läßt sich für meinen Auflauf verwenden.“
      Der Geist hielt verblüfft inne. „Ich hatte nicht vor, einen Auflauf zu machen!“ widersprach er. „Meine Idee war es, »Cauliflower Cheese« zu machen!“
      „Kein Problem!“ sagte Tracy unbedarft und deutete auf den Blumenkohl und den Käse, den er seinem Auflauf bereits zugesprochen hatte.
      Jetzt hatte er Haunter soweit. Der britische Geist stand kurz davor, die Nerven zu verlieren. „»Cauliflower Cheese« ist ein traditionelles britisches Gericht, das sorgfältig aus den von mir eingekauften Zutaten zubereitet wird!“
      „Das wird aber nicht funktionieren!“ gab Tracy ruhig zurück. „So sind die Regeln!“ Er schaute jetzt bereits bei sich und überlegte, worauf er im Zweifel verzichten konnte. Er selbst hatte Gratinkäse eingekauft; den konnte er nun zugunsten des Emmentalers wegfallen lassen. Und er würde guten Willen zeigen, und für Haunter auch den Spinat rauslassen, obwohl er es bedauerte. Nur bei den Bananen würde er nicht mit sich reden lassen. Er sortierte auf seiner Seite nun drei Bereiche zu, und ordnete dabei die Zutaten einem Bereich zu, die sie nicht brauchen würden, sowie die, für welche sie sich schon entschieden hatten. Dabei stellte er das Glas Gratinsauce bereits zu den Bananen und der Paprika. Die restlichen Zutaten präsentierte er Haunter mit einer Geste. „Also, was nehmen wir noch?“
      Haunter mußte erst einmal registrieren, daß der Gorilla ihm eine Frage gestellt hatte. „Öhm…“ Er nahm sein Monokel und inspizierte die übrigen Zutaten, die Tracy dabei hatte. „Tja, ich würde sagen, da wir um die Auflaufvariante unter den gegebenen Umständen nicht drum herum kommen werden, Tomaten sind okay.“
      Tracy nickte und schob die Tüte ebenfalls auf die Seite der zu verwendenden Zutaten.
      „Der Schinken ist ebenfalls genehmigt.“ gestand Haunter zu. „Bei den Champignons, weiß ich nicht…“
      „Müssen wir nicht.“ räumte Tracy ein.
      „Dann laß sie erst mal raus!“
      Tracy nickte und räumte die Zutaten entsprechend um.
      „Was haben wir noch… Eine Kräutermischung. Ah, du hast frische Kräuter genommen. Das ist gut!“
      „Selbstverständlich!“ erklärte Tracy pikiert.
      „Hm, wir sind uns doch nicht ganz so unähnlich. Erstaunlich!“ kommentierte Haunter. „Also, ich muß sagen, die Kräuter sagen mir sehr zu! Dafür verzichten wir auf die Gnocchi!“
      „Einverstanden!“ sagte Tracy zu. Er brachte eine endgültige Ordnung in ihre Zutaten, mit der sie schließlich arbeiten konnten.
      „Äh, müssen die Bananen sein, alter Junge…?“ fragte Haunter vorsichtig. Auf Tracys Schimpftirade hin zuckte sogar der Geist zusammen und hob abwehrend die Hände. „War ja nur eine Frage!“
      Nachdem das geklärt war, packte Tracy die aussortierten Zutaten in die Tüten zurück und verstaute, was gekühlt werden mußte, in dem ihnen zugewiesenen Kühlschrank, während Haunter auf die Vorderseite der Kochstation schwebte und die Zutaten, die sie verwenden wollten, ausstrich. „Schon paradox.“ bemerkte der Geist dabei. „Mehr Sinn würde es geben, die Zutaten zu streichen, die man nicht verwendet. Was meinst du, alter Junge?“
      Tracy verdrehte die Augen. Mußte der Geist so viel reden?

Sowohl die Geister, als auch die Ghostbuster im Publikum waren sehr erstaunt, wie gut die Teamarbeit zwischen Tracy und Haunter zu funktionieren schien. Auf dem Monitor an der Rückseite der Bühne konnten sie beobachten, wie gut koordiniert die beiden bei ihrer Arbeit vorgingen.
      „Ich hätte es nicht für möglich gehalten!“ gestand Jake.
      „Es scheint, als hätten die beiden eine gemeinsame Basis gefunden. Seht euch Tracy mal an! Er sieht inzwischen auch gar nicht mehr so betreten aus. Es scheint ihm sogar richtig Spaß zu machen!“ fiel Tasha auf.
      Futura kicherte. „Ja, seht mal, wie konzentriert er aussieht!“
      „Das würde ich aber auch!“ lachte Eddy. „Immerhin arbeitet er gerade mit einem Messer!“
      In der Tat war Tracy gerade dabei, Tomaten zu schneiden. Der Gorilla und der Geist hatten die Aufgaben schnell sondiert und zugeteilt, und so hatte Tracy zunächst einmal die Auflaufform vorbereitet und den Boden mit der Gratinsauce als Grundierung versehen. Haunter kümmerte sich indes darum, den Backofen vorzuheizen und begann anschließend damit, den Blumenkohl und die Eier zu kochen. Der Großwildjäger und der Geisterjäger hatten einige Zeit überlegt, was sie mit den Eiern machen könnten, und Haunter war richtig gehend begeistert gewesen, als Tracy auf die Idee kam, diese zu kochen und geschnitten in den Auflauf zu geben.
      Während die Töpfe vor sich hinkochten, nahm der Geist in der Safarikleidung sich die Paprika vor, organisierte sich eine Schüssel und sammelte die Stücke darin. „Äh, wenn ich einen Vorschlag machen darf, alter Knabe, wie wäre es, wenn wir die Paprika vorher anschmoren, bevor wir sie in den Auflauf geben? Dann sind sie nicht mehr ganz so - wie soll ich sagen? - bißfest!“
      „Gute Idee!“ bekannte Tracy. „Sind dann auch aromatischer.“
      „Dann sind wir uns also einig!“ stellte der Geist erfreut fest. Während er sich darum kümmerte, ihre neue gemeinsame Idee umzusetzen, ging Tracy dazu über, die Bananen zu schneiden.
      „Revolutionär!“ kommentierte Floatzart im Publikum. „Eine Zusammenarbeit zwischen einem Geist und einem Geisterjäger!“
      „Aber sie machen es gut!“ bemerkte Mysteria anerkennend.
      „Ja, sie wirken fast, als wären sie schon ein jahrelang eingespieltes Team!“ stimmte Apparitia fasziniert zu. „Wer hätte das gedacht?“
      „Vielleicht ist es eine Art von Seelenverwandtschaft?“ sinnierte Trancealot.
      Apparitia sah ihn von der Seite her an. „Nun wollen wir es aber mal nicht übertreiben!“
      Mysteria und Floatzart starrten gebannt auf die Bühne. „Was passiert denn da jetzt…?“
      Tracy schaute sich gerade ein paar Zutaten ratlos an, während Haunter den Schinken in Stücke schnitt. Der Gorilla nahm wechselweise das Mehl und die Milch in die Hand.
      „Irgendwelche Probleme, alter Junge?“ erkundigte sich Haunter, ohne seine Tätigkeit zu unterbrechen.
      „Ich weiß nicht…“ erwiderte sein Partner nachdenklich. „Mit Butter könnte man eine Béchamelsauce machen.“
      „Das wäre eine wunderbare Idee. Warum machen wir das nicht?“
      Tracy machte eine Geste, welche die übrigen Zutaten einschloß. „Wir haben keine Butter!“
      Haunter hielt im Schneiden inne. „Oh… Das ist bedauerlich!“
      „Was können wir sonst damit machen…?“ überlegte Tracy laut und visierte bereits den Käse an.
      „Moment mal…“ fiel Haunter auf. „Wir haben Butter! Es hieß, wir sollen mindestens jeweils sechs Zutaten von jedem verwenden, es hieß nicht, daß wir nicht mehr verwenden dürfen!“
      Tracy stutzte, dann hellte sich seine Miene auf. Haunter schwebte bereits zu seiner Tüte und suchte das Paket Butter heraus. Tracy nahm es freudig in Empfang, und die beiden Köche wechselten ein triumphales Grinsen. Während der Gorilla nun mit neuem Elan an die Zubereitung der Sauce ging, schwebte sein Kamerad nach vorne zu der Tafel. „Okay, jetzt weiß ich, warum die verwendeten Zutaten ausgestrichen werden sollten!“ erkannte Haunter, als er die Liste aktualisierte.
      Die Freunde aus dem Ghostkommando beobachteten nun gebannt, wie ihr Kamerad aus dem Mehl, der Milch, der Butter und dem Muskat eine Béchamelsauce zubereitete.
      „Ich hätte nie gedacht, daß es so aufregend sein kann, jemandem beim Kochen zuzusehen!“ kommentierte Jake.
      „Ja, zuhause kriegt Tracy nie so viel Aufmerksamkeit dafür!“ lachte Eddy.
      „Zuhause gibt es aber auch keinen Preis zu gewinnen!“ warf Tasha ein.
      „Und zuhause muß er nicht mit einem Geist zusammenarbeiten!“ ergänzte Futura.
      „Da, jetzt werden die ganzen geschnittenen Zutaten in die Auflaufform geworfen!“ rief Jake plötzlich aufgeregt.
      Seine drei Freunde wechselten einen entgeisterten Blick ob des enthusiastischen Ausrufs und lachten herzlich.
      In der Tat hatte Haunter  mittlerweile den Blumenkohl fachmännisch zerlegt und als erste Schicht in die Auflaufform gegeben. Tracy fügte die Tomaten dazu, und bald zeitgleich ergänzte der Großwildjäger die angeschmorte Paprika; und obwohl sie nun zugleich an der Auflaufform arbeiteten, kamen sie sich dabei nicht in die Quere. Im Anschluß goß Tracy die Sauce Béchamel über die erste Schicht.
      „Das sieht schon sehr gut aus!“ bemerkte Apparitia anerkennend, die das Geschehen neugierig beobachtete.
      „Ja. Da ist es schon bedauerlich, daß wir Geister nicht mehr essen müssen.“ stimmte Mysteria zu.
      „Das würde ich mir trotzdem nicht entgehen lassen.“ erklärte Floatzart bestimmt.
      Das Kochteam war mittlerweile bei der nächsten Schicht angelangt, die aus den frisch geschnittenen Eiern, den Bananen und dem Schinken bestand. Als Topping kamen schließlich die Kräuter und der Käse zur Geltung. Ein wenig stolz betrachteten die beiden Zufallsteamkollegen ihr Werk. Dann wechselten sie grinsend einen Blick und setzten sich wieder in Bewegung; Tracy nahm die Auflaufform, und Haunter schwebte vor, um den Backofen zu öffnen.
      „Die Teamarbeit klappt aber sehr gut!“ lobte Futura.
      „Was passiert eigentlich, während der Auflauf vor sich hinbackt?“ fragte Eddy. „Werbepause?“
      „Das wirst du gleich wahrscheinlich feststellen!“ kommentierte Tasha.

Als der Showmaster, der in der Zwischenzeit schon bei den anderen Teams gewesen war, merkte, daß Tracy und Haunter etwas Freiraum hatten, kam er mit dem Mikrophon zu den beiden herüber. „Ah, ich sehe, Ihr Werk ist erst einmal sich selbst überlassen. Mögen Sie uns in der Zwischenzeit etwas zu Ihrem Gericht sagen?“
      „Äh, ja!“ Haunter räusperte sich. „Also, wir haben einen Geister-Gorilla-Auflauf gemacht, ein auf Gratinsauce basierender Auflauf mit Blumenkohl, Tomaten und Paprika, einer Béchamelsauce als Zwischenlage, sowie Bananen, Schinken und Eiern. Das Topping bildet eine Kräuterkäsekuste.“
      Tracy nickte bestätigend, und gerade bei der Erwähnung der Bananen konnte er sich ein zufriedenes Lächeln nicht nehmen lassen.
      „Na, das hört sich doch spannend an!“ kommentierte ihr Gastgeber an die Zuschauer gewandt. „Wir sind gespannt, was die Jury dazu sagen wird!“ Im Hintergrund schüttelten sich Haunter und Tracy mit einem Lächeln die Hände.
      Bis der Auflauf fertig war, gingen die beiden Köche nun an die Aufräumarbeiten. Auch das lief in einer harmonischen Teamarbeit. Während dessen bereitete sich die Jury an dem extra dafür hergerichteten Tisch vor.
      „Ich bin so aufgeregt!“ entfuhr es Trancealot, der unwillkürlich die Hände gefaltet hatte und aufgedreht die Bühne fixierte.
      Seine Geisterkollegen sahen ihn sprachlos über die unerwartete Reaktion an.
      „Also, ich muß zugeben, ich wäre auch gerne in der Jury!“ gestand Apparitia.
      „Bewirb dich doch für die nächste Sendung für den Posten!“ schlug Floatzart vor.
      Apparitia winkte ab. „Dann lohnt es ja nicht mehr. Dann ist Haunter ja nicht mehr dabei.“

Die Sendung blieb spannend. Die Ghostbuster wie auch die Geister hatten gleichermaßen darauf gehofft, in der Zwischenzeit, bis die Jury zum Zuge kam, Gelegenheit zu bekommen, sich mit ihren Kameraden auszutauschen, doch die Teilnehmer blieben die ganze Zeit auf der Bühne und unterhielten sich miteinander.
      „Tracy sieht nervös aus!“ fiel Futura auf.
      „Haunter auch!“ bemerkte Tasha.
      „Das ist ja kein Wunder!“ sinnierte Jake. „Ich wäre auch nervös, wenn mein Projekt so kurz vor der Bewertung stehen würde.“
      Futura warf einen Blick zur Seite und schmunzelte. „Selbst Eddy ist nervös!“ bemerkte sie, als sie den Brünetten angespannt auf seinem Platz sitzen sah, bei dem nicht mehr viel daran fehlte, daß er anfangen würde, an den Fingernägeln zu kauen.
      Die Zeit, bis die Jury mit ihrer Beratung fertig war, schien sich bis ins Endlose zu ziehen. Mit jeder Minute wurden nicht nur die Teilnehmer nervöser, auch ihre Begleiter im Publikum konnten die Spannung kaum noch unterdrücken.
      „Können die nicht langsam mal fertig werden?“ stieß Apparitia hervor, als sie es nicht mehr aushielt.
      „Adagio!“ ließ sich Floatzart vernehmen. „Ihr seid ja schlimmer als Haunter!“ bemerkte der kleine Virtuose, als er seinen Geisterkollegen auf der Bühne beobachtete, der nervös auf und ab schwebte.
      „Du kannst mir nicht erzählen, daß du…“ begann die grüne Geisterfrau, da zeigte Mysteria neben ihr nach vorne. „Da! Seht, es geht weiter!“
      Der Showmaster ging gerade nach vorne und lenkte die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich. „Die Jury ist zu einem Ergebnis gekommen, und es war ein denkbar knappes Rennen!“
      „Nun sag‘ schon!“ zischte Apparitia auf ihrem Platz.
      „Alle Kreationen waren wirklich einzigartig und wundervoll. Aber gewinnen kann nur ein Gericht!“
      Eddy hatte nun doch angefangen, auf den Fingernägeln zu kauen.
      „Gewonnen hat… Der »Geister-Gorilla-Auflauf« von Mister Haunter und Mister Tracy!“
      Der Geist und der Gorilla sahen sich überrascht an. Dann konnten sich beide ein Grinsen nicht mehr nehmen lassen. Tosender Beifall erklang.
      Der Showmaster ging zu dem Gewinnerteam herüber und schüttelte ihnen die Hände. „Meinen herzlichen Glückwunsch! Und der erste Preis ist ein Gutschein für ein Essen im Arkadenrestaurant für jeden von Ihnen, außerdem wird Ihr Gewinnergericht dort mit auf die Speisekarte aufgenommen.“
      Ein Raunen ging durch das Publikum. Jake stieß Eddy an. „Hey, dann kommen wir ja doch noch in den Genuß, Tracys Auflauf zu probieren!“
      „Tracys und Haunters!“ korrigierte Tasha.
      Als die Sendung zu Ende ging, stürmten die Freunde zu dem Gorilla auf die Bühne. Auf der anderen Seite schwebte die Geistergruppe zu Haunter. Die beiden Gewinner wurden mit Glückwünschen überschüttet. Und plötzlich war es auch egal, daß sich Ghostbuster und Geister mischten. Heute gehörte der Sieg ihnen allen, dank Haunter und Tracy, die bewiesen hatten, daß ein Geist und ein Geisterjäger sehr wohl zusammenarbeiten konnten, ebenso wie ein Gorilla und ein Großwildjäger.

Nach der Sendung standen - das erste Mal in ihrer Laufbahn - Geister und Geisterjäger noch zusammen im Foyer, unterhielten sich, und feierten mit den beiden Gewinnern. Es wurde sogar schon überlegt, solch eine Aktion im privaten noch einmal zu wiederholen. Einer fehlte allerdings in ihrer Runde. Als Jake es bemerkte, stellte er unwillkürlich Blickkontakt zu Tasha her, die lächelte.
      Eddy stand derweil an dem Informationstresen und füllte einen Anmeldebogen aus…


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Rezept-Notizen:

Hier sind die Originalrezepte und -zutatenlisten, wie Tracy und Haunter sie ursprünglich angedacht hatten. Welche Zutaten für ihr gemeinsames Rezept verwendet wurden, sind hier unterstrichen:

Tracy (Bananenauflauf): Gratinsauce, Gnocchi, Bananen, Paprika, Spinat, Champignons, Tomaten, Schinken, Kräutermischung, Gratinkäse

Haunter (Cauliflower Cheese): Blumenkohl, Butter, Mehl, Milch, Eier (Eigelb), Senf, Worcestershiresauce, Cheddarkäse, Käse (Emmentaler), Muskat
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