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Life is a Game made for everyone and Love is the Prize

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Charles Pic Jean-Éric Vergne Kimi Räikkönen Max Chilton Romain Grosjean Sebastian Vettel
02.07.2013
25.07.2014
54
232.189
20
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Dieses Kapitel
12 Reviews
 
02.07.2013 5.311
 
A/N: Danke an ShadowOfTheDay (3x!), Revolution97, Napoleon90, Madrilena, Pericoloso, Balalaika, TheOne, Silvana und Tracy89.





Kapitel 36 – Game Over


Runes POV

Hätte mir das jemand noch in Austin gesagt... Kimi ist offenbar doch kein so schlechter Kerl, wie ich angenommen habe. Man kann gut mit ihm trinken, also ich zumindest, wenn ich in so einer beschissenen Stimmung bin wie gerade jetzt. Er redet da nicht zu viel oder bohrt nach, was denn los ist. Das würde auch nur stören.

Und zum ersten Mal merke ich wirklich, dass sich die gewünschte Trinkfestigkeit positiv bemerkbar macht. Früher hätte ich schon lange kein gerades Wort mehr rausgekriegt, jetzt funktioniert das immer noch einwandfrei und auch das angenehm schwammige Schwindelgefühl lässt auf sich warten. Eigentlich wäre es fast interessant zu wissen, wie es Kimi damit geht. Aber danach fragen werde ich nicht. Das ist nicht, wozu ich mitgegangen bin. Das war mehr dieser Wink des Schicksals. Ich hab mir jemanden zum Reden gewünscht und... Und dann ist er aufgetaucht. Warum also nicht?

Ich lege den linken Arm auf die Rückenlehne der Couch und den Kopf ein wenig schief. Auf einen Versuch kann ich’s ja ankommen lassen. Wenn’s klappt, ist’s gut, und wenn nicht, dann eben nicht. Nur bin ich nun mal nicht mein leicht verklemmtes altes Ego. Mir ist durchaus aufgefallen, dass wir wenigstens die letzte Viertelstunde über näher aneinander herangerückt sind und ich frage mich, wie weit ich gehen kann, wie weit es gehen wird. Denn irgendwas wird hier noch passieren. Es liegt etwas in der Luft, eine Spannung, die das – ihn möglicherweise – nur zu deutlich verrät und mich fast dazu bringt, ihn zu fragen, ob wir nicht anfangen wollen. Doch nur fast. Es ganz direkt auszusprechen, wäre taktisch unklug.

*** ~~~ ***


Jean-Érics POV

Charles unterhält sich bereits mit Romain, als ich ankomme. Sehr gut! Er hat’s tatsächlich rechtzeitig hergeschafft, um ihn abzufangen. Damit hätten wir die erste große Hürde, das Timing, eigentlich genommen. Jetzt müssen wir nur noch...

Charles winkt mir zu und wüsste ich nicht, dass es ein abgekartetes Spiel ist, würde ich ihm die gespielte Überraschung ohne Hintergedanken abkaufen. Doch so macht er es mir leichter, mitzuspielen, denn eigentlich bin ich gar nicht gut in sowas.

-Hallo-, sage ich, als ich nähergekommen bin, -Was macht ihr denn hier?-

-Ach, wir sind uns hier eben über den Weg gelaufen und ich hab Romain grad vorgeschlagen, wir könnten die Saison doch noch zusammen auf Französisch abschließen. Kommst du mit?-, erklärt Charles breit grinsend.

Bevor ich jedoch dazu komme, wie abgesprochen zuzustimmen, meldet Romain sich zu Wort: -Macht das lieber alleine, ich bin wirklich nicht in Feierstimmung.-

-Wie jetzt?- Charles’ Grinsen ist schlagartig verschwunden, purer Enttäuschung gewichen und sein Gesicht hat diesen Ausdruck angenommen, dem ich absolut nichts abschlagen kann und Romain entlockt es ein leises Seufzen:

-Nein, wirklich, Charles, das ist keine gute Idee.-

-Komm schon, Romain, wir wollen doch keine Clubs unsicher machen, wir setzen uns einfach ein Weilchen zusammen, oder, Jean?-

Ich nicke eilig meine Zustimmung, und würde Charles mich so ansehen, ich könnte nicht widerstehen. Kann ich so schon kaum, wenn ich ehrlich bin. Glücklicherweise scheint es Romain da nicht anders zu gehen, denn nur nach Sekunden knickt er ein:

-Überredet.-

Nur überzeugt sieht er nicht aus. Überhaupt wirkt er auf den zweiten Blick niedergeschlagener als er nach seinem Rennergebnis und der Vertragsverlängerung sein sollte. Eigentlich würde ich jetzt gerne fragen, was vorgefallen ist, aber so mehr oder weniger in der Öffentlichkeit ist das wohl keine gute Idee. Außerdem hat Charles die Situation komplett unter Kontrolle:

-Super! Dann kommt mit, ihr beiden.-

Er boxt mir leicht gegen den Oberarm, Romain auch, bevor es losgeht.

Weil wir vorher nicht wissen konnten, wie unser Plan aufgehen würde, haben wir vorsichtshalber beide unsere Zimmer präpariert – wie Charles das nennt. Mir ist mittlerweile zwar nicht mehr ganz wohl dabei, diese Wette gewinnen zu wollen, doch andererseits... und Charles möchte so gerne mal eine Wette gewinnen... Und es ist Romain, wie soll man da Nein sagen? Immer vorausgesetzt, es kommt tatsächlich so weit, aber im Moment sieht es ja ganz danach aus.

***


Ich bin mir sicher, dass Charles ausnahmsweise mal wirklich Ordnung gehalten hat in diesem Hotelzimmer. Jedenfalls konnte ich – und was das angeht, bin ich wirklich geübt! – noch keine Anhaltspunkte dafür entdecken, dass er es nicht getan hätte.

Wir haben die Minibar geplündert, zumindest was die Getränke angeht, Knabberkram um diese Uhrzeit ist auch irgendwie... nicht besonders ideal. Und Charles hat mich genötigt, recht ausführlich von der Party bei Toro Rosso zu berichten, allerdings hat das nicht dazu beigetragen, Romains Laune zu heben, und ich bin auch nicht gerade eine Stimmungskanone in solchen Situationen. Glücklicherweise weiß Charles das auch. Jetzt legt er Romain einen Arm um die Schultern:

-Und nun raus mit der Sprache, was ist so Schlimmes passiert, dass du dir einen Saisonabschluss auf dem Treppchen verhageln lässt?-

Romain bedenkt Charles mit einem Blick, der mich froh sein lässt, mich auf den Sessel und nicht zu den beiden aufs Sofa gesetzt zu haben. Doch Charles legt nur unbeeindruckt den Kopf schief und fragt:

-So schlimm?-

Es dauert einen ewiglangen Moment, bis Romain langsam nickt. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Für ein paar Sekunden dachte ich echt, er würde nichts sagen, sondern aufstehen und gehen. Dabei sollte mir eigentlich klar sein, dass er nicht der Typ für sowas ist. Also nicht wirklich, aber wenn einem halt die Worte fehlen... Das kenn ich ja von mir selbst, dabei ist’s schon deutlich besser geworden, seit ich mich mit Jules angefreundet habe und mit Charles zusammen bin. Bei den beiden muss man irgendwann den Mund aufmachen, wenn man nicht pausenlos untergebuttert werden will...
Bevor mir eigentlich klar ist, was ich tue, bin ich aufgestanden und quetsche mich neben Charles aufs Sofa, nicht neben Romain, das traue ich mich dann nicht. Muss auch nicht sein. Wenn ich bei Charles sitze, kann Romain uns beide viel besser ansehen, während er spricht und ich kann...

Romains Blick fällt auf meine Hand auf Charles’ Oberschenkel. Ich habe das Gefühl, die Zeit steht erst mal still. So lange, bis Charles meine Hand in seine nimmt, als sei das völlig normal.

-Ist doch nicht schlimm, oder?-, will er von Romain wissen und der schüttelt den Kopf, ohne jedoch wegzuschauen. Plötzlich tut er mir leid. Einerseits, weil’s ihm sowieso schon nicht gut geht und andererseits, weil er und Kimi sich ja anschweigen, wie Charles beobachtet hat.

-Darf ich mal raten, was los ist?- Charles lehnt sich zurück, an mich und zwingt mich damit, ihn richtig in den Arm zu nehmen. -Ohne, dass du wütend wirst, meine ich.-

Diesmal erntet er ein Schulterzucken und ein leises -Meinetwegen- von Romain.

-Du hast dich mit Kimi gestritten und jetzt ignoriert er dich.-

Ein weiteres, nun eher unwilliges Schulterzucken folgt. -Passiert schon mal, dass einem das den Tag versaut, oder?-

-Es macht aber einen Unterschied, ob man sich mit seinem Teamkollegen streitet oder mit dem Mann, mit dem man schläft-, melde ich mich zu Wort, obwohl ich eigentlich keine Ahnung habe, ob das den Tatsachen entspricht. Da vertraue ich Charles eben blind. Er hätte schließlich nichts davon, mich zu belügen, denn dann würden wir die Wette beide verlieren.

-Himmel, Jean, etwas weniger direkt konntest du das jetzt nicht sagen?- Charles schlägt mir leicht auf die Finger. -Du hast manchmal aber auch gar kein Feingefühl.-

-Irgendwas bleibt halt auf der Strecke, wenn man mit dir zusammen ist-, murmle ich und merke erst, als es draußen ist, dass Romain uns anstarrt, als wären wir gerade mit einem Dutzend neongrüner Aliens in fliederfarbenen Badehosen aus einer fliegenden Untertasse gepurzelt.

-Ihr seid...-, bringt er dann heraus, den Rest des Satzes lässt er jedoch in Luft hängen, als habe er Angst, es auszusprechen.

-Ja-, antwortet Charles, -Aber wir wussten nicht, dass dich das so schockieren würde, wo du doch was mit Kimi hast.-

-Woher wisst ihr das?- Er klingt nicht richtig panisch, eher verunsichert, würde ich sagen, doch vielleicht täusche ich mich auch. Trotzdem schaffe ich es, Charles mit dieser Antwort zuvorzukommen:

-Weil ihr beide nicht die einzigen seid, die rausgefunden haben, dass hinter den Trucks abends nichts mehr los ist.-

-Oh.-

-Nicht so wild, wir haben’s niemandem erzählt. Das ist auch so schon kompliziert genug-, versucht Charles zu beruhigen, legt Romain eine Hand aufs Knie, beginnt, sein Bein zu streicheln, und ich würde jede Wette eingehen, dass er ihn jetzt wieder mit diesem Blick bedenkt, bei dem man ihm nie böse sein könnte. -Und von uns wird auch niemand was erfahren, versprochen.-

Wieder passiert einen Moment lang nichts, bis Romain seufzt, nach Charles’ Hand greift und sie festhält. Erstaunlich nah an seinem Schritt. Also wenn Charles es wirklich drauf anlegt, jemanden ins Bett zu kriegen... Da weiß ich, wovon ich spreche. Wir haben vor unserem ersten Mal keinen Alkohol gebraucht, um locker zu werden.

-Wir sind nicht zusammen-, sagt er dann so leise, dass zumindest ich Mühe habe, ihn zu verstehen.

-Aber ihr hattet mehr als nur einen One Night Stand, oder?- Charles löst sich aus meiner Umarmung und rutscht näher an Romain heran. Ich lasse ihn machen. Er hat mich ins Bett gekriegt, warum sollte es jetzt nicht auch klappen?

-Dachte ich wenigstens-, räumt Romain ein und wirft mir einen kurzen Blick zu, als ob er sich versichern wolle, ob das für mich okay ist, dass Charles ihm so auf die Pelle rückt.

-Hast du auch zu Recht gedacht. Warum sollte man das Risiko, aufzufliegen, denn eingehen, wenn man’s nicht ernst meint? Das wäre ziemlich bescheuert!-, werfe ich ein. Ich würde das jedenfalls nicht tun. Irgendwo muss man Prioritäten setzen und die Karriere hat eine höhere als die, vielleicht mal Sex mit einem Mann auszuprobieren. Ende der Überlegung.

-Klar, aber wir sprechen hier über Kimi!- Romain lächelt bitter.

-Na und?-, kommt’s von Charles, -Der hat auch kein Recht, dich einfach fallen zu lassen wie ’ne heiße Kartoffel, wenn ihm das gerade in den Kram passt.- Er rutscht noch näher an Romain heran, krabbelt ihm jetzt beinahe schon auf den Schoß und ich muss mich wirklich zusammenreißen, um ihn nicht auf meinen zu ziehen, wo er mir seinen Hintern schon so verführerisch präsentiert. Ich werde ein arges Problem kriegen, wenn wir diese Wette gewinnen. Einfach, weil ich sie in diesem Moment gerne beide hätte, Charles und Romain.

-Nicht? Er tut’s aber!-

-Dann hat er keine Ahnung, was er da tut-, erkläre ich.

-Wenn er die nämlich hätte...-, spinnt Charles meinen Gedanken weiter und setzt sich jetzt tatsächlich auf Romains Schoß, streicht ihm durch die Haare, -... würde er’s nicht tun.- Die letzten Worte haucht er gegen Romains Lippen, bevor er an ihnen nippt.

Irgendwie fühle ich mich gerade sehr daran erinnert, wie Charles mich um den Finger gewickelt und verführt hat. Worauf habe ich mich damals bloß eingelassen...?

*** ~~~ ***


Kimis POV

Es war erstaunlich einfach. Ganz anders als mit Romain. Praktischer irgendwie. Rune hat keine ewig lange Vorbereitung gebraucht und ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht nur am Alkohol lag. Er klammert jetzt auch nicht, Romain hat das immer getan, stattdessen liegt er neben mir und schweigt. Ich weiß nicht, ob er eingeschlafen ist oder nur döst, doch es gibt mir Gelegenheit, ihn aus halb geschlossenen Augen zu betrachten.

Erst jetzt fällt mir auf, dass man ihm die Jugend eigentlich noch überdeutlich ansieht, dass der Altersunterschied zwischen uns zwölf Jahre beträgt. Sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? So ein Blödsinn! Das habe ich bei Romain nicht – den ich offenbar entjungfert habe –, also brauche ich es jetzt erst recht nicht, wo ich mir sicher bin, dass es für ihn nicht das erste Mal mit einem Mann gewesen ist. Es ist schlicht unnötig.

Ich greife nach der Bettdecke. Auch wenn ich nachts gerne wach bin, irgendwo gibt es eine Grenze, wenn man am nächsten Tag bei der Sache sein sollte, und mittlerweile wird es wirklich Zeit für etwas Schlaf. Meinetwegen kann er auch hier bleiben. Ist schon okay, weil er bis jetzt eben nicht anhänglich geworden ist. Doch als die Decke seine Haut berührt, schreckt er auf, setzt sich hin und blinzelt mich unverkennbar verstört an.

Was soll das werden, wenn’s fertig ist?

„Ich geh mal duschen“, erklärt er sich schließlich und steht auf.

Er scheint keine Reaktion von mir zu erwarten. Okay, warum nicht? Ich sehe ihm nach, als er ins Bad verschwindet. Handtücher und so wird er selbst finden, er ist ja nicht blind. Trotzdem bin ich leicht irritiert von seinem Verhalten. Romain ist da anders. Romain sucht Nähe und würde von allein vermutlich nicht mal auf die Idee kommen, aufzustehen, und irgendwie ist das immer putzig gewesen. Vielleicht habe ich das sogar gemocht. Ein bisschen. Es war nach der Trennung von Jenni zumindest nicht so, dass es mich ernsthaft gestört hätte. Eigentlich hat’s eher gut getan, wenn ich jetzt so darüber nachdenke. Es hat mir Bestätigung gegeben, etwas, das ich da wahrscheinlich unbewusst gesucht und gebraucht habe.

Man hört im Bad Wasser rauschen.

Ich sollte auch duschen gehen, sobald Rune fertig ist. Vielleicht bleibe ich danach auch einfach wach. Könnte sein, dass sich das Schlafen anschließend nicht mehr richtig lohnt und ich könnte es auch während des Fluges nachholen. Der wird sowieso lang genug, es böte sich also an.

Es dauert sicher keine Viertelstunde, bis Rune zurück ins Zimmer kommt, splitterfasernackt und noch dabei, sich die Haare abzutrocknen. Ich kann nicht sagen, der Anblick würde mich kalt lassen. Von allem, mit dem ich noch irgendwie gerechnet habe, ist das für mich wohl das unwahrscheinlichste Szenario gewesen, zumal er mir gerade keinerlei Beachtung schenkt. Stattdessen beginnt er, seine Sachen zusammenzusuchen und sich anzuziehen. Er macht mich wirklich sprachlos.

Romain hat das nicht getan.

Als Rune sein T-Shirt von der Couch nimmt und über den Kopf zieht, setze ich mich auf und frage: „Du willst jetzt gehen? Keine Angst, dass dich wer sieht?“

„Nö, sollte ich?“, gibt er zurück, als er das Kleidungsstück anhat und mit den Schuhen weitermacht.

„Musst du selber wissen“, halte ich notdürftig dagegen, weil ich mich weigere, mich erneut aus dem Konzept bringen zu lassen, „Andererseits könnten wir auch noch weitermachen.“

Und das ist ungefähr das Dümmste, was ich sagen konnte, wie es scheint. Es bringt ihn zum Lachen und Kopfschütteln. Dann pflückt er seine Jacke von der Stuhllehne und geht zur Tür. Dort bleibt er stehen und dreht sich zu mir um, noch immer grinsend.

„Das hier ist ein Gelegenheitsfick gewesen, kein One Night Stand, und ich muss dir doch wohl nicht erklären, was das heißt, oder? Aber falls es dich tröstet, es war ganz nett. Vielleicht überleg ich mir mal, ob man’s wiederholen könnte. Und bis dahin...“ Er greift nach der Türklinke. ... Danke für den Wodka und man sieht sich.“

Sekunden später ist er weg. Einfach so.

Und ich kann nichts weiter tun, als die geschlossene Tür anzustarren. Das ist mir auch noch nicht passiert. Normalerweise bin ich es, der... Naja, der vor die Tür setzt oder einfach geht. Ich hätte nicht im Traum damit gerechnet, dass es so kommen, dass Rune so abgebrüht sein würde.

Mit Romain ist mir das nie passiert. Der ist immer geblieben, bis ich ihn weggeschickt habe. Das war zwar nicht ideal, aber immer noch angenehmer und schöner als das jetzt.

Gelegenheitsfick...

Das sitzt.

*** ~~~ ***


Jean-Érics POV

Charles hat den Kopf auf meine Brust gelegt und seine ruhigen Atemzüge verraten, dass er eingeschlafen ist. Es ist immer wieder niedlich, wie schnell ihm das nach dem Sex passiert und wie wenig er dagegen ankommt, obwohl er es jedes Mal aufs Neue versucht. Deswegen bringe ich es auch nicht übers Herz, ihn dann allein zu lassen. Lieber gehe ich das Risiko ein, am nächsten Tag irgendwohin zu spät zu kommen. Zu gehen hieße ja auch, dass ich Charles nicht durchs Haar streichen könnte, bis ich selbst einschlafe.

-Ihr seid zu beneiden-, kommt’s auf einmal leise von Romain.

Zwar drehe ich den Kopf, um ihn anzusehen, doch da Charles zwischen uns liegt und das Licht ausgeschaltet ist, gibt’s nicht viel zu sehen. Alles, was ich im Moment tun kann, wenn ich Charles nicht wecken will, ist, blind nach Romains Hand zu tasten und sie zu halten, als ich sie gefunden habe. Mehr fällt mir nicht ein, passende Worte schon gar nicht.

Er seufzt leise: -Aber ich musste mir von allen Fahrern ja unbedingt Kimi aussuchen. Wahrscheinlich bin ich echt selbst schuld.-

-Du suchst dir das aus?-, will ich irritiert wissen, -Ich dachte, man hat keine Wahl, wen man von den Hormonen aufs Auge gedrückt bekommt.-

-Du hast einen Vogel, Jean.- Er drückt meine Hand leicht.

-Wenn’s weiter nichts ist. Immer noch besser als einer zu sein.-

-Was?- Jetzt hört er sich so verwirrt an wie ich mich eben gefühlt habe.

-Hast du das nicht mitgekriegt?-, frage ich, -Also dass Max Rune immer nur birdie nennt? Keiner von uns hat je gehört, dass er seinen Namen sagt.-

Doch das Lachen, mit dem ich gerechnet habe, bleibt aus. Dabei hat bisher jeder gelacht, dem Charles oder ich davon erzählt haben, sodass ich mich genötigt sehe, zu fragen:

-Alles okay?-

-Ja. Es ist nur... Sagen wir mal, Rune ist nicht gerade der, über den ich ausgerechnet heute reden will.-

-Was hat er angestellt?-, hake ich sofort nach.

Rune mag ja irgendwie doch ganz in Ordnung sein, aber das heißt noch lange nicht, dass ich dem Frieden in allen Bereichen über den Weg traue. Dafür hat er in der Vergangenheit ein paar Dummheiten zu viel gemacht. Die meisten waren zwar wirklich belanglose Kleinigkeiten, Kinderstreiche, aber trotzdem.

-Er hat was mit Kimi.-

-Du machst Witze?- Es gelingt mir, den Kopf ein paar Zentimeter zu heben, sodass ich Romains Umrisse in der Dunkelheit nun doch ausmachen kann.

-Nein. Als ich ankam, sind die beiden gerade zusammen abgezogen.- Romain räuspert sich, spricht dann weiter: -Bei mir war das genauso. Erst scheinbar belanglos was gemeinsam trinken, dann Sex. Und er hat sich doch gerade erst von seiner Freundin getrennt. Jetzt ist ja wohl klar, warum.-

Ich schlucke schwer. So hab ich das noch nicht gesehen. Auf den Gedanken wäre ich von allein nicht mal gekommen. Rune muss verrückt sein, wenn er glaubt, bei Räikkönen landen zu können! Nur leider ergibt das Sinn, also dass er was mit einem Fahrer anfangen könnte, um sich von seiner Ex und der Trennung abzulenken. Im Gegensatz zu Romain weiß ich ja auch, dass Rune bi ist. Und so, wie ich Rune bisher kennengelernt habe, muss ich auch einsehen, dass er und Kimi gut zusammenpassen könnten.
Das muss ich später mit Charles besprechen. Eigentlich wäre es ja nicht besonders fair, Rune zu verheimlichen, dass wir wissen, dass er was mit Kimi am Laufen hat. Doch andererseits bin ich mir nicht sicher, ob es klug wäre, denn dann müsste man ihm bestimmt auch sagen, woher man das weiß – und Romain verraten? Das kommt nicht in Frage! Er hat’s auch so schon schwer genug.

-Ich würde dich gern in den Arm nehmen-, sage ich leise, -Es ist nur... Charles ist im Weg und auf der anderen Seite ist das Bett zuende.-

-Lieb von dir.- Romain richtet sich ein wenig auf, küsst meine Hand. -Aber so ist’s ganz gut. Wäre doch unfair, Charles den besten Platz wegzunehmen, während er schläft.-

-Er würd’s nicht mal merken-, erwidere ich schmunzelnd und diesmal lacht Romain doch leise, küsst erneut meine Handfläche. Seine Lippen hinterlassen sie angenehm kribbelnd.

-Sicher?-, fragt er dann.

-Ja-, antworte ich, -Solange ich liegenbleibe, wird er einfach weiterschlafen.-

-Hast du schon ausprobiert?-

-Ja, und auch, wenn’s irgendwie niedlich wäre, wenn er jetzt aufwachen würde... Ich lasse ihn lieber schlafen-, erkläre ich.

Ein wenig merkwürdig ist das hier ja gerade schon. Ich habe weder damit gerechnet, dass wir den Dreier wirklich haben würden, noch damit, dass es hinterher kein verschämtes Schweigen geben würde. Es passt tatsächlich alles viel besser zueinander als vorstellbar war. Das einzige, was nicht passt, ist dieses Hotelbett. Es ist etwas zu schmal für drei erwachsene Männer, eindeutig. Wir hätten es wesentlich gemütlicher haben können, wenn wir uns bei Charles zuhause getroffen hätten.

-Weißt du, was ich glaube?- Romain lässt meine Hand los, rutscht näher an Charles und mich heran. Charles murmelt etwas Unverständliches gegen meine Brust, als Romain über seinen nackten Rücken streicht.

-Nein-, sage ich, obwohl mir eigentlich klar ist, dass die Frage eine rhetorische war.

Romain beugt sich über mich, stützt sich dafür mit der linken Hand an der Bettkante neben mir ab.

-Dass du ein sehr gutes Kuschelkissen abgeben musst-, flüstert er dann.

-Wenn es nach Charles geht, hast du da recht mit-, räume ich ein, frage mich im gleichen Moment jedoch, was an mir zum Kuscheln taugt. Ausnehmend weich ist meine Brust ja nicht, bestenfalls warm, wenn mir nicht kalt ist oder Charles halb drauf liegt.

-Sieht so aus-, haucht er, bevor er mich küsst. Einen ersten Moment lang bin ich überrascht, erst dann kann ich reagieren und genießen.

Das ist doch alles verrückt. Total verrückt. Wir sollten uns bei Rune für die Wette bedanken, glaube ich, und Romain anbieten, das mal zu wiederholen.

*** ~~~ ***


Heikki H.s POV

Seb wird nachher garantiert nicht neben Jenson aufwachen. Immerhin ist er allein eingeschlafen und ist es jetzt auch, nachdem ich seine Zimmertür hinter mir zuziehe. Doch vor dem Einschlafen hat er mir noch mehrfach gesagt, ich solle heute mit Rune sprechen. Witzig! Ich weiß zwar, wo die Williams-Party stattfindet, aber mittlerweile ist es so spät, dass ich mir sicher bin, dass es zu spät ist, um da noch aufzuschlagen. Das gleiche gilt für das Vorbeischauen bei Rune hier im Hotel. Ich kann da nicht einfach hingehen und sagen „Hi, ich wollte mich mal mit dir unterhalten“, das geht nicht. Das hört sich doch total bescheuert an! Mal ganz davon abgesehen, dass ich ihn möglicherweise wecken würde.

Ich fahre mir mit der linken Hand durchs Haar. Nein, das geht alles nicht. Ich werde jetzt das einzig Vernünftige tun und selbst auch schlafen gehen. Man kann im Leben nicht alles haben, selbst wenn man es gerne hätte.
Der Flur ist menschenleer und fast totenstill. Der dicke Teppich verschluckt das Geräusch meiner Schritte. Es ist fast ein wenig unheimlich, aber ich muss eben ans andere Ende, wenn ich in mein Zimmer will, und ich bin dreißig, das ist zu alt, um sich noch vor Schatten in den Ecken zu fürchten. Vorbei an den Fahrstühlen, dann am Treppenhaus, das sich in seinem Glaskasten nach oben windet, und dann - Stopp! Eine Bewegung auf der Treppe lässt mich innehalten und genauer hinsehen.

Rune.

Er geht langsam. Jede einzelne Stufe scheint ihn herauszufordern, doch es hat nicht den Anschein, als sei er betrunken. Seine Schritte sind sicher und er schwankt auch nicht. Es sieht viel eher so aus, als hätte er... Ich kenne das von Seb, wenn er und Jenson über Nacht zusammen waren, aber bei Seb ist es nie so ausgeprägt gewesen.

Doch das hier muss ein Wink des Schicksals sein. Rune ist wach, er ist nicht mehr auf der Party seines Teams, er ist allein und noch nicht in seinem Zimmer. Wenn ich ihn jetzt nicht anspreche, dann tue ich das wahrscheinlich nie.
Es sind nur ein paar Schritte bis zur Tür, die den Flur vom Treppenhaus trennt. Ich brauche nur Sekunden, um sie zu erreichen, aufzustoßen und es zu betreten. Ungefähr genauso lange wie Rune braucht, um den Treppenabsatz dieser Etage zu erklimmen.

„Hei“, sagt er, noch ehe ich reagieren kann.

Ich erwidere es rasch und ergänze: „Glückwunsch zu Platz 7.“

„Danke.“ Er lächelt müde und reibt sich mit der rechten Hand den Nacken. Ich bin mir nicht sicher, ob er es aus Verlegenheit tut oder weil er Schmerzen hat. Sein Gesichtsausdruck spricht trotz des Lächelns für letzteres.

Es gelingt mir, sein Lächeln zu erwidern, weitere Worte fehlen mir allerdings, sodass wir uns schweigend gegenüberstehen, bis er sagt:

„Tut mir leid, ich hab nicht erwartet, dass noch jemand wach ist.“

Diesmal reibt er sich die linke Schulter, aber sein Lächeln bleibt.

„Ich auch nicht“, gebe ich zurück. Ja, als ob er da nicht alleine drauf kommen könnte! Ist auch nicht offensichtlich genug, dass wir die letzten sind, die hier noch rumlaufen, wo es doch ansonsten mucksmäuschenstill ist. Selbst aus den Fahrstuhlschächten ist nichts zu hören.

„Und jetzt stehen wir hier rum wie zwei Sardinen in der Dose...“ Er schüttelt den Kopf, hält jedoch nach Sekunden inne und murmelt: „Das sollte ich wirklich lassen.“

„Tut’s sehr weh?“ Die Frage ist raus, bevor mir klar ist, dass ich sie gedacht habe. Dabei ist das doch eigentlich auch offensichtlich! Ich mache mich schon wieder zum Idioten.

„Wie Hölle“, erwidert er, „Aber schon seit Freitag und das heute... naja, das war dann wohl der Overkill.“

„Und massieren hilft nicht?“, hake ich nach. Das sollte es eigentlich, ein bisschen zumindest und so, wie Joakim an ihm hängt, muss er doch bestimmt alles probiert haben, um da Abhilfe zu schaffen.

„Doch, schon, aber...“, räumt Rune leise ein, „aber heute war da keine Zeit für.“

„Was?“

Wie kann für eine Massage denn keine Zeit sein? Dafür muss immer Zeit sein, so einfach ist das. Man sieht doch, wohin das sonst führt und das ist ganz sicher nicht akzeptabel! Ganz und gar nicht. Genauso wenig wie es in Ordnung von Joakim war, Rune in Japan am Flughafen so nachlässig zu behandeln. Das geht einfach nicht. Es geht nicht!

„Joakim und ich, wir haben die Zeit für ’ne Meinungsverschiedenheit gebraucht.“ Es klingt etwas zerknirscht und wieder reibt er sich den Nacken. „Und dann... naja... die Interviews, das Briefing und so weiter, die Party... Du kennst das ja.“

Ich kann mir das auf keinen Fall länger ansehen!

„Also, wenn’s dir nichts ausmacht, dann kann ich auch... also...“, stammle ich, muss mich räuspern, „Du kannst eine Massage auch jetzt noch von mir kriegen, wenn du willst.“

„Aber es ist schon so spät und...“ Er versucht, mit den Schultern zu zucken und ich bin mir ziemlich sicher, dass er mein Angebot gleich ausschlagen wird, doch stattdessen seufzt er leise: „Ich will dich nicht vom Schlafen abhalten.“

„Tust du nicht. Der Einzige, der hier heute Nacht vom Schlafen abgehalten werden würde, wärst du, wenn du dich jetzt so hinlegen würdest“, wende ich ein.

„Es macht dir wirklich nichts aus?“

„Nein, macht es nicht“, versichere ich und öffne die Tür zum Flur, „Komm schon.“

***


Ich habe ihn noch nie verlegen gesehen. Bisher schien Rune immer das personifizierte Selbstbewusstsein zu sein, aber davon fehlt nun jede Spur. Er steht mitten in meinem Zimmer und starrt mit roten Wangen auf seine Füße, die Schuhe hat er – wie ich – ausgezogen. Niemand von uns sagt ein Wort, während ich ein Handtuch über der Bettdecke ausbreite. Ideal ist das nicht, aber es funktioniert und das ist die Hauptsache. Wenn er nach dem Rennen wirklich keine Massage hatte, wird es dauern, bis wir fertig sind und mittlerweile ist mir nicht mehr ganz wohl dabei. Nicht, weil Sebastian etwas dagegen haben könnte, damit rechne ich nicht, immerhin wollte er noch bis kurz vor dem Einschlafen, dass ich irgendwas mit Rune unternehme. Es ist wegen Joakim. Der wird bestimmt nicht damit einverstanden sein, dass ich seinen Job mache. Ich kann’s mir zumindest nicht vorstellen. Nicht, wenn ich daran denke, dass er mich in letzter Zeit ansieht, als ob er mir am liebsten den Kopf abreißen würde.

„Einmal ausziehen“, bitte ich, krame das Massageöl aus meinem Rucksack und versuche, nicht daran zu denken, dass Rune es eventuell nicht mögen könnte. Erst als ich das Fläschchen in der Hand halte und sehe, wie Rune sein T-Shirt über die Sessellehne und auf seine Jacke legt, dämmert mir, dass er wirklich gleich so gut wie nackt auf dem Bett liegen wird, dass ich endlich erfahren werde, wie seine Haut sich anfühlt. Ich muss schwer schlucken.
Als er die Hose auszieht, jagt es mir einen heißen Schauer über den Rücken. Eilig wende ich mich ab, starre angestrengt die Lampe auf dem Nachttisch an. Dabei war mir eigentlich vorher fast klar, dass er schöne Beine hat. In Abu Dhabi und hier konnte ich ja bereits einen Blick auf seine Unterschenkel erhaschen. Doch es ist einfach etwas anderes, ihm dabei zusehen zu können, wie er sich auszieht, und obendrein zu wissen, dass er gleich auf dem Bett liegen wird, in dem ich später wohl noch ein paar Stunden dösen werde.

Ist alles in Ordnung?“

Seine Frage reißt mich von meiner intensiven Lampenschirmbetrachtung los.

„Alles in Ordnung. Legst du dich hin?“

Er nickt, kommt zum Bett und streckt sich darauf aus, ganz gewohnheitsmäßig gleich bäuchlings. Ich werde mich wirklich zusammenreißen müssen, um ihn nur so zu berühren, wie ich es für die Massage tun muss, und nicht so, wie ich es gerne tun würde. Unsicher beiße ich mir auf die Unterlippe. Man kann deutlich sehen, wo seine Haut in den vergangenen Wochen Sonne gekriegt hat und wo nicht. Und seine Haare sind feucht, stelle ich zu meiner Verwunderung fest. Nicht verschwitzt, sondern einfach nur feucht. Ich bin mir sicher, Shampoo riechen zu können. Merkwürdig... Genauso wie sein Gang.

Seine Haut ist warm unter meinen Fingern und glatt, aber nicht weich. Unglaublich, dass Joakim sich nicht besser um ihn gekümmert hat... Ihm muss doch bewusst sein, wie schmerzhaft solche Verspannungen sein können, Meinungsverschiedenheit hin oder her. Sowas sollte keinen Einfluss auf Joakims Arbeit haben. Ihm muss doch klar sein, dass es um die Gesundheit und Zukunft eines Menschen geht! Dass er Runes zukünftiges Leben – um es mal ganz drastisch zu sagen – im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand hat. Ein Wunder, dass Rune überhaupt noch ein Lächeln zustande bringen kann! Oder ist er vielleicht einer dieser Menschen, die alles klaglos über sich ergehen lassen?
Ich weiß, dass die Massage für ihn nicht immer nur angenehm sein wird. Verspannungen lösen sich nun mal nicht, wenn man sie nur ein bisschen streichelt und ihnen gut zuredet. Trotzdem gibt er keinen Ton von sich und das veranlasst mich dazu, noch vorsichtiger zu sein. Es wäre mir lieber, ich würde ihm nicht wehtun. Es wäre viel schöner, wenn er sich bei mir einfach nur wohlfühlen würde.

Vorsichtig streiche ich ihm mit dem Handrücken die Haare aus dem Nacken. Es würde ziepen, wenn sie mir zwischen die Finger gerieten, und ich möchte vermeiden, dass sie mit dem Massageöl in Kontakt kommen. Ich möchte es gerne so perfekt wie möglich machen. Doch ich habe nicht mit dem gerechnet, was unter den feuchten Strähnen zum Vorschein kommt. Dunkel, bläulich, rötlich, violett leuchtend auf der hellen Haut. Direkt am Haaransatz, wo es einem durchschnittlichen Beobachter vermutlich nie auffallen würde.

Sein Gang... seine frisch gewaschenen Haare... dieser Knutschfleck...

Die Erkenntnis schnürt mir die Kehle zu, treibt mir Tränen in die Augen. Es passt alles zusammen. Deswegen kam er auch so spät erst zurück. Er hatte mit irgendjemandem Sex. Ich schlucke gegen den Kloß in meinem Hals an, zwinge mich zum Weitermachen. Rune soll nicht merken, dass mich schockiert, was ich sehe. Dass es sich gerade anfühlt, als würde in mir etwas in tausend Scherben bersten.

Vielleicht war er bei Chilton... ich habe so viele Bilder gesehen, auf denen sie zusammen sind und auf jedem einzelnen schienen sie mir irrwitzig vertraut.

Der Geruch des Shampoos steigt mir in die Nase. Intensiver als zuvor. Frisch und widerwärtig bekannt. Und viel zu herb für Rune. Er passt nicht zu ihm, nicht ein ganz kleines bisschen. Und das habe ich schon mal gedacht... Es ist wie ein Déjà-vu.

Nein, es ist nicht wie eins, es ist eins! Es ist ein Déjà-vu!

Ich hab das schon mal gedacht, als Sebastian ein Shampoo benutzt hat, das ich ihm aus Finnland mitbringen sollte. Es ist genau dieser Geruch! Und er wollte es damals ausprobieren, weil es das ist, was Kimi...

Scheiße.

Kimi.

Es war nicht Chilton. Es war...

Weitermachen, einfach weitermachen, auch wenn es vorbei ist. Wenn alles vorbei ist. Wenn alle Träume und Wünsche wie Seifenblasen zerplatzen.

Kimi...



***
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