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Life is a Game made for everyone and Love is the Prize

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Charles Pic Jean-Éric Vergne Kimi Räikkönen Max Chilton Romain Grosjean Sebastian Vettel
02.07.2013
25.07.2014
54
232.189
20
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547 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
02.07.2013 2.940
 
A/N: Danke an Madrilena, Balalaika, Tracy89, Silvana, Tiefseentraum und freakylittlegirl.



An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass der Verlauf und die Ergebnisse der letzten sechs GPs der Saison 2013 in dieser Geschichte frei erfunden sind, da ich sie geschrieben habe, bevor sie stattfanden, und demzufolge keine Möglichkeit hatte, auf Fakten zurückzugreifen.




Kapitel 17 – Verständigungsprobleme


Heikki H.s POV

Die Zeit vergeht viel zu schnell! Es ist schon Mittwoch und mittlerweile ist mir gar nicht mehr wohl dabei, am Montag für Stunden mit Lindström auf engstem Raum zusammengepfercht zu sein. Da hilft es auch nicht, daran zu denken, dass es eh Seb sein wird, der sich mit ihm unterhält oder ich mir das selbst eingebrockt habe. Ich hätte ja nur woanders hinsehen oder ganz normal Tetris spielen müssen, dann bliebe mir das nun alles erspart, aber nein! Herr Huovinen mag’s offenbar gerne kompliziert. Und jetzt hab ich den Salat. Dabei ist das noch nett ausgedrückt, denn die Träume sind irgendwie schlimmer geworden. Intensiver auf jeden Fall. Jetzt stelle ich mir schon vor, wie sich seine Haut unter meinen Fingern anfühlen könnte! Das ist total bekloppt!

Und Seb grinst immer so komisch, wenn die Sprache auf Montag oder Abu Dhabi kommt. Tatsächlich tut sie das ziemlich oft, obwohl das Rennen hier eben noch aussteht. Normalerweise spricht Seb dann nicht über das übernächste Rennen, deshalb fällt’s mir so auf.

*** ~~~ ***


Kimis POV

Romain hat sich scheinbar wieder eingekriegt, endlich! Wurde ja auch höchste Zeit, dass er die Kurve bekommt. So locker wie bei dem Sponsorentermin vorhin war er schon lange nicht mehr. Hat es also doch was gebracht, ihm zu sagen, dass mir seine Probleme egal sind – auch wenn ich es bin. Wenn er ein Problem mit mir hat, ist das auch seins, nicht meins. Aber das habe ich ja schon festgestellt.

Bleibt zu hoffen, dass er das nun auf der Strecke ebenfalls umsetzen wird, sonst bringt das alles nichts. Und ich sollte mir langsam mal überlegen, was ich Valtteri am besten frage oder ich mache das dann ganz spontan. Mal sehen.

*** ~~~ ***


Joakims POV

Fassungslosigkeit. Das Wort beschreibt meinen Zustand im Moment wohl am besten. Rune macht mich fassungslos und Claire unterstützt ihn auch noch dabei! Es ist unglaublich. Okay, nicht, dass er shoppen gehen will, das kennt man ja schon. Doch heute war er nicht auf der Suche nach Sonnenbrillen sondern nach einem Musikfachgeschäft. Hat er auch gefunden – und prompt eine Gitarre gekauft. Eine Gitarre! Er kann überhaupt nicht Gitarre spielen. Wenn er jetzt wenigstens noch so ein Buch für Anfänger dazu genommen hätte…

Doch das Schlimmste ist, dass Claire heute rein gar nichts unternommen hat, um ihn davon abzuhalten! Sie hat sich sogar noch mit ihm hingestellt und ihm beim Aussuchen geholfen! Und versprochen, das Ding bei der Post aufzugeben, damit es gut in Schweden ankommt und er es erst mal nicht als Gepäck mitführen muss. Ach ja, einen Koffer haben sie für die Gitarre natürlich auch noch gekauft.

Ehrlich, ich verstehe die Welt nicht mehr. Klar, Menschen entwickeln unterschiedliche Taktiken, wenn sie mit dem Rauchen aufhören, das weiß ich. Und auch, dass manche davon komplett verrückt sind. Ein Jugendfreund hat wie ein Irrer scharfe Pfefferminzbonbons gelutscht und auch nicht aufgehört, als seine Zunge ganz taub war. Ein anderer hat es mit Salzlakritz probiert und ist später auf Stricken umgestiegen, um seine Hände zu beschäftigen. Teile dieses erstaunlicherweise erfolgreichen Entzugsprogramms hab ich jetzt noch im Schrank. Er wusste zum Schluss nicht mehr, wo er mit den ganzen Socken – das war das Einzige, was er stricken konnte – hin sollte, also hat er sie im Freundeskreis verschenkt.

Aber ein Musikinstrument lernen? Ich schüttle den Kopf. Das passt nicht. Nicht zu Rune zumindest. Der hat für sowas gar nichts übrig. Genauso wenig wie für Bücher. Doch in Japan hat er sich diese beiden Krimis gekauft. Oder waren es doch Thriller? Ich weiß es nicht mehr und dieses Nichtwissen beginnt mich langsam in den Wahnsinn zu treiben.
Und damit noch nicht genug! Nein, vor einer Stunde hat er mir gesagt, ich solle mir ’nen schönen Abend machen, er würde das auch tun und mit Nico essen gehen. Außerdem solle ich mir keine Sorgen machen, er wüsste, was er essen dürfe und was nicht.

Kann mir das bitte mal jemand erklären? Rune schert sich einen Dreck um seinen Ernährungsplan und wenn man da nicht dauernd hinter ihm her ist wie der Teufel hinter der armen Seele, funktioniert gar nichts. Außerdem ist er noch nie mit einem anderen Fahrer essen gegangen, abgesehen von Chilton und mit dem endete gefühlt die Hälfte dieser Abende im Suff.
Gut, dass er sich jetzt mit Hülkenberg trifft, lässt mich zwar hoffen, dass es heute anders wird, aber glauben tu ich das erst, wenn Rune morgen ohne Kater aufwacht. Obwohl… von Hülkenberg hab ich noch nichts Schlechtes gehört oder gelesen. Nur ist mir immer noch nicht klar, warum er sich überhaupt mit Rune treffen will. Das ist total ungewöhnlich. Normalerweise meiden andere Fahrer ihn. Rune ist niemand, der besonders beliebt ist. Dafür haut er zu oft fiese Sprüche raus, bei denen keiner genau sagen kann, ob er sie nun ernst meint oder nur schlechten Humor hat.

Mit einem Seufzen setze ich mein Auf- und Ablaufen im Hotelzimmer fort. Keine Ahnung, was ich machen könnte. Das ist eigentlich der erste freie Abend, den ich vor einem Rennwochenende habe, seit ich den Arbeitsvertrag unterschrieben habe. Sonst habe ich Rune immer im Auge behalten, damit er nichts ausfressen konnte. Jetzt kann ich das nicht und das nagt an mir.

*** ~~~ ***


Runes POV

Ich bin hin und weg! Hölle, wenn ich gewusst hätte, wie gut das ist, wäre ich viel früher mal in ein indisches Restaurant gegangen. Wobei ich mir allerdings nicht ganz sicher bin, ob das ohne Nico auch nur ansatzweise so unterhaltsam gewesen wäre. Meine Bedenken, uns würden schon nach kurzer Zeit die Gesprächsthemen ausgehen, sind völlig unbegründet gewesen. Ich sollte besser aufpassen, dass es nicht zu spät wird und Joakim mir nachher die Ohren langzieht, weil ich seiner Meinung nach zu lange weggeblieben bin. Er macht sich sowieso zu viele Sorgen, finde ich, habe aber keine Ahnung, wie ich ihm das abgewöhnen soll. Dafür müsste ich eigentlich viel genauer wissen, was mein altes Ego alles angestellt hat – und das will ich nicht mehr als unbedingt notwendig. Andererseits kann es so schlimm auch wieder nicht gewesen sein. Mir kommt’s gerade nämlich so vor, als hätte ich wenigstens bei Nico, Max, Jules und Jean-Éric sowas wie einen Stein im Brett. Und dann steht mir ja noch der Privatflug mit Sebastian ins Haus… Ist vielleicht wirklich eine gute Idee, ein bisschen an meinem Deutsch zu feilen, und Nico hat offensichtlich einen Heidenspaß dran.

„Was hast du noch mal zu Sebastian gesagt, als du ihm das Handy zurückgegeben hast?“, will Nico plötzlich wissen und wechselt damit das Thema. Endlich weg von dem Crash – er hätte die „Crashverarbeitung“ mit Max, Jules und Jean-Éric viel dringender gebraucht als ich! – und den ganzen Vokabeln, die mit unserem Job zusammenhängen. Hatte auch nicht mehr wirklich einen Sinn. Ich kann Schlagschrauber nicht so aussprechen wie Nico und er fängt jedes Mal an zu lachen, wenn ich es versuche. Für deutsche Ohren klingt’s einfach zu komisch, meint er.

>Ein wenig Deutsch ich kann schon früher<, wiederhole ich, „Aber Sebastian sagt, es heißt von früher.“

Nico nickt: „Ja, stimmt.“

>Diese kleine Wörtern ist så schwer<, klage ich prompt, kann das Lachen aber genauso wenig unterdrücken wie Nico. Ein Wunder, dass er überhaupt versteht, was ich da von mir gebe. Deutsche Touristen hatten immer ihre Probleme damit, mussten teilweise noch mal nachfragen oder haben nach dem x-ten Versuch entnervt aufgegeben.

„Zu viel Akzent“, japst Nico schließlich.

>Wie ich mache nicht så viel accent?< Das interessiert mich jetzt echt. Vielleicht lag’s daran, dass die Touristen mich nur so schlecht verstanden haben. Das wäre endlich mal eine Erklärung. Mein Deutsch ist gar nicht schlecht, die haben nur nicht genau hingehört! Die Erkenntnis fühlt sich gut an.

>Ich weiß es nicht<, antwortet Nico langsam und deutlich, sodass ich absolut keine Mühe habe, ihn zu verstehen.

>Das ist nicht gut<, erwidere ich.

>Ja, gar nicht gut. Das ist schwer zu verstehen.<

>Viel schwer zu verstehen?<

>Nein, sehr schwer zu verstehen<, verbessert Nico.

Ich verdrehe kurz die Augen: >Diese kleine Wörtern ist så böse.<

>Diese kleinen Wörter sind schwer zu lernen.<

>Ja, ich sage die ganze Zeit, dass die Wörtern ist böse.<

Nico kriegt den nächsten Lachanfall und ich bin schon so hinüber, dass ich nicht anders kann, als auch einen zu bekommen. Da ist es mir ziemlich egal, dass er wahrscheinlich lacht, weil ich wieder irgendwas Komisches gesagt habe.
Es dauert eine Weile, bis wir uns wieder beruhigt haben, zumindest so weit, dass Nico wieder sprechen kann:

„Wenn du Plural nimmst, dann heißt es nicht ist, dann heißt es sind.“

>Die Wörtern sind böse?<, versichere ich mich.

>Ja.<

>Das ist nicht gut.<

>Warum?<, will Nico wissen.

>Weil auf Schwedisch ist viel leicht<, erkläre ich, >Du sagen immer är.<

>Är?< Es hört sich witzig an, so wie er das sagt. Ich muss kichern.

>Ja, immer är. Das ist viel leicht wenn auf Deutsch.<

„Kannst du das wiederholen?“, bittet Nico.

Okay, das ist dann wohl wieder viel zu viel Akzent gewesen, halte ich für mich fest. Schade, dabei hat es sich beim Aussprechen eben echt gut angefühlt.

>Das ist viel leicht wenn auf Deutsch<, sage ich erneut.

Er runzelt die Stirn, scheint zu überlegen, aber dann nickt er: >Das ist viel leichter als auf Deutsch.<

>Ja.< Hölle, das ist komplizierter als ich gedacht habe, aber es macht irgendwie auch einen Riesenspaß. Viel mehr als wieder den ganzen Abend im Hotel zu versauern, ehrlich, und wenn es nach mir ginge, könnten wir noch Stunden so weitermachen. Doch an der Uhr drehen ist leider nicht drin.

*** ~~~ ***


Daniels POV

Besonders spät ist es noch nicht, aber morgen wird’s schon ein langer Tag werden und ich habe heute nicht mehr wirklich etwas zu tun. Also nichts, was nicht auch bis morgen warten kann, deswegen ist jetzt einfach Schluss für heute, bestimme ich und lasse mich aufs Bett fallen. Feierabend!
Doch gerade als ich mich genüsslich ausgestreckt und die Augen geschlossen habe, fängt das Smartphone auf dem Tisch an zu klingeln. Danke auch, hätte der Anrufer sich nicht fünf bis zehn Minuten früher melden können? Jetzt muss ich wieder aufstehen… Ächzend quäle ich mich auf die Füße und gehe es holen.

Aber was in aller Welt will Valtteri um diese Uhrzeit noch von mir?!

„Hi“, melde ich mich knapp.

›Hei, sorry, störe ich?‹

„Was? Nein.“ Warum sollte er? Also abgesehen davon, dass er mich gerade vom Schlafengehen abgehalten hat, aber sonst… Und irgendwie hört er sich merkwürdig an, hart merkwürdig, sodass ich gleich nachfrage: „Was ist los?“

Er seufzt oder räuspert sich, genau kann ich es nicht bestimmen. ›Es ist wegen Checo.‹

„Ja, was ist mit ihm?“

›Wir haben uns Sonntag getroffen und -‹

„Ey, Moment mal, Sergio ist hier? Muss er jetzt doch nicht pausieren oder was?“ Jetzt bin ich verwirrt.

›Nein, er muss schon aussetzen und er hat gesagt, er wolle sich nicht unterkriegen lassen, aber… Shit! Danny, das ist alles aus dem Ruder gelaufen!‹

„Sorry, aber ich hab keine Ahnung, wovon du sprichst“, entgegne ich, gehe zurück zum Bett und setze mich hin. Irgendwie hab ich plötzlich das dumpfe Gefühl, dass Valtteri gleich etwas Schockierendes sagen wird und mir läuft jetzt schon ein kalter Schauer nach dem anderen über den Rücken.

›Er hat… Das glaubst du nicht, Danny, dass… Ich glaub’s selbst kaum… Wie kann er nur so… so…‹

„Ey, Stopp!“, unterbreche ich ihn, „Jetzt mal ganz langsam und von Anfang an, sonst verstehe ich hier nur Bahnhof, ja? Du hast dich Sonntag mit Sergio getroffen, das hab ich noch kapiert. Wie ging’s dann weiter?“ Meine Güte, jetzt werd’ ich schon vor Freitag ein Fall für die Klapse sein, fürchte ich. Na herrlich…!

Valtteri holt tief Luft. ›Zwei Sachen hat er gesagt, die wichtig waren. Oder sind. Ich weiß es nicht.‹

„Okay, was als erstes?“

›Dass das Team überlegt, ihn die letzten Rennen alle nicht mehr fahren zu lassen. Drei Crashs in drei Rennen seien zu viel.‹

„Naja, Valtteri, ich kann das schon irgendwo verstehen. Das sind nur die letzten drei Rennen, auf die sich das bezieht, aber die einzigen sind das ja nicht, wo sowas passiert ist“, merke ich vorsichtig an. Da kann ein Team sich schon mal zu so einem drastischen Schritt entschließen.

›Ja, das weiß ich auch und… und… und ich glaube, das sollten sie auch tun.‹

„What the fuck?! Valtteri, das ist jetzt nicht dein Ernst!“ Nur mit Mühe kann ich mich davon abhalten, ins Telefon zu schreien.

›Doch.‹

„Aber ich dachte, ihr seid befreundet und -“

›Ja, ich auch, also irgendwie. Du musst das zweite noch wissen, was Checo gesagt hat.‹

„Okay, schieß los.“ Eigentlich möchte ich es nicht wissen, wenn ich ehrlich bin. Das ist mir jetzt schon zu viel, so direkt vor einem Rennwochenende.

›Er hat gesagt, er hätte jederzeit zurückziehen können, aber in Japan hat er’s ganz bewusst nicht gemacht, weil er nicht wollte, dass Lindström mein Rennen kaputtmacht.‹

„Du verarscht mich!“

›Nein.‹

„Valtteri, das ist… Nein! Sergio ist doch nicht doof.“

›Ja, das dachte ich auch, aber… Er hat das echt gesagt und ernstgemeint.‹

„Ey, wenn das stimmt, also rein theoretisch… Ich meine, nehmen wir mal an, du hast recht, dann solltest du das melden gehen. Das könnte man so nicht stehenlassen. Das hat dann nichts mehr damit zu tun, ob du mit Lindström kannst oder nicht. Also, bist du dir wirklich ganz, ganz sicher, dass Sergio das ernstgemeint hat?“

Ich kann’s nämlich nicht glauben. Das ist einfach unvorstellbar! Ich meine, Sergio fährt hart, klar, und er lässt’s auch auf Crashs ankommen, ein bisschen mehr vielleicht als andere, aber absichtlich einen Crash verursachen, um - Nein! Das ist zu hart abgefahren. Man muss das nur mal weiterspinnen! Sergio schießt Lindström ab, um Valtteri ein vermeintlich sauberes Rennen zu ermöglichen. Das allein ist ja schon krank. Hat er das mit Pastor genauso gemacht? Hat er in Korea noch mal nachgelegt, weil’s in Singapur noch nicht gereicht hat? Mir wird irgendwie leicht übel.

Erneut holt Valtteri tief Luft. ›Nein, eigentlich nicht. Vielleicht hab ich auch überreagiert, Danny‹, murmelt er dann, ›Ich hab Checo ja nicht mal ganz ausreden lassen, bevor ich abgehauen bin.‹

Halleluja! Das ändert dann doch alles.

„Na also, dann zerbrich dir nicht weiter den Kopf“, sage ich erleichtert, „Komm erst mal wieder runter und dann unterhaltet euch noch mal drüber. Ich bin mir sicher, dann wird sich das alles aufklären. Ey, und Sergio ist dein Freund, du solltest doch wissen, dass er so ’nen Scheiß nicht macht, oder?“

›Ja, schon… Sorry noch mal, ich wollte dich echt nicht mit da reinziehen.‹

„Passt. Aber wenn das noch häufiger passiert, stell ich das irgendwann in Rechnung. Jean muss ich den Kopf auch dauernd gerade rücken.“

Valtteri lacht leise. Wirklich heiter klingt’s nicht, aber das macht nichts. Wenigstens lacht er überhaupt wieder. Und wir haben die Sache geklärt. Zwischen den beiden liegt ein Missverständnis vor und gut ist. Zum Glück!

*** ~~~ ***


Joakims POV

Ich kann nicht schlafen. Es ist schon nach zehn und ich habe keinen blassen Schimmer, ob Rune schon zurück ist. Er sollte es sein, damit er noch genügend Schlaf bekommt. Ich hab’s ihm extra noch mal gesagt, wollte ihn aber nicht bitten, sich bei mir zu melden, sobald er zurück ist. Das würde er wahrscheinlich falsch auffassen und sich nur wieder wie ein kleines Kind behandelt fühlen. Dabei mache ich mir doch nur Sorgen um ihn!

Erneut werfe ich einen Blick auf das Smartphone auf dem Bett. Soll ich oder soll ich nicht? Aber könnte ich schlafen, wenn ich es nicht tue? Ich muss doch wissen, ob’s ihm gutgeht. Ich habe Daniel versprochen, auf seinen Sohn aufzupassen!
Ich habe gar keine Wahl, greife nach dem Mobiltelefon und schreibe Rune an, frage ihn kurz und knapp, ob er schon wieder zurück ist.

Auf die Antwort warte ich keine ganze Minute: Ja, Chef. Ich hab mich grad hingelegt. Willst du noch rüberkommen und dich von überzeugen?

Nein, will ich nicht, schreibe ich zurück. Und ich muss mir was einfallen lassen, damit er aufhört, mich Chef zu nennen. Das ist einfach untypisch für ihn und mir irgendwie unangenehm.
Trotzdem kann ich mich jetzt ein wenig entspannen. Ich weiß, wenn er mir schon anbietet, mich mit eigenen Augen von etwas zu überzeugen, dann hat es in der Regel auch Hand und Fuß. Also kann ich davon ausgehen, dass er wirklich grad zu Bett gegangen ist.

Fein, dann gute Nacht und bis morgen, kommt’s noch von Rune, aber darauf gehe ich nicht mehr ein. Jetzt bin ich wieder irritiert. Rune wünscht mir normalerweise keine gute Nacht. Hat er noch nie getan. Und irgendwie hat er für meinen Geschmack auch viel zu entspannt auf meine erste Frage reagiert. Ich hatte mit mehr Trotz oder etwas anderem in dieser Richtung gerechnet. Aber vielleicht hat Hülkenberg ja einen besseren Einfluss auf ihn als Chilton. Schaden würde es bestimmt nicht.

Mit einem Seufzen gehe ich ins Bad und mache mich nun ebenfalls bettfertig. Morgen wird ein langer Tag. Rune muss zwar nicht wieder in die Pressekonferenz – was mich nach dem Crash ein bisschen wundert –, aber Streckenbesichtigung und Simulator stehen unter anderem auf dem Plan.



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