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GeschichteFamilie / P12 Slash
01.07.2013
25.08.2013
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Dieses Kapitel
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ES IST SOWEIT!!! Ich habe endlich meine Prüfungen hinter mir. Und somit ist der Weg endlich wieder frei, um mit meiner neuen FF zu starten.
Also, lange Rede, kurzer Sinn: LOS GEHTS!!!

Viel Spaß!

LG
UweundPiaFan

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Jana erwachte. Müde reckte und streckte sie sich. Irgendwie hatte sie ein komisches Gefühl im Bauch. War heute irgendwas Besonderes? Sie musste kurz überlegen, bis es ihr mit einem Schlag einfiel. Natürlich! Heute war es soweit! Der große Tag, auf den sie solange gewartet hatte, war endlich da. Heute wurde sie 18 Jahre alt. Mit einem seligen Seufzer starrte Jana an die Decke. „18 Jahre.“, murmelte sie. „Wahnsinn.“ Sie drehte sich auf die Seite. Ob sich heute wohl ihr lang ersehnter Wunsch erfüllen würde? Es hieß doch immer, dass der 18. Geburtstag ein ganz besonderer Tag war. Ein Tag, an dem Träume wahr werden konnten.

„Guten Morgen, Geburtstagskind!“ Dieser Ruf unterbrach Janas Gedanken. Ihre Mutter Julia war ins Zimmer getreten und kam mit weit ausgebreiteten Armen auf sie zu. „Alles Gute zum Geburtstag!“, rief sie und drückte ihre Tochter fest an sich. Jana schnappte nach Luft. „Mama! Willst du mich totknuddeln?“ Mit einem Grinsen ließ Julia sie los. „Naja, an sich wäre das doch ein ganz schöner Tod, oder?“ Jana lachte. „Ja, schon. Aber bitte nicht ausgerechnet an meinem 18. Geburtstag, ja?“
Mit einem verklärten Blick sah Julia ihre Tochter an. „18.“, meinte sie. „Unglaublich. Jetzt bist du genauso alt, wie ich, als ich dich bekommen habe.“ In ihren Augen sammelten sich Rührungstränen. Sie wischte sie schnell weg. „Ach, verdammt. Komm Süße, bevor ich noch anfange, zu flennen.“ Mit diesen Worten wirbelte sie aus dem Zimmer.

Jana musste grinsen. Das war so typisch für ihre Mutter. Sie war schon immer so gewesen, solange Jana sich zurückerinnern konnte. Julia war sehr jung gewesen, als sie zur Welt gekommen war. Und sie waren immer nur zu zweit gewesen. Jana hatte ihren Vater nie kennengelernt. Das löste bei dem jungen Mädchen häufig gemischte Gefühle aus. Einerseits hatte sie mit ihrer Mutter immer ein schönes Leben gehabt. In ihrer Familie hatte nie ein Mann gefehlt. Und doch: Es gab immer mehr Tage, an denen Jana sich eine Vaterfigur in ihrem Leben gewünscht hätte. Sie beneidete ihre Freundinnen, die alle einen Vater hatten, der sie liebte und für sie da war, wenn sie Probleme hatten.
Seit vielen Jahren hegte Jana den Wunsch, ihren Vater wenigstens einmal zu sehen. Doch sie hatte sich nie getraut, ihre Mutter auf das Thema anzusprechen. Sie wusste schließlich nicht, wie sie darauf reagieren würde. Doch nun hielt sie es einfach nicht mehr aus. Sie musste einfach wissen, wer ihr Vater war. Mit diesem Entschluss machte sie sich auf den Weg ins Wohnzimmer.

„Mama?“ Janas Stimme klang etwas dünn. „Kann ich dich was fragen?“ Julia nickte. „Aber sicher. Was gibt’s denn?“ Jana sah ihrer Mutter in die Augen. „Ich bin doch jetzt 18.“, meinte sie. „Darf ich mir dann vielleicht was wünschen?“ Julia lächelte. „Mein Schatz, wünschen kannst du dir alles. Ob du es kriegst, ist die andere Frage. Also, schieß los. Was hast du auf dem Herzen?“ „Jetzt oder nie!“, dachte Jana. Sie holte noch einmal tief Luft und begann dann zu sprechen. „Ich wünsche mir das schon sehr lange. Es geht um… Es geht um meinen Vater. Ich möchte endlich wissen, wer er ist.“
Julia sah ihre Tochter an und seufzte leise. „Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde.“, sagte sie. „Weißt du, ich habe mir schon oft überlegt, ob ich es dir sagen soll. Und wenn ja, wie. Aber ich wollte warten, bis du alt genug bist, um die ganze Geschichte zu verstehen.“ Jana rutschte ein Stück näher an ihre Mutter heran. „Das bin ich doch jetzt. Ganz bestimmt. Also, erzählst du es mir jetzt?“ In ihren Augen keimte Hoffnung auf.

Julia nickte. „Okay. Es wird wohl wirklich Zeit, dass du es erfährst.“ Sie stützte den Kopf auf den Händen ab. „Also, es war vor 19 Jahren. Ich bin das erste Mal ohne meine Eltern in den Urlaub gefahren. Und dort, auf Malta, habe ich ihn dann kennengelernt. Er war ein paar Jahre älter als ich, aber das hat uns nicht gestört. Es hat sofort gefunkt. Wir haben einen wunderschönen Sommer zusammen verbracht. Und dann haben wir auch noch festgestellt, dass wir in der gleichen Stadt wohnen. Weißt du, damals habe ich noch in Wiesbaden gewohnt. Also gab es für unsere Liebe kein Halten mehr.“ Sie machte eine kurze Redepause.
Jana sah ihre Mutter an. „Aber das klingt doch alles toll. Warum seid ihr dann jetzt nicht mehr zusammen?“ Julia legte den Arm um ihre Tochter. „Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, Süße. „Warte nur ab.“ Und so fuhr sie mit ihrer Erzählung fort. „Wir sind dann ziemlich schnell zusammengezogen.“ Sie grinste, als sie den skeptischen Ausdruck auf Janas Gesicht sah. „Ja, du hast schon recht. Es war etwas zu schnell. Aber damals fanden wir das toll. Wir waren jung, frisch verknallt und wollten einfach nicht mehr ohne einander sein. Es war auch wirklich schön mit ihm in einer Wohnung. Eine Weile. Aber dann, nach einem halben Jahr war plötzlich alles vorbei.“

Jana legte die Stirn in Falten. „Und warum? Habt ihr euch gestritten?“ Julia verneinte. „Nein, das nicht. Aber ich habe irgendwann gemerkt, dass sich etwas verändert hatte. Er war plötzlich so anders. Abweisend, unentspannt, einfach seltsam. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und ihm die Pistole auf die Brust gesetzt. Ich wollte einfach wissen, was los war. Und dann hat er mir alles erzählt. Er hätte auf einer Feier jemanden kennengelernt. Einen Mann. Er sei sehr nett und…“ Julia stockte kurz. „Er sagte, er hätte sich in ihn verliebt.“ Jana war geschockt. „Was? Er… Er ist schwul?“ Julia nickte. „Ja. Seine Gefühle hatten sich wohl plötzlich gewandelt. Du kannst dir sicher vorstellen, wie unglücklich ich war.“ Jana nickte. „Sicher. Ach Mama, das tut mir so leid. Was hast du denn dann gemacht?“ „Na, ich bin sofort ausgezogen.“, antwortete Julia. „Ich wollte weg von ihm. Weit weg. Also bin ich hierher gezogen. Und eine Weile später habe ich gemerkt, dass ich schwanger war.“

„Oh.“, meinte Jana. „Und dann? Hast du daran gedacht, abzutreiben?“ Julia schüttelte den Kopf. „Aber nein! Wo denkst du hin? Ich wollte dich. Egal, ob mit oder ohne Mann an meiner Seite.“ Sie streichelte ihrer Tochter eine Haarsträhne aus der Stirn. „Und wir haben es doch ganz gut hingekriegt, zu zweit.“ Jana lächelte. „Allerdings. Hast du deswegen nie mehr einen Freund gehabt?“ Julia bejahte. „Ich hatte einfach Angst davor, wieder verletzt zu werden. Und wie gesagt: Es geht ja auch ohne Mann.“ Jana beschloss, es dabei zu belassen. Denn sie merkte, dass ihre Mutter nicht so gerne über das Thema „Männer“ sprach. Eine Frage lag ihr aber trotzdem noch auf der Zunge. „Aber, weiß er… Also, mein Vater. Weiß er, dass es mich gibt?“ „Nein.“, antwortete Julia. „Ich habe es ihm nie gesagt. Um ehrlich zu sein: Ich hatte keinerlei Kontakt mehr zu ihm, seit ich von ihm weggegangen bin.“

Nun war Jana ziemlich verunsichert. „Wäre es trotzdem in Ordnung für dich, wenn ich ihn kennenlerne?“ Julia zögerte eine Weile, doch dann nickte sie. „Ja, wenn du es dir so sehr wünschst. Ich muss ja nicht unbedingt dabei sein, wenn du ihn siehst.“ Jana nickte. „Also, wer ist es? Hast du noch ein Foto von ihm?“ „Nein.“, meinte Julia. „Aber du hast welche.“ Jana runzelte die Stirn. „Was? Heißt das, ich kenne ihn?“ Julia nickte. „Ja, du kennst ihn. Du hast ihn auch schon einige Male gesehen. Und er gefällt dir sehr gut.“ Nun platzte Jana fast vor Neugier. „Wer ist es, Mama? WER?“ Julia nahm ihre Tochter bei den Händen und blickte ihr genau in die Augen. „Uwe Kröger.“
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