Bastets Rache

von Rikarin
GeschichteHumor, Romanze / P16
Alexander "Xander" Harris Buffy Summers Dawn Summers Spike Willow Rosenberg
30.06.2013
03.08.2019
19
54395
3
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Zeitlicher Ablauf dieser Story: 5. Staffel, ab Folge 6


Sunnydale, ein Hügel vor der Stadt.

Während die Sonne langsam unterging und den Himmel in ein farbenprächtiges Spektakel aus rot-violetten und blauen Schatten tauchte, erschien plötzliche eine schlanke, hohe Gestalt auf den Hügel und sah auf die Stadt vor sich. Ihre Nase bebte, als sie den Geruch nach Fäulnis und Blut aufnahm. Die Stadt über den Höllengrund war bekannt dafür, besonders während der Nacht ein unsicheres Städtchen zu sein. Normalerweise kümmerte sie das nicht, aber in letzter Zeit hatte sie besorgniserregende Nachrichten von ihren Gefolgsleuten erhalten. Ihre Hand schloss sich fester um das goldene Ankh, ein ägyptisches Henkelkreuz, dass sie immer bei sich trug. Sie war zornig. Und niemand, der bei klarem Verstand war, legte sich mit einer wütenden Göttin an.


Sunnydale, örtlicher Friedhof, kurz nach Sonnenuntergang.

Die Tür einer Gruft öffnete sich und ein junger, bleicher Mann im schwarzen Ledermantel kam heraus, der in bestimmten Kreisen als Spike der Blutige, Vampir, bekannt war.
Der Platinblonde zündete sich eine Zigarette an und machte sich auf die Jagd.
Jedenfalls hatte er das vor, doch schon beim Gedanken daran, wie er hübschen, jungen Frauen das Blut aus den Adern saugen würde, kam eine Welle des Selbstmitleids in ihn hoch.
// Dieser verdammte Chip macht das unmöglich. Jetzt muss ich mich zum Metzger aufmachen, um Schweineblut zu kaufen. Bloody Hell! Dafür gehe ich danach gleich zu Willy und hol mir was zum Runterspülen.//
Spike kramte in seine Taschen und beförderte nur ein paar magere Dollar-Scheine hervor.
//Bloody fucking hell, das darf doch nicht wahr sein? Damit kann ich mich weder anständig besaufen noch mir billiges Blut kaufen. Und neue Kippen könnte ich auch noch gebrauchen. Wie komm ich jetzt schnell und ohne viel Arbeit an Geld?//
Spike blieb kurz stehen, um zu überlegen, wen er um Geld anpumpen könnte. Viele Möglichkeiten gab es leider nicht, denn er hatte in dieser verdammten Stadt nicht einen einzigen Kumpel, der ihm da aushelfen würde.
// Giles, der alte Knacker, wird mir nur dann was geben, wenn ich ihm und der blöden Jägerin dafür helfe. Xander, das Weichei, ist knapp bei Kasse und hat wegen meinem Chip keine Angst vor mir. Der wird nur blöde Sprüche reißen ohne dass ich ihm die Fresse polieren kann. Die rothaarige Hexe? Nee, niemals, nicht wenn sie immer noch auf Frauen steht, da werde ich sie auch nicht becircen können. Die Jägerin?//
Spike musste bei der Vorstellung grinsen. Das war so was von unmöglich. Manchmal glaubte er schon, dass der Chip Einfluss auf seinen gesunden Vampirverstand hatte. Welche Ursache konnte es sonst für die seltsamen Träume und Gedanken geben, die er in letzter Zeit hatte.
Plötzlich kam ihm die rettende Idee.
Im Hinterraum von Willy’s Bar wurde öfters Poker gespielt. Der Einsatz: kleine Kätzchen, je jünger, desto besser. Für einige Dämonen waren das Delikatessen und in letzter Zeit waren herumstreunende Kätzchen so selten geworden, dass diese Monster gerne jeden Preis dafür zahlten.
Für ihn war es selbst mit Chip noch möglich Katzen zu jagen. Er musste also nur noch ein kleines, wehrloses Kätzchen finden, es beim Pokern vervielfachen und dann meistbietend verkaufen und schon müsste er in den nächsten Wochen sich keine Geldsorgen mehr machen.
Zufrieden mit seiner genialen Idee verließ Spike den Friedhof. Das würde noch ein lustiger Abend werden.

Buffy stand vom Sofa auf und streckte sich. Jetzt, wo die Sonne untergegangen war und die Nacht einbrach, musste sie wieder an die Arbeit, während andere Mädchen in ihrem Alter mehr Freiheiten hatten.
Sie dehnte ihre Muskeln und ging kurz noch mal alles in Gedanken durch. Sie hatte ihre Hausaufgaben für den morgigen Kurs fast fertig geschrieben. Den Rest konnte sie morgen noch mit Willow durchgehen. Dawn war in ihrem Zimmer und würde auch für den Rest des Abends dort bleiben. Was ihre Mutter betraf, die befand sich gerade wegen einer Untersuchung im Krankenhaus. Buffy unterdrückte das Gefühl von Angst, was kurz in ihr hochkam. Riley war diese Woche nicht erreichbar, weil er seine Familie besuchte. Nachdem er vor kurzem fast einen Herzinfarkt hatte, hatte er Sehnsucht nach seiner Familie bekommen und wollte sie unbedingt sehen. Buffy gönnte ihm diesen Ausflug in ein bisschen Normalität. Die hätte sie jetzt auch gerne gehabt. Xander und Willow verbrachten ihren Abend mit ihren Partnern und Buffy wollte sie nicht mit einem Ausflug in Sunnydales aufregendem Nachtleben stören. Sie zog sich ihre Jeansjacke an und schnappte sich 3 Pflöcke.
„Dawn, ich gehe jetzt los. Sei so gut und lass heute doch mal keine Vampire ins Haus“ rief sie laut und hörte noch, als sie die Tür schloss, Dawns wütendes Gezeter.

Spike sah sich suchend in der alten Fabrik um.
Er war sich ziemlich sicher, dass hier irgendwo ein Katzennest sein müsste.
Schließlich wimmelte es hier von Mäusen und Ratten, da konnte eine Katze doch nicht weit sein.
Leider war seine Nase mehr auf den Geruch von Menschenblut spezialisiert und ein Vampirgehör reichte kaum aus, um die leisen Katzenpfoten zu hören. Er musste sich also vor allem auf seine Augen verlassen und die hatten bis jetzt nichts erspäht, was einer Katze ähnelte. Wütend kickte er ein paar leere Kisten um und fluchte dabei. Konnte er denn nicht
mal einen Abend Glück haben? Da hörte er plötzliches ein fragendes, klagendes Mauzen. Überrascht drehte er den kopf und sah noch die kleine Katze, die vom Lärm aufgeschreckt war und nun aus der Lagerhalle rannte. Spike rannte seiner Beute sofort hinterher.
Die Katze rannte schnell um die nächste Ecke, die, wie Spike gut wusste, eine Sackgasse war.
„Hab ich dich, du kleines Biest“ flüsterte er triumphierend und folgte ihr. In der dunklen Ecke standen nur ein paar leere Kisten und Mülltonnen.
Spike ging in die Knie und sah sich suchend um.
„Miez, Miez, komm zu mir, Kitty. Ich werde dich auch nicht fressen. Dafür vielleicht jemand anderes, an dem ich dich möglicherweise verliere, aber das werde ich schon nicht zu lassen“ sagte er in leisen Singsang. Da sah er auch schon vier kleine Pfoten, die unter einer Mülltonne hervorlugten.
Mit einem kräftigen Ruck schob Spike mühelos die schwere Tonne weg und drängte seine Beute in die Ecke.
Eingeschüchtert fauchte die kleine Katze ihn mit angelegten Ohren an.
Spike lachte leise. Der wütende Blick aus grünen Augen ähnelte der Jägerin so sehr, dass er schon fast erwartete, dass ihm die Katze ein paar angeekelte Kommentare zuwerfen würde.
„Wage es nicht, mich an zu fassen, du schmutziger Vampir.“
Erschrocken riss Spike die Augen auf. Meldete sich da wieder sein vom Chip umnebeltes
Gehirn oder hatte die Katze da wirklich geredet?
Da erschien aber auch schon ein seltsames helles Licht um den kleinen Körper und plötzlich wuchs die Katze auf staatliche 1,80 m und erhielt einen menschlichen Körper. Das Gesicht war allerdings immer noch die eine Katze, mit goldenen Augen und dem schmalen Zügen und hohen Ohren, wie es typisch bei afrikanischen Arten ist. An einem Ohr baumelten 2 goldene Ohrringe und der schlanke, weibliche Menschenkörper wurde von einem schlichten, weißen, kurzärmeligen Kleid bedeckt. Um den Hals lag eine massive Kette aus Gold, mit Lapislazulis und Granat eingelegt und um die Hüfte war ein goldener Kettengürtel angelegt.
Die Füße steckten in keinen Schuhen, allerdings waren dicke, goldene Fußbänder um die Knöchel angelegt.
In einer Hand trug sie einen kreuzförmigen Gegenstand.
Als sie ihr Maul öffnete, erklang eine dunkle, weibliche und wütende Stimme.
„Vampir, weil auch du zu denen gehörst, die meinem Gefolge Schmerzen zubereitet, werde ich dir eine göttliche Strafe auferlegen.“
Spike erholte sich schnell von seiner Überraschung. Damit musste man halt in Sunnydale leben. Hier war nichts so wie es schien.
„Göttliche Strafe? Fuck, Baby, mit solchem Gelaber kommst du hier nicht weit. Hier ist schon letzten Woche eine Göttin aufgetaucht und die wurde von der Jägerin zusammengeschlagen.“
Nach diesen Worten stürzte er sich auf die seltsame Katzenfrau.
Doch die lächelte ihn nur höhnisch an und hob ihr Kreuz.
Sie sagte laut einen Spruch in einer alten Sprache auf und Spike spürte plötzlich, wie sein Körper sich verkrampfte.
Vor Schmerzen zuckend, krümmte er sich auf den Boden. Er sah nur noch die nackten Füßen der Frau, als sich seine Augen vor Schmerzen schlossen und seine Finger hilflos am Boden kratzten.
Diese verdammte Katzenfrau hatte ihn verflucht. Das war sein letzter Gedanke, als er vor Pein laut aufschrie.

Dann hörte der Schmerz plötzlich auf.
Spike atmete erleichtert auf und versuchte sich zu strecken.
Doch etwas war seltsam. Sein Körper bewegte sich nicht so wie er es wollte. Als er die Augen öffnete, sah er überrascht auf das, was vorher seine Hände waren. Doch statt schlanken Finger mit abgeblätterten schwarzen Nagelack sah er stattdessen schwarze Pfoten.
Spike schloss die Augen, atmete kurz aus und öffnete wieder die Augen.
Der Anblick war unverändert.
//Ok, jetzt nur nicht in Panik ausbrechen. Das wird schon werden, ich bin schließlich nur…ein Kater?!//
Spike wollte aufschreiben, aber was aus seiner Kehle kam, war nur ein lautes, lang gezogenes „Miau“.
Jetzt überkam ihn schon die Panik. Er konnte nicht sprechen, war ein kleines Fellbündel und es gab niemand, der ihn in letzter Zeit vermissen würde. Wer könnte ihn da helfen.
// Willow und Tara sind meine einzige Hoffnung, dass sie diesen Fluch brechen können. Aber wie soll ich ihnen das erklären. Oh bloody hell, kann es schlimmer werden// jammerte Spike in Gedanken.
Nun, was er nicht wusste…es konnte schlimmer werden.
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