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Kinoabend

von Breq
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Lilly Rush Scotty Valens
28.06.2013
08.07.2013
3
6.545
 
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7 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
28.06.2013 1.411
 
Mir gehört weder die Serie Cold Case, noch die in ihr vorkommenden Charaktere. Mir gehört nur die Idee zur Geschichte, die Umsetzung und alles, was ich mir selber ausgedacht habe.

Hey Leute!

Ich wage mich mal ein eine Cold Case - Story, hoffe sie gefällt euch! Lasst es mich wissen! :)

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Kat Miller war nicht der Typ für Kegelvereine. Sie quälte sich nicht zusammen mit einem Haufen Gleichgesinnter auf seltsamen Sportgeräten ab, sie besuchte keine Paartanzkurse und sie war in keinem Schachklub. Nach einem geschlossenen Fall mit dem Team in Jone's Tavern etwas trinken war in Ordnung. Das waren ihre Kollegen, alles nette Leute, ihr Team. Sie unterhielt sich mit den Eltern der anderen Mädchen aus Veronicas Ballettgruppe, aber niemals würde sie den Vorsitz für eine Spendengala übernehmen, eine herzzerreißende Show planen und eine Rede halten. Sie war halt nicht der Typ für solche Gruppenveranstaltungen.
Die dunkelhaarige Ermittlerin sah sich in ihrer Abteilung um, überall auf den Tischen war unordentlicher Papierkram gestapelt der noch erledigt werden musste, ein einziges Chaos aus Blättern, Akten, alten und neuen Anträgen und Formalitäten und dazwischen ihre Kollegen, welche die einzigen waren die nicht geschäftig hin- und hereilten. Kat sah uniformierte Beamte, Beamte in Anzügen, Beamte in Undercover-Kleidung und alle hatten etwas zu tun. So wie auch das Team in dem sie selbst arbeitete - eigentlich. Die letzten paar Wochen waren anstrengend gewesen, sie hatten mehrere Fälle gleichzeitig bearbeitet und hatten sie zu guter Letzt auch alle abgeschlossen, ihre angespannten Nerven hatten sich ein Wenig beruhigt, aber jetzt kam der Papierkram. Das juristische Zeug, alles wovor man sich während einer laufenden Ermittlung drückt, was man vor sich herschob. Miller ertrank förmlich in Selbstmitleid als sie die Stapel auf ihrem eigenen Schreibtisch sah, heute zusammen mit Veronica zu Abend essen würde ausfallen müssen, denn sie musste zu viel Arbeit erledigen. Sie blickte zu Lilly, ertappte ihre Kollegin dabei wie sie sich die Schläfen massierte, offensichtlich hatte sie Kopfschmerzen und offensichtlich hatte sie seit Tagen nicht richtig geschlafen, was man an den dunklen Ringen unter ihren Augen erkennen konnte, denn ihre Haut war zu hell, zu bleich als dass Rush das Dunkle hätte wegschminken können.
Kat blickte weiter umher, Vera hatte die Augen geschlossen, vor ihm stand ein halb leerer, kalter Becher ungenießbaren Kaffees. Er saß zusammengesunken in seinem Stuhl und grummelte ab und zu etwas unverständliches. Einer der Ordner die auf seinem Tisch lagen sah aus, als würde er auf den Boden fallen sobald er das nächste Mal gegen den Tisch stieß, Miller stieß belustigt die Luft aus, vielleicht würde ihn das ja wieder aufwecken.
Will Jeffries tippte verloren auf der vergilbten, alten Tastatur des Computers herum, welcher für ihn ein Buch mit sieben Siegeln zu sein schien. Er legte die Stirn in Falten, löschte die Zeilen die er als letztes geschrieben hatte und begann von Neuem.
Abgesehen vom Boss, der in seinem Büro saß und wild gestikulierte während er ein Telefonat führte, schienen Rush und Valens, wie schon so oft, die einzigen zu sein, die tatsächlich konzentriert ihrer Arbeit nachgingen. Die beiden Partner füllten Formblätter und Aktenteile aus. Lillys Füller glitt elegant wie eh und je über das raue Kopierpapier der Blätter, ihre geschwungene, leserliche Schrift war fast zu Schade um für immer und ewig in einem Karton zu vermodern. Scotty kritzelte mit einem Kugelschreiber auf einer zerknitterten Notiz herum, um ihn dazu zu überreden wieder zu funktionieren. Mit einem triumphierenden Grinsen schaffte er es seinen Stift wieder zum schreiben zu bringen und schrieb sogleich die nächsten Daten, Namen und Begebenheiten in vorgedruckte Spalten und Fächer. Und trotzdem er der einzige mit halbwegs passabler Laune zu sein schien warf er wieder und wieder besorgte Blicke zu seiner Partnerin hinüber. Auch er hatte also bemerkt, dass sie beim gehen strauchelte, dass sie innehielt, bevor sie eine Bewegung ansetzte, dass sie sich abstützten musste, wenn sie länger stand und dass sie schwankte sobald sie eine zu schnelle Bewegung machte. Kat wusste, dass Scotty Lil am liebsten helfen würde, sie wusste genau so gut, dass wenn Lilly irgendjemanden jemals um Hilfe bitten würde, es er sein würde, sie wusste nicht wann, aber sie hoffte inständig das er ihr irgendwie helfen könnte wenn es soweit war. Denn Lilly quälte sich, das sahen sogar die Leute die die Laborergebnisse vorbeibrachten.
Das alles hier würde so schnell kein Ende haben, es war Dienstag und Kat hatte am Freitag Geburtstag, ein wenig Abwechslung würde ihnen allen guttun. Die Arbeit würde noch bis weit in die nächste Woche reichen und vermutlich viele Überstunden kosten, Boss würde sich aufregen und sie nach Hause schicken wollen, der Papierkram würde wieder nach hinten aufgeschoben werden. Ein Teufelskreis. Es überkam sie ein Anflug allzugroßer Geselligkeit, Veronica hatte einen Babysitter am Freitag und sie würde an dem Abend Zeit haben, außerdem würde sie den Teufel tun und sich von ihren aufgedonnerten, zu hochnäsigen, alten Highschoolfreundinnen überraschen lassen.
"Ey Leute", rief sie daher in den Raum. Ihre Kollegen wandten sich ihr zu und als Vera aufschrak knallte der Ordner, welcher ja sowieso schon zu nah an der Kante gelegen hatte, auf den Boden. Vier Augenpaare waren erst auf Veras Ordner, dann auf Miller gerichtet, als sie ihren Schreibtisch umrundete und sich vorne gegen das dunkle Holz lehnte.
"Ich lade Sie ein", begann sie, "am Freitag um zweiundzwanzig Uhr dreißig vor dem Capitol. Ich habe Geburtstag, aber das wussten Sie ja sicher." Während des letzten Teils schmunzelte sie, natürlich hatte keiner eine Ahnung gehabt wann ihr Geburtstag war.
"Kino, Miller?", Nick zog die Stirn in Falten. "Welchen Film wollen Sie sehen?"
"Entscheiden wir spontan. Sind Sie dabei? Rush, Valens? Jeffries?", Kat zog eine Augenbraue in die Höhe.
Jeffries nickte nur als Antwort ehe er sich wieder seinem Problem mit der modernen Technik zuwandte, bei Nick war ihr sowieso klar, dass er ja sagte. Das einzig spannende wären nun Lilly und ihr Partner.
"Klar, ich bin da", meinte Valens lächelnd. Er sah zu Lilly hinüber und setzte zu einem weiteren Satz an, verstummte aber, bevor tatsächlich ein Wort seine Lippen verließ. Er begann wieder Akten auszufüllen.
Kat beobachtete Lilly. Sie sah erst aus als würde sie ablehnen wollen, als würde sie einen bodenlosen Vorwand angeben um nicht kommen zu müssen, aber dann schaute die schlanke Blonde kurz zu Scotty hinüber und Kat meinte zu sehen, dass ihr der Blick des Blondschopfes sanfter wurde, außerdem begann sie leicht, nur ganz leicht und schüchtern zu lächeln.
"Bin dabei", antwortete sie anschließend leise und warf noch einen kurzen Blick zu Scotty hinüber, bevor sie leicht errötete.
Kat verengte die Augen zu Schlitzen, grinste schief. Das Lächeln war durch Lillys anscheinend monotone, leere Hülle gedrungen und hatte sie plötzlich vollkommen anders wirken lassen. Sie schien wacher zu sein, ihre Schultern strafften sich ein wenig, ihre Augen blickten aufmerksam auf den Puerto Ricaner.
Nicht nur, dass all ihre Kollegen, ausgenommen Sillman natürlich, sie würde ihn später fragen, zugesagt hatten, sie würde ab jetzt Lils Verhalten beobachten. Das ihr Partner einen nicht unerheblichen Einfluss auf sie hatte, hatte Miller schon immer gewusst, aber das Lilly ihre Entscheidungen von ihm abhängig machte? Das war neu. Oder?
Sie versuchte sich an die vergangenen Wochen und Tage zu erinnern. Und tatsächlich: Ice Queen und Prince of Puerto Rico hatten sich auch in der letzten Zeit diese Blicke zugeworfen. Jeweils so, dass der Andere es nicht bemerkt hatte. Und wenn sich ihre Blicke doch getroffen hatten, waren sie errötet. Beide. Interessant. Kat würde niemals leugnen, dass Scotty mit seinen dunklen Augen und der leicht braunen Haut wirklich gut aussah, außerdem war er einer der sanftmütigsten Menschen die sie je getroffen hatte, loyal und hilfsbereit, aber Lilly? Eisprinzessin der Mordkommission Lilly Rush fühlte sich zu ihrem Partner, dem freundlichen Puerto Ricaner, hingezogen?
Das wäre ja wundervoll! Millers Grinsen wuchs. Dass die beiden flirteten und Späße trieben war ihr ja schon vorher aufgefallen, aber nun sah sie eine reale Chance ihre beiden Kollegen zusammen zu bringen. Das würde bedeuten Lilly könnte vielleicht wieder schlafen und ein wenig Sicherheit bekommen, Scotty würde - hoffentlich - aufhören überzureagieren sobald jemand ein unwissend falsches Wort gegenüber Lilly sagte und die komplette Einheit würde etwas Ruhe bekommen, auch vor den gelegentlichen Streitereien zwischen Rush und Valens. Letzteres könnte sich leider auch verschlimmern, aber nicht zwangsläufig.
Aufgabe akzeptiert, dachte sie sich und hatte bereits angefangen einen Plan zu schmieden.

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Ich hoffe der erste Teil hat euch gefallen!
Schreibt mir auch gerne Privatnachrichten :)

Grüße,

Kahlan :)
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