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Ankunft

GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Jayne Cobb Kaywinnit Lee Frye River Tam Simon Tam
28.06.2013
19.09.2013
3
5.692
5
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.06.2013 1.820
 
Damit er aufhört

Worte: ~ 1.700
Inhalt: Jayne hatte sich noch nie mit Fantasien zufrieden gegeben, wenn die Realität zum Greifen nahe war.
Charaktere: Jayne Cobb, Simon Tam
Pairing: Jayne/Simon
Rating: R
Setting: irgendwann nach Serenity
Beinhaltet: Slash, Sex
Anmerkungen: Das hier hat mich nicht zufrieden gelassen. Tatsächlich bin ich gerade etwas besessen von der ganzen Serie.
Beta: mcparrot hat das hier für mich gelesen, danke!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Firefly und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Nachts war es auf der Serenity immer ruhig. Etwas zu sehr Jaynes Ansicht nach. Er war so an das seichte Brummen des Motors und des Luftfilters gewöhnt, dass er es gar nicht mehr hörte und wenn alle anderen im Bett oder zumindest in ihren Quartieren waren, dann wurde es unheimlich still.

Aufgewachsen war er mit dem Lärm einer Bar unter seinem kleinen Kinderzimmer, dem Gelächter der Männer und den leisen Gesprächen der Frauen, die sich neben seinem Zimmer für die Arbeit umzogen. Er erinnerte sich noch, wie die ein oder andere immer mal wieder in sein Zimmer gespäht hatte, um sicherzugehen, dass er friedlich schlief. Er war ein Baby des Bordells gewesen und obwohl ihn das in seiner Jugend manchmal gestört hatte, so konnte er inzwischen gut damit leben. Er bewunderte seine Mutter, die ihm so viel beigebracht hatte. Unter anderem, dass selbst Huren den Respekt verdienten, den so wenige Männer ihnen gaben. Und er hatte festgestellt, dass sie es sehr zu schätzen wussten, wenn jemand das verstand – wie er.

Mit einem tiefen Seufzen schloss Jayne die Augen und drehte sich auf die Seite. Er würde morgen mehr trainieren müssen, um am Abend erschöpft genug zu sein, um zu schlafen. Seit Tagen flogen sie nun durch das All, eine Lieferung für einen Mond am Rande des bekannten Universums im Laderaum. Ein legaler Job zwar, aber verdammt langweilig. Jayne wurde immer etwas unruhig, wenn er lange an Bord eingesperrt war.

Er hatte es gerade geschafft, in einen leichten Dämmerschlaf zu fallen, da hörte er es: Das Geräusch leiser Schritte, die sich seinem Quartier näherten, stockten und sich dann wieder entfernten. Jayne öffnete die Augen, nun wieder wach, und spähte in der Dämmerung  seines Quartiers zur Tür hoch.

Jemand war wach.

Jayne wusste genau, wer es war.

Er musste nicht lange warten, bevor die Schritte zurückkamen, etwas länger warteten und dann wieder gingen. Jayne verdrehte die Augen. Simon war in letzter Zeit etwas nervös in seiner Nähe. Eigentlich, seit sie ihr Gespräch gehabt hatten. Und seit ein paar Nächten wiederholte sich nun dieses Muster.

Als es das erste Mal passiert war, hatte Jayne vermutet, dass River durch die Gegend schlich, doch dann hatte er dieselben Schritte am Tag gehört und Simon an seinem Quartier vorbei zur Brücke gehen sehen.

Das machte Jayne neugierig.

Er und Simon waren keine Freunde. Eher das Gegenteil. Sie wohnten auf demselben Schiff und während Jayne Simons medizinisches Können schätzte, schien Simon zufrieden damit, Jayne die gefährlicheren Jobs zu überlassen. Doch das war es auch schon. Zwischen ihnen stand einfach zu viel: Streitereien, Misstrauen und grundverschiedene Meinungen über so gut wie alles. Doch all das würde Jayne nicht wirklich stören, wenn Simon sich entscheiden würde, sich in Jaynes Bett zu legen. Tatsächlich glaubte Jayne, er wäre verdammt dumm, so etwas abzulehnen.

Natürlich würde das nur passieren, wenn Simon kein so verdammter Feigling mehr wäre.

***

Zwei Tage später war der Gedanke zu einer ziemlich lebhaften Fantasie geworden. Und sie ließ Jayne nicht zufrieden. Die Möglichkeit, Simon mit in sein Bett zu nehmen und sie auszuleben wurde eine Ablenkung, die Jayne nicht wirklich gebrauchen konnte. Seine Ungeduld wuchs. Er hatte sich noch nie mit Fantasien zufrieden gegeben, wenn die Realität zum Greifen nahe war.

Außerdem war er neugierig. Er würde zu gerne wissen, wie Simon im Bett war. Es war schwer zu raten. Jayne hatte gelernt, dass stille Wasser manchmal verdammt laut im Bett sein konnten, aber hatte auch verklemmte Frauen und Männer wie Simon kennengelernt, die ebenso verklemmt beim Sex waren. Es war eine Herausforderung, sie zum Schreien zu bringen, ihnen die Kontrolle zu entreißen und sie erschöpft, zufrieden und unfähig zu denken zurückzulassen. Jayne hatte so seine Erfahrungen mit Mitgliedern der höheren Klasse gemacht. Hauptsächlich mit Frauen, die auf der Suche nach einem Abenteuer in die Bars kamen, in denen Jayne sich gerade befand.

Er konnte sich jedoch nicht mal ein bisschen vorstellen, wie Simon sein würde. Er schien jedenfalls der Typ, der sanft und romantisch mit einer Frau umgehen würde. Doch mit Männern … Jayne nahm an, dass Simon noch keine Erfahrungen auf dem Gebiet hatte. Zumindest nicht viele. Da er aber kaum den Mund öffnen konnte, ohne dass irgendetwas idiotisches herauskam – besonders, wenn er zu flirten versuchte – nahm Jayne an, dass sich noch kein Mann erbarmt hatte. Vielleicht schlich er deshalb nachts um Jaynes Quartier herum. Vielleicht fand Simon keine Worte.

Jayne entschied sich, ihm zu zeigen, dass Worte nicht nötig waren.

***

Es war beinahe lustig, wie Simon erstarrte, als er Jaynes Luke während seiner nächtlichen Wanderung offenstehen sah. Jayne lehnte unten an der Wand und sah zu ihm hoch. Er grinste triumphierend. Simon schluckte, wurde sichtlich nervös, und verschränkte die Arme über seinem Pullover. Jayne ließ ihm einen Moment Zeit, dann bedeutete er ihm, die Leiter herunterzuklettern. Simon blickte den Korridor entlang, als wolle er sichergehen, dass ihn niemand sah, dann gehorchte er zögerlich. Allerdings blieb er am Fuß der Leiter stehen und blickte Jayne misstrauisch an.

"Was treibst du da oben?", fragte Jayne und trat näher, um sich an die Leiter zu lehnen.

Simon machte einen Schritt zurück. Jayne konnte sehen, wie nervös er war, doch er stellte Augenkontakt her, das Kinn trotzig vorgeschoben. "Was meinst du?"

Jayne zuckte mit den Schultern. "Du schleichst nachts durch die Gegend. Etwas beunruhigend. Man könnte meinen, du planst einen Mord oder so was."

Simon schluckte … und verlor dann scheinbar den Mut. "Ich … tut mir leid. Es kommt nicht wieder vor." Er griff nach der Leiter, doch bevor er auch nur einen Schritt nach oben machen konnte, hatte Jayne ihn gepackt und drückte ihn an die Wand. Simon gab ein überraschtes Geräusch von sich und starrte ihn mit weiten Augen an. "Ah ..."

Jayne trat nah genug heran, um Simons Brustkorb an seinem zu spüren. "Wo liegt dein Problem, Doc?"

Simon wich Jaynes Augen aus und öffnete den Mund, doch er sagte nichts.

"Stimme verloren?" Jayne legte die Hände auf Simons Hüften und drückte zu, grub seine Finger in den weichen Stoff der Pyjamahose. Er sah Simon die Augen schließen und lehnte sich näher, um leise hinzuzufügen: "Wie ich schon sagte: Wenn du willst, könnten wie uns etwas besser kennenlernen." Simons Atem war warm an seinem Kinn und er lehnte sich etwas hinunter, bis ihre Lippen sich fast berührten.

"Du kannst mich nicht ausstehen", murmelte Simon.

Jayne grinste. "Ich will dich auch nicht heiraten."

Simon öffnete die Augen und starrte Jayne entschlossen an. "Mein Vertrauen in dich reicht nicht ganz aus für das hier."

Jaynes Hände glitten höher, seine Fingerspitzen gruben sich unter den weiten Pullover und fanden warme Haut. Er dachte darüber nach. Vertrauen war sicher keine schlechte Idee … und leider das, was ihnen beiden fehlte. Doch Simon bewegte sich nicht, stieß ihn nicht weg … er starrte ihn nur an – er wartete. Er gab Jayne eine Chance. Jayne war ziemlich sicher, dass Simon das hier wollte oder er würde kämpfen. Zwar war er kleiner und leichter und mit Sicherheit keine Herausforderung, aber er war auch nicht der Typ, der einfach nachgab. Würde er das hier wirklich nicht wollen, dann hätte sein Knie schon vor Minuten Jaynes Schoß gefunden.

Also ließ er sich Zeit, eine Antwort auf dieses spezielle Problem zu finden. Immerhin musste es eine clevere Antwort sein oder Simon wäre nicht überzeugt. Jaynes Fingerknöchel blieben währenddessen in Kontakt mit Simons Haut, streichelten langsam.

Schließlich hatte er eine Idee. Er grinste. "Du hast es selbst gesagt, Doc", antwortete er, "Solange ich auf deinem Tisch liege, bin ich sicher. Also ..." Seine Hände glitten höher und er drückte Simon an die Wand. "Solange du hier unten bist, in meinem Bett, bist du sicher."

Simon runzelte die Stirn. "Ach ja?"

"Hast du gelogen?"

Simon schluckte und dann spürte Jayne zögernde Hände auf seinen Hüften. "Nein", sagte Simon. "Nein, ich meinte das ernst."

Er legte den Kopf etwas mehr in den Nacken und drückte ihre Lippen flüchtig zusammen. Jayne lehnte sich in den Kuss und vertiefte ihn. Er wollte jetzt nicht mehr langsam spielen.

Es war, als würde ein Damm brechen.

Simons Arme legten sich um seinen Nacken und Jayne zog ihn näher und beugte die Knie, um auf eine Höhe mit ihm zu kommen. Er stöhnte und zog Simon hoch, drückte ihn wieder an die Wand und hielt ihn dort fest. Als Simons Kopf gegen das Metall in seinem Rücken knallte, gab er ein überraschtes Geräusch von sich und Jayne hob rasch eine Hand, grub seine Finger in Simons Haar und schützte seinen Kopf vor weiteren Unfällen. Mit dem nächsten Atemzug flüsterte Simon etwas, das Jayne nicht verstand und es interessierte ihn auch nicht wirklich, denn Simon war warm und seine Küsse schmecken gut – frisch und sauber – und wenn er seine Fingernägel Simons Rücken hinab streichen ließ, bekam er eine interessante Reaktion: Eine Mischung aus einem Stöhnen und einem Seufzen.

Simon drückte seine Stirn gegen Jaynes und seine Augen hatten eine tiefblaue Farbe angenommen, die Jayne dazu herausforderte, die dreckigsten Dinge mit ihm zu machen. "Wir müssen die Luke schließen", flüsterte er, vielleicht das wiederholend, was Jayne zuvor nicht verstanden hatte. Jayne lachte amüsiert und brachte Simon mit einem weiteren Kuss zum Schweigen. Offene Luken störten ihn nicht. Simon aber stieß ihn zurück, bestand darauf.

"Okay, schon gut", murmelte Jayne und ließ ihn los.

"Nein, warte", sagte Simon und hielt ihn fest. Jayne stoppte und wandte sich wieder zu ihm um. Simon starrte ihn einen Monet lang ernst an und Jayne fragte sich plötzlich, ob er Angst bekam, ob er gehen würde ...

Die Frage, die Simon stellte, war unerwartet. "Wirst du aufhören, wenn ich es will?"

Jayne runzelte die Stirn. "Warum solltest du das wollen?"

"Wirst du?"

Jayne starrte Simon an. "Du wirst das nicht wollen." Er blickte zur Luke hoch. "Auf oder zu?"

Simon sah ebenfalls zur Luke hoch, dann wieder zu Jayne. Er dachte wieder nach. Jayne hasste das an ihm, dass er immer nachdachte. Jemand sollte wirklich dafür sorgen, dass er endlich damit aufhörte, wenn auch nur für eine kleine Weile. Schließlich antwortete Simon: "Zu."


ENDE
08/13
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