Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Bürde der schwarzen Magier I - Der Spion

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Mix
Ceryni Hoher Lord Akkarin Lord Dannyl Lord Dorrien Lord Rothen Sonea
27.06.2013
27.01.2015
60
658.584
118
Alle Kapitel
395 Reviews
Dieses Kapitel
18 Reviews
 
27.06.2013 1.703
 
Epilog



Sonea betrachtete den Sachakaner, der sie daran hinderte, zurück an Akkarins Seite zu kehren, mit wachsendem Entsetzen. Er war groß, breitschultrig und strahlte eine Macht aus, die all ihren Mut schwinden ließ. Die kalten grauen Augen, die neben seinem harten Mund das einzige von seinem Gesicht waren, das sie unter seiner Maske erkennen konnte, schienen sie zu durchbohren. Wie betäubt beobachtete sie, wie er näher kam. Ihr letzter Speicherstein war leer, doch sie besaß noch immer ein Vielfaches ihrer eigenen Kraft. Sie hoffte, es würde reichen.

Sie fluchte. Inzwischen musste er sich doch fast erschöpft haben!

Der Sachakaner schenkte ihr ein anzügliches Lächeln. In seinen Augen funkelte eine Gier, die Sonea erschaudern ließ.

Dize shani’noyoci uyi.“, sagte er mit einer tiefen Stimme, die ihr einen Schauer den Rücken hinabjagte. „Dize yi’hami usha kisa.“*

Ein Hitzeschlag erschütterte ihren Schild, heftiger als jene zuvor. Sonea konterte mit roher Gewalt, die an seinem Schild indes noch immer keine sichtbare Wirkung hinterließ. Ihre Furcht niederkämpfend griff sie erneut an.

Die Wucht seiner Antwort brachte Soneas Schild an den Rand des Zusammenbrechens. In einen Anflug von Verzweiflung gab sie weitere Magie hinein.

Als sie erkannte, wie viel ihrer Kraft sie dieser eine Gegner in nur wenigen Augenblicken gekostet hatte, drohte die Panik sie zu überwältigen. Was sie auch versuchte, sie würde ihn alleine nicht besiegen können, wie ihr plötzlich mit beängstigender Klarheit bewusst wurde. Er war zu stark.

Sie richtete ihren Willen auf den Ring an ihrer Hand.

- Lord Akkarin, wo bist du?

Ein Bild blitzte vor ihren Augen auf. Er rannte zwischen den Gruppen von Gildenmagiern, die gegen die hinzugekommenen Sachakaner kämpften, hindurch.

- Halte durch, sandte er. Ich bin gleich da. Bleib ruhig und versuche, nicht die Nerven zu verlieren.

Sonea wollte antworten, dass sie verstanden hatte, doch dann entdeckte sie drei Sachakaner, die direkt auf Akkarin zuhielten. Sie waren genau zwischen ihnen.

- Pass auf!, rief sie. Da kommen drei von rechts.

Ein weiterer Kraftschlag ließ sie zurücktaumeln. Sie attackierte den Sachakaner vor sich mit einem starken Feuerschlag. Kurz bevor er auf den Schild ihres Gegners traf, streckte Sonea ihren Willen aus und ihr Angriff dissipierte in viele harmlose Betäubungsschläge.

Hoffentlich bringt ihn das dazu, seine Kraft zu verschwenden …

- Lass ihn glauben, du würdest dich ihm ergeben, sandte Akkarin. Ich will nicht, dass du dich völlig erschöpfst.

Sonea warf einen zögernden Blick zu ihrem Gegner. Es war nicht das erste Mal, dass sie diese Strategie anwandte und es war immer ein Risiko. Doch allmählich gingen ihr die Möglichkeiten aus. Sie hatte bereits all ihre Tricks an diesem Mann ausprobiert. Aber weder ihre Schildmanipulationen, noch ihre Versuche, seine Konzentration mit Gedankenschlag zu brechen, hatten eine Wirkung erzielt. Von den gängigen Tricks, einen stärkeren Magier zu besiegen, ganz zu schweigen.

- Akkarin, solange halte ich nicht mehr durch. Er hat mich gleich.

- Alle, die sich in Soneas Nähe befinden, eilen ihr SOFORT zur Hilfe!, sandte Akkarin an die Gruppen.

Einige Magier reagierten mit Entsetzen. Rasch blendete Sonea die fremden Empfindungen, die sie über Akkarins Blutjuwel empfing, aus. In einer Entfernung von etwa fünfzig Schritt kämpfte eine Gruppe, angeführt von einem der Krieger, gegen die sie vierttags immer in der Arena kämpften. Sonea sah, wie ihr Gegner fiel und sie sich ihr und dem Sachakaner zuwandten.

Der Gruppenführer sandte einen kräftigen Feuerschlag gegen den Schild des Sachakaners. Ein Gewitter von Blitzen folgte, als mehrere Alchemisten durch Betäubungsschläge getarnte Phiolen warfen. Der Sachakaner lachte und konterte. Der gemeinsame Schild der Gildenmagier brach zusammen, eine Salve von Feuerschlägen, verbrannte die Magier einen nach dem anderen zu Asche.

„Nein!“, entfuhr es Sonea. Sie griff nach ihrer Magie und attackierte ihren Gegner in einem sinnlosen Versuch, ihn von den wehrlosen Gildenmagiern abzulenken.

Der Sachakaner griff Sonea mit einer weiteren Salve von Kraftschlägen an, die sie nur zum Teil ablenken konnte. Soneas Schild brach zusammen.

Bevor Sonea reagieren konnte, traf sie ein Betäubungsschlag. Sie sank zu Boden, jeder Muskel ihres Körpers zuckend, bis es schmerzte. Verzweifelt versuchte sie die Kontrolle über ihren Körper zurückzuerlangen, bevor der Sachakaner sie töten konnte, was sie weitere wertvolle Kraft kostete. Dann presste eine magische Barriere sie nieder. Sonea versuchte, die Barriere einzureißen, doch sie war viel stärker als jene, mit denen Akkarin sie zu ihrem Ärger oft in Kriegskunst und nicht selten auch in anderen Situationen gefesselt hatte.

Dann glitt der Schild des Sachakaners über sie hinweg und schützte sie beide vor einem neuerlichen Hagel von Angriffen.

- Sonea!

Das war es also, dachte sie, als er sein juwelenbesetztes Messer zog und neben ihr in die Hocke ging. Es ist aus. Ist das der Preis dafür, dass ich Akkarin gerettet habe?

Sie spürte, wie eine seltsame Ruhe sie überkam. Vielleicht war es nicht richtig gewesen, schwarze Magie zu benutzen, um einen geliebten Menschen wiederzubeleben. Wenn sie jetzt dafür mit ihrem Leben bezahlte, dann sollte es vielleicht so sein. Wenigstens konnte sie dann mit dem Gefühl von dieser Welt gehen, dass all die Monate seit der Schlacht von Imardin es wert gewesen waren. Sie würden niemals miteinander alt werden, sie würden niemals Kinder haben. Sie würden niemals wirklich erfahren, wie es war, verheiratet zu sein.

Aber es war die schönste Zeit ihres Lebens gewesen.

Sonea wusste, was der Sachakaner gleich mit ihr tun würde. Und sie wollte nicht, dass Akkarin es sah. Er sollte sie so in Erinnerung behalten, wie an diesem Morgen, als sie in seinem Armen erwacht war.

Sie hatte noch genug Magie übrig, um genau eine Sache zu tun. Es würde gerade ausreichen, um sich zu heilen, wenn der Sachakaner sie schnitt. Aber das würde ihr nicht helfen. Akkarin würde nicht rechtzeitig bei ihr sein und Sonea wusste, sie würde ihren Gegner nicht schnell genug stoppen können, wenn er den letzten Rest ihrer Magie nahm.

Es war vorbei.

- Verzeih mir, sandte sie. Ich liebe dich.

Mit einer letzten Anstrengung ihres Willens zerstörte sie den Ring an ihrem Finger.

Irgendwo in der Nähe brach eine blendend helle Explosion aus und sengte über den Schild des Sachakaners hinweg. Einen Augenblick lang erstarrte er und blickte sich um. Als Soneas Sehvermögen zurückkehrte und sie den Kopf wandte, lagen überall Leichen.

Der Sachakaner schenkte ihr ein lüsternes Lächeln und drückte den kalten Stahl seiner Klinge auf ihr Handgelenk.

Dann fiel sie in Dunkelheit.

***


Sachakanisch – Kyralisch

Dize shani’noyoci uyi. Dize yi’hami usha kisa. - Du entkommst mir nicht. Jetzt gehörst du mir.

Die Verneinung verschmilzt in dem Fall mit der aktiven Verbsilbe, sonst müsste es „Dize shani sha'noyoci uyi“ heißen, was sich im Laufe der Zeit verkürzt hat. Bei passiven Verben wird die Verneinung jedoch mit einem shani vor dem Verb gebildet.

Im Sachakanischen gibt es drei unterschiedliche Anredeformen:
aze: du, dir zu jemand Höhergestelltem, auch untereinander bei Ashaki
ize: du, dir zu jemand Niedergestelltem, der aber noch Rang und Namen hat
dize: du, dir zu jemand Unbedeutendem, immer zu Sklaven, aber auch um geringe Wertschätzung auszudrücken.

Die Verneinung im ersten Satz verschmilzt in dem Fall mit der aktiven Verbsilbe, sonst müsste es „Dize shani sha'noyoci uyi“ heißen, was sich im Laufe der Zeit verkürzt hat. Bei passiven Verben wird die Verneinung jedoch mit einem shani vor dem Verb gebildet.



Nachwort & Danksagung

Das war der erste Teil meiner Fortsetzung der „Gilde der schwarzen Magier“. Für mich gehen damit zugleich 14 Monate voll Höhen und Tiefen zu Ende, die für mich eine ganz besondere Erfahrung waren, da es zugleich die erste Geschichte ist, die ich in ihrer Gesamtheit mit anderen geteilt habe. Fast zwei Jahre habe ich am „Spion“ geschrieben, ohne zu wissen, ob es überhaupt etwas taugt. Erst nach drei Überarbeitungen habe ich mich getraut, das erste Kapitel hier hochzuladen.

Bevor ihr euch nun auf das zweite Buch stürzt und diese Geschichte in Vergessenheit gerät:

Euer Feedback ist für mich sehr wertvoll. Es hilft mir, mich und meine Werke einzuschätzen und mich zu verbessern. Deswegen würden mir ein paar abschließende Worte zum Gesamteindruck oder zu einzelnen Textstellen oder Kapiteln, die euch besonders im Gedächtnis geblieben sind oder euch auf die eine oder andere Weise bewegt haben, sehr weiterhelfen.

Solltet ihr euch dazu entscheiden, mir ein Review zum Spion zu schreiben, so schreibt sie bitte zu dieser Geschichte und nicht zur Fortsetzung oder zu einer anderen Geschichte aus meinem DGDSM-Universum. Denn es ist sehr verwirrend, zu einer Story ein Review zu einer anderen Story zu bekommen. Und nicht zuletzt tut ihr damit auch anderen Lesern, die anhand von Reviews entschieden, ob sie eine Geschichte lesen wollen, einen Gefallen.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei all meinen Lesern für die zahlreichen Favoriteneinträge und Reviews bedanken. Euer Feedback hat mich davon überzeugt, nicht kompletten Bockmist geschrieben zu haben. Oft war ich so sprachlos, dass ich nicht weiß, ob meine Antwort euren Reviews überhaupt gerecht geworden ist.

Ganz besonders möchte ich jedoch der lieben Lady Alanna danken, weil sie ohne es zu wissen, genau zur rechten Zeit kam.

Des weiteren danke ich der wunderbaren baronesse für die Erschaffung einer künstlichen Sprache, auf die ihr in der Fortsetzung und anderen Geschichten meines Headcanons immer wieder stoßen werdet. Und ich danke meiner Testleserin ela, die ich zwar erst vor einigen Wochen gefunden habe, die jedoch zumindest die letzten Kapitel auf Tippfehler überprüfen konnte, wo meine Augen und meine Duden-Korrektur versagt haben.

Außerdem danke ich Frederik und Daniel sowie der NaNo-Cabin „Die anonymen Charakter-Folterer“ für moralische Unterstützung. Und ich danke meinem Freund für seine zweite Meinung zu strategischen und politischen Fragen und Männerlogik. Dank ihm weiß ich, dass meine Überlegungen nicht nur in meinem Kopf einen Sinn ergeben.

Ich hoffe, ihr hattet so viel Spaß beim Lesen, wie ich beim Schreiben und dass ihr so wie ich mit den Charakteren geliebt und gelitten habt. Falls euch „Der Spion“ ganz besonders gut gefallen hat, so würde ich mich freuen, wenn ihr dieses Buch anderen Fans weiterempfiehlt. Oder indem ihr hier auf FF.de eure Empfehlung aussprecht. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, mit meiner Fortsetzung die Menschen zu erreichen, die Akkarins Tod am Ende der Trilogie ebenso wie mich getroffen hat, und ihr Universum wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Weiter geht es nun mit Die zwei Könige. Falls ihr dort weiterlest, so wünsche ich euch starke Nerven, viel Geduld und natürlich viel Spaß!

Eure Lady Sonea
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast