Familienstreß und Eheglück

von Kazu22
KurzgeschichteHumor, Familie / P12
24.06.2013
24.06.2013
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Das Leben als Frau des mächtigsten Vampirs Nosgoth ist nicht gerade leicht. Stets zieht mein Mann in große Schlachten gegen die Sarafanen und versucht das Land von diesen Orden der von Möbius angeführt wird zu befreien. Sie versuchen uns Vampire von hier zu verjagen um auf unserem Land neue Einkaufsmärkte und Wohngebäude für ihresgleichen zu errichten. Da mein Mann selten zu hause ist bin ich mit der Erziehung unserer 6 Kinder größtenteils auf mich alleine gestellt. Und Sie können mir glauben das ist kein leichtes unterfangen.

Da wäre unser Nesthäckchen Melchiah, leider ist er auch der schwächste. Sein Haut ist fahl, rissig und hängt schlapp herunter. Ihm wachsen keine Haare und er hat so ziemlich vor allem angst Sonne, Wasser ja sogar vor Feuer und das obwohl er sich im Dunkel fürchtet. Außerdem ist er sehr schüchtern was die suche nach Freunden schwierig gestaltet.

Mein zweitjüngster Zephon hat nur Unsinn im Kopf. Er hängt gerne von der Decke und schleicht sich hin und wieder mal von hinten heran um einem mit Freuden zu erschrecken. Außerdem hat er dieses ekelhafte Vieh als Haustiere „Bäh“.

Rahab hat eine Aquaphilie wenn man das so nennen kann, er ist kaum aus der Wanne zu bekommen, er liebt das Nass. Leider ist er sehr blass da er gegenüber seinen Brüdern sehr empfindlich gegen Sonnenlicht ist.

Dumah mein Dritt geborener ist sehr auf sein äußeres fixiert, er trainierte seinen Körper in jeder freien Minute und gibt gerne mit genannten an. Leider ist er auch ziemlich einfältig und arrogant.
Was mir rätselhaft ist woher er nur diese schreckliche Abneigung gegen spitze Gegenstände hat.

Mein zweitältester Turel kann mit bloßer kraft seiner Gedanken dinge bewegen was ihn dadurch auch ziemlich faul werden ließ. Mit dieser Kraft lässt er auch gerne hin und wieder die Röcke der jungen Mädchen hoch wedeln, er ist halt ein Schelm durch und durch.

Und dann gibt es noch meinen Ältesten Raziel, unser kleiner Don Juan hat jede Nacht eine andere Frau zu „Besuch“. Es war nicht verwunderlich ist er doch sehr hübsch anzuschauen aber auch klug und tapfer, was ich mir bei meinen anderen Söhnen auch gerne gewünscht hätte. Aber jeder ist auf seine Art einzigartig.

Sechs Brüder die Unterschiedlicher nicht sein können und doch hielten sie wenn es darauf ankam zusammen. Zum Beispiel wenn es darum ging das wieder einmal jemand vergessen hatte den Klodeckel herunter zu klappen und sie wussten das mich das rasend machte oder heraus zu bekommen wer die teuren Vasen herunter geworfen hat die mein Mann von den unzähligen Schlachten mit heim brachte.

Im Haushalt waren sie mir auch leider keine Hilfe, das merkte ich wieder einmal als ich vom Einkauf nach hause kam und der Müll immer noch über den Rand des Eimers quoll und die Fliegen sich darüber her machten. Der Abwasch war auch nicht gemacht worden, im Gegenteil es schien mehr hin zu gekommen zu sein. Die Teller und Tassen stapelten sich in schwindlige Höhen und an den Seiten liefen die Reste vom essen herunter.
Seufzen ging ich an dem Chaos vorbei und verstaute die Einkäufe.
Anschließend ging ich mit einem Wäschekorb bewaffnet zu den Zimmer meiner Jungs, schon vom weitem war die Ohren betäubende Heavy Metal Musik von Dumah zu hören. Dieses Gegröle und Geschreie konnte doch keine Musik sein aber vielleicht war ich auch schon zu alt um so etwas gut zu finden.
Ich betrat das Zimmer von Zephon da es das erste im Gang war doch traf ich nicht meinen Sohn sondern nur dessen Vogelspinne Herkules „auch liebevoll Herki genannt“ an die mal wieder aus dem Terrarium entwischt ist, weil der Herr den Deckel nicht richtig verschlossen hat. Was fand er bloß an diesen Viechern ich versuche sie aus dem Haus zu bekommen und er hält sich so etwas als Haustier. Ich schloss die Zimmertür wieder und überließ das Tier sich selber.
Ich ging weiter zu Dumah´s Zimmer aber auch da traf ich niemanden an. Nur die Laute Musik aus der Anlage begrüßte mich mit einem brüllendem Schrei des Sängers der Band Mortanica, zudem flog ich fast über seine Hanteln als ich das Zimmer betrat. Überall lagen Gewichte, Boxhandschuhe und Zeitschriften von Vampire Health herum.Themen wie „Sixpack in 8 Wochen oder Schneller zum Traumkörper durch Plasmabolika“ begleiteten mich auf dem Weg zur Anlage um endlich diese Musik abzustellen.
Endlich hatte ich mich durchgekämpft und die darauffolgende stille war eine echte wohltat.

Wo sind die denn alle geblieben? Fragte ich mich auf dem Weg nach draußen.

Und noch während ich darüber grübelte betrat ich das Zimmer von Turel und meine Frage beantwortete sich von selbst, denn erstaunt stellte ich fest das alle sechs in dessen Zimmer hockten und Playstation spielten. Schon komisch am Computer metzelten sie gerne Menschen nieder aber ihren Vater mal zu einer Schlacht begleiten darauf hatten sie keine Lust. Es war schrecklich im ganzen Zimmer verteilt lagen Verpackungen von Fastfood herum, diese Jugend mit ihrem ungesundem Essen.

Jungs wie oft habe ich euch gesagt ihr sollt nicht dieses Junkfood essen das ist ungesund!

Doch ich bekam keine Antwort, sie waren viel zu sehr mit ihrem Spiel beschäftigt. Wie dem auch sei ich rief zum Wäsche waschen aus und seltsamer weise haben sie das vernommen. Prompt flogen mir Shirts, Socken, Hosen und Boxershorts entgegen wobei einige davon auf meinem Kopf und den Schulter landeten.

„Oh man das war mal wieder ein Berg Wäsche wie oft habe ich denen schon gesagt die sollen die schmutzige Wäsche gleich in den Korb packen, aber nein lasst die alte reden...!“

Mit einem lauten stöhnen verließ ich wieder das Zimmer und begab mich zur Wäschekammer.

Wenigstens musste ich die Wäsche nicht in hell und dunkel sortieren da die Jungs nur schwarz trugen. Ich stopfte die Wäsche in die Maschine und schaltete sie ein, danach schleppte ich mich hoch zur Küche um das Abendessen vorzubereiten.
Vertieft in meine Schnibbelarbeiten nahm ich mein Umfeld nicht war und plötzlich ertönte ein lautes „Buh“ hinter mir. Ich schreckte auf, stieß einen Schrei aus und drehte mich um, ich sah in das breit grinsende Gesicht meines Sohnes Zephon, er hatte sich mal wieder einen Spaß daraus gemacht sich an zu schleichen und mich zu erschrecken, wie bereits schon erwähnt machte ihm das riesigen Freude.

Du sollst deine arme Mutter nicht immer so erschrecken! Gab ich forsch von mir und das breite Grinsen meines Sohnes wurde noch breiter.

Was gibt´s zu Essen? Fragte er, beugte sich vor und sah mir über die Schulter.

Blutwurst Eintopf! Antwortete ich ihm und machte mich wieder an meine Arbeit.

Schon wieder...! gab er seufzten und stöhnen von sich.

Seit froh das ihr überhaupt was zu essen habt, euer Vater arbeitet sehr hart damit ihr was auf den Tellern bekommt!

Ja ja und solange du deine Füße unter meinen Tisch hast.... bla bla bla! Gab er genervt von sich.

Sie konnten es nicht mehr hören aber so war es nun einmal, sie wissen ja Teenager... Hormone spielen verrückt, Pickel sprießen und die Eltern nervten einfach nur!
Fast schon ein wunder war es das der Rest der Truppe es geschafft hatte sich von dem Computer zu lösen und nun in der Küche stand.

Ähm... ich bin dann mal weg! Sagte Zephon und war schon zum halbe Wege aus der Tür heraus als ich ihn fragte wohin er jetzt noch will schließlich gäbe es gleich essen.

Ich geh zu Mc Sarafan!

Was aber...? doch wurde ich von Melchiah´s frage unterbrochen, was es denn gibt? Worauf Zephon antwortete „Blutwursteintopf“. Verdrehte Augen machten die runde und stöhnen flog durch den Raum, woraufhin Raziel zu Zephon rief
Warte wir kommen mit! Und nur noch eine Staubwolke daran erinnerte das gerade eben noch meine Söhne da standen. Ich konnte es nicht fassen diese Jungs mit ihrem Fastfood, ich stelle mich hier  und koche und die machen sich einfach aus dem Staub. Es reichte, wütend knallte ich das Messer was ich in der Hand hielt auf das Brett und marschierte wutentbrannt ins Arbeitszimmer meines Mannes. So konnte und so durfte es nicht weiter gehen. Ich warf die Tür zum Arbeitszimmer auf und brüllte gleich drauf los.

Kain das kann so nicht weiter gehen, du musst etwas unternehmen...! Diese Jungs haben keinen Respekt und tanzen mir auf der Nase herum.

Warte nicht so schnell! Was ist passiert? Fuhr er hoch und verstand meine Aufregung nicht.

Ich war gerade beim Essen kochen als Zephon sich wieder heranschlich und mich erschreckte, dann sind auch noch alle 6 zu diesen „Mc Sabberfan“ oder wie das heißt gegangen weil sie mein Essen nicht mögen. Ihre Zimmer versinken im Chaos und ihre Hilfsbereitschaft im Haushalt ist nicht vorhanden. Aber ich muss für sie Kochen, ihren Dreck weg räumen und ihre Wäsche waschen!

Schatz ich weiß das es nicht leicht für dich aber die Jungs sind noch nicht so weit um auf eigenen Füßen zu stehen! Versuchte mich mein Mann zu beruhigen, was aber eher das Gegenteil war.

Die Jungs sind beinahe 800 Jahre alt! Und dann... doch richtete sich die Aufmerksamkeit meines Mannes wieder auf den Fernseher wo der Schiedsrichter die zweite Halbzeit im Spiel FC Vorador gegen die Geflügelten von VFL Janos anpfiff. Nun war ich völlig uninteressant und ich wusste das er mir nicht zuhören würde.

Ich ziehe für ein paar Tage zu meiner Mutter! Sagte ich entrüstet und ging verärgert aus dem Zimmer. Kain der nicht wirklich mitbekommen hatte was ich gesagt habe antwortete nur

Ja mein Schatz, ich liebe dich auch! Und wandte sich ganz dem Spiel zu.

Ich rief meine Mutter an. Nach dem Gespräch ging ich ins Schlafzimmer und packte meine Sachen ich stopfte einfach nur alles in den Koffer. Während dessen war das Spiel vorbei und Kain erhob sich von seinem Sofa um sich zu strecken. Er ließ  das Gespräch zwischen uns noch einmal Revue passieren und mit einem mal fiel es ihm auf.

Hat sie gesagt sie will zu Ihrer Mutter ziehen?

Panisch rannte er aus dem Zimmer in Richtung Schlafgemach, er warf die Tür auf und sah wie ich wütend meine Sachen in den Koffer warf.

Arina bitte bleib hier! Wir können doch über alles reden!

Nein Kain! Ich gehe, du musst alleine mit den Jungs fertig werden! Mit diesen Satz packte ich den Henkel meines Koffers und stapfte wütend an ihm vorbei.

Aber du kannst mich nicht alleine mit den Jungs lassen! Sagte er mit verzweifelter Stimme.

Das ist jetzt dein Problem! Warf ich ihm noch entgegen und war auch schon aus der Haustüre verschwunden.

Tja da stand er verzweifelt und ohne eine Ahnung was er jetzt tun soll. Mittlerweile ist es Nacht geworden als die Jungs wieder von ihren Ausflug zum Fastfood Tempel nach hause kamen. Sie wunderten sich das, dass Geschirr noch immer nicht abgewaschen war und der Müll immer noch vor sich her stank. Sie riefen nach mir doch bekamen sie keine Antwort, sie suchten ihren Vater in seinem Zimmer auf. Als sie herein traten sahen sie ihren Vater mit den Händen über den Kopf zusammen geschlagen auf dem Sofa sitzen.

Wo ist Mam? Fragte der jüngste.

Sie ist weg! Gab er leise von sich.

Hoffentlich kommt sie bald wieder der Müll stinkt erbärmlich! Gab Turel von sich woraufhin Kain nach oben schnellte, schnellen Schrittes auf seine Söhne zu marschierte und brüllte.

Sie kommt nicht so schnell wieder! Sie ist zu eurer Großmutter gegangen um sich etwas auszuruhen!

Was? Aber das heißt... brachte Dumah fassungslos seinem Vater entgegen der seinen Satz mit den Worten.

Ja wir bzw. vor allem IHR müsst mehr im Haushalt tun! Beendete.

Sie schluckten alle schwer und konnten es nicht glauben. Von jetzt an müssen sie alles alleine machen? Man konnte förmlich ihre Gedanken lesen,

Wäsche waschen?

Essen kochen?

Zimmer aufräumen?

ALLES ALLEINE? Gaben sie im Chor von sich und Fassungslosigkeit machte sich breit.

Ja geht jetzt schlafen, morgen geht es an die Arbeit! Sprach Kain und schickte sie auf ihre Zimmer. Er konnte noch die Sätze wie

„Wir und Putzen?“ Oder „ich hasse abwaschen!“ Vernehmen als die Jungs auf den weg in ihre Zimmer waren. Am nächsten morgen weckte mein Mann die Kinder, mit einem stöhnen und noch im Halbschlaf wurden sie runter in die Küche geschleift.

Was gibt es zum Frühstück? Fragte Raziel mit noch schläfriger Stimme und rieb sich den Schlaf aus den Augen.

Nichts! Gab Kain von sich. Weil wir kein sauberes Geschirr haben! ihr wisst was das bedeutet!
Schon wieder ging ein Stöhnen durch den Raum und man konnte deutlich die nicht vorhandene Motivation in ihren Gesichtern erkennen.

Rahab du machst den Abwasch! Bestimmte Kain und zeigte auf die Berge von Geschirr.

Warum ich? Ließ Rahab entrüstet verlauten, „kann das nicht Melchiah machen?“ fragte er und deutete mit dem Finger auf seinen Jüngeren Bruder.

Weil dein Bruder Angst vor Wasser hat, außerdem magst du doch Wasser oder? Sprach Kain und seine Brüder konnten sich ein hämisches grinsen nicht verkneifen. Genervt stapfte Rahab Richtung Spülbecken.

Zephon du wirst die Spinnweben in den Ecken entfernen! Und hielt ihm den Staubwedel vor die Nase. Zephon setzte zum Einspruch an als Kain eine Augenbraue hoch zog und sagte,

Muss ich dir erst erklären warum du das machen sollst?! Daraufhin ließ Zephon seinen Kopf hängen und trottete davon.

Du wirst die Zimmer aufräumen Melchiah, das wirst du ja wohl hinbekommen, da gibt es keine Sonne, kein Wasser und kein Feuer also hast du auch keine Ausrede! Sprach er und wuschelte ihm  durch seine nicht vorhandenen Haare.

Turel wird Putzen dann kannst du gleich auch unter den Möbeln sauber machen!

Aber wie soll ich das denn machen? Warf Turel ein. Woraufhin Kain wieder eine Augenbraue hoch zog und meinte „das er seinen Kopf benutzen soll“.

Ja ja ist ja schon gut! Gab sein Sohn von sich und machte sich auf den Staubsauger zu suchen.
Immer dieser Missbrauch meiner Gabe! Konnte man noch von ihm hören als er im Wandschrank verschwand.

Und ihr beide werdet die Wäsche machen! Waschen, Bügeln und zusammen legen, das volle Programm!

Ein stöhnen ließ nicht lange auf sich warten und die beiden wollte gerade los trotten als hinter den beiden eine junge Frau erschien. Es war wohl der allabendliche wechselnde Frauenbesuch von Raziel denn sie hatte noch ihre Schlafkleidung an.

Wer bist du? Fragte Kain und schaute sie verdutzt an. Sie bekam große Augen und fing an zu stottern,

Ähm.... ich, ich bin Neria! und zeigte mit dem Finger auf sich selbst.

Insgeheim war Kain stolz auf seinen ältesten das er so ein kleiner Casanova war, ganz wie sein alter Herr, damals als er in dessen alter war..

Und... und ich muss jetzt auch weg! fuhr das Mädel fort, winkte nochmal nett und floh regelrecht aus der Hintertür der Küche. Raziel rief noch hinter her

Ich ruf dich an... wenn ich jemals mit der Wäsche fertig werde... gab er noch leise und entmutigt von sich.

Sie hatte wohl angst das sie beim Hausputz mit anfassen müsse. Die Jungs gingen an ihre unfreiwilligen Arbeiten, Kain hingegen schnappte sich die Zeitung, verschwand im sein Arbeitszimmer und verkroch sich hinter die Schlagzeilen des Tages.

„Möbius plant neuen Bau von Zeitstromgerät, Finanzierung durch Sarafan Merchandising“,

„Sanierungsarbeiten an Kathedrale dauern an“

„Leibwächter Malek aus Krankenhaus entlassen“

„Uschtenheim verliert gegen Nachtholme“

Als es schon später Nachmittag war bemerkten seine Söhne das ihr Vater nirgends zu sehen war und so machten sie sich auf die Suche. Als sie alle Zimmer durchsucht hatten blieb nur noch das Arbeitszimmer übrig, dort angekommen sahen sie ihren Vater versunken hinter „Nosgoth neue Nachrichten“.
Vertieft in seiner Zeitung bemerkte Kain nicht das sich seine Söhne vor ihm versammelt hatten. Erst  ein Räuspern das ihn aus seine Gedanken riss ließ ihn über den Zeitungsrand schauen. Er sah in die Gesichter seiner Söhne die aufgereiht vor ihm standen und ihm mit ungläubischen Blicken ansahen. Sie hatten die Arme vor der Brust verschränkt und Rahab klopfte dazu noch ungeduldig mit den Fuß auf dem Boden.

Ist was? Fragte Kain woraufhin Zephon verärgert von sich gab

Willst du nicht auch was tun Dad?

Warum? Ich bin hier der Brötchenverdiener! Sagte er und wollte seine Nase wieder in die Zeitung vergraben als Dumah antwortete

Sollen wir Mam erzählen das du deswegen nicht mit ihr zum Hochzeitstag schick essen gehen konntest weil du das gesparte für eine neue Scheide für dein Schwert ausgegeben hast?!

Es war notwendig die alte war total zerschlissen!

Und deswegen brauchtest du eine mit Bluetooth und Vibrationsalarm? Gab Raziel ungläubisch von sich.

Und selbst wenn... ihr habt keine Beweise! Sprach er selbstsicher und dachte das es sich damit erledigt hätte. Doch kannte er seine Söhne nicht und so hielt ihm sein zweit geborenen einen Kassenbon vor die Nase  mit dem Inhalt:

Danke für Ihren Einkauf bei Meridia Markt, der Preis der Bluetooth Scheide und das Kaufdatum was zufälliger weise das Datum des Hochzeitstages war, waren dick unterstrichen.

Da staunte er nicht schlecht, da haben doch die Burschen den Kassenbeleg gefunden und erpressen ihn jetzt damit. Er war überführt und so erhob sich Kain widerwillig.

Was soll ich machen? Gab er seufzen von sich

Wir haben Hunger! Schrien sie ihn im Chor an und so legte er die Zeitung bei Seite und machte sich daran das Essen zu kochen. Mittlerweile war es schon Abend geworden als Kain seine Söhne zum essen rief, schließlich hatten sie schon fast den ganzen Tag geputzt. Freudig und vor allen Hungrig kamen sie angerannt und setzten sich an die große Tafel, Kain hievte einen großen Topf mit einer braunen brühe auf die Mitte des Tisches. Die Gesichter seiner Söhne verzogen sich als sie in den Topf starrten und sahen wie diese braune Suppe noch blasen schlug. Kain verteilte an jedem eine Kelle und die Jungs schauten den klecks auf ihren Tellern angewidert an. Sie alle kämpften mit sich einen Löffel davon zu probieren, schließlich gewann der Hunger die Oberhand und sie probierten. Wie in Zeitlupe konnte man sehen wie sich ihre Gesichter vor Ekel verzogen und ihre Gesichtsfarbe sich ins grünliche wandelte. Synchron spuckten sie die Suppe aus, Kain sah sie verwundert an und fragte „was sie haben?“. Melchiah antwortete „das er mal probieren soll“ aber schon von dem Geruch seiner Kreation wurde ihm übel und so ließ er betrübt den Kopf hängen.

Mam soll wieder kommen sonst verhungern wir hier! Ließ Dumah verzweifelt verlauten.

Wir versprechen auch ihr im Haushalt zu helfen! Sagte Rahab.

Kain erhob sich und sah seine Söhne an.

Versprecht ihr ALLE euch mehr in den Haushalt einzubringen und eure Mutter mehr zu unterstützen?

Im Chor riefen alle ja und so machten sie sich zusammen auf den Weg zu ihrer Großmutter. Kain der mit einem Blumenstrauß bewaffnet war ging voran und klopfte an die Tür. Es dauerte eine weile aber dann machte eine alte Frau mit faltiger Haut, weiß gelocktem Haar und dicken Augengläsern die danach roch als hätte sie im Parfum gebadet die Tür auf.

Hallo Marei ist Arina da? Gab Kain schon fast schüchtern von sich, wie damals als er mich zu unserer ersten Verabredung abholte und ihm mein Vater „er möge in Frieden ruhen“ die Tür öffnete. Er war ein großer, breit gebauter Mann mit Muskulöse Oberarme, einem kantigen Gesicht, das der kurz geschorene Haarschnitt noch verstärkte, halt ein liebenswerter Kerl.
Meine Mutter schaute Kain durch ihr dicken Brillengläser an, um besser sehen zu können zog sie ihre Brille ein wenig herunter und schaute über die Ränder ihrer Gläser hinweg. Als sie ihre Enkel erblickte die hinter ihrem Vater standen konnte sie sich nicht mehr zurück halten. Sie stieß Kain zur Seite und  musste jeden einzelnen Umarmen und dann fing sie auch noch an jedem in die Wangen zu kneifen und komische Geräusche wie „ gutschigu“ von sich geben.

Mutter, die Jungs sind keine kleinen Kinder mehr! Ertönte meine Stimme aus dem Hintergrund.

Du hast ja recht! Pflichtete sie mir bei.
Aber schämt euch das ihr eure Oma so selten besucht! Ließ sie etwas erbost verlauten.
Und dann erst diese Klamotten und diese Frisuren... fuhr meine Mutter fort und tätschelte an den Jungs herum

Meine Söhne verdrehten die Augen und hatten es schon fast bereut mitgekommen zu sein.

Mutter! Mahnte ich sie woraufhin sie aufhörte ein „ja ja ich geh ja schon“ von sich gab und ins Haus verschwand. Meine Söhne kamen angerannt und umarmten mich, leider alle gleichzeitig sodass ich Platzangst und kaum Luft bekam. Sätze wie „du hast uns gefehlt“, „schön dich wieder zu sehen“ oder „wir wären fast verhungert“ drangen an mein Ohr.

Jungs, jungs... presste ich mit letzter kraft hervor, was meine Söhne dazu bewegte von mir abzulassen.

Als ich wieder Farbe im Gesicht und Luft in der Lunge hatte sagte ich ihnen das
„Ich mich auch freue sie wieder zu sehen“

Und was ist mit mir? Fragte die Stimme meines Mannes aus dem Hintergrund und streckte mir den Strauß Blumen entgegen. Ich sah ihn an und musste mir eine tränen verkneifen denn dieses Bild erinnerte mich an den Tag wo er zum ersten mal vor unserer Tür stand und mich zu unserer ersten Verabredung abholte. Seitdem hatte ich nie mehr einen Blumenstrauß von ihm erhalten, was mich jetzt umso mehr rührte. Ich drückte meinen Mann ganz fest und war froh ihn einfach wieder zu sehen. Als wir uns wieder ansahen sagte mein Mann,

Es tut mir leid das ich dich nicht bei der Erziehung der Jungs unterstützt habe. Außerdem wollen die Jungs dir noch etwas sagen!

Verdutzt drehte ich mich zu meinen Söhnen um konnte sehen das einige sich am Hinterkopf kratzten, während andere mit den Füßen im Sand schabten und schüchtern auf den Boden blickten.

Jungs?! Fragte mein Mann worauf Raziel seine Mut zusammen nahm und sagt,

Wir... wir haben beschlossen das wir dir mehr im Haushalt helfen!

Die Jungs und ich haben das Haus auf Vordermann gebracht und sie versprechen dir ab sofort  dich im Haushalt zu unterstützen!

Ich konnte meinen Ohren nicht trauen, ich drehte mich zu meinen Jungs und ein einheitliches lächeln war in ihren Gesichtern zu sehen. Sie meinten es wirklich ernst und ich war überglücklich das ich solch eine Familie hatte. Ich umarmte meine Söhne und bedankte mich von Herzen, meine Jungs man muss sie einfach lieben, und mein Mann erhielt zum dank einen dicken Kuss. Freude strahlend lief ich ins Haus schnappte meinen Koffer und meine Sachen und lief wieder zu meinen Männern. Wir gingen nach hause und ich spürte das sich von jetzt an alles ändern würde.
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