Wochenendeinkaufswahnsinn

OneshotHumor, Romanze / P16 Slash
Kimi Räikkönen Romain Grosjean
23.06.2013
23.06.2013
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Disclaimer: Ich kenne keinen der vorkommenden Prominenten persönlich, habe keinerlei Rechte an ihnen oder an sonst irgendwas, das mit ihnen zusammenhängt, und selbstverständlich verdiene ich mit dieser Geschichte kein Geld. Was es hier zu lesen gibt, ist Fiktion und basiert demzufolge auch nicht auf irgendwelchen realen Ereignissen.

English Version: I do not own anyone, this is purely fictional. If you got here by googling yourself please I urge you go back now!

A/N: Für Madrilena
Feedback würde mich sehr freuen, denn ich bin neu hier und weiß nicht, ob und wie die Geschichte ankommt.





Wochenendeinkaufswahnsinn

„Romain, macht es wirklich einen Unterschied, welches Basilikum du nimmst?“

Kimi klingt langsam wirklich ein wenig genervt, aber wenn es um Tomatensoße geht, bin ich Perfektionist. Da muss das Basilikum schon perfekt aussehen. Gut, das ist heute ausnahmsweise nicht das Problem, sowohl das Buschbasilikum als auch das Genoveser sehen gut aus. Keine eingetrockneten oder schlappen Blätter oder sonst irgendwas Unansehnliches – und normalerweise sind das die einzigen Auswahlkriterien, die ich brauche. Aber jetzt muss ich mich entscheiden zwischen intensiverem Geschmack und der klassischen Variante und das fällt mir richtig schwer.
„Ja, macht es“, beharre ich also ein wenig trotzig, obwohl ich genau weiß, dass es Kimi früher oder später auf die Palme bringen wird.

Er seufzt hinter mir und ich brauche gar nicht hinzusehen, um zu wissen, dass er dabei ganz theatralisch die Augen verdreht. „Dann lass mich entscheiden.“

Ist vielleicht besser so, überlege ich. Sonst werden wir vor Ladenschluss wohl nicht mehr hier rauskommen und das wäre Zeitverschwendung. Die Sommerpause ist sowieso viel zu kurz, wenn man bedenkt, dass wir nur eine Woche wirklich frei haben. Aber das heißt auch bloß, dass es da keine Sponsorentermine gibt, Training ist trotzdem.
„Du bist der Boss“, räume ich leise ein, auch wenn das nicht stimmt. In der Küche habe ich die Hosen an. Zwar kocht Kimi nach eigener Aussage mittlerweile besser als noch vor ein paar Jahren, aber darauf verlassen möchte ich mich nur ungern. Es ist nämlich schon bezeichnend, finde ich, wenn jemand in einem Interview einräumt, Kartoffelbrei aus ungeschälten Kartoffeln gemacht zu haben, weil in der Pelle die ganzen Nährstoffe stecken würden. Hat er wohl mit Äpfeln verwechselt…

„Wir nehmen das“, sagt er und packt einen Topf mit Genoveser in den Einkaufswagen. Problem erledigt. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass er es nur genommen hat, weil es für ihn mehr nach Basilikum aussieht als das andere. Sei’s drum. Gegen die klassische Variante kann man nur schwer etwas sagen.
Der restliche Einkauf geht dann, abgesehen vom Warten an der Kasse, ganz schnell. Kimi ist der Einkaufszetteltyp. Er muss im Laden nicht lange überlegen, was er noch braucht und was nicht, er schaut einfach auf den Zettel, im Gegenteil zu mir. Ich mach das lieber spontan und flexibel. Deswegen lasse ich Kimi auch fahren. Ist schließlich sein Auto und ich gebe zu, mir den Weg nicht richtig gemerkt zu haben. Wahrscheinlich ahnt er das längst, aber laut sagen würde es nie. So fair ist er dann doch.
Die Fahrt verläuft schweigsam. Daran muss ich mich wohl noch gewöhnen, denn Kimi genießt das Fahren viel zu sehr, um es durch belanglose Gespräche ruinieren zu lassen. Und wenn man das erst mal weiß, dann macht ihn diese kleine Macke gleich noch viel liebenswerter. Ich könnte stundenlang auf dem Beifahrersitz sitzen und ihm beim Fahren zuschauen. Einfach so, einfach weil ich noch nie jemanden mit so viel Gefühl habe autofahren sehen, nur leider sind wir viel zu schnell wieder zuhause, steigen aus und tragen die Einkäufe ins Haus.

Ich sollte Kimi beim nächsten Mal doch nach Finnland begleiten. Die sollen da ja schier endlos lange Straßen haben. Da werde ich ihn ganz sicher stundenlang ungestört anschauen können. Klingt für mich ganz wunderbar. Ein bisschen wie Flitterwochen.
Und dann sehe ich es. Dick und weiß prangt es auf Kimis Hintern. So gut lesbar, dass ich zuerst meinen Augen kaum traue, aber schon als wir in der Küche sind und die Einkäufe erst mal auf dem Tisch abgestellt haben, kann ich den Mund nicht mehr halten: „Das würde ich zu gern mal ausprobieren, Kimi.“

„Täh?“ Ein wenig verwirrt sieht er mich an.

Das ist Finnisch für „Hä“, das hab ich mittlerweile gelernt. Bleibt ja nicht aus, wenn man das häufiger mal zu hören kriegt.

„Ich würde gern ausprobieren, was da auf deinem Hintern steht“, wiederhole ich grinsend.

„Romain, da steht nichts“, weist er mich mit diesem Tonfall zurecht, der eindeutig klarmacht, dass er mich gerade für ein klein wenig bescheuert hält. Aber davon lasse ich mich schon lange nicht mehr verunsichern. Manchmal macht er das nämlich auch nur zum Spaß. Gut, in letzter Zeit nicht mehr. Ist wohl langweilig geworden, seit ich nicht mehr augenblicklich in Panik gerate.

„Tut es wohl“, halte ich dagegen, „Soll ich’s dir zeigen?“

„Ja, das will ich sehen.“ Damit wendet er sich wieder den Einkäufen zu, packt zuallererst das Basilikum aus. Das muss ich ihm ja lassen, mit Kräutern geht er pfleglich um, obwohl man die Töpfe aus dem Supermarkt nicht aufzuheben braucht. Das verarbeitet man, den Rest wirft man weg. Die sind schon so gezüchtet, dass sie zu mehr nicht taugen.
Ich gehe um den Tisch herum, kneife ihn in den Hintern, damit er auch ganz sicher merkt, dass ich hinfasse, dann zupfe ich das Stückchen Plastik von seiner Jeans und halte es ihm unter die Nase. Es stammt von einem dieser eingeschweißten Sechserträger billigen Mineralwassers und trägt die Aufschrift Leichte Öffnung.

„Das will ich ausprobieren!“, flüstre ich ihm ins Ohr.

„Romain…“ Jetzt verdreht er wieder die Augen, ich weiß es.

„Komm schon, Kimi“, raune ich, „Das ist ein Zeichen.“

„Ich glaube nicht an Zeichen“, sagt er und stellt das Basilikum beiseite.

„Bist du sicher?“, will ich wissen und beginne seinen Hals zu küssen.

„Ja.“

Jetzt muss ich lachen: „Das klingt nicht so überzeugend.“

„Romain, lass das“, knurrt er leise und dreht sich zu mir um. In seinen Augen funkelt es jedoch verräterisch.

„Ich denk ja gar nicht dran.“

Kimi grinst: „Okay, Schlafzimmer. Sofort.“ Irgendwie verrucht, aber in der Küche haben wir noch keine Kondome versteckt. Leider. Doch trotzdem riecht er, riecht und schmeckt alles an diesem Tag nach Basilikum.




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