Neubeginn

KurzgeschichteAngst, Freundschaft / P12 Slash
Gabrielle Xena
23.06.2013
23.06.2013
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Inhalt: Xena - wie es in Japan enden sollte... Oneshot.

Rating: P12 Slashandeutung

Genre: Angst, Freundschaft, Liebe.

Disclaimer: Xena und Gabrielle gehören Universal/Renaissance Pictures. Ich borge nur zum Spaß.

A/N: nachdem ich erstmals das Serienfinale gesehen habe und dabei flennend vorm Fernseher gesessen bin, hier meine Version des Endes, wie es mir gefallen hätte *Happy End haben will*

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Neubeginn

von Alistanniel



Es geschah in Bruchteilen eines Augenblicks. Das heilige Katana vernichtete den Dämon Yodoshi und mit dem Ende seines Seins spie er all die gepeinigten Seelen aus. Sie waren endlich befreit um ihren Frieden zu finden. Die gleißenden Lichter tanzten um Xenas Abbild, das in eine Aura der Wärme gehüllt schien. Die letzten Sonnenstrahlen fielen auf das klare Wasser der Quelle. Gabrielles klamme Finger öffneten die kleine ebenholzfarbene Urne und entließen die feine dunkle Asche in das seichte Becken. Ihr Spiegelbild verschwamm, als Bewegung in die Oberfläche geriet. Hinter ihr erlischte der letzte Sonnenschimmer. Das Wasser schäumte. Tropfen spritzten ihr in die Augen, sodass sie blinzelte. Noch bevor sie sie erblickte, spürte sie ihre Gegenwart. Ihr Herz tat einen erleichterten Sprung, als eine zentnerschwere Last abfiel. Zwei warme lebendige Hände ergriffen zärtlich die ihren.
"Xena", flüsterte sie ehrfurchtsvoll den geliebten Namen.
"Ich bin es, mein Engel."
Die tiefe rauchige Stimme war der süßeste Ton, den ihre Ohren jemals vernommen hatten. Erst jetzt wagte sie es, die Augen zu öffnen. Und tatsächlich leuchteten ihr die beiden so vertrauten eisblauen Juwelen entgegen. Sie sog den Anblick der schönen Gestalt vor sich mit jeder Faser ihres Seins ein. Dieses Bild sollte die grauenvolle Erinnerung an Xenas nackten blutüberströmten Körper, aufgehängt zwischen zwei Bäumen und ohne Kopf, für immer aus ihrem Gedächtnis verdrängen. Ihre dunkelhaarige Gefährtin lächelte. Dies wirkte wie ein Zauberwort, das den seltsamen Bann fallen ließ. Jauchzend vor Glück fiel sie ihr um den Hals. Sie spürte die Wärme und das pochende Herz, das ebenso schnell wie ihres schlug. Ihre beider Lippen fanden sich zu einem Kuss, in dem all ihre überschäumende Liebe lag.
"Verlass mich ja nie wieder!" murmelte Gabrielle in die Umarmung hinein. Sie wollte Xena für immer halten. "Nie wieder, hörst du?!"
Die Kriegerin drückte sie fest an sich. In ihren Augen lag eine tiefe Dankbarkeit für das Leben. Sie spürte wie der schmale Körper ihrer Gefährtin in ihren Armen bebte. Auf Gabrielles Wangen glänzte die gleiche Feuchtigkeit, die sie auch in ihrem Gesicht wahrnahm.
"Ich werde immer bei dir sein, Gabrielle."
Erneut trafen ihre Lippen einander und die Bardin schmeckte Xenas salzige Tränen. Ihre eigenen vermischten sich mit denen ihrer Gefährtin. Die kalte Abendluft fuhr ihr durchs Haar, aber sie fror nicht. Ihr Herz war voller Wärme und Liebe. Trauer und Zorn, die ihr die Kraft verliehen hatten, über sich hinaus zu wachsen, um Xenas Leben zu retten, verdunkelten ihre Seele nicht mehr. Sie schenkten sich gegenseitig das Licht. Kein Ort dieser Welt war zu dunkel, solange sie gemeinsam wanderten. So war es stets gewesen, so würde es immer sein.

Das Schiff glitt mit leichtem Schwanken über das ruhige Wasser. Das heimatliche griechische Meer empfing die Gefährtinnen wohlwollend. Sie saßen gemeinsam auf den leise knarrenden Holzplanken, die von der Sonne herrlich warm waren. Xena lehnte sich mit dem Rücken gegen die Reling. Gabrielles Kopf ruhte auf ihrer Brust und sie streichelte der entspannten Bardin liebevoll über das blonde Haar, das im Sonnenlicht wie ein goldener Helm leuchtete.
"Lass mich vergessen", murmelte Gabrielle mit halb geöffneten Augen. "Als ich deinen geschundenen Leib dort hängen sah, wünschte ich mir auch tot zu sein. Ich kann nicht leben ohne dich."
"Schau mich an, Gabrielle, und hör auf so etwas zu denken. Ich würde gerne sterben, wenn mein Tod dein Leben bedeutete."
"Ich weiß und das macht mir Angst. Du darfst mich nie verlassen, versprich es, Xena."
"Solange ich in deinem Herzen bin, werde ich bei dir sein."
Ihre Gefährtin blieb still. Sie kuschelte sich dichter an sie. Xena verstand sie nur zu gut, denn die gleiche kalte Furcht wohnte auch in ihr.
"Wohin gehen wir als nächstens?" wollte die Bardin wissen, um sich abzulenken.
Xena lächelte in sich hinein. Sie wusste, dass ihre Gefährtin selbst durch die Hölle mit ihr gehen würde. "Wie wäre es mit Ägypten? Die können dort sicherlich ein Mädchen mit einem Chakram brauchen."
"Oder zwei."
Die Kriegerin nickte leicht. Behutsam drückte sie der dösenden Gabrielle einen Kuss aufs Haar. Sie war froh am Leben zu sein. Wenn es wirklich Zeit für sie wurde zu gehen, dann sollte das Letzte, was sie erblickte, nicht das irrlichternde Gesicht eines Kriegsherrn sein. Am Ende wollte sie sich in diesen jadegrünen Augen verlieren, in denen so viel Wärme, Liebe und Vertrauen lagen. Die Bardin hatte sie gelehrt, dass man einen Menschen so sehr brauchen konnte, wie die Luft zum Atmen.
"Ich liebe dich, Gabrielle", flüsterte sie ganz dicht an ihrem Ohr. "Ich liebe dich mehr als der Himmel weit ist."
Im Halbschlaf fand ein Lächeln den Weg auf Gabrielles Lippen. Ihre Finger begannen zärtlich mit einer langen dunklen Haarsträne zu spielen. Heimat, das bedeutete für sie keinen Ort, sondern den einen Menschen, ohne den sie nicht sein konnte. Sie war daheim in Xenas Armen, die sie behutam hielten.
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