An Tagen wie diesen...

KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Eyes Kousuke
14.06.2013
14.06.2013
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An Tagen wie diesen...


Zielstrebig betrat Kousuke die Wohnung von Eyes. Verwundert blieb er auf dem Flur stehen. Normalerweise kam sein Freund ihm dann entgegen, um ihm etwas zu trinken anzubieren, um dann alle Neuigkeiten über Ayumu Narumi aus ihm herauszuquetschen. Doch diesmal kam er nicht, was Kousuke mehr als wunderte.
„Hallo?“, rief er unsicher, „Eyes? Bist du da?“
Keine Antwort.
Mit einem unguten Gefühl betrat Kousuke das Wohnzimmer, wo er schließlich Eyes vorfand. Er lag auf dem Sofa und starrte gedankenverloren an die Decke. Seine Finger wanderten nachdenklich über das große Küchenmesser, das neben ihm lag.
„Hey, Eyes!“ Besorgt trat Kousuke näher. Der andere reagierte nicht. „Ist mit dir alles in Ordnung?“
Eyes seufzte schwer. „Wie geht es Rio?“ Das Mädchen hatte sich absichtlich den Oberkörper gesprengt, damit Ayumu Narumi ihr die für die Blade Children typische fehlende Rippe nicht mehr nachweisen konnte.
„Besser, aber sie langweilt sich im Krankenhaus“, antwortete Kousuke und setzte und setzte sich neben seinem Freund aufs Sofa. Aufmerksam beobachtete er diesen, ließ den Blick über die schulterlangen Haare und den schmalen Körper streifen. Er fand, dass Eyes einfach unglaublich gut aussah.
„Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sie gestorben wäre“, meinte Eyes finster, „Wenn wir alle gestorben wären!“
Er hob das Messer und betrachtete es von allen Seiten. Beunruhigt sah Kousuke zu, jederzeit bereit einzugreifen, falls der andere etwas unüberlegtes tun sollte. Wenn Eyes in seine Depri-Phasen fiel, kam er auf die verrücktesten Ideen.
„Es wäre nur ein kurzer Stoß...“ Eyes´ Blick klebte an der tödlichen Klinge. „In den Kopf oder ins Herz, dann wäre es sofort vorbei...“
„Hör auf mit dem Quatsch!“, sagte Kousuke ernst und ergriff Eyes´ Handgelenk. Der andere erstarrte, legte das Messer aber schließlich weg. Seine dunklen, traurigen Augen zogen ihn vollkommen in Bann. Eyes schien seinen starrenden Blick bemerkt zu haben, denn er sah ihn fragend an. Errötend senkte Kousuke den Blick und schob seine Brille hoch.
„Wir sind verflucht, Kousuke, wir können diesem grausamen Schicksal nicht entkommen!“
Kousuke, dessen Hand noch immer auf Eyes lag, zwang sich zu einem Lächeln. Er konnte es nicht ertragen, wenn sein Freund so traurig und deprimiert war.
„Sonst sagst du mir immer, dass wir weiterkämpfen müssen.“
Eyes sah zur Seite und berührte wie zufällig Kousukes Bein. Dieser zuckte bei der kurzen Berührung zusammen und zuckte zurück.
„Vielleicht habe ich mich ja geirrt...“
Kousuke gefiel es nicht, dass der andere mit Selbstmordgedanken spielte. Sanft legte er seine Hand auf dessen Wange und sah in die schönen, verwirrt aufgerissenen Augen.
„Wir brauchen dich doch, Eyes!“, erklärte Kousuke überzeugt, „Du darfst jetzt nicht aufgeben!“
Damit beugte er sich vor und küsste den unter ihm liegenden behutsam auf die Lippen. Es gab keine Gegenwehr. Zaghaft löste Kousuke den Kuss und versuchte, sein wild schlagendes Herz zu beruhigen.
Eyes schlug verträumt die Augen auf und drehte sich mit roten Wangen zur Seite, sodass sie einander nicht mehr ansehen konnten. Angespannt wartete Kousuke auf irgendeine Reaktion. So klug und aufmerksam wie Eyes war, hatte er die Gefühle des anderen bestimmt längst bemerkt. Dennoch hatte Kousuke nicht gewagt, den ersten Schritt zu machen. Wie würde sein Freund jetzt reagieren?
Endlich murmelte Eyes kaum hörbar:
„Danke.“
„Wofür?“
„Für alles!“