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Gruppe 02: Entführung mal anders

von MDU-Story
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
11.06.2013
20.06.2013
10
8.902
 
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11.06.2013 765
 
Kapitel  2 - inuzukagirl (Existiert nicht mehr)

Verdammt, verdammt, verdammt. Ich stehe auf, achte nicht auf die empörten Zischer der Umstehende. Ich dränge mich durch die Menge und gehe aus dem Kinosaal.
Kurz steigt Wut in mir hoch. Diese Arschlöcher. Warum haben sie mir Lenia weggenommen? Warum haben sie sie entführt? Sie ist meine Schwester.
Aber wieder kommt die Mutlosigkeit, die mich niederringt. Es war doch meine Schuld. Ich hätte besser auf sie aufpassen sollen.
Warum hatte ich diese Typen nur provoziert? Ich fahre mir mit meinen Händen durch die Haare und ich wähle wieder die Nummer dieser Typen. Wieder werde ich weggedrückt, wie immer.
Warum habe ich nur zu dieser doofen Party gegen müssen? Ich war ein schlechter Bruder. Ich sacke zusammen.
Langsam werde ich immer nervöser. Wo bleibt die nächste Mail mit Anweisungen?
Was soll ich jetzt tun? Sie müssen mir doch eine Möglichkeit geben sie zu befreien. Verdammt, was soll ich tun? Was muss ich machen, damit ich meine Schwester retten kann.
Warum hat Mum nur wegfahren müssen? Warum habe ich nur auf die Party gehen müssen und mich betrinken.
Plötzlich rasen Bilder der Party an mir vorbei.
Die Mädchen, ich war betrunken. Habe ein wenig mit ihnen geredet, ihre Freunde sind ausgerastet und haben mich verprügelt, damit könnte ich leben, das wäre wenigstens meine Schuld gewesen. Aber sie hatten Lenia entführt, ein siebenjähriges Mädchen, das nichts dafür konnte, dass es eben zufälliger weise meine Schwester war.  
Wieder spüre ich Wut in mir hochsteigen. Aber es wäre sinnlos. Ich muss eine Weg finden meine Schwester wieder zu finden und sie zu mir zu holen.
Wenn Mum in zwei Tagen zurück ist, muss die Kleine wieder da sein. Sonst wäre alles noch schlimmer.
Sie würde die Polizei verständigen, ich kann diesen Weg aber nicht wählen. Wenn ich es tue, gibt es Probleme. Ich bin erst siebzehn, meine Mum hätte mich nie drei Tage allein mit meiner siebenjährigen Schwester lassen dürfen.
Plötzlich summt mein Handy. Ich fingere es mit zittrigen Fingern aus meiner Hosentasche.
Nervös tippe ich auf die Nachricht und öffne sie. Es ist keine Textnachricht.
Eine MMS. Ich klicke auf das Bild und habe schon jetzt Angst. Und tatsächlich. Sie haben sie aufgenommen, haben einfach meine kleine Schwester aufgenommen mit dem Handy.
Sie weint, warum weint sie? Was haben sie ihr angetan. Plötzlich ein Kameraschwenk, nach typischer Gangstermanier verstummt das Weinen abrupt und eine Stimme ertönt. Sie ist seltsam hoch verzerrt, wahrscheinlich damit man sie nicht identifizieren kann.
„Jaja deine kleine Schwester. Du magst sie doch oder? Willst du sie wiederhaben? Sicher willst du das. Wenn nicht, naja… Dann wird sie bald nicht mehr weinen. Ab jetzt hast du genau drei Stunden Zeit um zu uns zu kommen. Lust auf ein kleines Spiel? Wenn nicht, dann wirst du sie wohl stückchenweise in deinem Postkasten wieder finden.“ Ein hässliches Lachen ertönt. „Also machst du mit?“
Mit zittrigen Fingern schaffe ich es gerade so zwei Buchstaben mit dem Touchscreen zu tippen. „Ja.“ Schnell drücke ich auf senden.
Wenige Minuten später eine erneute Nachricht. Diesmal eine SMS.
Gut gemacht. Als erstes machst du dich mal auf den Weg nach Hause zu dir. Hol ihren Teddy. Schreib uns, dann sagen wir dir den Treffpunkt zur Teddyübergabe und dann geht es erst mal richtig los.
Ich muss kurz grinsen und bin froh, dass es eine SMS war und dass der Fremde mir nicht gegenübersteht Seine kleine Schwester ist doch nicht so dumm. Sie weiß, also immer noch genau, was ihr Teddy ist.
Also mache ich mich auf den Weg und hole den „Teddy“ seiner Schwester. Es regnet immer noch und meine Laune sinkt immer weiter dem Nullpunkt entgegen.
Aber ich werde jetzt den Teddy holen und dann würde ich sie befreien.
Der Teddy ist nichts anderes, als ein Stofftier in dem ein Babyphon eingebaut ist. Das Gegenstück werde ich natürlich behalten und dann… Dann kann ich hören, was die in ihrer Nähe reden und vielleicht, vielleicht find ich ja auch raus, wo sie sie versteckt haben.
Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich endlich bei mir zu Hause angelangt. Da ist das Gegenstück, da ist der Teddy. Ich schnappe mir mal nur den Teddy und schreibe eine SMS.
„Ich habe den Teddy. Wo ist der Treffpunkt?“
Komm zur Brücke, Punkt elf.

Ich werfe einen Blick auf die Uhr, die an der Wand hängt, meine Armbanduhr ist ja kaputt und meinem Handy trau ich nicht so richtig.
Ich habe noch eine Viertelstunde, zur Brücke dauert es, wenn ich gehe, eine Stunde. Laufend sollte es also zu schaffen sein.
Ich klemme den Teddy unter den Arm und renne los.
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