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Tausend Mal berührt...

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bernie Kuhnt Christian König Conny Niedrig Kathrin Becker Nina Schmeuser Thomas Bossmann
11.06.2013
15.11.2013
4
9.654
2
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Dieses Kapitel
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11.06.2013 2.158
 
Hallo liebe Leser!
Schön, dass ihr euren Weg hierher gefunden habt.

Hier bin ich mit einer neuen Geschichte.

Diese Geschichte läuft nebenbei zu meiner anderen „Savior in Danger“, aber keine Sorge: Ich arbeite an beiden. Diese Idee kam mir als ich die Folge „Tausend Mal berührt“ gestern auf Sat1.de geguckt habe und ich wollte sie schreiben.

Wie Titel und Kurzbeschreibung es anklingen lassen, spielt diese Geschichte in der Folge „Tausend Mal berührt“, nur läuft es anders in meiner Gescichte. Die Folge kann man derzeitig noch auf Sat1.de unter „Persönliche Fälle von Conny und Bernie“ angucken.


Was man über diese Folge wissen sollte: Das Kollegium ist auf einer Betriebsreise und übernachtet in einem Hotel/Pension (wie auch immer) und am nächsten Morgen sind Bernie und Conny nebeneinander aufgewacht, spärlich bekleidet und ohne Erinnerungen. In der Nacht ist ein Mord am Wirt geschehen, den die zwei bearbeiten müssen, während sie beide angespannt sind, weil sie nicht wissen, ob sie miteinander geschlafen haben oder nicht. Und der Wirt, der Spanner, hat Videoaufnahmen von dem Geschehen in den Hotelzimmern gemacht, die wegen des Falles gesichtet werden müssen von KTU-Charlie, aber natürlich ist auch das Band von Conny und Bernie dabei.

So. Das war alles was ich zu sagen habe.
Viel Spaß beim Lesen!






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Tausend Mal berührt – Kapitel 1
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Conny: „Was Bernie?“


Bernie: „So setz' dich bitte hin und jetzt lass uns doch mal... jetzt lass uns doch mal ein bisschen darüber reden, was letzte Nacht passiert ist.. Ich mein'... haben wir jetzt miteinander...?“


Conny: „Komm Bernie. Ich will über letzte Nacht reden. Ich will den Tod des Wirtes aufklären, ok?“


Bernie: „Sehe ich aber ein bisschen anders.“


Conny: „Ich weiß, dass du das anders siehst, Bernie. Für dich ist vielleicht ein One-Night-Stand etwas völlig Normales. Das kann man ganz locker weg stecken. Das ist mir aber egal, ich bin glücklich verheiratet, zumindest war ich das bis gestern noch.“

Aus der Folge „Tausend Mal berührt..."
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Als Bernie begeistert mit dem Videoband aus ihrem Hotelzimmer in ihr Büro kommt und die Tür hinter sich abschließt, ist sie überhaupt nicht begeistert. Und als sie ihre Bedenken mit der Ausrede erklärt dass Charlie bemerken könnte, dass das Videoband fehlt, ist es nur das: Eine Ausrede. Natürlich könnte Charlie bemerken, dass Bernie das Videoband sich ohne zu fragen ausgeliehen hat und sie würde auch ihre Schlüsse daraus ziehen. Aber, Bernie hätte auch eine Ausrede dafür gefunden, wenn es so wäre. Und falls sie und Bernie tatsächlich miteinander im Bett waren, ist es besser, wenn niemand das Videoband zusehen bekommt. Dann müssten sie es halt irgendwie loswerden. Also wäre es besser, wenn es nicht zuerst Charlie in die Hände fallen würde. Charlie ist auch nicht der Grund, warum Conny das Video nicht sehen will. In Wahrheit hat Conny sowieso nur Angst. Angst, was sie erwarten könnte. Angst davor, dass sie sich selbst sieht und nicht wieder erkennt. Was, wenn sie und Bernie tatsächlich miteinander geschlafen haben? Was, wenn sie ihren Mann betrogen hat? Was wird dann aus ihrer Ehe und was wird aus ihrer Zusammenarbeit mit Bernie? Sie hat Angst vor der Gewissheit. Jetzt kann sie noch in Unwissenheit schwelgen und verdrängen, dass jemals etwas passiert sein könnte, weil sie es nicht sicher weiß. Aber, wenn sie dieses Video sieht, erhält sie Gewissheit. Eine Gewissheit, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen könnte und ihr Leben sogar richtig zerstören könnte. Aber sie muss sich diesem Videoband stellen. Sie kann nicht ewig in Ungewissheit leben. Das wäre ihrem Ehemann gegenüber nicht fair. Das würde ihrer Beziehung zu Bernie, dem sie jetzt schon aus dem Weg geht, schaden und die Frage, ob oder ob nicht, würde sie nicht loslassen.

Bernie hingegen braucht die Gewissheit. Ist froh, dass es ein Video gibt, welche ihm diese geben könnte. Normalerweise wäre er rasend vor Wut, dass jemand ihn ungewollt im eigenen Hotelzimmer überwacht und filmt, aber in diesem Fall ist er glücklich, dass es eine Aufnahme gibt. Für ihn ist die Situation auch nicht leicht. Was, wenn wirklich etwas mit Conny gelaufen ist? Wie geht es dann mit seiner Arbeit und mit Conny weiter? Wie könnte er damit leben, dass er Connys Ehe vielleicht zerstört hat? Er braucht Gewissheit. Wenn nichts passiert ist, können sie erleichtert aufatmen und wenn sie doch miteinander geschlafen haben, dann wissen sie es wenigstens und müssen nicht umeinander herumeiern, obwohl sie eigentlich nicht die geringste Ahnung haben, was sie in der letzten Nacht getrieben haben.

Bernie schiebt das Videoband in den Videorecorder und setzt sich dann auf einen Stuhl vor den Fernsehbildschirm. „Komm... Komm jetzt.“, fordert Bernie Conny auf, dass sie sich auch vor dem Bildschirm setzt. Auch Conny nimmt sich einen Stuhl und platziert ihn neben Bernies Stuhl. Dass es ihr nicht so ganz wohl dabei ist das Video anzugucken, bemerkt Bernie an ihren angespannten Gesichtszügen. Er versteht sie. Dieses Video kann eine riesige Last von ihren Schultern nehmen oder diese verstärken. Ihm geht es nicht anders. Okay, vielleicht hat er es ein ganz wenig leichter in der Situation, weil er Single ist, während sie verheiratet ist. „Alles okay?“, fragt er Conny, und wertet die Antwort „Ja, alles klar.“ als Signal, dass er das Video starten kann.

Der Bildschirm leuchtet auf und Conny und Bernie können sich selbst auf dem Video sehen, wie sie total besoffen auf dem Boden vor dem Bett hocken. Beide haben sich ihren Hosen entledigt und lachen sich über alles kaputt. Da wird ein Fußballschuh auch noch schnell zum Telefon. „Junge...Junge...Bin ich breit.“, kommentiert Bernie das Geschehen im Bildschirm und kann überhaupt nicht glauben, wie er sich aufführt. So viel hat er doch überhaupt nicht getrunken, aber er ist total außer Kontrolle. Auch Conny kann nicht fassen, wie sie und Bernie sich in der Nacht der Betriebsfeier in ihrem Hotelzimmer benommen haben. „So kenne ich mich überhaupt nicht.“, stellt sie fest und nimmt ihre Hand geschockt und peinlich berührt vor ihren Mund. „Ich mich auch nicht.“; stimmt Bernie zu. Im Bildschirm geht das bunte Treiben voran: Bernie zieht sich sein Hemd aus, weil er es mit Wein versaut hat. Noch bevor Bernie Conny sagen kann, dass wahrscheinlich nichts gelaufen ist und es für alles eine logische Erklärung gibt, die nichts mit Geschlechtsverkehr zu tun hat, läuft im Video das Geschehen weiter. Conny setzt sich auf und legt ihren Kopf auf Bernies Oberkörper und küsst diesen. Als Conny sich so selbst im Video sieht, nimmt sie geschockt die Hände vor die Augen und guckt das Video nur noch durch die Spalten ihrer Finger. „Oh mein Gott.“, meint sie. Wie führt sie sich da bitte auf? Und warum macht Bernie nichts dagegen? Wie kann Alkohol so etwas mit Menschen anstellen? Alles sieht danach aus, dass Bernie und Conny jede Minute über einander herfallen würden. Sie ist doch eigentlich vernünftig und treu. Auch Bernie ist emotional aufgerieben, aber er versucht Conny zu beruhigen. Noch ist nichts sicher. „Das heißt noch nichts. Vielleicht... Vielleicht haben wir ja nicht miteinander...“, versucht er zu erklären. Okay, Conny lag im Video angekuschelt an seinem nackten Oberkörper, aber das heißt noch lange nicht, dass sie wirklich miteinander geschlafen haben. Vielleicht sind sie ja einfach so eingeschlafen, so besoffen wie sie waren. „Komm, Bernie. Lass Mal.“, meint Conny gereizt. Sie kann sich jetzt Spekulationen sparen und gutes Zureden braucht sie jetzt auch nicht. Sie sieht doch, was auf dem Bildschirm passiert. Selbst, wenn nicht gelaufen sein sollte, aber das ist schon peinlich genug. Außerdem deutet alles darauf hin, dass etwas gelaufen ist. Das Video läuft weiter und mit jeder Sekunde, das es weitergeht, verstärkt sich Connys Wunsch nach einer Zeitmaschine. Wie sie und Bernie sich aufführen ist einfach so peinlich. Wie konnte sie bloß so die Kontrolle verlieren? Dann passiert es im Video. Conny lallt irgendetwas zu Bernie und beide stehen auf und gehen ins Bett – sie verschwinden knutschend in der Bettdecke. „Ach du scheiße.“, kann Bernie nur von sich geben. Wie soll er bloß mit diesem Wissen umgehen? Er war mit Conny im Bett – seiner verheirateten besten Freundin. „Oh mein Gott.“, meint Conny, als ihre schlimmsten Befürchtungen zu letzte Nacht wahr werden. „Mach das aus.“, fordert sie Bernie überfordert auf. In seiner Schockstarre reagiert er nicht. „Mach das aus, Bernie. Sofort!“, befiehlt sie Bernie bestimmt. Sie kann diesen Anblick keinen Moment länger ertragen. Er ist peinlich, elend und verwerflich. Total betrunken betrügt sie ihren eigenen Mann auf diese Art und Weise. Bernie betätigt die Fernbedienung und das Video stoppt.

Beide sitzen sprachlos peinlich berührt nebeneinander auf ihren Stühlen. Sie haben tatsächlich unter totalem Kontrollverlust bedingt durch Alkohol miteinander geschlafen. Wie soll es jetzt weitergehen? Was sagt man in so einer Situation? Wie macht man so etwas wieder gut? „Oh mein Gott... Ich hab meinen Mann betrogen.“, stellt Conny fassungslos laut fest und will es kaum glauben. Sie ist doch treu und die Ehe lief bis gestern noch gut und durch diese Nacht kann auf einmal alles aus sein. Plötzlich reizt sie Bernies Anwesenheit. Er ist der Mann, mit dem sie ihren Ehemann betrogen hat. Er ist der Mann, der das Aus ihrer Ehe bedeuten könnte. „Wieso hast du mich nicht abgehalten?“, stellt sie ihn zur Rede. Sie weiß, dass es irrational ist, dass sie unfair gegenüber Bernie ist. Aber in diesem Moment braucht sie einen Schuldigen für ihr Fehlverhalten gestern Nacht und Bernie ist hier. „Bitte?“, fragt Bernie und kann Connys Vorwürfe nicht nachvollziehen. Sie hat sich doch zuerst an ihn rangeschmissen. Er weiß, dass sie in einer dummen Situation ist. Immerhin ist sie fremdgegangen. Er ist doch auch in einer. Er hat mit seiner verheirateten besten Freundin geschlafen, mit deren Mann er ebenfalls befreundet ist. Was, wenn deshalb die Ehe der beiden kaputt geht und viel schlimmer – was, wenn deshalb seine Freundschaft zu Conny aufs Spiel gesetzt wird? Conny ist überfordert und ihre Gefühle spielen verrückt. Sie kommt in Rage: „Ja. Du hättest auch ruhig die Finger von mir lassen können, anstatt auszunutzen, dass ich betrunken bin. Du weißt, dass ich verheiratet bin.“ Sie weiß, dass sie irrational und unfair und verletzend ist. Sie kann einfach nicht mit der Situation umgehen. Und sie würde so gerne die Schuld bei jemand anderen suchen – Bei dem Macho, der seinen Sexualtrieb nicht unter Kontrolle hat. Sie will sich einbilden, dass sie irgendwie einigermaßen unschuldig an dieser Situation ist, auch wenn sie weiß, dass es nicht stimmt. Das Video zeigt eindeutig, dass die Initiative von ihrem besoffenen Ich von gestern Nacht ausgeht und dass beide total besoffen waren und keiner in der Lage war einen klaren Gedanken zu fassen. „Ach komm, Conny. Zum Sex gehören immer noch zwei“, verteidigt sich Bernie getroffen. Er versteht ja, dass Conny ein wenig durchdreht, dass tut er ebenso. Aber solche Vorwürfe ihm gegenüber gehen wirklich zu weit. Bevor Conny etwas erwidern kann, redet Bernie weiter: „Du regst dich jetzt erstmals ab. Ich sehe zu, dass ich das Video loswerde, dass darf nämlich wirklich niemand sehen. Und nachher reden wir zivilisiert miteinander, alles klar?“ Bevor Conny zustimmt, hat Bernie sich schon das Video aus dem Videorecorder genommen und lässt die Türe laut zuschlagen, als er gereizt das Büro verlässt.

Conny atmet tief durch als sie endlich alleine ist. Wenigstens sagt sie dann nichts mehr zu Bernie, was sie eigentlich nicht meint, nur weil sie total durch den Wind ist und er gerade der geeignete Sündenbock ist. Etwas Abstand von Bernie ist jetzt gut. Sie war ja schon total abweisen, als sie sich nicht sicher war, ob sie und Bernie einen One-Night-Stand hatten, aber jetzt ist es sicher und sie weiß nicht, wie sie mit Bernie umgehen soll oder mit ihrem Mann oder mit sich selbst. Mit Bernie zu schlafen wäre schon eine merkwürdige Situation gewesen, wenn sie nicht verheiratet wäre. Denn Bernie und sie sind seit Jahren Freunde und nie ist etwas passiert und es ist immer komisch, wenn zwischen engen Freunden ein One-Night-Stand passiert. Aber sie ist auch verheiratet und hat ihren Mann betrogen. Sie fühlt sich schuldig und dreckig und erbärmlich und verlogen. Nach vielen glücklichen Ehejahren macht sie sich alles selbst kaputt mit einer Nacht, an die sie keine Erinnerungen mehr hat. Wie wird ihr Mann bloß darauf reagieren? Sagt sie es ihm? Sie muss, da sie ihn nicht anlügen kann. Wird er ihr verzeihen? Kann sie je wieder mit Bernie zusammen arbeiten? Wie konnte sie sich das und ihrem Mann nur antun? Wieso kann eine Nacht das ganze Leben auf den Kopfstellen?

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Jedes Fremdgehen stellt das feste Bindungsgefüge der Partnerschaft infrage. Meist leidet nicht nur der betrogene Partner, sondern auch der Untreue.

© Dörthe Huth


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So das war Kapitel 1. Danke, dass ihr es gelesen habt.
Ich hoffe der Anfang meiner Geschichte hat euch schon gefallen. Ihr könnt mir gerne ein Review da lassen und mir sagen, was ihr von der Geschichte haltet.
Ich hab schon einige klare Ideen, wie es hier weitergeht.
Wir sehen uns im nächsten Kapitel. Danke für das Lesen.

Liebste Grüße
Hochachtungsvoll,

die Autorin
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