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Wunschträume- Ein Stirnband als Zeichen der Liebe

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
10.06.2013
10.06.2013
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Das hier ist nicht gebetat, ich hatte das Gefühl, dass passt einfach nicht, alles ist so, wie es in meinem Kopf war
Projekt: http://forum.fanfiktion.de/t/15591
Viel Spaß
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„Ich wollte mich von dir verabschieden…“ Er hob seinen Kopf und sah mich verwirrt an. Schüchtern lächelte ich.
„Ich werde morgen um viertel nach neun abgeholt, wahrscheinlich schläfst du da noch oder bist im Bad und wenn ich wiederkomme, bist du schon in Berlin“
Er legte sein Handy zur Seite und sah mich aufmerksam an. Es war eins der ersten Male, dass ich seine volle Aufmerksamkeit hatte ohne dass er durch irgendetwas abgelenkt war. Ein kostbarer Moment, der bald vorbei sein würde. Spätestens wenn mein Bruder aus dem Bad kommen würde, wäre die ganze Atmosphäre vorbei. Er stand auf und umarmte mich kurz. Er war größer als ich, selten dass mir so etwas passierte und ich musste mich auf die Zehenspitzen stellen. Ein erstes und zugleich auch letztes Mal atmete ich seinen Duft ein, er roch gut, anders als alles, was ich bis jetzt gerochen hatte. Schnell löste ich mich wieder von ihm. Ich hatte hier nichts zu sagen, er war der Mädchenschwarm, ich nur irgendjemand. Jeder hatte mich beneidet, als ich ihn vorgestellt hatte. Sobald er in seiner Gruppe unterwegs war, wurde ich gefragt: „Und wen hast du aufgenommen?“ „Den da, am Bass und am Schlagzeug, den mit dem blauen Tuch um die Stirn“, war alles was ich geantwortet hatte. Daraufhin hatte mich jeder beglückwünscht, ich hätte den Besten bekommen. Doch was bringt dir das, wenn du zu schüchtern bist, irgendjemanden anzusprechen? Was bringt es dir, wenn du mit 15 noch keinen Freund hattest, weil niemand dich will oder es zumindest nicht sagt? Gar nichts, ganz richtig. Ein letztes Mal sah ich ihm in die Augen.

„Gute Nacht“, damit dreht ich mich um und machte die letzten beiden entscheidenden Schritte in mein Zimmer. Langsam schloss ich die Tür, wenn er noch etwas sagen wollte, hatte er genug Zeit gehabt. Jedoch keine Reaktion, wie erwartet. Ein letzter Blick auf mein Handy. Keine neue Nachricht. Warum auch? Ich kroch unter meine Decke und schlief sofort ein. Es war ein anstrengender Tag gewesen und bei allem hatte ich an ihn denken müssen. Hatte ihm viel Spaß bei seinen Terminen gewünscht und mit einer Freundin geschwärmt, wie hübsch er doch war. Abends hatte meine heile Welt dann doch noch einen Knacks bekommen. Ich hatte es ihm ermöglicht länger da zu bleiben und sogar noch einen Kumpel zu treffen und was machte er? Sagte nicht einmal danke. Den halben Abend hatte er davon gesprochen, dass ihn schon wieder ein paar Mädchen auf Facebook angefragt hatten. Mich hatte er angefragt, aber ich war ja auch seine Gastschwester gewesen. Gesprochen hatten wir nicht so viel und wenn hatte ich das Gefühl, ich sei eine Last. Würde ihn mit meinen Fragen nerven.

Morgens wurde ich geweckt. Ich solle aufstehen, aber bloß leise sein. Sonst würde ich ihn und meinen Bruder ja wecken. Er hätte so ein anstrengendes Wochenende gehabt. Hatte ich auch, hatte das schon einmal jemanden gestört? Aber so war ich eben, freundlich ohne auf mich zu achten. Hatte ich schon immer versucht zu sein. Bloß niemandem zur Last fallen. So schnell ich konnte, hatte ich mich fertig gemacht und dann darauf gewartet, dass ich abgeholt wurde. In der Kirche hatte ich nicht aufgepasst. Jedes Wort war an mir vorbei gerauscht, ohne dass ich etwas verstanden hatte. Wie benommen war ich zwei Stunden wieder zu Hause gewesen. Alleine. Meine Mutter und mein Bruder waren auf dem Pfarrfest geblieben und mein Vater war arbeiten. An einem Sonntag. Aber das war mir recht, solange ich nachdenken konnte war mir alles recht. Ich warf einen Blick in das Zimmer meines Bruders, da wo bis heute Morgen noch eine zweite Matratze lag, stand nun wieder ein Schrank. Mein Herz zog sich zusammen. Sei stark. Du kennst ihn ein Wochenende, da kann es nicht sein, dass du ihn vermisst. Doch das tat ich, sehr sogar. Ich schloss die Augen und verließ rückwärts das Zimmer. Es würde ein paar Tage dauern, bis ich nicht mehr überlegen würde, was hätte passieren können. Tage oder vielleicht sogar Wochen. Ich wusste es nicht. Hilflos warf ich mich auf mein Bett. Traurig sein würde mir nicht helfen, aber es war zumindest schön, alleine zu sein. Ich wollte mir mein Kissen über den Kopf ziehen, als mich etwas an der Nase kitzelte. Ich sah genauer hin und erblickte ein Stück blauen Faden. Langsam setzte ich mich auf und schob mein Kissen weiter zur Seite.

Ein breites Grinsen schlich sich in mein Gesicht und schaffte es sogar meine Augen zu erreichen. Da lag sein blaues Tuch. Vorsichtig hob ich es hoch, als ein kleiner Zettel herausfiel. Vergiss mich nicht Das war es was mich glücklich machte. Schnell fischte ich mein Handy aus der Tasche und öffnete WhatsApp. Wann kann ich kommen? Es dauerte nicht lange, bis ich eine Antwort bekam. Am besten sofort. Ich vermisse dich :* Mit meinem Handy in der Hand ging ich zum Spiegel und band mir sein Tuch so zu, wie er es immer bei sich getan hatte. Im Spiegel jedoch sah ich ihn hinter mir stehen und mich stolz anlächeln. Es war mir egal, wie weit er weg wohnte, wir würden uns sehen. Und das bald, sehr bald. Egal, was die letzten Tage passiert war und was unausgesprochen war. Wichtig war, was vor uns lag….

So wunderschön dieser Gedanke auch sein mag, er ist gefahren. Ichkonnte mich doch am Bus verabschieden. Die Hoffnung, dass wir uns bald wiedersehen bleibt. Er hat sich erkundigt, wie er hier hinkommt und eine Fahrt mit dem Orchester nach Berlin ist geplant. Vielleicht habe ich ja doch eine Chance, denn viel zu viel von allem hier ist war… DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT.
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