120 Minuten in Münster

von cricri
KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Hauptkommissar Frank Thiel Herbert Thiel Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne Rechtsmedizinerin Silke Haller Staatsanwältin Wilhelmine Klemm
09.06.2013
29.01.2020
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29.01.2020 566
 
Sommerchallenge: Humor/Crack - „Ja, genau so! Nur ganz anders …“ – fürs Team
Rating: P 6
Genre: Humor
Handlung: Äh … Thiel braucht Boernes Hilfe. Und der wiederum Thiels.
Länge: ~ 450 Wörter
Zeit: ~ 40 Minuten
A/N: 51 Minuten vor der Deadline der Sommerchallenge. Nur so als Warnung.
Originalpostingdatum: 30.9.2016


***



Es war nicht weiter schwer gewesen, Boerne zu überreden. War ja klar. Er mußte nicht mal groß erklären warum, Boerne war sofort Feuer und Flamme. Ausnahmsweise war er da wirklich mal froh drum. Die halbe Abteilung lag mit Grippe zuhause, Nadeshda hatte sich vor zwei Tagen den Fuß vertreten, und er konnte das unmöglich alleine machen. Der einzige, der ihm auf die Schnelle eingefallen war, war Boerne. Und der hatte sofort leuchtende Augen gekriegt, als er nur das Wörtchen „Undercover“ gehört hatte. Das ersparte es ihm sogar, bitten zu müssen. Und Boerne ließ sich sonst verdammt gerne bitten!
Kurzum, er war bester Laune gewesen, bis Boerne nach fünf Minuten aufbruchbereit wiedergekommen war.

„Na, was sagen Sie?“

„Ja, genau so!“ Er räusperte sich. „Nur, äh, ganz anders …“

„Ist was nicht in Ordnung?“ Boerne sah an sich hinunter und schielte dabei ein wenig.

„Wir gehen ins Fußballstadion, Boerne. Und wir wollen da nicht auffallen.“

„Deshalb habe ich ja auch etwas Legeres angezogen.“ Boerne sah auf. „Was ist?“

„Hemd und Pullunder ist nicht ganz das, was der Mann von Welt im Fußballstadion trägt, Boerne.“

„Aber … Das ist eine Leinenhose. Und –“ Boerne zeigte auf seinen Hals. „– keine Krawatte.“

Thiel seufzte. „Haben Sie keine Jeans, wie jeder normale Mensch?“

Boerne starrte ihn verständnislos an.

„Irgendwas, was Sie noch rumliegen haben, falls Sie mal streichen müssen oder so?“

Boernes Gesicht hellte sich auf. Er hob den Finger und verschwand dann wortlos wieder im Schlafzimmer.

Thiel rieb sich die Augen. Vielleicht war die Idee doch nicht so gut gewesen …

„Wie ist das?“

Tatsächlich, eine Jeans. Vermutlich so ein sauteures Designerding, aber vermutlich sah der durchschnittliche Fußballfan da keinen Unterschied. „Sitzt’n bißchen knapp, was.“

„Also ich muß doch sehr bitten!“ Boerne stemmte die Hände in die Hüften.

„Und das mit dem Hemd und dem Pullunder geht immer noch nicht. Oder wollen Sie gleich aufs Maul?“

„Also bitte …. was schlagen Sie stattdessen vor, Herr Gaultier?“

„Ein T-Shirt? Sowas haben sie doch bestimmt.“

„Bei den Temperaturen?“

„Na, und’n Pulli eben.“

Boerne verdrehte die Augen. „Einen Pullover. Nein, ein solches Kleidungsstück nenne ich nicht mein eigen.“

Thiel seufzte. „Sie ziehen jetzt ein T-Shirt an, und ich besorge den Pulli.“

„Wenn Sie glauben, daß ich einen Ihrer unförmigen –“

Thiel hob die Hand. „Wenn Sie jetzt noch lange diskutieren, wird das heute nix mehr mit der Undercovermission.“

Fünf Minuten später sah Boerne tatsächlich fast wie ein normaler Mensch aus in einem seiner Pullis und seiner alten Jacke.

„Na, geht doch.“

Boerne rümpfte die Nase. „Ihnen fehlt ja auch jedes ästhetische Empfinden.“

„Und das mit dem Reden üben wir auf der Fahrt!“


* Fin *



Ich bin schon seit einiger Zeit zu AO3 umgezogen und habe alles, was nach 2016 entstanden ist, nicht mehr hier gepostet. Alles was hier schon gepostet ist, bleibt natürlich hier, alleine schon wegen der vielen lieben Kommentare! Und ich schaue auch sicher immer mal wieder vorbei :)

Alles ab 2017 ff findet sich aber nur noch auf meinem LJ (http://cricri_72.livejournal.com) und auf AO3 (http://archiveofourown.org/users/cricri/).

Die Reihe 120-Minuten in Münster wird hier fortgesetzt.
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