unbändig

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Katara Zuko
09.06.2013
14.01.2020
9
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„ZUKO!!“, der Boden unter dem Prinzen begann gefährlich zu beben und das laute Geschrei eines Mädchens holte ihn schließlich aus der Traumwelt. Die Erde... Sie… sie vibrierte und er brach unvermittelt in Schweiß aus.

„WAS!“, brüllte er vor Schreck los nur um – als seine Augen endlich fähig waren seine Umgebung war zu nehmen – Toph vor sich zu sehen, die auf der Stelle rannte.

Sie stoppte, als sie bemerkte, dass die Schlafmütze endlich wach war - der Boden stand wieder still - und schenkte ihm ein teuflisches Grinsen.

„Frühstück.“
Langsam drang die Wirklichkeit in Zukos Geist und er verstand. Oh… Natürlich, es war nur Toph, kein Grund zu Panik. Er wischte sich über die Stirn und den Schlaf aus den Augen.

Letzte Nacht war... anstrengend gewesen. Aufwühlend - um es mal harmlos auszudrücken. Danach hatte er auch nicht viel Schlaf bekommen, da seine Gedanken sich im Kreis gedreht hatten.

Als er sich einigermaßen gefangen hatte und in sein Gewandt geschlüpft war, trat er nach draußen. Es war nicht ganz so sonnig wie gestern aber auch warm und er war sich sicher, heute würde Aangs Tag werden – heute würden sie Feuer machen.

Die Truppe saß wie tags zuvor in einer Runde zusammen als er aus seinem Zelt trat.

„Morgen." stieß er aus und setzte sich zwischen den Jungen vom Wasserstamm und die kleine Erdbändigerin.

„Guten Morgen." erwiderte Aang und schob sich einen weiteren Löffel Eintopf in den Mund.

Katara ihm gegenüber reagierte nicht auf sein Kommen und auch Sokka brummte nur unverständlich in sich hinein.

Eine Schale Eintopf wurde von rechts in sein Blickfeld geschoben.
„Danke." murmelte er und nahm sie Toph ab. Er wusste nicht ob Katara sie vorbereitet hatte, aber das war auch nicht wichtig. Er war einfach froh etwas Warmes zwischen die Zähne zu bekommen nach dieser Nacht.

Außerdem wollte er für seine nächste Stunde mit dem Avatar fit sein.


Katara blickte ein wenig unwillig in die Schüssel…

Eigentlich hatte sie gar keinen Hunger - oder hatte sie bloß keinen Hunger auf Eintopf, den es nun schon seit gefühlten 2 Monaten gab? Nachdenklich starrte sie in die dickflüssige Pampe an und schob sie unwillig von links nach rechts. Zu lange – dachte sie nur. Zu lange gab es das jetzt schon, sie müsse sich wirklich mal um neue Vorräte bemühen.

Es war eine kurze Nacht für sie gewesen, wovon die Ringe unter ihren Augen Zeugnis ablegten. Doch wer konnte es ihr verübeln, nach dieser Konfrontation? Als sie gestern Nacht ins Camp zurückgekommen war, war es mucksmäuschen still gewesen – Gott sei Dank. Bohrenden Fragen hätte sie nicht standhalten können.

Doch die Blicke mit denen sie heute früh bedacht worden war, waren nicht viel besser. Doch zumindest waren ihre Freunde feinfühlig genug sie nur anzustarren und nicht auch noch zu löchern.

Die Spannung schwebte über den Fünf wie eine dunkle Gewitterwolke und alle von ihnen beteten, dass irgendjemand die Stille brechen würde. Allerdings vergebens. Endlose Minuten hörte die Bande nur das Flüstern des Windes und gelegentlich ein, zwei Laute von Appa oder Momo.

Aangs Blicke huschten von einem zum anderen und versuchten zu lesen, was die verschiedenen Gesichtsausdrücke wohl bedeuten konnten. Sokka entging die Stimmung zwar nicht – so unaufmerksam war er dann auch wieder nicht – doch er versuchte sich intensiv mit seinem Essen zu beschäftigen und die anderen mehr oder weniger auszublenden.

Der ehemalige Prinz für seinen Teil, musste daran denken, wie sehr er es gehasst hatte, sich die Haare wachsen lassen zu müssen, um mit Iroh unterzutauchen. Und wie froh er nun darüber war, sich hinter ihnen zumindest etwas verstecken zu können.

Er war auf sein Essen konzentriert, doch als er die Schüssel vor sich geleert hatte, hatte auch Zuko keine Ausrede mehr stumm zu bleiben und entschied endlich die Stille zu vertreiben.

Doch als er gerade das Wort an Aang richten wollte, fuhr Toph dazwischen: „Wir sollten heute nochmal Erdbändigen üben, Hupfdohle. Das gestern war ja für die Katz'… und ich glaube deine Wasserbändigerfähigkeiten könnten auch mal wieder aufgefrischt werden.“

Sokka, Aang, Katara und Zuko hoben ihre Blicke und Aang schien etwas verdutzt. „Aber ich dachte ich sollte endlich lernen wie man Feuer bändigt?“ seine rechte Augenbraue wanderte nach oben, was Toph allerdings verborgen blieb.

„Keine Chance! Oder denkst du das von gestern lassen wir so stehen?“, stichelte sie und knuffte ihn – wie immer fester als es höflich gewesen wäre – in die Schulter. Aang massierte die Stelle mit seinen Fingern, in der Hoffnung, der Schmerz würde sich dadurch verflüchtigen.

„Ah… na schön.“, etwas angesäuert drehte er sich nun zu Katara rechts von ihm: „Was meinst du, Katara?“

„Ach weißt du Aang, ich bin ziemlich müde – ich hab kein Auge zugetan letzte Nacht.“, der Blick der blauäugigen Bändigerin huschte ein paar Momente lang zu Zuko, ehe sie sich wieder dem Luftnomaden zuwandte.

„Lass uns unser Training auf morgen verschieben, ja?“, schlug sie stattdessen vor.

Der kahle Junge beäugte sein Gegenüber einen Moment etwas misstrauisch, ehe auch er kurz zu Zuko blickte, der in diesem Moment aufstand und die schon längst geleerten Schüsseln der anderen aufsammelte.

Er konnte nicht länger so sitzen und der Blick den Katara ihm zugeworfen hatte, hatte ihn bloß noch nervöser gemacht. So ergriff er die Flucht, nicht aber noch „Geh Erdbändigen. Danach machen wir mit unserem Training weiter.“ über seine Schulter zu rufen, ehe er sich Richtung See davon machte.

„Ich warte dann drüben auf dich.“, so stand auch Toph auf um zum Canyons zu schlendern. Sokka der sich das ganze bis jetzt ohne ein Wort angesehen hatte, hob angesichts der Situation etwas ratlos die Augenbrauen, ehe ihm im Gesicht seiner Schwester etwas auffiel...

„Alles in Ordnung?“, richtete er das Wort an sie, als er die geschwollenen Augen sah. Diese quittierte die Frage mit einem schnellen Nicken: „Ja, ja… ich hab bloß schlecht geschlafen. Der Regen hat mich wachgehalten…“

Nicht wirklich zufrieden mit dieser Antwort, verzog Sokka das Gesicht zu einer ungehalten Maske, ehe er ebenfalls aufstand…

Nun waren Aang und Katara alleine und Katara wusste was nun folgen würde, doch sie weigerte sich es als erste anzusprechen. Aang seinerseits wartete ab, ob sie ihm erzählen würde, was gestern noch geschehen war, doch als nach einer Minute immer noch Stille herrschte, entschied er, dass er lange genug gewartet hatte.

Selbstverständlich wusste sie, dass alle mitbekommen hatten, dass sie mit Zuko gesprochen hatte, aber sie hatte wirklich keine Lust sich jetzt von Aang ausquetschen zu lassen.

„Ihr habt geredet.“, stellte dieser fest, wissend dass er Recht hatte. Katara nickte leicht.

„Und?“
„Was und?“ schnappte das Mädchen verärgert. Langsam reichte es ihr, was wollte er denn hören?!

„Glaubst du ihm?“, Aang Stimme war leise, aber sie klang überhaupt nicht kindlich – ganz im Gegenteil. Die Wichtigkeit dieser Frage schwang in den einzelnen Worten mit und vertrieben Kataras angriffslustige Haltung. Ihr Blick wurde nachdenklich.


Eine Ewigkeit schien es still zu sein zwischen den Beiden. Der leichte Wind zog an Kataras Haaren und als sie aufsah, begegnete sie Aangs Blick der auf sie gerichtet war.

„Vertraust du mir denn gar nicht?“ Er klang enttäuscht auch wenn er versuchte es zu verbergen. Doch es entging Katara nicht.

Sie seufzte und die Worte waren wie Gift in ihrer Kehle, doch sie zwang sich es zu sagen: „Wenn du es für richtig hältst... werde ich nicht an deiner Entscheidung zweifeln…“

Ihre blauen Augen senkten sich: „Aber du kannst nicht von mir erwarten, dass ich ihn wie jeden anderen behandle... Es ist zu viel passiert."

Sie hatte keine Lust und auch keine Kraft mehr für diese Unterhaltung – abgesehen davon, wusste sie nun selbst nicht mehr was sie von Zuko halten sollte und solange sie das nicht sicher wusste, waren auch Aangs Fragen umsonst…














„Was ist passiert?“

Zuko hätte beinahe das Gleichgewicht verloren und wäre Kopf über in den See geplumpst, vor Schreck. Er hatte Sokka nicht kommen gehört im weichen Gras, welches noch vom gestrigen Regen nass war.

„Was?“, er musste sich bemühen seine Gedanken zu ordnen, soweit war er in diesen versunken gewesen.

„Katara-", Sokkas Stimme klang spitz und wütend „was hast du zu ihr gesagt!?“

Einen Moment lang dachte Zuko über die gestrige Nacht nach. Sein Gesicht musste Bände gesprochen haben, den Sokka überwand die letzten Meter zwischen ihm und Zuko und beugte sich bedrohlich über ihn.

„Was hast du getan?!“
„G-Gar nichts ehrlich… wir… haben geredet und-"
„-und was?"
„Was hast du zu ihr gesagt? Sie sieht aus als hätte sie kein Auge zugetan! Wenn du glaubst du kannst hier rumrennen und Körbe austeilen, hast du dich geschnitten, Freundchen kapiert? Du denkst vielleicht bloß weil du-“

Herr Gott, dachte Zuko säuerlich. Wie die Schwester so der Bruder. Niemand hier ließ ihn zu Wort kommen wie es schien.

„Ich habe mich entschuldigt." stieß er aus, ehe der Schwertkämpfer ihm erneut ins Wort fallen konnte.

„Du hast-" Sokka stutzte. „Du hast was?"
Sokka, dem mit diesen Worten sein Wind aus den Segeln genommen wurde, hielt erstaunt inne und man konnte sehen wie seine angespannten Muskeln sich lockerten. Zuko versuchte in den Gesichtszügen zu lesen, was nun kommen würde, allerdings vergebens.

Doch ehe der Prinz antworten konnte, murrte Sokka etwas von 'hab' ein Auge auf dich, pass bloß auf..' und stapfte davon.

Zuko seinerseits versuchte seinen Puls zu beruhigen und besah sich dabei die Wasseroberfläche des Sees. Ein etwas verwackeltes Ebenbild seiner selbst sah ihm entgegen. Und er dachte daran, als Katara gesagt hatte.

Wie schwer es ihr fiel ihn überhaupt anzusehen... Natürlich – dachte er. Die Narbe würde ihn für immer zeichnen, das hatte er vom ersten Tag an gewusst. Er hatte gedacht sie würde ihn als verbannten Prinzen brandmarken. Doch dass Sokka und seine Schwester darin auch Ozais und Azulas Taten sahen, war ihm zuvor nicht bewusst gewesen.

Es spielte es keine Rolle, dass dies nicht seine Fehler gewesen waren. Er hatte ihre Seite unterstützt... Kein Wunder also, dass sie all das mit ihm verbanden.

Nachdenklich musterte er sich selbst und dachte an das Gefühl, das sie jedes Mal haben mussten, wenn sie ihn ansahen…
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