Das Märchen von der Prinzessin und dem Schmetterling

GeschichteFantasy / P12
06.06.2013
06.06.2013
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Mein (erster) Beitrag zum Projekt Schreibzirkel :)
Die Wörter lauten:
Bug
Nase
Seidentuch
Spiegel
Unkraut
Ich hoffe es gefällt!!!
***
Es war einmal, vor länger Zeit in einem unbekannt Land, eine junge Prinzessin. Nun, sie war nicht das schönste Wesen der Erde, doch sie war zufrieden mit sich.
Sie war sehr belesen und hatte viele Talente. Sie arbeitete viel und erbrachte immer die bestmögliche Leistung. Außerdem besaß sie einen ausgeprägten Freundeskreis, zu dem sie einen äußerst guten Kontakt pflegte. Wenn die Prinzessin von der Schule nach Hause, zum Schloss Hornhofen, kam, warteten dort viele Pflichten auf sie. Einmal die Woche eine ganz besonders schwere, lästige Pflicht im Auge des Mädchens, denn trotz ihrer Liebe zum Schreiben war ihr Formulare auszufüllen zuwider. Trotz großem Murrens tat sie alles wie geheißen. Doch schien die König oft das Alter der Prinzessin zu vergessen. Ohne Frage, sie war körperlich und geistig weiter als in ihrem Alter üblich, außerdem wirkte sie immer stark, selbstbewusst und höflich, auch, wenn sie innerlich zerbricht.
Wie dem auch sein mag, an jenem Tag unterliegen der Prinzessin einige größere Fehler, die sie seit langem zu vermeiden versuchte, doch es gelang ihr nicht. So kam es, dass sie König erzürnt über die junge Adlige war.
"Solche Fehler dürfen die nicht mehr passieren! Das weißt du! Doch immer höre ich dieselben Worte von dir - ich bin es leid! Das ewige 'Hab ich vergessen' geht mir sowasvon auf die Nerven! So etwas gehört sich nicht für eine Prinzessin! Wo kämen wir denn hin, wenn alle so handeln würden?! Es wäre die reinste Freakshow!!"
"Aber Mutter... Es war nicht meine Absicht! Und wenn ich noch hinzufügen dürfte: der Vergleich von mir mit einer Freakshow hilft nun wirklich nicht dabei, meinen Druck zu mindern..."
"Druck? Welcher Druck? Hast du nicht schon alle Freiheiten die du brauchst? Den ganzen Tag Sitz du herum und jagst Träumen hinterher, Sachen, die du niemals erreichen wirst! Natürlich nicht! Auf dich ist kein Verlass! Aber das unterbinde ich jetzt! Jetzt ist Schluss!"
Diese Worte wiederholte die erboste Königin noch oft. Schon viel zu oft hatte ihre Tochter ihr Vertrauen verletzt, viel zu oft ist sie ihr in den Rücken gefallen, obwohl die König doch immer für sie da war!
Also fasste sie einen Entschluss, dem sie dem aufgelösten Kind sofort mitteilte.
Diese traute ihren Ohren kaum - war es wirklich ihre Mutter die dort sprach? Die ihr verbat, alle ihre Träume in die Tat umzusetzen?
"Das kannst du doch nicht machen...", sagte die Prinzessin und spürte, wie die Tränen in ihren Augenwinkeln brannten.
"Oh, ich kann! Und jetzt geh auf dein Zimmer, ich will dich heute hier nicht mehr sehen!!"
Jetzt könnte das Mädchen ihre Tränen nicht zurückhalten und zog sich in ihr Gemach zurück. Dort angekommen spürte sie auch schon, wie ihre NASE anfing zu laufen. Schnell griff sie nach einem SEIDENTUCH und schneuzte sich, ehe sie mit tränenüberströmten Gesucht in ihr Bett fiel.
"Wieso..", murmelte sie noch lange und oft. Jetzt half nur noch eins, dass wusste sie - sie musste aus dieser Welt fliehen und sich ihren Träumen und Wünschen hingeben. Sie schloss die Augen, als sie eine Woge der Müdigkeit überwältigte und sie langsam in eine andere Wirklichkeit abdriftete.
Zwischen fielen Bäumen verlief mitten durch einen Wald ein langer, gläserner Fluss. Es sah aus, wie gemalt, so atemberaubend schön war es. Nur ein winziges Detail verriet die Echtheit der Kulisse, nämlich ein wunderschöner, orangener Schmetterling, der über den Fluss flog. Auf dem Fluss befand sich ein Ruderboot, in dem ein junges Mädchen mit weißen Gewand saß. Auch der Schmetterling bemerkte dies und steuerte das Boot an. Geschmeidig landete er auf dem BUG des Schiffes.
Die junge Prinzessin bemerkte ihn erst gar nicht. Sie hatte die Augen geschlossen und genoss die Sonne, die sanft und warm ihren Rücken Liebkoste. Als sie die Augen jedoch öffnete, erblickte sie sofort das schöne Tier. Behutsam lehnte sie sich näher an ihn heran und lächelte zaghaft. Ihr Blick fiel auf die Wasseroberfläche, welche wie ein SPIEGEL war. Ihr entgegen saß ein verstörtes und Blasses Mädchen mit langen braunen Haar, ihre sonst so schönen braunen Augen verkörperten nun keine Wärme, sondern Verzweiflung. Sie waren so rot, als wären sie geschändet worden.
"Sieh mich nur an...", flüsterte das Mädchen. "Wer bin ich bloß? Ich tu auf stark und selbstbewusst, damit niemand meine Schwächen sieht. Ich gebe alles, was ich habe, doch es ist nicht genug. Und nun nimmt man Mir, das einzig' Ding was ich lieb. Die Hoffnung auf ein neues, schönes Leben, sie zerbrach für einen Augenblick. Dich nun bin ich hier - als wäre es Magie! Wie kann ich nur an solch einen Ort voller Trauer sein? Sag mir, wieso bin ich bloß so bezagt? Sag mir, Schmetterling, ist es das Leben den Wert, so gelebt zu werden? Die Realität ist meine unsichtbare Fessel, die mich ständig umgibt. Und schaff ich es dich, für eine Weile zu fliehen - die holt mich ständig zurück. Dabei wäre ich doch gerne frei von allen mir lästigen Zwängen - frei wie ein Schmetterling!"
Sie wendete ihren Blick von dem vertrautem und doch so fremden Gesicht ab und blickte zur der Orangen Gestalt des Schmetterlings, der noch immer da saß und sich nicht rührte, als höre er ihr zu.
"Ich wollt ich wäre du! Gefällt es dir nicht an einem Ort, zu fliegst du einfach zum nächsten! Nichts und Niemand hält dich irgendwo, du musst dich nicht verstellen - sag mir, ist es nicht schön? Das ist Freiheit in allen Zügen, Freiheit, nach der ich lächze. Ach Schmetterling, wieso kann ich nicht hier bleiben? Die Welt scheint so weit weg. Ist es denn verkehrt, sich eine neue zu wünschen? Eine, in der Glück kein Privileg ist, eine, wo jeder genug von allen hat, eine, wo Liebe nicht nur ein Märchen ist?"
Und so erzählte die junge Prinzessin dem Schmetterling alles. Jede Kleinigkeit offenbarte sie ihm, jedes Gefühl, jeder Gedanke ihrerseits. Und der Schmetterling blieb. Als verstände er jedes Wort saß er weiterhin auf dem Boot, auf dem gläsernen Fluss, zwischen den grünen Bäumen. Und tatsächlich half seine Stumme Anwesenheit der Prinzessin zu verstehen. Diese wusste schon gar nicht mehr, wie viel Zeit sie nun hier verbracht hatte und sie fürchtete den Moment, wo sie diesen scheinbar perfekten Ort wieder verlassen musste.
Und gerade als sie dies dachte, erklang ein schriller Ton und ließ sie aus ihrem Traum erwachen. Überrascht sah sie um. Sie war tatsächlich in ihrer Kompleten Garderobe eingeschlafen - nicht einmal die Schuhe hatte sie ausgezogen! Ein Blick auf den Wecker verriet, dass es sechs Uhr war. Sie seufzte. Ein weitere Tag lag vor ihr, voller falscher Komplimente und einem aufgesetzten Lächeln. In einer Welt voller Lug und Betrug. Doch all das schien nicht mehr von Belang zu sein, denn die Prinzessin wusste, irgendwann würde ihr Tag da sein. Der Tag, an dem sie von der kleinen Raube zu einem majestätischen Schmetterling wurde, ganz wie ihr neuer Freund. Und auch wenn sie nicht mehr an dem wunderschönen Ort war, so wusste sie doch, sie ist niemals allein.
Und so stand sie mit neuer Kraft auf, um den Tag anzutreten.
Letztlich bleibt nur noch zu sagen: egal ob Prinzessin oder nicht, in einem jeden von uns steckt ein Träumer. Doch manchmal scheinen viele zu vergessen, dass obwohl manche jungen Leuten stark und unerschütterlich wirken, so sind es immer noch Kinder. Kinder mit einer lebhaften Fantasie. Kinder, die am liebsten nur tun und alles würden, was sie wollen. Und doch tun sie es nicht, weil sie denken, sie wären erwachsen und müsste auch so fungieren. Dennoch sollte man nie vergessen, hinter die Fassade eines Menschen zu gucken. Manchmal reicht die Anwesenheit eines harmlosen Schmetterlings schon aus, dass sie sich besser fühlen. Denn seien wir mal ehrlich: tief im inneren sind und bleiben wir doch alle Kinder.
Und nun das überraschende in der Geschicht: Die Prinzessin - das bin ich.
Damit beendete ich das vorlesen meiner Hausaufgabe und setzte mich. Natürlich Erntete ich verwirrte Blicke für meine Worte. Immerhin hatte ich insgeheim meine Gefühle offenbart. Alle würden denken, es sei bloß eine Geschichte, entsprungen aus der Fantasie eines Kindes, doch es war mehr. Nur ich sollte wissen, wie wahr die Geschichte doch tatsächlich war, wie stark in mir der Wunsch war, vor dem Alltagstrott zu fliehen. Doch das könnte ich nicht. Die Fesseln der Realität hielten mich hier fest. Und das ist gut so... Denke ich.
"Sehr schön, Kristin! So, wer möchte noch vorlesen?", säuselte meine Lehrerin lächelnd. Doch ich konnte mich nicht auf die Geschichte meiner Mitschülerin Klara konzentrieren. Meine ganze Aufmerksamkeit galt einem orangenen Schmetterling, der vor der Scheibe flog...
***
Soo, das wars :) ich hoffe es hat euch gefallen! Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Feedback geben würdet :) Ansonsten... DANKE fürs lesen!!!
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