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The one i love

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Megamind Minion Roxanne Ritchi
04.06.2013
26.08.2014
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04.06.2013 1.154
 
„ Drei Monate ist es nun her, dass der Superschurke Megamind die Seiten gewechselt hat. 12 Wochen, auf die wir heute zurück sehen und eine Frage klären wollen: Ist Megamind wirklich gut? Die Antwort erfahren Sie gleich nach der Werbung.“
„Und raus!“, erklang die Stimme einer jungen Frau.
„Danke Marie. Ich hole mir nur schnell einen Kaffee, dann geht’s weiter.“, erklärte Roxanne und stand auf.
Sie lief zu dem Buffet und holte sich einen Becher Kaffee. In Gedanken jedoch war sie schon wieder bei ihrer Moderation. In den letzten drei Monaten hatte sich so viel verändert. Die Stadt blühte regelrecht auf, die Verbrechensrate war gegen Null gesunken und sie war auf der Karriereleiter ein großes Stück geklettert. Roxanne Richi war nun stolze Moderatorin einer TV-Sendung in der besten Primetime. Doch das was sich in ihrem Leben am radikalsten geändert hatte, war ihr Liebesleben. Bis dato dachte sie, sie sei glücklicher Single. Kein Mann neben ihr, der sie wegen ihrer Arbeit nervte oder sie versuchte zu ändern. Nein. An ihrer Seite hatte sie einen Mann der ganz und gar anders war.
„Roxy, es geht weiter!“, rief Marie sie aus ihren Gedanken zurück.
Schnell kam die Moderatorin auf ihren Platz zurück und führte ihre Sendung fort.

Gegen 19 Uhr kam sie doch recht erschöpft nach hause. Sie stieg in den Fahrstuhl und fuhr fast ganz nach oben. Als sie den Fahrstuhl verließ stockte sie kurz, dann zog sich ihr ein feines Lächeln über die Lippen.
„Du wohnst seit fast zwei Wochen bei mir!“, fing sie mit sanfter Stimme an und ging auf die Person zu, welche vor ihrer Tür stand und auf den Schlüssel in seiner Hand starrte.
„Möchtest du ihn nicht langsam benutzen?“, fragte sie weiter und sah in diese tiefen, grünen Augen.
„Ich wollte nur sicher gehen, dass ich den richtigen Schlüssel habe!“, straffte sich Megamind und steckte den Schlüssel weg.
„Aber nun bist du ja da!“
Roxanne schloss die Tür zu ihrer Wohnung auf und ging hinein, gefolgt vom neuen Beschützer der Stadt.
„Außerdem ist es ja nur solange, wie Minion braucht um die böse Höhle aufzuräumen!“, verteidigte er sich und legte seinen weiten Stehkragen mit Umhang ab.
Roxanne trat sich ihre Schuhe aus und lies sich auf die große rote Couch fallen, die Füße mit auf das weiche Polster legend. Für einen Moment nur wollte sie die Augen schließen und ankommen, doch als sie die Augen wieder öffnete wurde sie von Megamind die Stufen ihrer Wohnung hoch getragen.
„Du kannst gleich weiter schlafen!“, flüsterte er mit sanfter Stimme.
Es war alles so warm und weich, dachte Roxanne und schloss vertrauensvoll die Augen wieder, zog seinen Duft tief in sich ein und entspannte sich. Sie konnte noch immer nicht glauben, dass dieser doch eher schmale Mann so stark war. Lange hatte sie geglaubt er sei mehr Haut und Knochen als kräftig, doch sie hatte sich getäuscht.
Ein Lächeln zog sich auf ihr Gesicht, als sie ganz sanft ins Bett gelegt wurde. Roxanne genoss es schon sehr, wie seine Hände sie etwas streichelten, als er sie unter ihrem Körper hervorzog und sie zudeckte.
„Schlaf gut!“, hauchte Megaminds sanfte Stimme auf ihre Haut und küsste ihre Stirn. Dann waren nur noch die Geräusche der Nacht zu vernehmen und Roxanne versank in einen tiefen Schlaf.



Megamind schlich sich leise die Stufen herunter. Kurz sah er auf die Uhr und überlegte noch in die böse Höhle zu fahren, doch Minion schlief bestimmt schon. Lange hatte er mit sich gehadert, ob er seinen Freund allein in der Höhle lassen sollte, doch dieser hatte ihn regelrecht dazu gedrängt. Er müsse sich um die Stadt kümmern, hatte er gesagt und seinen Herren zur Tür raus geschoben.
Sich auf die Couch legend seufzte der blaue Held etwas. Er musste zugeben, dass der Fisch ihm schon sehr fehlte. Aber die Höhle musste radikal umgebaut werden und Minion war eben doch der Bessere, wenn es um Planungen dieser Art ging. Megamind zog sich die weiche Kuscheldecke etwas über die Beine und versuchte langsam einzuschlafen. Am nächsten Morgen würde er wieder seine Runden durch die Stadt gehen und aufpassen, dass seine tolle Statistik nicht einriss.
Die Nacht war jedoch unruhiger als er es sich erhofft hatte und so schreckte er zuckend auf.
„Schon wieder diese Träume“, knurrte er leise in sich hinein und stand auf. Mit müden Schritten ging er auf den Balkon und lehnte sich auf die Brüstung.
Die Geräusche der Stadt waren zu Anfang unangenehm gewesen, doch nun empfand er diesen nächtlichen Lärm als doch sehr beruhigend. Sein nunmehr wacher Blick wanderte über die Dächer von Metro City und er zog die kühler werdende Luft tief in seine Lungen. Megamind war nun der Gute. Er hatte als es was er sich gewünscht hatte und noch mehr. Die Zeiten in denen er mit Minion allein gegen den Rest der Welt stand waren vorbei, doch genau das machte ihm jetzt zu schaffen. Nun litt er in seinen Träumen unter dieser Anspannung, welche er über all die Jahre brauchte um seiner Sache treu zu bleiben. Sie zog noch immer an ihm, doch er wusste es gab dafür keinen Grund.
„Ach Minion, jetzt könnte ich einen Freund gebrauchen!“, flüsterte er leise in die Nacht.
Roxanne konnte er das nicht sagen. Nun da er das Mädchen am Ende doch noch bekommen hatte, wollte er sie natürlich auch halten. Er wollte für sie weiter der selbstsichere Megamind sein, den sie kannte. Doch ein wenig schwankte dieses Bild von sich selbst in seinem Kopf.
Noch einmal atmete er tief ein, dann ging wieder in die Wohnung, als ihn ein Tropfen an der Stirn traf.



„Was...?“, fragte er sich selbst und sah verwundert nach oben.
Da traf ihn schon der nächste Tropfen und er erkannte den großen dunklen Fleck an der Decke, welcher sich immer weiter ausbreitete.
„Roxanne!“, rief er eher fragend und lief eilig die Treppe hinauf.
Sanft aber bestimmt faste er sie an den Schultern und rüttelte sie leicht.
„Roxanne! Du musst wach werden!“, mahnte er und schon öffneten sich ihre blauen Augen.
Sie setzte sich auf.
„Was ist los?“, fragte sie, sich die Augen reibend, doch Megamind zog sie aus dem Bett.
„Deine Decke tropft!“, meinte er nur, griff ihr etwas unter die Arme und delegierte sie zur Treppe. Dort tropfte es immer stärker, bis ein Stück der Decke durchbrach und ein Schwall Wasser sich in ihrer Wohnung ergoss.
Erschrocken schrie Roxanne auf und drückte sich an Megamind, der sie sicher in den Arm nahm.
„Wir müssen hier raus!“, meinte er schnell und beide liefen los.
Im Treppenhaus lief ihnen das Wasser noch zwei Etagen lang um die Knöchel.
Unten angekommen mussten beide erst mal durch schnaufen.
„Warum wohne ich nur so weit oben?“, keuchte Roxanne und stützte sich auf ihre Knie.
Megamind stemmte die Hände in die Hüfte und überlegte.
„Wir brauchen jetzt erstmal einen Platz zum ausruhen.“, erklärte er und sah zu seinem Hoverbike.

Zusammen kamen sie an der bösen Höhle an.
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