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Das Vermächtnis des Blauen Planeten

GeschichteSci-Fi / P12 / Gen
Megamind Minion Roxanne Ritchi
02.06.2013
07.06.2013
2
5.325
1
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02.06.2013 1.528
 
Das Vermächtnis des Blauen Planeten

Ookaay... vielleicht fängt Fluffy jetzt wirklich an zu spinnen. Eigentlich habe ich bereits genügend andere Schreib-Projekte, denen ich mich widmen sollte. Vermutlich ist es keine gute Idee eine weitere lange Fanfiktion zu beginnen, in einem obskuren Fandom, das wahrscheinlich kaum jemand liest. Und dann auch noch Science Fiction! Ich habe noch nie zuvor versucht, Science Fiction zu schreiben; meine Kenntnisse über Wissenschaft und Technik sind zu vernachlässigen bis nicht vorhanden. Aber dieses Plotbunny hat mir keine Ruhe gelassen. Es hat sich in mir festgebissen, mich infiziert, und im Moment kann ich mich auf nichts anderes konzentrieren. Schande über mich, weil ich dem Mistvieh nachgegeben habe, aber hier ist der Prolog einer Geschichte, von der ich selbst noch nicht sicher bin, ob überhaupt ich die Fähigkeit habe, sie zu schreiben. Nennen wir es ein Experiment und schauen wir mal, wo es hinführt. Anmerkungen und Kritik sind sehr erwünscht!

Disclaimer:
Die Rechte an Megamind gehören Dreamworks. Würden sie mir gehören, bestünde ich auf einer Fortsetzung des Films.

Zusammenfassung:
Megamind hat es endlich geschafft. Er ist jetzt der Held, Metrocity liebt ihn, und das Mädchen hat er auch bekommen. Aber dann macht er eine Entdeckung, die weitreichende Folgen hat, nicht nur für ihn, sondern auch für diejenigen, die ihm nahe stehen - und für die ganze Welt.

oooooooooooooooooooooooooooooo

Prolog

Kolonie E'kkris - zweiter Mond des Planeten Ra'kkar

In tiefer Konzentration starrte Hayal auf den Holo-Schirm vor sich. Nur eine kleine Falte auf seiner blauen Stirn verriet seine Müdigkeit, nachdem er fast den ganzen Tag nichts anderes getan hatte. Er war für die visuelle Auswertung der Daten verantwortlich, welche die Sonde C3-Z7 auf dem Planeten DX-I gesammelt hatte. Seine Hände arbeiteten fast wie von selbst, protokollierten das Bildmaterial, hielten Eindrücke, Berechnungen und wichtige Koordinaten auf einem berührungsempfindlichen kleineren Schirm fest. Hayal hätte eine sprach-gesteuerte Eingabe bevorzugt, aber die Technologie der Station war auf die Se'kkru ausgerichtet, seine Arbeitgeber. Zwar verstand er Se'kk mühelos, aber das Sprechen selbst war eine andere Sache. Die Stimmbänder seiner Spezies waren nicht ausgelegt für die Klick – und Knurr-Laute, aus denen sich Se'kk überwiegend zusammen setzte.

Hayals Begabung für Sprachen war einer der Gründe, warum er für diesen Job ausgewählt worden war. DX-I – oder Gea wie der Planet auch von seinem Volk genannt wurde – war von einer weit entwickelten Spezies besiedelt, die sich jedoch in verschiedene Gruppen mit vielen unterschiedlichen Sprachen zersplittert hatte. Immerhin schien eine Sprache sich in den letzten 60 Jahren zur vorherrschenden Handelssprache entwickelt zu haben, soweit das den Informationen der letzten Sonden zu entnehmen war. Eine Sprache zu lernen, die mehr als 20 Lichtjahre entfernt gesprochen wurde, basierend auf nichts als den Daten, die von ein paar Sonden stammten, war selbst für ein Sprachgenie wie Hayal kein leichtes Unterfangen. Es half, dass er nahezu alle bekannten Sprachen sowohl des Xandrix – als auch des Kar'kkis-Systems beherrschte, und noch ein paar andere obskure, altertümliche Sprachen, die im Laufe der Jahrtausende in Vergessenheit geraten waren.

Seufzend presste Hayal auf Pause und legte den Kopf in seine Hände. Sein Nacken schmerzte, nachdem er seinen Kopf so lange in der gleichen Position still gehalten hatte. Es war eine Schwäche seines Volkes, die mit ihrem ungewöhnlich großen Schädel einher ging, aber für gewöhnlich reichte ein verstärkender Kragen, um für die nötige Stabilität zu sorgen. Er musste wirklich bereits lange hier sitzen. Jedoch nicht lange genug, wie ihm ein Blick auf seinen Zeitmesser verriet. An E'kriss Tagesrhythmus würde er sich wohl nie gewöhnen. Ein Tag hier dauerte deutlich länger als es auf seinem Heimatplaneten Ayuna der Fall gewesen war. Lion würde auch noch arbeiten, es hatte also wenig Sinn in ihr gemeinsames Quartier zurückzukehren.

Während er sich den Nacken rieb, rief Hayal die Aufnahmen von Gea auf den Holo-Schirm, welche die Sonde aus dem Orbit des Planeten gemacht hatte. Die Bilder weckten eine seltsame Sehnsucht in ihm. Besonders auf den blauen Ozeanen verweilte sein Blick. Der blaue Planet wurde Gea auch von seinen Bewohnern genannt, was Hayal ein wenig amüsierte. Geas Ozeane waren nichts im Vergleich mit den blauen Weiten die sich einst über Ayuna erstreckt hatten! Der Gedanke an seine Heimat versetzte ihm einen schmerzhaften Stich.

„Das nennst du also arbeiten?“

Hayal fuhr erschrocken hoch.


„Lion!“, rief er, als er seine Gefährtin erkannte, hin und her gerissen zwischen Freude sie zu sehen und Ärger, weil sie ihn so überrascht hatte. „Was machst du hier?“

„Ich habe meine Schicht vorzeitig beendet. Irgendein Idiot hat die Labortür stehen lassen und nun sind alle meine Proben verunreinigt.“

Hayal verzog das Gesicht. „Das heißt, du musst von vorne anfangen.“

„So ist es. Wochenlange Arbeit für nichts!“

Voller Mitgefühl und Liebe sah Hayal sie an. Wie alle Mitglieder seines Volkes hatte sie einen großen, wohlgeformten, haarlosen Kopf und blaue Haut, welche in Lions Fall jedoch deutlich blasser war, als bei den meisten anderen. Ihre hellblaue Haut und grauen Augen machten sie zu einer ungewöhnlichen Erscheinung. Hayal erstaunte es noch immer, dass sie sich ausgerechnet für ihn entschieden hatte.

Lion seufzte. „Lass uns nicht mehr davon reden.“ Sie trat neben ihn und betrachtete die Aufnahmen auf dem Schirm. „Ist das Gea?“

Er nickte. „Jaa, das ist Gea.“ Erneut spürte er diese unbestimmte Sehnsucht und ein wenig davon stahl sich in seine Stimme.

In Lions grauen Augen sah Hayal Verstehen. Sie ergriff seine Hand. Sein Herz machte einen Hüpfer, als ihr gemeinsames telepathisches Band sich bildete. Dieser Teil ihrer Beziehung war immer noch neu und aufregend für ihn. Gefühle, die nicht seine eigenen waren, flossen durch ihn hindurch: Unterdrückter Ärger wegen der Labor-Sache, aber vor allem Zuneigung, Wärme und Verständnis.

„Es bringt nichts, der Vergangenheit nachzutrauern.“, flüsterte sie, „Im Hier und Jetzt müssen wir leben.“

„Ich wünschte, das fiele mir so leicht, wie dir.“, murmelte er.

„Soll ich ein bisschen nachhelfen?“, raunte sie.

Zu den bisherigen Gefühlen gesellte sich Verlangen. Er war sich nicht sicher, von wem es ursprünglich ausging; durch die Verbindung wurde es zu ihrer beider Empfindung. Hayal küsste sie und legte seinen Kopf an ihren. Das Band verstärkte sich. 'Ich würde liebend gern ja sagen.', schickte er ihr per Gedankenübertragung, 'Aber ich sollte das hier heute noch erledigen.' Dann löste er sich sanft aber bestimmt von ihr. Kaum, dass sie einander nicht mehr berührten, erlosch die Verbindung und zurück blieb eine eigenartige Leere.

„Hast du etwas dagegen, wenn ich hier bleibe und zusehe?“, fragte Lion.

„Ganz und gar nicht.“, lächelte Hayal, „Versuche nur, mich nicht zu sehr abzulenken.“, fügte er mit einem Zwinkern hinzu.

Er kehrte zurück zur Auswertung des Bildmaterials, während Lion es sich hinter ihm auf einem Hocker bequem machte. Die Sonde schien an ihren bisherigen Koordinaten genug Bild- und Tonmaterial gesammelt zu haben, denn es gab eine kurze Pause, bevor sich die Kulisse vollkommen veränderte. Sie schien sich nun durch eine Stadt zu bewegen. Hayal trug die neuen Koordinaten ein und verglich sie mit bisher bekannten Informationen. Offenbar wurde die Siedlung von ihren Bewohnern 'Metro City' genannt, Einwohnerzahl 11 Millionen.

Minutenlang arbeitete er still vor sich hin, bis er im Hintergrund der Aufnahmen eine Rauchwolke entdeckte. Das alleine war noch nichts Ungewöhnliches, vielleicht war irgendwo ein Brand ausgebrochen. Eine Bewegung in der Luft ließ ihn jedoch inne halten.

„Hast du das gesehen?“

„Was?“, wollte Lion wissen und schob sich näher an ihn heran.

Hayal setzte die Aufnahme zurück, stellte Zeitraffer ein und zoomte den Fleck, wo er die Bewegung bemerkt hatte, heran. „Da!“, rief er und pausierte das Bild. Die beiden starrten auf eine ganz offensichtlich humanoide Gestalt, die scheinbar ohne Hilfsmittel durch die Luft flog.

„Wie kann das sein?“, fragte Hayal erstaunt.

„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, das ist ein Glau.“, sagte Lion langsam.

„Unmöglich!“, schüttelte Hayal den Kopf, „Wie sollte ein Glau nach Gea kommen?“ Er versuchte noch näher heran zu zoomen. „Vielleicht ist es eine neue Technologie.“, sagte er zweifelnd.

Der Zoom zeigte lediglich, dass die Figur ein helles Kostüm trug. Von einer Technologie fehlte jede Spur. Hayal begann, das übrige Bildmaterial abzuspielen, in der Hoffnung einen weiteren Blick auf die fliegende Figur zu erhaschen. Immerhin bewegte sich die Sonde in die richtige Richtung. Ein hohes Gebäude kam in Sicht. Unmittelbar davor schwebte der vermeintliche Glau völlig frei in der Luft. Doch Hayals Aufmerksamkeit war plötzlich auf etwas ganz anderes gerichtet. Nicht auf die Masse der Stadtbewohner, die um das Gebäude zusammenströmten. Auch nicht auf die Ansammlung Maschinen und Roboter auf dem Dach. Das einzige, was er sah, war eine kleine blau-schwarze Gestalt inmitten der Roboter. Er musste nicht einmal heranzoomen um ihr hervorstechendstes Merkmal zu erkennen: Ein übergroßer, haarloser Kopf.

Hayal und Lion sahen sich an. Beide waren für einen Moment lang ohne Worte.

„Kayanol muss davon erfahren.“, sagte Lion schließlich.

„Sie müssen es alle erfahren.“, erwiderte Hayal.

Er starrte zurück auf den Schirm. Noch hatte er keine Ahnung, was seine Entdeckung für ihn und sein Volk bedeutete, oder für die übrigen Exilanten auf E'kkris, sowie für die Bewohner Geas. Aber er fühlte etwas, was er seit dem Untergang Ayunas kaum mehr gespürt hatte: Hoffnung.
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