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Arabian Night

von Scarytale
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
30.05.2013
08.06.2013
3
2.871
 
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30.05.2013 1.030
 
Es war ein Tag wie jeder andere. Hell, sonnig, warm. Und es war ein Markttag. In der Hafenstadt Ollbia war voller betrieb. Marktfrauen priesen ihre Ware an, Es wurde geredet, gelästert und gestritten. Die vielen Leute machten mich nervös. Einmal deswegen, weil ich die letzten Wochen auf der Prärie, nur in gesellschaft einiger Creeper und meinen Verfolger die mir schon seit drei Tagen im Nacken sitzen, verbracht habe. Und zum anderen macht es mir Sorgen, weil es bis vor einiger Zeit nur ein paar winzige Dörfer mit selten mehr als sechs Bewohnern gab.
Inzwischen gibt es schon Städte wie diese, die ungefähr halb so groß wie ....Köln sind. Mist! Ich fange langsam an mein früheres Leben zu vergessen. Das ist nicht gut. Es ist auch nicht gut, das ich schon garnichtmehr weiß, wie lange ich schon in diesem Spiel bin. Für mich ist es inzwischen die Realität geworden.
Ich rede mir zwar in letzter Zeit immer öfter ein, das ich bald einen Weg zurück finden werde, aber da könnte ich auch genausogut versuchen zu glauben das Jonny Depp in wirklichkeit der Weihnachtsmann ist. Nee, da bleib ich doch lieber wo ich bin.
Allerdings nur im Bezug auf dieses Spiel. Aus Ollbia sollte mich langsam mal wegbewegen, sonst wäre in ein paar Tagen mein schöner Vorsprung weg.

Als ich vor unbestimmter Zeit hier ins Spiel gerauscht kam, war es die ursprüngliche Blockvariante. Die Würfelwelt. Das war es heute zwar auch noch, aber die Figuren die hier herumliefen waren alle dreidimensional. So ähnlich wie in World of Warcraft. Leider besaßen sie inzwischen auch ähnliche Ziele und Ausrüstungen. Ich war in der ganzen Zeit hier nicht gealtert. Das war mein Vorteil. Ich alterte nicht, ich zog mir keine lebensgefährlichen Verletzungen zu und ich besaß ein paar Fähigkeiten die mir das Leben hier erleichterten. Oder besser meinen Job. Der war es, die wenigen Großmächte die es inzwischen gab, auszuspionieren oder, wenn mein Auftraggeber es wollte, seinen Gegner wegzumeucheln. Damit zog ich natürlich auch die aufmerksamkeit der Soldaten auf mich. Mein derzeitiges Hauptproblem war ein Kopfgeldjäger, der mir seit ungefähr drei Monaten ununterbrochen im Nacken saß. Wenn man dem Geflüster der Leute Glauben schenken durfte, war es ein klassischer Lovestory-Zustand. Der bekannteste Kopfgeldjäger jagte den bekanntesten Kriminellen durch die Weltgeschichte. Wenn er mich erwischt, verlieben wir uns, hauen zusammen ab und finden einen gemeinsamen Weg zurück in meine Welt. Blöd nur, das aus dieser Romanze nix werden würde, denn er ist ein Kerl und ich bin ein Kerl und ich nehme mal stark an, das wir beide nicht schwul sind.

Okay, zugegeben mit dieser Hoffnung lieg ich schonmal Falsch. Denn, nach allem was ich bisher gehört und gesehen habe, lebt er nach dem Motto "Gleich und Gleich gesellt sich gern."
Schien hier garnicht mal so selten zu sein.

Ich trat aus der Seitenstraße, zog mir meine Kaputze tiefer ins Gesicht und tauchte in der dichten Menschenmenge unter. Als ich am schwarzen Brett vorbei kam, hätte ich am liebsten Feuer gespuckt.

WANTED
Lebendig!
Name: Hisoka (?)
Vorsicht! Gefährlich, angeklagt wegen Mordes und Hochverrat.
Kopfgeld: 7.000 Goldstücke
Und darunter meine Zeichnung!
7.000 GOLDSTÜCKE? Wollen die mich verarschen? Ich hatte ein bisschen verraten und gemeuchelt, aber nicht diese Spielwelt in die Luft gejagt! Die Zeichnung war ja wohl unter aller Kanone, und woher hatten die bitteschön meinen Namen?

Wüten riss ich den Steckbrief ab und knüllte ihn zusammen. Diesem Kofpgeldjäger würde ich jetzt mal Feuer unterm Hintern machen! Niemand zieht ungestraft MEINEN Ruf durch den Dreck!
Aber mit dieser Zeichnung würden sie sowieso nicht weit kommen. Auf dem Bild hatte ich noch braune, kinnlange Haare und die Klamotten aus meiner Welt. Inzwischen gingen mir meine Haare schon bis über die Schultern und waren durch meine nachtaktivität und meine unterirdischen Höhlenverstecke ein wenig dunkler geworden. Die Höhlen mied ich allerdings lieber, denn das einzige wovor ich richtig schiss hab sind Zombies und diese riesigen Spinnen!

Aber zurück zu meinen Racheplänen. Ein ganz großes Problem war, das ich nicht wirklich wusste wie der Jäger aussah. Also würde ich mich mal umhören müssen.

Plötzlich packte mich jemand an der Schulter. Ich fuhr herum und griff reflexartig nach meinem Messer, konnte es aber gleich wieder loslassen. ,,Shiva! Spinnst du eigentlich, mich so zu erschrecken?!",fuhr ich ihn an. Shiva war mein bester Freund und manchmal auch mein Teampartner. Zu zweit konnten wir eine ganze Stadt auf den Kopf stellen. Er hatte zur Zeit ein ähnliches Problem wie ich, wenn auch erst seit kurzem. Er trat näher an das schwarze Brett heran und fetzte seinen Steckbrief herunter. ,,Hier steht ich bin 15!",empörte er sich. ,,Unverschämtheit, ich bin 17 und das Bild sieht ja total gestört aus!"
Ich wedelte ihm mit meinem Steckbrief vor der Nase herum. ,,Auf mich ist mehr Kopfgeld ausgesetzt!",neckte ich ihn und er schnaubte pikiert. ,,Warts ab, Hisoka! Ich bin nicht zum Spaß hier."
,,Tse.",machte ich beleidigt. ,,An mein Level kommst du nie ran."

Ja, wir haben beide eine Schraube locker und, ja, wir vergleichen hier grade unsere Steckbriefe. Aber nur ein bisschen. Shiva hob zu einer schnippischen Bemerkung an, wurde aber plötzlich kreidebleich und erstarrte. ,,Komm, wir verschwinden hier! Da hinten kommen unsere Häscher.",zischte er und zog mich in eine Seitenstraße.
,,Wo?",fragte ich. ,,Die beiden da.",sagte Shiva und zeigte auf zwei Männer, die grade an der Gasse vorbeiliefen. Sie waren etwa gleichgroß. Der eine hatte schwarze, unordentliche, etwa kinnlange Haare, caramellfarbene Haut und eine Besonderheit. Rote Augen. Das gab es wirklich nicht oft.
Der Andere hatte seine roten, hüftlangen Haare zu einem Zopf gebunden, grüne Augen, an seiner Hüfte baumelte ein Köcher mit Pfeilen und auf dem Rücken trug er einen Bogen. Auf den ersten Blick sahen die beiden aus wie zwei völlig normale Söldner. ,,Und wer ist jetzt wer?",fragte ich.
,,Also, der schwarzhaarige ist Ashraf, mein Jäger und der Rotschopf ist Takaru, der ist deiner."
,,Der ist deiner? Hört sich an als wäre er mein Freund."
,,Kann ja noch werden."

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Das wars für heute, aber ich habe noch drei Kapitel auf Lager. ;3
Danke fürs lesen,
über Reviews würde ich mich freuen.
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