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Das Zähmen der Glühwürmchen

GeschichteDrama, Thriller / P16 / MaleSlash
Akari Azana Hirato Jiki Uro Yogi / Nyan-Perowna
26.05.2013
09.08.2014
10
14.303
 
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
26.05.2013 1.122
 
Hallo und herzlich willkommen liebe Leser, zur (meinen Recherchen zufolge) vierten Karneval FF!

Wie zu erwarten war, ist diese FF mit Yaoi verbunden, und bitte, nehmt die Alterseinschränkung nicht so ernst, immerhin lese ich meine Geschichte ja auch, obwohl ich mit 14 zu jung dafür bin!!(War bis vor Kurzem noch auf P16Slash...)

Der Abstand zwischen den Kapiteln, sowie die Länge hängt von meiner Kreativität, Inspiration, Ideenkiste und natürlich meiner Zeit ab.

Liebste Grüße
Aka Shibyo
Aber jetzt: Vorhang auf...


Kapitel 1.1 – Akio – Der Anfang vom ICH


Licht.
Grelles, warmes, nervtötendes Licht.



Wie ich es hasse.
Ich will nur noch nach Hause. Ich will zu meinem Bruder.
Ich ziehe mir die Kapuze meines Hoodies über den Kopf, und ja, ich bin mir durchaus bewusst wie lächerlich es ist, am garantiert sonnigsten Tag des gesamten Jahres mit Kapuze rumzulaufen, aber Licht hat mich schon immer gestört.
Es ist viel zu... ich weiß nicht... Es stört mich eben.
So. Ich bin der Master of Argumentation.
Meinen Blick auf den Weg vor mir gerichtet schlendere ich weiter.
Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht, aber ich weiß wo ich hin will – oder um genauer zu sein, hin muss. Man bekommt nicht oft Nachrichten von vermissten Freunden. Noch dazu ist die E-Mail die ich bekommen habe von IHM. ER ist damals ohne ein weiteres Wort verschwunden. Seine Familie wurde getötet, daher verstehe ich sein plötzliches Verschwinden. Schlechte Erinnerungen, Trauma und so weiter. Aber es verletzte mich zutiefst, dass ER mich einfach verlassen hatte. Nach allem was wir gemeinsam...
Ich beiße mir auf die Lippe. Er ist daran Schuld, dass ich gemobbt werde.
Weil ich schwul bin. Dabei war ich vorher beliebt. Und abgesehen von der Auffassung meiner Umgebung hat sich nichts an mir geändert.



Die Welt ist ungerecht.
Ungerecht und gemein.
Das war mir schon damals klar, als mein Bruder mich allein gelassen hatte.
Ich habe in ihm ein Vorbild gesehen. Und dann war er weg.
Ganz plötzlich war er nicht mehr da.



Ich bleibe stehen und beginne in meiner Tasche zu kramen. Sie ist alt und schwer, aber sie bedeutet mir viel, da sie das einzige ist, was meine Eltern und mein Bruder mir hinterlassen haben.
Ich hole meine Kopfhörer hervor und beginne leicht genervt die Kabel zu entwirren. Sobald ich das geschafft habe, schließe ich die Kopfhörer an mein Handy an.
Sofort ertönt die Stimme von Patrick Monahan.

My heart is paralyzed
My head is over sized
I'll take the highroad like I should...


Innerlich seufze ich erneut auf. 50 Ways To Say Goodbye ist jetzt genau das Lied was ich nicht unbedingt brauche.
Aber gut. Bin ich eben das depressive, schwule Waisenkind.
Können sich die Idioten an meiner Schule eben weiter das Maul über mich zerreißen. Wenn kümmert's?
Ich stecke die Hände in die Jackentaschen, experimentiere etwas mit der Lautstärke der Musik und gehe dann weiter.
Ich habe das Gefühl, dass meine Augenlider unerträglich warm sind, und meine Augen schmerzen.
Passend dazu wird mir klar, dass es vielleicht auch keine gute Idee war, bis sieben Uhr früh am Computer zu sitzen und Shooter zu spielen. Ich bin schrecklich müde, als ich in die Nebenstraße einbiege.

Dann spüre ich etwas, – Eine Präsenz.
Ich komme mir bei dem Gedanken vor wie Spiderman.
„Alarm, da kommen böse Typen! Mein Spinnensinn klingelt!“
Ich bleibe erneut stehen. Nehme die Kopfhörer ab und lausche.
„Akio!“, ruft plötzlich jemand. Perplex hebe ich den Blick nach oben. Auf dem Dach steht jemand... In der Sonne... Meine Augen schmerzen noch ein Stück weit heftiger, als ich trotz des Lichts versuche, die Silhouette zu erkennen.
Dann springt die Person von dem Dach und ich erkenne...
„Azana...“, meine Stimme versagt, ich komme lächerlich vor, ihn nicht gleich erkannt zu haben. Ich taumle mehr nach vorne. „Azana, ich... du...“ Wieder verweigert meine Stimme ihren Dienst.
Azana lächelt mich an. „Akio, ich habe auf dich gewartet! Weißt du, Kafka hätte dich gerne mit dabei.“ „Kafka...?“, frage ich vollkommen verwirrt. Wer oder was, um Himmels Willen, ist Kafka?
Azana lacht, offenbar kann man mir die Verwirrung ansehen.
„Kafka, das sind die Varuga!“, ein fanatisches Glitzern erscheint in seinen Augen.
...diesen wundervollen Augen... „Und...“ Er unterbricht mich im Ansatz. „Dafür ist keine Zeit! Wir müssen hier weg bevor Circus auftaucht. Vermutlich sind sie schon unterwegs.
Ich erstarre. Circus? Die nationale Verteidigungsflotte? Die Hüter von Recht und Ordnung in der Welt des Übernatürlichen?
„Azana... Was tun die Varuga...?“ Er sieht mich verwirrt an. „Was meinst du?“ Ich balle die Hände zu Fäusten. Damals, beim Tod von Azanas Familie, da war Circus an der Untersuchung beteiligt.
Hilft Azana den Mördern von was weiß ich wie vielen Menschen?
Er scheint meine Gedanken zu erraten. „Du... denkst genau wie Akari-sensei...“, stammelt er, und Tränen sammeln sich in seinen Augen. Akari? So hieß doch auch mein Bruder...?
Ich weiß nicht so wirklich was ich tun soll.
„Aza-chan, hör mir zu! Ich kann und will keinen Mördern helfen!“, versuche ich ihm klar zu machen. Ich strecke vorsichtig die Hände aus, um sie auf seine bebenden Schultern zu legen. Bevor es soweit kommt schlägt er meine Hände weg. „ICH HASSE DICH, AKIO!!!“, brüllt er wütend. Ein dunkles Surren ertönt. Über mir fliegen schwarze, wespenartige Ungeheuer. Azana rennt weg.
„AZA-...!!!“, ich werde von der Attacke einer Mutantenfliege unterbrochen. Ich krache gegen die schmutzige Wand eines Hauses. Meine Zähne schlagen klappernd aufeinander, mein Kopf schmerzt höllisch. Irritierender Weise brennt mein Hals. Vor meinen Augen wird alles schwarz.
„Warum...? Aza... na...“ Seit wann bin ich so schwach? Mein Leben wird hier enden...
Die Dunkelheit kommt... Der Schmerz verblasst...





Ich öffne die Augen. Bin ich tot?
Ich befinde mich in einem lichtdurchfluteten Raum. Es ist... etwas kitschig eingerichtet.
Ich habe nur noch meine Boxershorts an... Und... Mein Hals brennt. Mein gesamter Körper schmerzt.
Wie komme ich noch gleich hierher...?
Vor meinem inneren Auge erscheint ein Gesicht. Azana!
Richtig! Irgendwelche Mutanten haben mich angegriffen! Und Azana hat mich endgültig verlassen. Er wollte, dass ich sterbe...
Ich drehe mich zur Seite und rolle mich ganz klein zusammen. Genau wie an dem Tag, an dem mein Bruder verschwand.
Scheinbar bin ich für alle nur wertloser Dreck... Alle lassen mich fallen, für nichts bin ich zu gebrauchen.
Tränen laufen meine Wangen herunter. Das ist mir egal. Dreck wird nicht beachtet, Dreck darf weinen.
Mir entfährt ein leises Wimmern... Gott, wie mein Hals schmerzt!
Tot bin ich offensichtlich nicht. Tote fühlen keine Schmerzen, heißt, sie haben Vorteile, die ich jetzt auch gerne hätte...
Ich schließe die Augen. Ich will einfach nur noch sterben.
Aber... Warum lebe ich überhaupt noch...? Hat mich jemand gerettet? Wenn ja, wie und vor allem warum?

Fragen über Fragen...
Ich bleibe zusammengerollt liegen und schluchze leise vor mich hin.



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