Never again (Gemeinschaftsfanfiktion mit SaskiaBerg117)

GeschichteRomanze, Angst / P16
Saskia Berg Thure Sander
23.05.2013
20.02.2015
7
7.172
 
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23.05.2013 1.140
 
Eine etwas andere Version vom Ende der Beziehung von Saskia Berg und Victor Weißhaus. Ok, es ist echt ein wenig brutal…aber mir war da grade nach…außerdem war bei den beiden ja sowieso nicht alles so super…ein Psycho scheint der ja echt gewesen zu sein…
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Never Again


„Du hast mich das letzte Mal verarscht, Miststück!!“ zum dritten Mal landete seine flache Hand in meinem Gesicht. Es brannte furchtbar und ich schrie auf. Ich drehte mich um und versuchte aus dem Wohnzimmer zu laufen, aber er war schneller und versperrte mir den Weg.
„Wo willst Du hin??“ er packte mich am Arm und drückte so fest zu, das ich später wohl einen Bluterguss bekommen würde. Während er mich immer heftiger schüttelte schrie er, schon fast unverständlich: „Du gehörst mir ganz alleine und Du tust nichts ohne das ich es Dir erlaube!!“ er lies mich los, stieß mich zu Boden. Ich sagte die ganze Zeit nichts, ich wusste es würde nichts bringen. Er hatte immer Recht, egal was ich sagte. Er hat immer Recht. Mein Gesicht schmerzte furchtbar, aber nicht mehr so wie beim ersten Mal als er ausrastete.

Ich bin nun schon fast 3 Jahre mit diesem Mann zusammen. Er war nicht immer so, anfangs war er der Mann den man sich in seinen Träumen immer vorstellte. Zärtlich, liebevoll. Aber seit fast einem Jahr hatte er sich um 180° gedreht. Er wurde aggressiv, grob und hatte sich häufig nicht unter Kontrolle.
Vor 5 Monaten schlug er mich das erste Mal. Ich kam 2 Stunden später von der Arbeit als normal. Er warf mir vor mich mit einem anderen Mann getroffen zu haben. Danach wurde es immer schlimmer, er schrieb mir vor wann ich was zu tun hatte, wie lange ich wegbleiben durfte. Widersetzte ich mich, gab es Schläge.
Auch wenn ich es immer wollte, ich konnte diesen Mann nicht verlassen, ich liebte ihn zu sehr. Die Hoffnung, er würde sich ändern, war zu groß. Aber ich wusste dass ich einen Schlussstrich setzen musste. Wenn nicht heute wann dann??

Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und rappelte mich vom Teppich auf. Victor saß auf dem Sofa und rauchte, er sah mich böse an. „Habe ich dir erlaubt aufzustehen??“. Wenn ich jetzt aufgebe, schaffe ich es nie. Ich stand direkt vor ihm. „Nein, hast du nicht. Aber ich will es!!“ Aus seinem wütenden Gesichtsausdruck wurde jetzt ein Überraschter. Er war es schließlich nicht gewohnt dass ich mich widersetzte. „Ich will aufstehen, also tue ich es!!“ ich war stolz auf mich, es endlich mal hervorgebracht zu habe. Zu sagen was ich will. Dennoch wusste ich, dass das erst der Anfang war. Der Anfang einer Geschichte von der ich nicht weiß wie sie enden wird.

Victor stand auf und ging mit großen Schritten auf mich zu. „Muss ich dir erst wieder Benehmen beibringen?!!“ ich versuchte ihm auszuweichen, doch er erwischte mich noch an meinen Haaren. Er zog mich zurück. Seine Augen funkelten mich wütend an. „Du tust mir weh!! Lass mich los!! Du Drecksack!!“ hatte ich das jetzt wirklich laut gesagt. Wahrscheinlich, denn im nächsten Augenblick fühlte ich einen stechenden Schmerz an meiner Schulter. Victor drückte seine Zigarette an meinem Arm aus. Geistesgegenwärtig zog ich mein rechtes Bein hoch und traf ihn genau an der richtigen Stelle. Er sackte zusammen.
Schnell lief ich in die Küche, öffnete die Schublade und nahm das größte Messer das wir hatten heraus. Meine Hände zitterten, aber ich hatte keine andere Wahl mehr, ich hatte angefangen nun musste ich es beenden. Ein für alle mal.
Victor hatte sich wieder berappelt und stand in der Küchentür. Sein Kopf war rot vor Wut. „Bleib wo du bist, oder ich steche dich ab!!“ in diesem Moment war es für mich nur eine Drohung, ob ich dazu wirklich fähig war, wusste ich nicht. Er lachte nur abwertend, er kannte mich zu gut. Ich würde das nicht tun, oder doch??
Ich schmiss alles was ich in der Küche schnell greifen konnte nach Victor, der langsam, lachend auf mich zukam. Holzbretter trafen ihn am Kopf, Geschirr zerbrach und fügte ihm, wie mir Schnittwunden zu. „Ich meine es ernst!!“ meine Stimme zitterte.
Es hielt ihn nicht davon ab weiter auf mich zuzugehen. Als er dann vor mir stand, ging plötzlich alles ganz schnell. Er versuchte mir das Messer aus der Hand zu schlagen, dabei schnitt er sich selbst tief in die Handfläche. Das Blut tropfte auf den Boden. Mir wurde schwarz vor Augen, ich kämpfte dagegen an. Ich durfte jetzt nicht Bewusstlos werden, denn dann hätte ich verloren.
Wieder griff er, mit seiner verletzten Hand, nach meinem Arm und er bekam in diesmal zu fassen. Mit der anderen Hand prügelte er immer wieder auf mich ein. Ich schloss die Augen. Ich war mir nicht mehr bewusst was ich tat, es passierte alles so, als wäre ich eine Maschine. Mein Arm, in deren Hand sich das Messer befand schnellte nach vorne. Kurz spürte ich einen Widerstand, doch dann glitt das Messer bis zum Anschlag in Victor seinen Bauch. Er schrie schmerzerfüllt auf. Die Hand mit der er mich festhielt krampfte sich erst zusammen, sodass mir die Tränen in die Augen schossen, lies mich dann aber los.

Er sackte auf dem Boden zusammen. Dann brach es aus mir heraus: „Du tust mir nie wieder weh!! Ich will mein eigenes Leben!! Meins, verstehst du, MEINS!!!“ Das erste Mal in meinem Leben spürte ich so etwas wie Macht über ihn. Ich war ihm überlegen. Aber zu welchem Preis??
Würde er sterben, dann müsste ich wegen Mordes ins Gefängnis. Würde er es überleben, sehe es nicht besser aus. Ich hatte nur noch einen Gedanken. Ich musste hier weg, so schnell wie möglich.
Ich rannte ins Bad, wusch mir meine Hände, die voller Blut waren. Anschließend rannte ich ins Schlafzimmer, zog eine Tasche vom Schrank und schmiss alles rein was ich in der Eile finden konnte. Victor hörte ich unten im Wohnzimmer vor Schmerzen stöhnen. Ich schloss die Tasche und ging mit ihr wieder nach unten, griff meine Handtasche, und öffnete die Haustür.

Draußen dämmerte es bereits. Kurz bevor ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen lies, hörte ich Victor rufen: „Ich kriege dich, Schlampe!! Egal wo du dich versteckst, wo immer du hingehst, ich werde dich finden und dann werde ich dich umbringen!!!“ dieser Satz wiederholte sich immer wieder in meinem Kopf, als ich mich auf dem Weg machte. Weg, weit weg.
Ich sah genauso furchtbar aus, wie ich mich fühlte. Meine Haare waren zerzaust, meine Kleidung dreckig. Daher ging ich in die nächste öffentliche Toilette. Ich wechselte meine Klamotten, kämmte mein Haar und wusch mir das Blut aus dem Gesicht. Es war mein eigenes. Ich hatte ein ziemlich blaues Auge, und mehrere Abschürfungen. Man sah mir an das ich ordentlich was auf die Mütze bekommen hatte.
Am Bahnhof stieg ich in den erstbesten Zug.
Neustadt in Holstein.
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