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Wenn die Welt sich weiter zu drehen scheint

von Zidana
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Benny Lafitte Crowley / Fergus MacLeod Dean Winchester Lisa Braeden
23.05.2013
27.11.2013
19
29.208
 
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23.05.2013 3.523
 
Hallo auch. Hier bin ich mit meiner zweiten SPN FF, denn ich musste jetzt unbedingt mal etwas zu Dean und Benny schreiben und das hier ist der Anfang und ich würde wirklich gerne wissen, was ihr davon haltet.
Viel Spaß und liebe Grüße!

Titel: Wenn die Welt sich weiter zu drehen scheint
Fandom: Supernatural
Genre: AU, Drama, Freundschaft, Romanze
Pairing: Dean/Benny [Deanny]
Altersempfehlung: p 16 slash
Pic: http://www.fotos-hochladen.net/uploads/wdwswzds157kgy2ef3q.jpg




Kapitel 1
Chucks alljährliche Party



Chucks alljährliche Party. Da war sie wieder. Die schmiss er schon seit er in der 5. Klasse war. Und ich war jedes einzelne Mal anwesend gewesen. Mehr oder weniger. Und ich verband mit dieser Party so einiges. Viele erste Male. Mein erster Absturz. Und der darauf folgende Kater. Mein erstes Mal. Das allerdings erst nach der Party. Meine erste Abfuhr eines Mädchens. Und meinen ersten Kuss mit einem Jungen. Gut das war auch erst danach.

Und dann hatte dieser Junge mir noch eine dicke Lüge aufgetischt. Damit wollte ich ihn auf Chucks diesjähriger Party noch einmal konfrontieren.

Aber bis der kam, würde es noch Ewigkeiten dauern.

So lange vertrieb ich mir die Zeit mit Sam und jeder Menge anderer Leute. Wir saßen gemeinsam an dem großen runden Tisch in dem Pokerzimmer von Chucks Vater. Es war der faszinierendste Raum im ganzen Haus, wie ich fand.

Der Raum selber war nämlich auch rund. Es Hingen jede Menge Wandteppiche in Form von Skatkarten an der Wand, außerdem gab es Fenster, die nicht nur nach Draußen blicken ließen, sondern auch in andere Räume und diese Fenster waren rund, wie Pokerchips.

Um den Mahagoni Tisch standen schwarze Ledersessel herum und der Teppich war in einem angenehmen Rot gehalten, während die Wand irgendwie weiß war, aber ein ganz anderes weiß, als die verschiedenen Wandteppiche.

Ansonsten gab es nur einen Schrank in diesem Raum. Der war auch aus Mahagoni. Darin befanden sich haufenweise Karten, Chips und wie ich wusste immer eine Flasche Whiskey. Immer nur der beste.

Ich wusste das, weil ich schon ein paar Mal mit Sammy und Dad auf einen Pokerabend eingeladen worden war.

Manchmal glaubte ich, dass die hier heimlich Glücksspiel betrieben, aber eigentlich passte es nicht zu Chucks Eltern, denn die waren die welche der nettesten Menschen, die ich je kennengelernt hatte.

Wir saßen also auch auf der diesjährigen Party an diesem Tisch zusammen mit Chuck, Lisa, Jo, Ruby, Meg, Zachariah, Alastair, Kevin und einem neuen.
Allerdings spielten wir kein Poker und tranken auch nicht den tollen Whiskey, weil Chucks Vater immer penibel darauf achtete, dass der Schrank abgeschlossen war, wenn er und seine Frau einmal im Jahr nach Paris flogen. Hochzeitstag. Jedes Jahr wieder. Und jedes Jahr wieder wurde diese Party gefeiert. Manchmal nannten wir sie schon Weddings Day Party.

Während Lisa sich ausnahmsweise von meinem Bein erhob, um uns etwas Neues zu trinken zu holen, konnte ich mir den neuen einmal genauer ansehen. Er hatte kurze dunkle Haare, die irgendwie einen Rot Schimmer hatten, wenn mir meine Augen keinen Streich spielten. Seinen Augen waren definitiv blau und er war ziemlich kräftig gebaut.

Er beobachtete alles ganz genau, lauschte gerade aufmerksam dem Gespräch, das Chuck und Alastair führten.

Auf mich wirkte er ruhig, aber lange nicht zurückhalten. Und man merkte, dass er sich ein klein wenig unwohl fühlte, denn er schien hier noch niemanden außer Chuck und ein oder zwei weiteren Leuten gut zu kennen.

Aufmerksam musterte ich jede seiner Gesichtszüge, die sich während des Gesprächs von Chuck und Alastair immer wieder veränderten. Wo rüber sprachen die zwei? Kurz blickte ich aus Reflex zu Chuck, der gerade sagt: „Es ist schade, dass Crowley nicht hier ist.“ Und sah dann zurück zu dem neuen, der seinen Blick mir zugewandt hatte.

Mit einem angedeuteten Lächeln prostete ich ihm mit meinem leeren Glas zu und er erwiderte es mit seiner Flasche Bier, bevor wir uns beide wieder etwas anderem zuwandten. Er dem Gespräch, an dem er ja gar nicht beteilig war und ich mich an Lisa, die gerade mit zwei Bierflaschen zurück gelehrt war.

Sie küsste mich kurz auf den Mund und trotzdem schmeckte ich den Geschmack von Alkohol auf ihren Lippen. Gleichzeitig drückte sie mir eine der Bierflaschen in die Hand und setzte sich wieder auf meinen Schoß.

„Luci ist da.“, sagte sie und verzog dabei etwas merkwürdig das Gesicht. „Und er scheint ein Date mit diesem Castiel zu haben.“

Ich nahm einen Schluck aus der Flasche und sah sie dann zweifelnd an, bevor ich schließlich doch grinsen musste. „Na haben die Beiden endlich den ersten Schritt geschafft.“

„Ich finde diesen Typen irgendwie merkwürdig.“, meinte sie und schob dann die Unterlippe vor.

„Cas ist voll okay. Da ist nichts komisch. Er höchstens anders.“, sagte ich nur dazu und küsste sie dann etwas länger. „Also ich geh, die Zwei mal suchen. Ich hab noch ein Hühnchen mit Lucifer zu rupfen.“

Sanft schob ich Lisa von mir weg, was sie nur mit einem genervten Seufzen quittierte, bevor sie sich auf meinen frei gewordenen Sessel setzt.

Ich entschuldigte mich auch kurz bei Sammy, der mit Ruby in ein Gespräch verwickelte war, das immer wieder von Meg kommentiert wurde und verschwand dann aus dem runden Raum.

Die Tür führte in einen langen Flur von dem viele weitere Türen abgingen und folgte der Musik in das riesige Wohnzimmer, dass in eine Disco verwandelt worden war.

Lucifer und Castiel fand ich ganz einfach, denn eigentlich musste man nur den sämtlichen merkwürdigen Blicken folgen. Ich seufzte innerlich. Wieso fand es jeder merkwürdig, dass wir hier zwei Jungs hatten, die sich für einander interessierten? Crowley wurde auch nie blöd angestarrt. Gut vielleicht änderte sich das, wenn er aus dem Krankenhaus wieder kam und jeder erfahren würde, was passiert war. Denn er wurde von noch unbekannten Leuten nieder gestochen. Er lag im Koma und eigentlich war gar nicht sicher, ob er wieder aufwachte, aber das schob ich immer wieder gekonnt bei Seite.

Crowley war zwar ein merkwürdiger Kerl, der mit Drogen dealte und eine schwarze Deutsche Dogge besaß und manchmal nicht ganz korrekt mit anderen umging, aber er war trotzdem ein Freund. Und wenn er das nicht war, dann war er eben der nette Erzfeind von neben an, dem man ab und an dann doch mal vertrauen musste.

Aber zurück zu Cas und Lucifer, die saßen neben einander mit je einem Glas in der Hand auf einem der gemütlichen Sofas. Keine Ahnung welche Farbe die Sofas hatten, denn irgendwie schaffte Chuck es jedes Mal eine Discokugel anzubringen und die Raum in tausende von Farben zu tauchen, aber ich war mir sicher, dass seine Mom stilvoll gehandelt hatte.

„Hey Jungs.“, brüllte ich über die Musik hinweg. „Alles klar bei euch?“

Cas grinste überglücklich und nickte.

„Und bei dir?“, fragte Lucifer mich ohne selber ein Antwort zu geben.

Ich nickte kurz, setze mich und sah ihn ernst an, bevor ich fragte: „Du hast mich letztes Jahr angelogen, richtig?“

Auf sein Gesicht zog sich aber erst nur Unwissenheit und etwas wie Wo-von-redet-der-Typ? . „Was meinst du?“

Castiel grinste noch breiter. „Er meint Gabriel und Sam.“

Lucifer verstand aber immer noch nicht. Manchmal war es echt zum Haare raufen mit dem Kerl. Immer ne große Klappe, aber nie von was ne Ahnung.

In diesem Fall handelte es sich um eine Geschichte, die letztes Jahr auf dieser Party geschehen sein sollte. Beziehungsweise was nach dieser Party bei mir zu Hause im Gästezimmer passiert war.

Damals waren Lucifer und ich erst richtig Freunde geworden, nachdem wir gemeinsam von den Zwillingen Mina und Gina versetzt wurden. Eigentlich wollten wir mit ihnen zu dieser Party gehen. Sie wollten aber scheinbar nicht.  Jeden Falls sind wir deprimiert alleine hier aufgetaucht und nachdem irgendwer etwas in Lucifer Drink getan hatte, wieder zu mir nach Hause gefahren. Ganz geschickt hatte er mir zu Hause verklickern wollen, dass er Sam und Gabriel beim rumknutschen gesehen hatte. Irgendwie kam das eine zum anderen und wir saßen uns küssend aus dem Bett im Gästezimmer, bis meine Mutter hereingekommen war.

Und natürlich hatte ich meinen kleinen Bruder ausgequetscht, doch da war absolut nichts gewesen. Weswegen mir so langsam der Verdacht gekommen war, das Lucifer das alles geplant hatte, um mich dazu zu bringen, ihn zu küssen.

Nicht das ich sauer oder wütend war, das Ganze war schließlich schon ein Jahr her, aber die Wahrheit interessierte mich brennend.

„Sammy hat noch nie in seinem Leben einen Kerl geküsst. Und ich gehe davon aus, dass Gabriel kein Mädchen ist.“, sagte ich belustigt über sein Gesicht, denn das hellte sich ganz plötzlich wieder auf.

„Em ja…“; fing er an zu stottern. „Das war irgendwie gelogen.“ Nervös kratzte er sich im Nacken. „Ich wollte bloß wissen, wie du zu diesem Thema stehts.“

Ich lächelte triumphierend und zwinkerte Cas zu.

„Aber sag mal, „lenkte Lucifer dann ab. „Was hat deine Mutter damals gesagt? Sie wirkte nicht sehr glücklich, als sie uns da erwischt hat.“

Ich zuckte mit den Schultern. „Sie hat dazu nichts mehr gesagt.“ Hatte sie wirklich nicht Dafür hatte sie mich umso öfter traurig angeblickt. Doch so lange Dad mit im Raum gewesen war, hätte sie niemals etwa s gesagt. Na ja und dann kam ich auch schon irgendwann mit Lisa nach Hause und alles war irgendwie vergessen.
Aber ich fühlte mich nicht gut mit dem Gefühl, dass meine Mutter mich eventuell nicht so akzeptieren würde.

Lucifer verzog anerkennend das Gesicht.

„Nur weil ich 2 Monate später mit Lisa nach Hause kam. Sie dachte wohl es lag am Alkohol und da du so früh abgehauen bist an dem Morgen, hat sie sich wohl keine Gedanken gemacht.“

Gemütlich lehnte ich mich in dem Sessel zurück, auf den ich mich gesetzt hatte. Er stand dem Sofa gegenüber, dazwischen ein niedriger Tisch.

„Egal wie deine Mom reagiert hat, so schlimm wie mein Vater wird sie sowieso nicht sein können.“

Ja da hatte Lucifer wahrscheinlich Recht. Denn als irgendjemand, bevorzugter Weise Lucifers Bruder Michael, ihrem Vater gesteckt hatte, dass Crowley und Castiel schwul sind, ist der total ausgeflippt und hatte ihn raus geschmissen, weil Lucifer neuerdings ja immer mit Cas rumhängt. Und seit dem wohnt Luci bei Cas und Anna in einer betreuten WG für Jugendliche, die Probleme mit ihren Eltern hatten.

„Wo ist Sam eigentlich? Und wo hast du Lisa gelassen? Die hab ich eben noch gesehen.“, meinte Cas. Dabei schaute er sich suchend um, fand aber nicht, wonach er suchte.

„Im Pokerraum. Kommt ihr mit? Wir wollen gleich „Wer hat schon mal“ spielen.“

Schief grinsend blickte ich die zwei an. Sie warfen sich gegenseitig kurz einen Blick zu, bevor sie sich gleichzeitig erhoben und mir durch das Gewusel von tanzenden Leuten  in den leeren Flur folgten.

„Dean, was ist „Wer hat schon mal“?“, fragte Castiel bevor ich die Hand auf die Türklinke legte.

„Ein Trinkspiel. Einer fragt „Wer hat schon mal was auch immer gemacht“ und alle die das schon mal gemacht haben, müssen einen trinken. Normalerweise heißt das Spiel „Wer hat noch nie“ aber Chuck hats irgendwann mal umgedichtet.“, meinte ich und beobachtete dabei Castiels Gesichtsausdruck, der sich schon bei dem Wort „Trinkspiel“ sehr veränderte und zwar sehr ins Negative. Hatte er nicht einmal erzählt, dass er Alkohol Probleme gehabt hatte?

„Du kannst aber auch Cola oder so trinken, wenn dir das lieber ist?“, versuchte ich ihn zu beruhigen.

„Das ist gut. Denn wenn Balthazar erfährt, dass ich sein Auto fahre, nachdem ich getrunken habe, dann tickt der aus.“, nuschelte er und lächelte dabei verschmitzt. Aufmunternd versuchte ich zurück zu lächeln, während wir den Raum betraten. Alle Blicken flogen kurz zu uns und richteten sich dann wieder ihrem vorherigem tun zu. Alle außer einer. Der Neue.

„Das ist Benny.“, flüsterte Cas. „Der vom Aikido.“

„Der, den du nicht magst.“, bemerkte Lucifer so leise, dass nur ich und Cas es hörten, während wir uns auf drei freie Plätze setzten.

Lisa war sofort wieder bei mir und legte ihre Hände in meinen Nacken und schaute mich mit glänzenden Augen an, bevor sie mich in einen Kuss verwickelte. Ihre Lippen waren weich und warm und schmeckten nach Alkohol und …

„Lisa, hast du geraucht?“, fragte ich sie fast entsetzt, als ich mich von ihr gelöst hatte.

„Ich hab bloß einmal an Bennys Zigarette gezogen“, sagte sie entschuldigend und mit Schmollmund, wobei sie zusätzlich noch mit den Wimpern klimperte. Aber ich achtete nicht darauf und warf stattdessen einen Blick zu dem Neuen.

Der blickte zurück und sagte lautlos etwas Ähnliches wie: „Sorry Bro, war nicht geplant.“

Ich rollte mit den Augen zog die Brauen tadelnd zusammen. Das war mir ja ein Kerl.

Ich unterdrückte ein Seufzen und  sah wieder hoch in Lisas Gesicht, um sie dann zu küssen.

Chuck räusperte sich währenddessen und wir alle schenkten ihm unsere Aufmerksamkeit.

„So Leute. Ich möchte euch mal wieder zur Wedding Day Party begrüßen. Und zu  unserem diesjährigen Trinkspiel: „Wer hat schon mal“. Gläser und Getränke stehen auf dem Tisch, damit uns niemand verreckt, gibs auch nicht alkoholische Getränke. Neu Begrüßen in dieser Runde darf ich Benny, Cas und Meg. Deswegen sag ich einfach mal Ladys first Meg, du darfst heute anfangen.“

Wie bei einem Geschäftsessen war Chuck aufgestanden. Er trug auch tatsächlich einen Anzug mit Krawatte, aber es stand ihm und sah angemessen aus.
Mit einer leichten Verbeugung setzte er sich wieder, während wir anderen klatschten. Er hatte sich diesen Auftritt irgendwann mal bei seinem Vater abgeschaut. Und ganz ehrlich, ich fands irgendwie cool.

Als nächstes wurden dann erst einmal sämtliche Flaschen herumgereicht und Gläser gefüllt, so lange bis es still war und Meg die erste Frage stellen konnte. Und leider kannte ich Meg gut genug, um zu wissen, dass sie zum mindestens keine Kindergartenfragen stellen würde.

„Wer hatte schon einmal einen Dreier?“

Mehr als die Hälfte der Leute fing schon wieder an zu grinsen, die Gläser dabei locker in der Hand, aber trinken musste nur zwei. Und das waren ganz zufälligerweise Meg und ich.

Der Whiskey rann mir heiß die Kehle hinab und ich spürte wie er durch meinen Speiseröhre floss und in den Magen gelangte.

Ich schüttelte mich. „Boar.“, sagte ich an Chuck gewandt. „Ist das der Whiskey aus dem Schrank?“ Ungläubig sah ich vom meinem leeren Glas zu dem Möbelstück.

Chuck grinste aber nur und wies Lisa an, mir noch ein weiteres Glas mit dem Teufelsgesöff zu füllen.

Lisa selbst wirkte hingegen etwas angespannt und ich wusste sofort, dass ihr meine Antwort auf Megs Frage nicht gepasst hatte. Da musste sie jetzt allerdings wohl oder übel durch.

„Gut, dann bin ich dran.“, meinte Ruby, die links von Meg saß. „Wer hat schon mal einen Freund oder eine Freunde verarscht, in dem er sich im Internet absichtlich als jemand anderes ausgegeben hatte.“

Erstaunlicherweise musste ich nicht trinken. Wahrscheinlich würde es aber auch die einzige Frage bleiben, bei der das so war. Auch Cas, Benny, Uriel und Chuck tranken nicht, aber der ganze Rest.

Gespielt empörd blickte ich Lisa an, bevor ich sie kurz küsste und dann Sammys Frage lauschte. Bei ihm wusste man irgendwie nie, was kam.

„Wer hatte schon einmal ein Tutu an?“, fragte er und die meisten Jungs fingen an zu lachen. Wider meines Erwartens hob Sammy allerdings selbst das Glas und prostete Zachariah und Castiel?! Zu. Die Mädels hoben auch alle samt ihre Gläser an die Lippen.

Das dritte Glas für Meg, mal sehen wie lange sie das wohl durchhielt.
Als nächstes folgte Alastair, der sich auf meinen ehemaligen Platz gesetzt hatte.
„Damit wir mal alle was zu trinken haben.“, sagte er. „Wer hat schon mal einen Apfel gegessen?“

Ich verdrehte die Augen. Das war so typisch Alastair.

Dann war Lucifer dran. Bei ihm konnte man meistens davon ausgehen, dass er was auch immer noch nicht gemacht hatte und selber also nicht trinken musste.
„Wer hat sich schon mal mit dem Gedanken an eine Lehrerin einen runtergeholt?“

Son of a bitch. Nicht sein ernst. Der wusste wie verdammt unangenehm mir ausgerechnet diese Frage war. Er hatte letzten Sommer einmal bei Sam und mir übernachtet und wir hatten über sehr viel Scheiße gequatscht und ich hatte ausgerechnet das erzählt. Und das es mir super unangenehm war, weil ich da schon mit Lisa zusammen gewesen bin.

Grinsend warf er mir einen kurzen Blick zu und hob sich erstaunlicherweise das Glas an die Lippen. Alle anderen Jungs außer Cas machten es ihm nach, während Cas Lucifer etwas ins Ohr flüsterte. Der biss sich auf die Lippe und unterdrückte ein grinsen.

Dann kam Cas und ich war wirklich gespannt, was er fragen würde, denn ich konnte ihn noch nicht so richtig einschätzen.

„Wer hat schon mal etwas mitgehen lassen?“ fragte er, klang dabei ruhig, aufrichtig und vielleicht einen Ticken zu ernst.

Stille füllte den Raum und einige Blicke wurden ausgetauscht. Das schien eine sehr unangenehme frage zu sein für die meisten.

Cas aber hob sein Glas einfach und kippte sich sein Glas hinunter. Mtig machte es Benny und auch Meg nach. Und ich hob mein Glas auch, während ich von erstaunten Blicken gemustert wurde.

„Was?“, sagte ich fast giftig. „Ich hab mal Kaugummi geklaut.“

Erleichtertes ausatmen war zu hören und Michael hob süffisant die Stimme. Bitte nicht. „Castiel.“; sagte er übertrieben angeekelt. „Was hast du denn mitgehen lassen?

Innerlich seufzte ich und verdrehte die Augen. Michael sagte das, als wenn er glauben würde, Castiel hätte das gerade nur zugegeben, um cool zu sein. Dabei sah man Castiel schon an, dass ihm das unangenehm war und er es nie wieder tun wollte.

Die Spannung im Raum war fast greifbar, aber Chuck ignorierte den giftigen Blick Michaels und das fassungslose Grinsen Castiels und sagte: „Michael, du weißt, dass unsere Regeln besagen, dass niemand fragt, wie, wieso, wo und mit wem.“

„Kein Problem Chuck.“; sagte Castiel aber, blickte Chuck dabei dankend an. „Ich verrate Michael doch gerne mal, was man nicht tun sollte. Ich hab nämlich einen Juwelier überfallen, um an Geld für Drogen zu kommen. Und weißt du was, die Aktion ging so dermaßen in die Hose, dass jedem nur empfehlen kann, keine Straftaten zu begehen. Es kommt so wieso ans Tageslicht. Egal, wie man versucht es zu vertuschen.“

Eindringlich sah Castiel Michael an und dem war das Lachen so ziemlich vergangen. Tja, da war wohl auch Sinn von Cas‘ Aktion gewesen, denn … naja also Crowley liegt ja im Krankenhaus. Und das, weil er abgestochen wurde und um ehrlich zu sein, wusste eigentlich noch niemand, ob er das überleben würde. Was wir, also Sam, Cas, Lucifer und ich, wussten, dass es Michael und Uriel waren, denn Crowley hat es Lucifer erzählt, bevor er zum zweiten Mal ins Koma gefallen war.

Und Cas wollte Michael jetzt wohl das extrem miese Gewissen reden. Gute Idee, aber die Drogenstory fand ich dazu jetzt irgendwie unpassend, denn schließlich verkaufte Crowley Drogen. Zwar nicht an Castiel, naja gut auch das hatte er schon getan, aber nicht zu Castiels schlimmen Zeiten, denn da hatte er ja hier noch gar nicht gewohnt.

Um diese miesen Gedanken dann aber wieder zu vertreiben, machte ich einfach weiter.

„Wer hat seinen Geschwistern schon mal den Partner ausgespannt?“

Anklagend sah ich zu Sammy hinüber, der das Glas heben musste.  Auch Lucifer trank. Michael hatte er wohl aber nicht die Freundin ausgespannt, wahrscheinlich eher seinem kleinen Halbbruder Gabriel. Der lungerte hier auch irgendwo rum.
Nach mir war dann Lisa dran und sie fragte: „Wer hat schon mal Angst im Dunkeln gehabt? Also bewusst die letzten Jahre irgendwann.“

Ich lehnte mich grinsend ein Stück vor und blickte zu Lucifer und Sam.

Wie gesagt, Lucifer hatte letzten Sommer irgendwann mal bei uns übernachtet. Unsere Eltern waren nicht da gewesen und irgendjemand oder irgendwas war im Garten herumgeschlichen. Wir hatten so eine Panik in der Dunkelheit in den Garten zu gehen. Mir lief es jetzt noch eiskalt den Rücken runter. Versteht sich aber von selbst, dass ich das nicht laut herausposaunte, oder?

Und dann kam auch schon Uriel an die Reihe. „Wer hat schon mal sein Haustier gequält?“, fragte er ernst und blickte einmal jedem ins Gesicht. Aber niemand hob das Glas. Fast jeder sah auf sein Glas hinab, bis Michael beschloss das Ganze zu beenden.

Am liebsten hätte ich ihn übersprungen. Seine Frage wollte niemand hören und eigentlich hätte jeder wissen müssen, dass es nur eine Provokation sein konnte. Son of a Bitch.

„Wer hat schon mal das gleiche Geschlecht geküsst?“

War klar, dass der Homophob nicht das Glas hob. Allerdings war ich sehr erstaunt, wer sonst noch so das Glas hob. Gut mit Castiel und vor allem Lucifer hatte ich gerechnet. Und auch von Lisa ihren Ausprobierphasen wusste ich. Meg und Ruby, gut, bei Mädchen schockte mich das jetzt ehrlich gesagt nicht so, aber Chuck, Kevin und Benny? Das war schon ein wenig überraschend. Mehr als überraschend. Besonders als auch noch ganz zögerlich Zachariah das Glas hob.

Michael schien auch ziemlich überrascht. Nennen wir es lieber geschockt und angeekelt.

„Das ist ja...!“, schrie er und schüttelte sich, nachdem er aufgesprungen war und ging dann im Eilschritt nach draußen.

„Der Gesichtsausdruck war ja mal zu köstlich.“, meinte ich süffisant an Cas und Lucifer gewandt. Der Blonde grinste auch schief, Castiel hingegen blickte mit einem undefinierbaren Blick zu Benny.

Auch ich wurde nachdenklicher und blickte zu dem Neuen hinüber. Warum hatte ich nur das Gefühl, dass ich den noch öfter sehen würde?
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