Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Parted Ways ; like moon & sun.

von Alhenai
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Gerde Jack "Yandrak" Kimara Kirtash "Christian" Victoria "Lunnaris"
20.05.2013
20.05.2013
2
2.130
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
20.05.2013 1.329
 
( ★ = kündigt wechselnden Ort/Person an )

Der steinige Weg der hinter ihnen lag, hatte Victorias Schuhsohle verschließen. Nun war sie ganz löchrig und kaputt. Wie lange waren sie schon unterwegs? Bestimmt war es schon ein Monat, in dem sie direkt von Neliams Augen, einem Gebirge neben der Kash-Tar Wüste, gen Norden unterwegs waren. Jetzt erst wurde Victoria bewusst, das sie in der ganzen Zeit kaum an Jack gedacht hatte. Er war in Kash-tar geblieben. Er hatte sich entschieden. Er wollte Kimara und nicht sie.
Der Himmel war wolkenlos an diesem späten Nachmittag, kurz bevor die Monde aufgehen würden. Sie waren durch ein kleines Waldstück am Rande des Awa-Waldes unterwegs, seit es hell geworden war. Bei dem plötzlich wieder schmerzenden Gedanken an Kimara und Jack konnte sich Victoria nicht mehr länger halten und verwandelte sich in ein Einhorn. Ihre lange Mähne wehte durch den sanften Wind der im Unterholz herrschte und sie wieherte laut ehe sie zwischen Baumstämmen davon galoppierte als würde Kirtash nicht neben ihr her laufen. Dieser zuckte nur stumm mit einer Augenbraue und ging im selben Tempo weiter wie zuvor. Er würde sie nicht verlieren. Er konnte spüren wo sie sich befand und selbst wenn dieser Ort auf der Erde gelegen hätte statt auf Idhún, er hätte es gewusst. Shiskatchegg, der Ring den er Victoria geschenkt hatte, trug dazu nur unwesentlich bei, denn es machte ihm eher bewusst wie sie sich fühlte statt ihm zu verraten wo sie sich aufhielt.

Er fand sie an einem kleinen Bachlauf der sich seinen Weg durch den dicht bewachsenen Boden bahnte. Sie hatte sich noch nicht zurück verwandelt, lag einfach nur da und sah sich ihr Abbild auf der Wasseroberfläche an. Hier und dort fielen Sonnenstrahlen durch das Blätterdach und schienen auf das Perlmutt-farbene Horn auf ihrer Stirn. Sie wusste dass er da war, zuckte jedoch zusammen als er näher kam. Aus irgendeinem Grund, wollte sie schon seit langer Zeit nicht mehr von ihm berührt werden. Zumindest nicht in dieser Gestalt in der sie sich zurzeit befand.
„Vic…Lunnaris, du darfst dich nicht aus Frust in ein Einhorn verwandeln.“, wies er sie schroff zurecht und setze ein böses Gesicht auf, dass das Einhorn jedoch nicht sehen konnte, da es den Blick abgewandt hatte. Sofort nahm sie wieder ihre natürliche Gestalt an und schenkte ihm ein Lächeln.
Sie versucht immer noch mir etwas vor zu spielen, dachte Kirtash und schüttelte den Kopf.
Victoria war sich dessen bewusst das sie niemals ihre wahren Gefühle und Empfindungen vor dem jungen Shek würde verheimlichen können. Selbst wenn sie den Ring abnehmen würde, würde ein eiskalter Blick genügen und er könnte in ihr lesen wie in einem offenen Buch.
Da sie nichts erwiderte setzte Kirtash dazu an, weiter zu gehen. Victoria zögerte kurz, dann sprang sie über einen Baumstamm der am Boden lag und folgte dem schwarzen Schatten vor ihr.

Niemals zuvor waren sie so lange schweigend neben einander her gelaufen und schon lange nicht mehr, hatte Kirtash auf sie einen solch kühlen Eindruck gemacht. Eigentlich hatte sie die Hoffnung gehabt die harte Schale gebrochen zu haben und endlich zu dem weichen Kern vorgedrungen zu sein. Da hatte sie sich wohl getäuscht.
Er schlief auch nicht mehr. Seit nächten hatte sie ihn immer wieder darum gebeten die Nacht neben ihr im Zelt zu verbringen. Niemals hatte er es getan. Sicher, er hatte es ihr versprochen, erst letzte Nacht, aber sie glaubte nicht daran dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen würde.
Sie war ja nicht mal sicher, wo ihre Reise hin führen würde, denn Kirtash hatte nichts darüber gesagt. Sie war verletzte gewesen wegen Jack und Kimara und Kirtash hatte sie gefragt ob sie mit ihm in den Norden gehen wollte, da hatte sie zugesagt. Jetzt befand sie sich mitten im tiefsten Teil des Awa-Waldes und wünschte sie insgeheim sie wäre zu einer der Städte der Himmelblauen gegangen oder hätte Shail aufgesucht. Für beides hatte sie gute Gründe gehabt es nicht zu tun. Sie hätte nicht zu den Himmelblauen gehen können, denn diese hätten ihren Schmerz gespürt und damit wollte sie sie nicht belasten und zu Shail wollte sie nicht gehen, weil sie wusste dass er Jack den Hals umdrehen würde. Also war sie mit Christian gegangen.

★ In der heißen Sonne glänzte die Schneide seiner Klinge in den schönsten Farben. Das Schwert strahlte so unheimlich viel Macht aus, wenn es sich in seiner Umgebung wohl fühlte und das war eindeutig der Fall. Was würde einem Feuer-Schwert auch besser gefallen wie die Hitze der Wüste um es herum? Kurz schwang er es durch die Luft als würde er gegen einen Unsichtbaren Angreifer kämpfen, dann steckte er es mit einer schwungvollen Bewegung zurück in die Scheide.
„Jack, kommst du?“, hörte er Kimaras Stimme in der Nähe rufen und sofort war er hell wach und voller Tatendrang. Es war eine gute Entscheidung gewesen sich der Karawane der halb Yan an zu schließen. An diesem Abend würde er ebenfalls  „das Mahl“ bekommen, das alle Neulinge und Karawanen treue bekamen. Es erfüllte ihn mit stolz das die Yan um ihn herum ihn so bewunderten. Ein gewisses Gefühl von Macht, das er nicht leugnen konnte und das sein Herz und das Feuer das in ihm brannte zum lodern brachte.
Er ging auf Kimara zu und ergriff sofort ihre Hand, küsste ihre unbedeckte Lippen leidenschaftlich und zog sie dabei nah an sich. Ein glucksendes Geräusch war von der halb Yan zu hören, doch sofort knisterte die heiße Luft um sie herum. Sie hatten noch keine Nacht miteinander verbracht. Alles war noch so frisch. Es war nicht so, das er nicht vorgehabt hätte es in einer der Nächte in der sie sich das Zelt teilten darauf ankommen zu lassen, jedoch hatte Kimara darauf bestanden es auf die Nacht nach dem er das Mahl erhalten hatte zu verschieben. Diesen Gefallen tat er ihr zwar nur widerwillig aber gerne und aus ganzem Herzen. Denn er liebte sie, aus ganzem Herzen, das war ihm bewusst geworden und deshalb hatte er Victoria gehen lassen.

Es war ein Marsch von mehreren Stunden gewesen, bis sie die nächste Oase erreicht hatten. Als das erste Zelt, das der Weberinnen, aufgebaut war, ging bereits die Sonne unter. Kimara hatte er seit der Ankunft bei der Oase nicht mehr gesehen und so ging er davon aus, das sie bei den Weberinnen im Zelt saß und ihren üblichen ‚Unterricht‘ nach ging, der sie dort erwartete.

Wenn es nach ihm gegangen wäre, so hätte er den Männern beim Aufbau der Zelte geholfen, jedoch wurde er kurz nach der Ankunft ebenfalls in eines der frisch aufgebauten Zelte geführt. Es waren 7 Männer die um ihn standen und eine Frau mit einer gläsernen Schüssel voller Wasser, die sich auf den heißen Sand gekniet hatte und es nicht einmal wagte Jack in die Augen zu sehen. War das hier so etwas wie eine Art Ritual wegen dem Mahl das er empfangen sollte? Er wusste es nicht und beobachtete stumm das geschehen und horchte den Gebeten der Yan, welche so schnell vorbei waren wie sie damit begonnen hatten. Die Yan hatten wirklich eine sehr schnelle Art zu reden. Doch er würde alle Zeit Idhúns haben um sich dieser Sprache an zu passen und sie verstehen zu lernen.
Anschließen wurde er gebeten auf zu stehen und drei Männer begannen ihm die Klamotten aus zu ziehen, wobei er sich ein wenig unwohl zu fühlen begann. Wenigstens seine Unterwäsche ließen sie ihm, wodurch er sich wesentlich besser fühlte. Die anderen vier Männer hatten jeder eine Schüssel in der Hand, die so ähnlich waren wie jene die die, noch immer im Sand kniende, Frau bei sich hatte. Jedoch befand sich in deren Schüsseln kein einfaches Wasser. Es war viel mehr eine Art Farbe in der sie auch so gleich ihre Fingerspitzen tunkten. Ihm wurde befohlen die Augen zu schließen und ‚die Wüste zu spüren‘ und so tat er wie befohlen, schloss die Augen und sog den Duft der Wüste tief in sich hinein.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast