Parted Ways ; like moon & sun.

von Alhenai
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Gerde Jack "Yandrak" Kimara Kirtash "Christian" Victoria "Lunnaris"
20.05.2013
20.05.2013
2
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20.05.2013 801
 
Das Licht des Lagerfeuers erhellte sein Gesicht im dunkel. Es war still geworden so nah am Waldrand, wo sie ihre nächtliche Pause eingelegt hatten. Irgendwo heulte ein Vogel auf, eines dieser Viecher die ihn sonst aufschrecken ließen, dabei schlief er schon nicht sehr fest um immer aufmerksam zu sein. Ein kribbeln in seinen Fingerspitzen verriet ihm sofort das jemand sich in der Nähe bewegte. Stumm saß er da und stocherte noch einmal mit seinem Stock in der Asche herum. Eine Person war hinter ihn getreten. Er konnte ihren Herzschlag hören, ihre Atmung. Er konnte sie riechen, dieser Duft der ihn den ganzen Tag umgab. „Warum legst du dich nicht wieder schlafen?“, fragte er gleichgültig, obwohl er wusste, dass sie diesen Ton in seiner Stimme nicht leiden konnte. Daraufhin konnte er hören wie sie scharf die Luft einzog und anschließend einen Schritt auf ihn zu machte. Seine Augen zuckten nach rechts. Jeden Moment würde sie ihn an der Schulter berühren und sich dann elegant neben ihm niederlassen. So geschah es.
„Ich kann nicht schlafen, wenn du nicht neben mir liegst.“, hörte er ihre zarte Stimme flüstern. Als er ihr einen kurzen Blick schenkte, konnte er in ihren Augen lesen wie ehrlich sie das gesagte meinte. Mit einer geschmeidigen und schnellen Bewegung strich er ihr eine Haarsträhne hinter ihr Ohr und musste kurz darauf schmunzeln. Er musste sich wirklich zusammen reißen, durfte sein Gesicht vor ihr nicht verlieren. „Vic, du weißt das du den Schlaf brauchst. Der Weg ist noch lange und du musst bei Kräften bleiben…“, wies er sie an und widmete seinen Blick wieder den lodernden Flammen. Eigentlich hätte er sich unwohl fühlen müssen, so nah am Feuer. Aber dieses hier war anders, da er die Macht darüber hatte. Es gehorchte ihm und würde er nur einen tiefen Atemzug nehmen und diesen dem Feuer entgegen pusten, so würde es erlöschen. Das war ein gutes Gefühl. Er hatte gerne die Kontrolle.  
„Ich weiß, Christian. Aber, kannst du nicht wenigstens eine Nacht neben mir verbringen? Du musst ja nicht schlafen. Es reicht wenn du da bist.“, rissen ihn ihre Worte aus seinen Gedanken. Leider, würde er ihr widersprechen müssen. Nicht heute Nacht. „Morgen, in Ordnung? Versprochen.“, meinte er mit einem aufmerksamen Lächeln von dem er wusste, das Victoria es liebte und das sie daraufhin nachgeben würde. Sie zögerte kurz, dann beugte sie sich nach vorne und legte sanft ihre Lippen auf seine. Er erwiderte den Kuss und ließ sich die Unruhe die stetig durch seinen Körper zuckte nicht anmerken. Als Victoria die Augen öffnete entging ihr jedoch nicht das blitzen in Kirtash’s eisblauen Augen. Sie schob es auf seine Art immer alles unter Beobachtung zu halten um vor möglichen Angreifern gewarnt zu sein. Wie auf Stichwort zuckte ein dunkler Schatten über den Nachthimmel und schlängelte sich mit gewundenem Leib an den Sternen vorbei. Ein Shek. Hatte er sie entdeckt? Kurz hielt sie den Atem an, immer noch nah an Kirtash’s Gesicht. Doch der Shek flog weiter und war kurz darauf schon nicht mehr zu entdecken. „Keine Angst, Victoria. Ich behalte den Himmel im Auge. Aber jetzt leg dich etwas hin, wir brechen bei Morgengrauen auf.“ Sie nickte stumm und erhob sich anschließend, bahnte sich den Weg durch das Hohe Gras bis hin zu dem Zelt in dem sie in der Nacht schlief.

Voller Anspannung saß er einfach nur da. Sein Körper konnte es kaum erwarten und seine Lippen wurden allein bei dem Gedanken ganz trocken. Aber er musste sitzen bleiben und warten, bis der Schlaf das letzte Einhorn heimgesucht hatte. Bis zum Morgengrauen waren es noch 3 Stunden, die er nicht würde genießen können, wenn Victoria nicht endlich einmal zur Ruhe kam.
10 Minuten später erfasste ihn das entspannende Gefühl das der Schlaf sie sich geholt hatte und so schlich er wie ein Schatten zu ihrem Zelt hin. Mit der flachen Hand auf ihrer Zeltplane, flüsterte er etwas in einer alten Sprache, die Victoria nicht einmal verstehen würde wenn sie hellwach und aufmerksam zuhören würde. Es war die uralte Sprache seine vorahnen. Nun würde nichts sie mehr wecken, ehe er selbst den Zauber lösen würde.

Nur wenige Sekunden später, raschelte es im Wald nahe des Feuers und ein unmerkliches Flüstern, nur für seine Ohren bestimmt, drang zwischen den Blättern und Ästen hindurch. Ein Lächeln huschte über seine Lippen, es war finster und doch zu gleich erregt. Er hätte blind an den Flammen vorbei auf den Wald zugehen können, sein Instinkt hätte ihn geleitet. Mit einem letzten kalten Blick verließ er den Bereich in dem sie die Nacht pausierten und schlich zwischen zwei Baumstämmen hindurch ins Unterholz. Der Duft von frischen Rosen lag in der Luft. Seine Hand wanderte zu Haiass und blieb auf ihm liegen. Kurz darauf erfüllte ein schallendes Lachen den Waldabschnitt und ließ Äste und Zweige erzittern.
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