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The way we are

von CariCoon
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Kiro Luminor Romeo Shin Strify Yu
19.05.2013
29.03.2015
20
24.559
 
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19.05.2013 706
 
Nenn es seltsam
Das ist die Art wie wir sind
Weit über deine Träume hinaus
Zerbrich deine Ketten
Öffne deinen Geist für mehr
Sieh wie es ist
So wie wir zu sein

„YU!“, rief seine Mutter, während sie gegen die Zimmertür klopfte. Nichts. Keine Reaktion. Die einzige Antwort, die sie bekam, waren einige laute, schrille E-Gitarren Akkorde, die schon seit circa einer Stunde das ganze Haus erfüllten. „Yu! Mach die Tür auf! Du kommst zu spät! Die Schule beginnt in 30 Minuten!“ Die Verzweiflung in der Stimme seiner Mutter war deutlich zu hören.

Das Alles wäre ja nicht so tragisch, wäre es ein Einzelfall. Doch das war es ganz und gar nicht. Es war doch jeden Morgen das Gleiche.

Langsam wurde seine Mutter wütend. „Wenn du nicht sofort da rauskommst, hat das ernsthafte Konsequenzen für dich! Hast du mich verstanden, Ha…“ - „Hör doch endlich auf, mir auf die Nerven zu gehen. Ich weiß was ich tue. Ich bin kein kleines Kind mehr!“, hatte eine Stimme von innen sie unsanft unterbrochen und mit einem verzerrten Akkord verstummte die Musik.

Yu legte seine Gitarre zur Seite. Widerwillig. Ihn nervte das Verhalten seiner Mutter, aber noch mehr nervte ihn diese dämliche Schule. Wozu sollte er da überhaupt noch hin? Man hatte ihm mal beigebracht, dass man nur solang zur Schule ging, bis man sich einen Beruf suchte. Einen möglichst guten Beruf, wo man möglichst viel erreichen könne. Er hatte bereits alles erreicht. Für ihn alles. Er war erfolgreich, die Mädchen lagen ihm reihenweise zu Füßen und was für ihn das Wichtigste war, er konnte so sein wie er war. In seiner Welt störten keinen seine außergewöhnlichen Klamotten, sein verrückter Haarstyle oder seine stark geschminkten Augen. Es störte niemanden, dass er anders war.

Er hörte leise, aber doch deutlich vernehmbare Schritte, die die Treppe hinuntergingen, das bedeutete, dass seine Mutter ihn endlich in Ruhe ließ. Er griff nach einer kleinen Box und holte einen Glasgegenstand heraus. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und stellte ihn vor sich ab. Vorsichtig schraubte er den Deckel ab und setzte mit der schwarzen Farbe am ersten Fingernagel an. Es dauerte einige Zeit, bis er den schwarzen Nagellack auf allen Fingernägeln aufgetragen hatte. Auch wenn er nicht wusste wer es war, für ihn war der Erfinder des extraschnell-trocknenden Nagellacks ein Gott.

Er stand auf und ging zum Spiegel. Fein zog er seine Eyelinerkonturen noch einmal nach und auch den Mascara erneuerte er. Nun waren seine Haare an der Reihe. Mit einer gefühlten Dose Haarspray stylte er seine Frisur, bis sie für ihn annehmbar war.

Er griff sich seine Tasche und ging die Treppe hinunter. Dort führte ihn sein Weg erstmal ins Bad. Er checkte nochmal, ob sein Outfit wirklich so passte und putzte danach seine Zähne. „Yu! Bist du endlich fertig?“, hörte er die Stimme seiner Mutter aus Richtung Küche. Er gab ein genervtes „Ja!“ von sich, ehe er aus dem Bad ins Wohnzimmer ging. Sein Vater war schon weg und seine Mutter hantierte in der Küche. Er schnappte sich einen Apfel, der auf dem Tisch lag und mit einem knappen „Tschau Mum…“ verließ er das Haus.

Der Schulweg kam ihm unendlich lang vor und aus diesem Grund sah er es gar nicht ein, warum er sich beeilen sollte. Ihm war eh klar, dass er sowieso zu spät kommen würde. Aber man musste es ja auch nicht übertreiben, also beschloss er eine Abkürzung zu nehmen. Er bog in eine dunkle Seitengasse und folgte der nur mäßig gepflasterten Straße. Auf einmal hörte er ein Geräusch. Er wusste nicht genau, was das gewesen war. Er sah sich um. Es gab nicht viele, die diese Gassen kannten. Die meisten Leute, die er kannte, würden so einen Ort auch gar nicht freiwillig betreten. Seine Eltern wären sicher auch nicht begeistert, wenn sie wüssten, dass er sich hier herumtrieb. Doch plötzlich riss ihn ein schrilles Geräusch aus seinen Gedanken. Er sah auf sein Handy und öffnete die soeben eingegangene Nachricht. ‚Man Yu, wo bist du?! Der Direx macht einen Megaaufstand…! ‘ Er seufzte. Ohne jenes Geräusch weiter zu beachten machte er sich nun also auf den Weg zur Schule. Doch irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, dass er da eben in der Gasse nicht allein gewesen war.
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