Ein neuer Tag im Paradies

von Schafi95
KurzgeschichteAllgemein / P12
Kira Nerys Odo
19.05.2013
19.05.2013
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Disclaimer: Ich besitze keinerlei Rechte an Star Trek und veröffentliche diesen Text ohne die Absicht, damit einen Gewinn zu erwirtschaften.



Kira kuschelte sich an Odo – zumindest hätte sie dies getan, wenn er neben ihr gelegen hätte. Sie rieb sich den Schlaf aus den Augen. Gerade eben war er doch noch da gewesen, hatte neben ihr gelegen. Er konnte doch nicht einfach verschwunden sein.
Die Tür zum Wohnraum ihres Quartiers öffnete sich zischend und jemand betrat leisen Schrittes Kiras Schlafzimmer. Sie kannte den Rhythmus der Schritte, die nun langsam ihrem Bett immer näher kamen, nur zu gut. Es war Odo, der Mann, den sie liebte. Er setzte sich vorsichtig zu ihr auf das Bett und strich ihr sachte über das Haar.
„Wo warst du?“, murmelte Kira verschlafen.
„Ich habe Frühstück gemacht“, flüsterte Odo, nachdem er sich zu ihrem Ohr herab gebeugt hatte.
Kira legte ihren Arm um Odos Hals, als sich dieser wieder erheben wollte. Langsam kam sie seinem Gesicht immer näher, um sich in einem innigen Kuss mit ihm zu vereinen. Dann setzte sie sich neben ihrem Geliebten auf, räkelte sich einmal und stand schlussendlich auf. Odo hatte sich die Mühe gemacht, ein Frühstück für sie zuzubereiten, also wollte sie dies nicht zu lange hinauszögern.
Wenn sie bedachte, dass es einmal eine Zeit gegeben hatte, in der sie ihr Möglichstes getan hatte, um Odo aus dem Weg zu gehen, hätte es sie eigentlich wundern müssen, dass sie doch noch zusammengekommen waren. Und Vic Fontaine, eines von Doktor Bashirs präpubertären Holodeckprogrammen, war daran nicht unschuldig. Sie dachte noch immer mit Freude an ihren ersten Kuss, damals, mitten auf dem Promenadendeck.
Odo stand neben ihr, hatte sachte seinen Arm um sie gelegt. Diesmal war es Odo, der sein Gesicht näher an Kiras Gesicht brachte, um sie zu küssen. Sie hielten sich eine Ewigkeit fest umschlungen, dennoch konnte diese Ewigkeit gar nicht lange genug dauern. Am liebsten hätte sie ihn nie mehr losgelassen, doch sie musste pünktlich zum Schichtbeginn auf der OPS sein. Aber sie wusste genau, dass sie schon am Abend wieder zusammen sein würden.
Langsam löste sie sich von ihm und betrat den Wohnraum. Kira wollte sich gerade zu Odo umdrehen, um sich bei ihm zu bedanken, als der Boden unter ihren Füßen plötzlich erzitterte. Sekundenbruchteile später sprangen die Notbeleuchtung und der Rote Alarm an. Erschrocken blickte sie zu Odo. Aber auch er war mindestens genauso verwirrt wie sie. Das Dominion hatte sich in den letzten Tagen doch so ruhig verhalten. Warum sollten sie jetzt auf einmal DS9 angreifen?
„Alle Offiziere sofort auf die OPS!“, erklang Captain Siskos Stimme aus den Lautsprechern.
Es folgte eine weitere Erschütterung. Und dann noch eine und noch eine, bis die Beleuchtung erlosch. Die Sterne leuchteten schwach vor dem Fenster des Quartiers. Wenn sie sich nicht in einer akuten Notlage befunden hätten, hätte Kira diesen Augenblick vielleicht als romantisch angesehen. Noch ein Erzittern der Station folgte, bevor die Schwerkraft ausfiel. Ein weiterer Treffer schlug nahe Kiras Quartier ein, dass konnte sie anhand des lauten Knalles deutlich wahrnehmen.
Langsam bewegte sie sich auf Odo zu. Wenn jemand sie beschützen konnte, dann war es Odo. Doch Kira kam nicht weit. Der nächste Treffer der Angreifer schlug direkt an der Außenwand von Kiras Quartier ein und riss diese in den leeren Raum. Die Schilde mussten versagt haben. Denn das nächste, was sie wahrnahm war, dass sie und Odo hinaus in die unerbittliche Kälte des Weltraums gezogen wurden...

Es ist fünf Uhr.“ Kira schreckte hoch. Keuchend und mit rasendem Puls stellte sie fest, dass sie nur geträumt hatte. Sie atmete mehrfach tief durch. Als sich ihr Puls wieder normalisiert hatte und der Schrecken langsam aus ihren Gliedern wich, stand sie langsam auf und trat an das Fenster ihres Schlafzimmers.
Es mochte ein Alptraum gewesen sein, doch war er einfach zu schön gewesen, um wahr sein zu können. Odo war fort, bei seinem Volk im Gamma-Quadranten. Ihre Einsamkeit war der Preis des Friedens gewesen. Aber sie war sich sicher, dass irgendwo dort draußen Odo auf dem Felsen, auf dem er sie einst verlassen hatte, saß, zu den Sternen emporblickte und an sie dachte.