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See you in Paradise

GeschichteDrama / P16 / Gen
15.05.2013
05.06.2013
8
7.496
 
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13 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
15.05.2013 1.352
 
Tut mir leid, dass ihr so lange warten musstet, aber der Klausuren- bzw. Notenstress hält an.
Vielen lieben Dank für die Kommentare! Freue mich sehr darüber. Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim nächsten Kapitel!!! :)

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  Duane Lee sah auf die Uhr und erschrak. Er war eindeutig zu spät dran. Schnell schnappte er sich seine Sachen, stieg in seinen Wagen und fuhr los. Als er endlich das Büro erreichte, war es schon nach 10 Uhr. Vorsichtig öffnete er die Tür und schlich sich hinein. Leland bemerkte ihn als erster, dann sah ihn auch Beth. „Endlich aufgewacht?! Was war es diesmal?“, fragte sie ihn.
„Wer feiern kann, kann auch arbeiten mein Sohn.“, kommentierte Duane das Zuspätkommen seines Sohnes.
„Sorry...“, entschuldigte sich Duane Lee und setzte sich an seinen Schreibtisch. Leland beobachtete seinen Bruder etwas genauer aus den Augenwinkeln, während Duane Lee sich an die Fallakten und Briefe machte. Er schlug fortlaufend Akten auf und zu, dann wechselte er unerwartet zu den Briefen über, öffnete die Briefumschläge, faltete die Papiere auseinander, um sie dann doch schnell wieder abzulegen. Kurz darauf schien er in Gedanken versunken. Die ganze Luft um Duane Lee schien elektrisiert und aufgewühlt. Leland entschied sich, zu seinem Bruder zu gehen.

„Na, alles ok Brah?“
„Hm.“, brummte Duane Lee unverständlich und gedankenverloren.
„Worüber denkst du nach, Duane Lee?“
Duane Lee reagierte endlich und richtete sich fragend auf. Leland wiederholte sich noch einmal und Duane Lee schien in seinem Kopf nach einer kurzen passenden Antwort zu suchen.
„Ich habe angefangen Celines Buch zu lesen. So viele Erinnerungen kommen plötzlich wieder hoch. Ich dachte, ich hätte alles um sie vergessen.“ Duane Lee driftete wieder in seine Gedankenwelt ab.
„Sie war etwas besonderes für dich.“, versuchte Leland ihn wieder zurückzuholen.
„Das war sie. Warum habe ich mich damals nur so verhalten?“ Leland sah seinen Bruder nicht an und dachte kurz nach.
„Damals war deine Ehe schon kaputt, aber du hast immer noch versucht an ihr festzuhalten. Es war so viel Chaos. Thereza hatte dich tief verletzt und betrogen, also hast du es ihr gleichgetan. Und inmitten dieses Desasters trat Celine. Es war halt so.“
Duane Lee sah seinen Bruder an und erinnerte sich an die vielen Gespräche zwischen ihm und seiner damaligen Frau. Er erinnerte sich, dass es ihm als erstes das Herz gebrochen hatte, dann war es sein angekratzter Stolz gewesen, welchen er mit Affären aufzupushen versuchte. Er lachte.
„Weißt du Leland, was das Traurigste an der ganzen Geschichte ist. Ich wollte mich durch die Affären irgendwie besser fühlen und habe dabei alles verloren. Seit dieser Zeit habe ich mich nicht einmal mehr rundum geliebt und geborgen gefühlt.“
Leland schluckte kurz. „Hey, Brah! Ich liebe dich über alles! Soll ich dich umarmen?“, versuchte Leland seinen Bruder aufzumuntern und ging mit geöffneten Armen auf ihn zu.
„Hahaha!“, witzelte Duane Lee.
„Komm schon. Ich umarme dich kurz.“ Leland ging lachend auf seinen verstört und empört dreinschauenden Bruder zu.
„Geh weg. Hör auf und geh weg!“, antwortete Duane Lee mir abwehrenden Gestiken.
„Was ist hier denn los?“ Plötzlich stand Beth vor ihnen.
„Duane Lee braucht Liebe.“, antwortete Leland knapp.
„Stimmt doch gar nicht. Ich brauche einen neuen Bruder.“, reagierte Duane Lee sofort.
„Was?! Das verletzt das Herz deines kleinen Bruders! Du hast es einfach so zerbrochen. Siehst du es dort auf dem Boden liegen?“ Leland ging absolut in seiner Rolle auf.
„Oh nein! Ich will meinen Bruder nicht verletzten.“ Duane Lee musste lachen und beide schubsten sich durch die Gegend. Beth zog ihre Stirn nach oben, während sie sich die ganze Szene ansah. Dann drehte sie sich um und ging mit schüttelndem Kopf aus dem Zimmer.
„Danke Brah.“ Duane Lee sah seinen Bruder an, der ihm zunickte.
Nach einigen Augenblicken machten sich die beiden Brüder wieder an die Arbeit. Als Duane Lee endlich zu Hause und geduscht war, sowie gegessen hatte, las er weiter:  

'Dann erhielt ich die Antwort meines Lebens: Schwanger. Stille. Die Welt stand einen Moment lang still. … Okay... Zugegebenermaßen setzte mein Verstand einen Moment lang aus. Als er dann wieder hoch fuhr, gab es eine Menge Fehlermeldungen, bis es den Satz: 'Ich werde Mutter' bilden konnte. Dieser Satz brannte sich in mein Bewusstsein, welches Assoziationen mit dem Thema Muttersein bildete. Und ich gelangte zu einer festen Vorstellung unserer Zukunft. Heute lache ich ein wenig über meine närrischen Träumereien. Es ist unvorstellbar, wie unrecht man haben kann, obwohl man eine feste innere Überzeugung hat. Es ist unglaublich, wie stark uns unser Verstand zu einer Meinung führt, die wir voller Überzeugung annehmen und vertreten. Ich will damit nicht sagen, dass die Träumereien absolut falsch wären. Nein, es wäre schlimm ohne sie! Ich sage damit, was mein Verstand mich hat feststellen lassen, ist nur ein Bruchteil von dem, was ich bekommen habe und auch geben konnte. Ich empfehle jeden zu Träumen, aber auch schön offen für jede Veränderung zu bleiben, die einem nicht ins Konzept passt.

Ich wusste, dass uns einige Hürden bevorstehen würden. Da war es wichtig gleich ein enges Team zu bilden. Also hob ich mein Shirt und sah auf meinen Bauch. Ich konnte nichts sehen. Ich holte einen Stuhl und stellte mich vor den Spiegel. Ich konnte dich wirklich nicht entdecken! Ich beugte mich vor und klopfte leicht auf meinen Bauch. “Hallo? Bist du wirklich da?“, flüsterte ich dir ehrfürchtig zu. Die Antwort war ein kleiner Abstecher zur Toilette. Meine Frage war damit beantwortet. Ich pustete mir meine Haare aus dem Gesicht. „Dann mal herzlich Willkommen in meinem Körper und Leben. Das wird die nächsten Tage echt spannend werden. Wundere dich nicht über das, was alles passieren wird, denn hier sind alle verrückt. Weißt du schon, ob auch du so einen kleinen Knall hast? Also, ähm... ich meine das jetzt nicht negativ. Wir kennen uns noch nicht so gut, da könntest du mich falsch verstehen. Ich mache mir nur Sorgen. Am Ende denkst du darüber nach, wie du nur bei uns zum Landeanflug ansetzen konntest. Ach quatsch, Gene, ich vergaß. Und was machen wir mit deinem Papa? Ich weiß echt nicht, wie ich ihm deine Existenz mitteilen soll. Darüber müssen wir noch einmal reden.“

Duane Lee lachte auf und schüttelte mit dem Kopf. Ja, das war absolut Celine. Er konnte sich die Situation bildlich vorstellen. Aber am meisten interessierte ihn, wie sie dem Vater die freudige Mitteilung machen würde. Ihn holte eine fast vergessene Erinnerung wieder ein.

Rückblick

  Celine stand wie angewurzelt vor ihm. Ihr Gesicht war bleich vor Schreck, während sie seinen Namen stammelte. Er sah ihr in die Augen. Sie zeigten ihm ein Wechselbad der Gefühle an. Er wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Am liebsten hätte er sie umarmt, aber im letzten Jahr hatte sie auf seine Kommunikationsversuche nicht reagiert. Also standen sie sich kommentarlos gegenüber. Celine schien darüber nachzudenken, ob sie ihm entgegenkommen sollte. Schließlich hatte sie eine Entscheidung getroffen.

„Duane Lee... Es ist so viel Zeit vergangen. Es ist so viel passiert.“, begann sie.
„Ja, es ist ein Jahr her, seitdem du Hawaii verlassen hast.“, fügte Duane Lee an.
„Bei mir hat sich vieles verändert...“, Celine stockte einige Momente, bevor sie entschied, wie sie weiter Reden sollte, „Ich muss dir etwas erzählen. Ich weiß nur nicht wie. Es hat alles verändert.“ Celine sah auf den Boden.
Duane Lee wurde wütend. Sie konnte ihn nicht mal ansehen.
„Warum sagst du mir nicht einfach, dass du einen anderen hast!“, platzte es aus ihm raus.
„Was?!“ Celine schreckte hoch. Wieder zeichnete sich ein Wechselspiel in ihrer Mimik an, dann war auch sie wütend. „Du hast dich echt nicht verändert! Ich bin nicht wie du Duane Lee! Das solltest du nie vergessen. Du gehst besser. Ich glaube für die Wahrheit bist du wirklich nicht bereit.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging.

  Duane Lee dachte noch einige Zeit darüber nach und fing an sich über seinen Ausbruch zu ärgern. Wieder hatte er seine Unsicherheiten ihn beherrschen lassen. Sie sollte noch eine Chance bekommen. Er schrieb ihr einen Zettel: 'Wir besuchen morgen das Herzzentrum im Kinderkrankenhaus hier in München. Komm bitte vorbei.'

Rückblick Ende
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